Anno Dazumal - Sturm auf Deutschland

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Ein Roman aus der Sicht der Täter, der aufzeigt, woher der Haß kommt und wozu er letztendlich führen kann, wenn niemand den Angreifern energisch entgegentritt und ihrem brutalen Wirken Einhalt gebietet.

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„So etwas habe ich noch nie erlebt. Drei Hausbrände und ein Mord in so wenigen Tagen. Rollt da eine neue Terrorwelle auf uns zu?“ fragte sich Gerd Wagner. Er war so in sein Selbstgespräch vertieft, daß er gar nicht wahrnahm, daß Fierer sein Büro betreten hatte. „Hier bin ich“, meldete sich jener an. „Ja gut. Sie haben doch bestimmt von den Ereignissen in der letzten Nacht gehört?“ forschte Wagner. „Leider ja“, antwortete Fierer. „Es gibt keine Zeit zu verlieren. Hier sind Ihre Wohnungsschlüssel. Ich verlasse mich auf Sie. Versuchen Sie, so schnell wie möglich in die Szene einzudringen. Aber passen Sie auf! Am besten keine Straftaten. Ich weiß selbst, daß sich das wahrscheinlich kaum vermeiden lassen wird. Geben Sie Ihr Bestes! Und wenn es wirklich nicht ohne Gesetzesüberschreitungen geht, dann lassen Sie sich bitte wenigstens nicht erwischen“, verlangte Wagner augenzwinkernd. „Geht klar. Danke Chef“, verabschiedete sich Fierer. „Nicht Chef, scheiß Bulle heißt das jetzt!“ rief ihm Wagner lachend nach. „Und, hat der Verhör des Nazis was gebracht?“ wollte Lose wissen, der soeben mit Wasold das Büro Wagners betrat. „Leider nichts. Er hat die Aussage verweigert und ich konnte ihm nichts nachweisen“, bedauerte Wagner. „Den kriegen wir schon noch“, versprach Wasold. Die Drei lachten. Wenigstens hatten sie ihren Humor nicht verloren. Man befand sich in einer schwierigen Lage. „Es gibt keine verläßlichen Zeugenaussagen“, grummelte Wagner. „Die Einen wollen sieben Leute gesehen haben, die Anderen fünf, wieder Andere nur drei. Irgendwie habe ich das Gefühl, jemand will uns an der Nase herumführen.“ „Mal wieder Molotow-Cocktails!“ rief der Polizeibeamte, der eben zur Tür hereinkam. „Fünf in der Karlstraße, sechs in der Arolserstraße.“ „Was soll denn das jetzt?“ wunderte sich Wasold. „Einmal neun, einmal fünf, einmal sechs.“ „Sind insgesamt 20. Da muß es ja eine Fabrik in der Nähe geben, welche die Dinger herstellt“, glaubte Lose. „Was hat der Mord an dem alten Simbeck damit zu tun? Kannte er vielleicht die Täter?“ fragte sich Wagner. „Gut möglich. Irgendwie ist es schon komisch: Erst stirbt der alte Nazi und kurz darauf krepieren die Leute, die er wahrscheinlich am meisten gehaßt hat“, erläuterte Wasold. „So kommen wir nicht weiter, meine Herren. Das heißt, wir müssen wohl auf „unseren Nazi“ (er meinte Fierer) hoffen.“ Wagner verließ sein Büro und seine beiden Kollegen folgten ihm. „Fahrt nochmal zu den Zeugen und fragt sie, ob ihnen noch etwas eingefallen ist“, bat er sie. „Ich mache mich auf ins Krankenhaus. Langsam bin ich es leid.“

An jenem Tag konnte Wagner wenigstens sechs Überlebende befragen. Sie befanden sich allesamt in einigermaßen guter Verfassung, was hieß, daß sie vernehmungsfähig waren. Viele weinten, als Wagner ihnen seine Fragen stellte. Natürlich hatten sie es noch nicht verkraftet, daß sie sowohl ihre Verwandten, Bekannten und Nachbarn, als auch ihren Besitz und ihr Heim verloren hatten. Wie hätten sie das auch machen sollen? Wagner fühlte sich ebenfalls recht schlecht, als er das Krankenhaus wieder verließ. Zwar war das alles Routine für ihn, aber natürlich hatte auch er ein Herz. Außerdem hatten die Befragungen nichts ergeben. Alle hatten das Splittern der Scheiben gehört und das Feuer bemerkt. Dann hatten sie sich in Sicherheit gebracht. Als er in sein Büro zurückkehrte, warteten Lose und Wasold schon auf ihn. Auch sie hatten schlechte Neuigkeiten. Sämtliche Zeugen sagten etwas Anderes.

„Na, wie haben wir das gemacht?“ fragte Alfred stolz in die Runde. „Einfach gut, mit Herz und Mut, das schafft nur deutsches Blut!“ riefen die Anderen. „27 Kanacken in drei Tagen. Das soll uns erst mal wer nachmachen“, lobte Alfred. „Jetzt müssen wir aber verdammt gut aufpassen. Sicherlich werden die Bullen nun an jeder Ecke nach den Tätern suchen. Vielleicht sollten wir ein bißchen warten, bis sich der Entrüstungssturm ein wenig gelegt hat, bevor wir weitere Aktionen starten“, fügte er hinzu. „Da bin ich ganz Deiner Meinung“, stimmte ihm Karl zu. bevor er hinzufügte: „Ich habe nämlich gehört, daß ein Neonazi von wütenden Passanten verprügelt worden ist, weil sie so verbittert über die Brandanschläge waren.“ „Die sollen sich mal nicht so auffucken“, kritisierte Berthold. „Denn wenn sie ehrlich wären, müßten sie zugeben, daß ihnen das, was wir machen, gefällt.“ Alfred versteckte die Strumpfmasken und die Gruppen trennten sich. Es war so gegen drei Uhr nachmittags, als Alfred mit seiner Gruppe in der Frankfurter Innenstadt auf einer Bank herumlungerte. Jedoch hatte sich die Situation grundlegend verändert. Nun waren es nicht mehr sie, welche die vorbeigehenden Leute anpöbelten und provozierten. Statt dessen erging es ihnen so. „Nazischweine“ und „brauner Dreck“ waren noch die harmlosesten Begriffe, mit denen man sie titulierte. Man beschmiß sie mit Abfall oder bespuckte sie sogar verächtlich. Eigentlich ließen sich die Nazis das nicht gefallen. Aber für Alfred kamen jene Reaktionen der Leute genau zur richtigen Zeit. Auf diese Art und Weise wurden aus Tätern Opfer, die gewiß mehr Aussicht auf Mitleid hatten als normal. Auf einmal kam ein Fernsehteam auf sie zu und filmte sie und die wütenden Passanten, die ihrem Unmut freien Lauf ließen. „Können wir ein Interview mit Euch machen?“ wollte der Reporter wissen, der einen Beitrag für eine Sondersendung im ZDF brauchte. „Natürlich“, lautete Alfreds Antwort. Das Gespräch begann. „Was sagen Sie zu den schrecklichen Brandanschlägen auf von Ausländern bewohnte Häuser in der letzten Zeit?“ „Nun ja, solche Taten darf man natürlich nicht bejubeln“, ließ Alfred von sich hören. „Auch wenn wir Ausländern gegenüber ein wenig Mißtrauen haben, glauben wir nicht, daß das der richtige Weg ist, um die Ausländerproblematik in Deutschland zu lösen.“ „Also wendet auch Ihr Euch von solchen abscheulichen Verbrechen ab?“ fragte der Reporter in die Runde. Wieder ergriff Alfred das Wort: „Was heißt abwenden? Wir finden es halt ein wenig übertrieben. Jetzt will ich noch ein paar Worte zu der aktuellen Gegenwart loswerden: Die Tatsache, daß wir, nur weil wir Glatzen haben, von vielen Leuten bespuckt, beschimpft und manchmal sogar angegriffen werden, stimmt uns sehr nachdenklich. Nur weil ein Hund jemanden gebissen hat, darf man nicht alle Hunde verurteilen. Wir haben das beängstigende Gefühl, daß hier langsam Rassismus der anderen Art entsteht.“ „Sind Sie auch dieser Meinung?“ erkundigte sich der Reporter bei Wolfgang. „Absolut.“ „Ist das nicht ein wenig übertrieben?“ „Wenn Sie gehört hätten, mit welchen Namen man uns allein in den letzten zwei Stunden beleidigt hat, würden Sie uns Recht geben“, teilte ihm Alfred mit. „Nach wie vor ist die ganze Welt über die grausamen Morde von Frankfurt erschüttert. Allerdings entsteht langsam aber sicher ein blinder Fanatismus gegen alle Rechtsradikalen und Leute, die nicht unbedingt für Ausländer sind. Auch das sollte man nicht aus den Augen verlieren“, schloß der Reporter. Daraufhin bedankte er sich bei Alfreds Gruppe und verschwand. Am Abend sahen dann fast zehn Millionen Menschen das Interview im Fernsehen. Einige gewannen tatsächlich den Eindruck, daß man nicht nur die Täter, sondern alle Rechten verurteilte. Hätten sie gewußt, daß der Reporter das Interview mit den Brandstiftern geführt hatte, hätten sie gewiß anders gedacht.

Am Abend saß Karls Gruppe wieder im „Heldentreff“. Man redete ein wenig über belanglose Dinge, weil man natürlich nicht riskieren wollte, als Brandstifter erkannt zu werden. Zwar saßen in der Kneipe nur Leute, die sie gewiß nicht verraten hätten, aber dafür ab und zu einen Wunsch gehabt hätten, den man dann erfüllen hätte müssen, um nicht hinter Gitter zu kommen. Gegen neun Uhr betrat Andreas Fierer, der laut seinem neuen Personalausweis Oliver Schricker hieß, den „Heldentreff“. Ein paar der Männer, die herumsaßen und den Alkohol sichtlich genossen, unterhielten sich darüber, wer denn die Helden sein könnten, welche die Kanackenhäuser angezündet hatten. „Gib’s zu, Du bist einer von den Brandstiftern“, meinte einer der Männer zu Schricker. „Behalt’s aber für Dich“, entgegnete jener gelassen. „Kannst Dich drauf verlassen“, garantierte der Angesprochene. „Komm! Setz Dich zu uns!“ Schricker ließ sich bei ihnen nieder. „Was glaubst Du? Wer war so mutig, es den Kanacken einmal zu zeigen?“ wollte einer von Schricker wissen. „Vielleicht Nachwuchsleute. Auf jeden Fall waren es absolute Profis“, lautete dessen Antwort. „Da hast Du Recht! Prost!“ „Prost!“ riefen die Anderen und tranken. „Kennt Ihr irgendeine Gruppe, bei der ich anfangen könnte?“ erkundigte sich Schricker. „Na klar! Bei den sprechenden Glatzköpfen!“ brüllte einer. Die Anderen lachten, daß sich die Balken bogen. Schricker lachte auch. „Kleiner Scherz! Siehst Du die da hinten? (Er deutete auf Karls Gruppe) Vielleicht können die noch jemand brauchen.“ „Danke!“ sagte Schricker und stand auf. Karls Gruppe langweilte sich ein wenig. Das Geld war versoffen, aber heim wollte auch noch niemand. „Eine Runde für den Tisch da hinten!“ rief Schricker dem Wirt zu, als er bei Karl und seinen Freunden angekommen war. „Hey, so lob ich mir das! Solche Leute lernt man gerne kennen“, gab Steffi von sich, die froh darüber war, daß sich etwas tat. Auch die Anderen freuten sich über die zu erwartende billige alkoholische Füllung. „Was ist denn mit Euch? Ihr kommt mir ein wenig gelangweilt vor“, wunderte sich Schricker. „Kein Wunder! In dem Schuppen ist ja nichts los“, erklärte ihm Berthold. „Das wird wohl daran liegen, daß es zu wenig Helden in unserer Zeit gibt“, vermutete Schricker. „Wahrscheinlich. Aber wenigstens haben wir wieder was zum Trinken“, freute sich Karl und schüttete die gebrachte Flüssigkeit in sich hinein. „Donnerwetter!“ staunte Schricker. „Was ich Euch fragen wollte: Könnt Ihr noch jemanden in Eurer Gruppe brauchen? Ihr seid ja erst vier.“ „Na ja, wenn Du immer die Getränke zahlst“, erwähnte Steffi bereitwillig. „Da muß ich Euch enttäuschen. Irgendwie muß ich meine Miete auch bezahlen“, winkte Schricker ab. „Wo arbeitest Du denn?“ fragte Berthold. „Nirgends“, lautete Schrickers Antwort. „Und wie willst Du dann Deine Miete bezahlen?“ „Das kann ich Euch leider nicht verraten“, flüsterte Schricker geheimnisvoll. Die Anderen wurden neugierig. „Sag mal, wie heißt Du eigentlich?“ erkundigte sich Steffi. „Oliver Schricker. Und wer seid Ihr?“ „Ich bin Steffi und das sind Karl, Berthold und Hans“, stellte ihm Steffi die Anderen vor. „Schön Euch kennenzulernen. Noch eine Runde auf meine Rechnung, Herr Wirt!“ rief Schricker. Langsam aber sicher wurde er ihnen sympathisch. Sie redeten noch eine Stunde über ein paar Sachen, bis Schricker zahlte und sich verabschiedete. „Seid Ihr morgen wieder hier?“ wollte er wissen. „Wahrscheinlich schon“, vermutete Karl. „Und dann sagt Ihr mir, ob ich bei Euch mitmachen kann, oder?“ fragte Schricker. „Darauf kannst Du Dich verlassen“, versprach ihm Karl. „Mal schauen, was Alfred dazu sagt“, sprach Karl zu den Anderen.

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