Giftige Gase erschwerten das Atmen. „Seitlich“, so schrieb er, „brachen die Laven aus.“ Er erlebte also direkt einen kleinen Ausbruch flüssiger Lava. „Und im Krater brannten die Schwefeldämpfe Löcher in die Kleidung.“ Die so erlebte Situation stufte er so ein: „Gefahr war nicht dabei!“ Humboldt empfand alle seine Erlebnisse, seine Reisen, seine Forschungen, seine Wanderungen, die grandiosen Aus – und Anblicke der Natur sehr intensiv. Bezeichnend für seine Beschreibungen ist, dass er die dunkelblaue Himmelsdecke über sich erwähnt, bei gleichzeitiger Registrierung von Lavaströmen zu seinen Füssen. Geheimnisvoll, nicht ganz geheuer und Furcht einflößend ist der schneebedeckte Echeyde - die Hölle, wie ihn die Guanchen nannten. In diesem Vulkan vermuteten sie den Teufel, den Guayote. Das Grauen und die Vernichtung schlummern hier. Wird der Guayote gestört, wirft er mit glühenden Felsen um sich, seine weit geöffneten Nüstern blasen giftige, schwarze Wolken in den Tigot - den Himmel. Im Echeyde, aus dem El Teide wurde, rekelt der Guayote sich immer noch. Die Einstufung des Alexander von Humboldt „Gefahr ist nicht dabei“, hat sich fürs Erste bewahrheitet. Dann wollen wir hoffen, dass der Teide noch lange schlummert und uns zumindest warnt, wenn er seine glühenden Steine um sich werfen wird.
Die Guanchen Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
Die Pyramiden Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
Die Eroberung Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
Tinerfe Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
Bentor Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
Die Tinerfeños heute Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
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Der Drachenbaum Hartmut Päsler Tinerfes Reich Teneriffa Dieses ebook wurde erstellt bei
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Von wildem Meer umgeben, von wilden Landschaften durchzogen,
von wilden Piraten oft überfallen, von wilden Guanchen wütend verteidigt,
von wilden Touristen übernommen? Nein!

Es gibt sie noch, die wilden Ecken von Teneriffa.
Im ehemaligen Reich des Königs Tinerfe habe ich die wilden Ecken gesucht und gefunden.
In den touristisch erschlossenen Gebieten, die alle sehr schön und gepflegt sind, gibt es allerdings als ursprüngliche Landschaft nur noch die unverrückbaren Felsen und den schwarzen, immer feiner werdenden Strand.
Um das ursprüngliche Reich der Guanchen zu erleben, muss man eine nur kurze Strecke bewältigen. Teneriffa ist zwar die größte Insel der Kanaren, aber die gesamte Insel misst nur 83 Kilometer in der Länge und 54 Kilometer in der Breite. Ganz schnell ist das Ziel erreicht.
Der markanteste Punkt von Teneriffa ist der Vulkan Teide.

3718 Meter reckt er sich durch die Wolken bis über die Baumgrenze hinaus. Dort oben, wo die Luft dünner wird, finden wir, selbst im Sommer, Schnee auf dem Berg. Das ist für eine subtropische Insel untypisch, denn immerhin liegt sie in denselben Breitengraden wie die Sahara, noch südlicher als Kairo.
Die Bewohner der Nachbarinsel La Palma nannten den Berg „Che nerfe – Weißer Berg“.
Manche sehen hierin, durch Abwandlung im Laufe der Zeit, die Begründung des Namens Teneriffa.
Der Teide ist ein Schichtvulkan.
An seinem Fuße wächst eine üppige Vegetation. Weitläufige Pinienwälder ziehen sich hoch bis zur Wolkengrenze.
Über der Wolkengrenze werden die Hänge des Teide zusehends kahler, bis dann der Schnee zum dominierenden Anblick wird.
Am Anfang, vor vielen Millionen Jahren, schaute aus dem Meer eine Insel. Diese Insel sollte sich später teilen in zwei Inseln. Die heutigen Namen: Fuerteventura und Lanzarote.
Sie waren das Erstlingswerk einer vulkanischen Schöpfung in diesem Archipel. In unserer Zeit ist diese Inselgruppe als „Die Kanaren“ bekannt.
Nachdem ‚Lanzaventura’ eine feste Größe über dem Ozean war, kühlte sich der Meeresboden nicht ab, sondern brodelte unaufhörlich weiter. Das Feuer war noch unter dem Meeresboden.
Wie es ausgesehen haben muss, als die vulkanische Tätigkeit an die Oberfläche kam, zeigte die Natur anschaulich, als vor der Südspitze der westlichsten Kanareninsel El Hierro im Oktober 2011 ein submariner Vulkanausbruch zu beobachten war.
Das große Naturschauspiel begleitete ein Konzert wie ein von Pfeifen begleitetes Geknatter, Rauschen und Zischen. Das Wasser kochte brodelnd beim Aufstieg der neuen vulkanischen Landmassen, Rauch und Dampf hüllte die jungen Inseln ein. Giftige Schwefelgase konnte man kilometerweit riechen. Das Meer verfärbte sich grünlich und warf Blasen, die an einen Jacuzzi erinnerten. So wurden fortan die Phänomene auch genannt, wenn sie auftauchten. Rings herum starben die Fische und trieben an der Oberfläche.
Der brodelnde Unterwasservulkan verfärbte sich jetzt grau und förderte Bimsstein an die Oberfläche. Brennbare Gase, die in dem Bimsstein eingebunden waren, wurden freigesetzt und die vulkanische Hitze entzündete sie. In der nächtlichen Dunkelheit war das ein faszinierender Anblick: Flammenzungen, die auf dem Wasser tanzten.
Die Aktivitäten kamen und gingen über ein Jahr.
Am 6. März 2012 wurden die Eruptionen offiziell als beendet erklärt. Das allerdings bezieht sich wohl nur auf die Gefährlichkeit der Eruptionen, denn Erdbeben und Jacuzzis werden bis heute verzeichnet. Tiefenmessungen haben ergeben, dass der Kegel des neuen Vulkans bis 125 Meter unter die Wasseroberfläche gewachsen ist. Außerdem ist ein zweiter Kegel entstanden. Einen Namen hat der neue Vulkan auch schon bekommen.‚El Discreto’ wurde er inoffiziell getauft.
So, wie vor El Hierro, haben alle Kanarischen Insel ihren Anfang genommen.
Wollten wir die Entstehung Teneriffas miterleben, könnten wir das von der Nachbarinsel ‚Lanzaventura’ aus. Allerdings müssten wir 10 Millionen Jahre in der Zeit zurückreisen.
Damals waren Lanzarote und Fuerteventura noch eine einzige zusammenhängende Landmasse. Erst gestalterische Maßnahmen von Vulkanen, Meer und Wind trennten sie in zwei eigenständige Inseln.
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