Lanzarote und Fuerteventura sind die ältesten Inseln. Sie entstanden schon vor etwa 20 Millionen Jahren.
Statt der einen Insel Teneriffa tauchten zunächst zwei Inseln nacheinander aus dem Meer auf. Die heutigen Namen der neuen Zwei: Teno und Anaga.
Die heiß glühenden, vulkanischen Inselgestalter kochten weiter.
Ein neuer, mächtiger Vulkan erhob sich zwischen den Inseln, nahm die ihn umgebenden Inseln Teno und Anaga mit und verband sie zu einer Einheit. Fachleute schätzen die Höhe dieses Urvulkans auf wahrscheinlich 6000 Meter.
Zum Vergleich: Der höchste Gipfel Deutschlands ist die Zugspitze mit 2962 Metern.
Durch immer wieder neue Ausbrüche reduzierte er seine Größe nach und nach.
Als irgendwann der Krater des Riesen einstürzte, bildete sich eine Caldera von 16000 Metern Durchmessern mit 500 Meter hohen Kraterwänden, das jetzige Tal von Orotava.
Ein Riese hinterlässt riesige Spuren.
Man liest immer wieder, dass diese Caldera die größte der Welt sei. Nun ja, in touristischen Gebieten wirft man gern mit Superlativen um sich. Tatsächlich ist sie mächtig, ja riesengroß und sie gehört ganz bestimmt zu den Größten.
Eine halbe Million Jahre vor unserer Zeit wuchsen aus dem alten Krater zwei neue Vulkane, der Pico Viejo und der Pico del Teide. Aus dem Teide wurde ein Gigant von 3718 Metern. Er ist damit der höchste Berg Spaniens.
Der letzte Ausbruch fand im Jahre 1909 am Chinyero bei Santiago del Teide statt.
Der Teide gilt als ruhend, nicht als erloschen.
Neuerliche Ausbrüche sind wahrscheinlich. Ja, es gibt Fachleute, die es als sicher ansehen.
Die Erde bebt oft, durchweg steigen aus porösem Gestein und Felsspalten immer noch dunkel rauchende Fumarolen aus Wasserdampf, Schwefeldioxid, Schwefelwasserstoff und Kohlenstoffdioxid auf.
Es ist eine Frage der Zeit, wann der Guayote, der Vulkangott der Urkanarier, in seinem Zorn wieder mit glühenden Steinen wirft.
„Bimssteinfelder, Schauplatz der Verheerung, sind umkränzt von Lorbeerwäldern.“ Er begeisterte sich am Anblick des Canadas und fand, dass alle 7 Inseln wie eine Landkarte unter ihm lagen.
Eine solch freie Sicht habe ich leider nie erfahren dürfen. Meiner Meinung nach dürfen wir diesen Ausspruch im poetischen Sinn interpretieren. Es gibt keinen Punkt auf Teneriffa, der es ermöglicht, die sieben Inseln wie auf einer Karte zu sehen.
Alexander von Humboldt, der forschende Globetrotter, wollte sich den höchsten Vulkan Europas auf der glückseligen Insel Teneriffa nicht entgehen lassen.
„Welch ein Glück ist mir eröffnet! Mir schwindelt der Kopf vor Freude.“ - „Wir landen auf den Kanarischen Inseln“, so begeisterte sich Humboldt.
Als er im Jahre 1799 den Pico del Teide bestieg, hatte er sein Tagebuch dabei, wie immer. Er notierte nicht nur, was er sah und erlebte, sondern auch seine Empfindungen.
So können wir noch heute lesen, wie großartig dieser Ort auf ihn wirkte: „Welch ein Anblick! Welch ein Genuss!“
Bis tief in den Krater waren sie vorgedrungen. Weiter als je ein anderer Naturforscher, vermutete er in seinen Aufzeichnungen.
Zuerst ließ die eisige Kälte der Höhenregion seine Hände erstarren, dann kam im Krater die Hitze des Vulkans, die allen zu schaffen machte. Giftige Gase erschwerten das Atmen. „Seitlich“, so schrieb er, „brachen die Laven aus.“ Er erlebte also direkt einen kleinen Ausbruch flüssiger Lava. „Und im Krater brannten die Schwefeldämpfe Löcher in die Kleidung.“
Die so erlebte Situation stufte er so ein: „Gefahr war nicht dabei!“
Humboldt empfand alle seine Erlebnisse, seine Reisen, seine Forschungen, seine Wanderungen, die grandiosen Aus – und Anblicke der Natur sehr intensiv.
Bezeichnend für seine Beschreibungen ist, dass er die dunkelblaue Himmelsdecke über sich erwähnt, bei gleichzeitiger Registrierung von Lavaströmen zu seinen Füssen.
Geheimnisvoll, nicht ganz geheuer und Furcht einflößend ist der schneebedeckte Echeyde - die Hölle, wie ihn die Guanchen nannten. In diesem Vulkan vermuteten sie den Teufel, den Guayote. Das Grauen und die Vernichtung schlummern hier. Wird der Guayote gestört, wirft er mit glühenden Felsen um sich, seine weit geöffneten Nüstern blasen giftige, schwarze Wolken in den Tigot - den Himmel. Im Echeyde, aus dem El Teide wurde, rekelt der Guayote sich immer noch. Die Einstufung des Alexander von Humboldt „Gefahr ist nicht dabei“, hat sich fürs Erste bewahrheitet. Dann wollen wir hoffen, dass der Teide noch lange schlummert und uns zumindest warnt, wenn er seine glühenden Steine um sich werfen wird.
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