Missachtung dieses Grundsatzes führt immer wieder zu falschen Erwartungen und zum
Scheitern von Ehen und Partnerschaften. Dieser Artikel beschreibt nur Körperzonen mit einer
gewissen "Trefferwahrscheinlichkeit". Ob ein Körperareal zu einer gegebenen Zeit für
sexuelle Reizungen empfänglich ist, zeigt sich immer an der Reaktion des Partners. Es gibt
keine erogenen Zonen, die jederzeit zwangsläufig zu einer tiefen sexuellen Befriedigung
führen, Es gibt nur ein echtes Erfolgsrezept: Die Sensibilität für die und die Erfahrung mit den
spezifischen Bedürfnissen des Partners.
Die meisten sexuellen Praktiken beinhalten eine Reizung der erogenen Zonen, z. B. der Kuss,
der Geschlechtsverkehr, Petting oder die Masturbation.
Der Orgasmus
Der Orgasmus (im Fachwortschatz auch: Klimax von κλίμαξ „Treppe“, „Leiter“,
„Steigerung“) ist der Höhepunkt des sexuellen Lusterlebens.
Kurz vor dem Orgasmus steigert sich die Durchblutung der Geschlechtsorgane bis zum
Maximum, während des Höhepunkts kommt es im Genitalbereich zu rhythmischen
unwillkürlichen Muskelkontraktionen, in denen sich die sexuelle Spannung entlädt.
Anschließend erfolgt meist eine Entspannung des Genitalbereichs, oft auch des gesamten
Körpers. Beim Mann kommt es in der Regel während des Orgasmus zur Ejakulation. Neben
den körperlichen Reaktionen äußert sich der Orgasmus in einem meist als angenehm
empfundenen individuellen Erlebnis des Rausches und der Überwältigung. Bestimmte
kulturelle Denkansätze teilen das Orgasmuserleben ein in Erlebnisstufen bis hin zu einem
Zustand lang anhaltender Ekstase, deren Erreichung durch bestimmte Sexualpraktiken oder
Meditationstechniken ermöglicht werden soll.
Der Orgasmus des geschlechtreifen Mannes oder Jugendlichen geht mit neurophysiologisch
vom Sexualzentrum im Zwischenhirn ausgelösten, rhythmischen Muskelkontraktionen der
Genitalgänge und der zugehörigen Organe wie Samenleiter, Samenblase und der Prostata,
weiterhin der Urethra, der Muskeln des Beckenbodens, damit auch denen an der Peniswurzel,
und schließlich der Kontraktionen des Penis selbst einher. Dabei wird gewöhnlich direkt und
unmittelbar eine Ejakulation ausgelöst, wobei das Sperma in die Harnröhre gelangt und durch
die Öffnung in der Eichel nach außen geschleudert wird. Das in diesem Ejakulat befindliche
Sperma setzt sich aus unterschiedlichen Sekreten (Seminalplasma) zusammen, die
größtenteils von den so genannten akzessorischen Geschlechtsdrüsen abgegeben werden. Der
spermienhaltige Sekretanteil, den Hoden und Nebenhoden beisteuern, beträgt lediglich 3–5 %
(die Menge der Spermien beträgt davon noch einen weitaus geringeren Anteil). Anstatt mit
einer Ejakulation kann der Höhepunkt bei manchen Männern mit der so genannten
Injakulation verbunden sein, die sich als sexuelle Kunstform bereits in den altchinesischen
Schriften des Taoismus findet und in unserer Zeit als Methode zum Erreichen männlicher
multipler Orgasmen propagiert wird. Vor der Pubertät und der in ihrem Verlauf verbundenen
Erreichung der Geschlechtsreife erleben die Mehrzahl der Jungen den so genannten trockenen
Orgasmus, einen Orgasmus zwar mit rhythmischen Muskelkontraktionen der Genitalgängeo
aber ohne tasächlicher Ejakulation im Sinne von Ausscheidung eines Ergusses ohne Samen.
Wurde nach Masters und Johnson der männliche Orgasmus noch mit der Ejakulation
gleichgesetzt, so gilt heute als erwiesen, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche
neurophysiologische Vorgänge handelt, die zwar meistens, jedoch nicht immer parallel
ablaufen. Ebenso sagen die Ejakulationsstärke und die Spermamenge nichts über den
Orgasmus aus, entgegen der noch immer weit verbreiteten Ansicht, Männer würden durch die
Ejakulation höchsten sexuellen Genuss und Befriedigung erlangen. In diesem Kontext wird
die Orgasmusfähigkeit des Mannes vielfach unterschätzt und an den falschen Bedingungen
gemessen.
Ejakulation
Als Ejakulation (von lateinisch eiaculari „auswerfen“, „ausstoßen“, „herausschleudern“,
„herausspritzen“) wird der Erguss mit oder ohne Spermien oder auch nur im Besonderen der
Samenerguss des Mannes bzw. männlicher Tiere bezeichnet, die im Normalfall gleichzeitig
mit dem bewussten Erleben eines Orgasmus erfolgt. Ein Erguss/Samenerguss kann während
der Begattung, durch Masturbation, infolge einer anderen sexuellen Praktik, oder als
Samenerguss auch ohne bewusste Handlung in Form einer Pollution im Schlaf zustande
kommen. Samenergüsse ohne bewusst im Wachzustand erlebten Höhepunkt (Orgasmus), als
Pollutionen, Spontanejakulationen oder umgangssprachlich feuchte Träume bezeichnet,
werden meist von der Ejakulation im engeren Sinn unterschieden.
Begriffsvariationen
Bei Medizinern und Sexualwissenschaftlern wird eine Ejakulation nicht immer unbedingt
einzig und allein als ein Samenerguss aufgefasst, sondern zunächst nur als ein feuchter
Orgasmus, das heißt eine Ausschüttung von Sekreten ohne Anwesenheit von Spermien
(Seminalplasma).
„Erguss (mit oder ohne Samen)“
Wenn beispielsweise von E. J. Haeberle folgende Aussage formuliert wird: "… Zu diesem
Zeitpunkt kann auch der erste Samenerguss erfolgen. Das Ejakulat enthält unter Umständen
noch keine Samenzellen, sondern besteht hauptsächlich aus Prostatasekret." , so verwendet er
im Grunde den Begriff „Ejakulat“ auch für eine Flüssigkeit, in der sich noch keine Spermien
befinden. Die Verwendung des Begriffs Samenerguss im Satz zuvor steht hier allerdings dazu
im Widerspruch und fördert eine Begriffsverwirrung, denn man kann logischerweise
eigentlich einen Erguss nicht als Samenerguss bezeichnen, wenn in ihm noch kein Samen
bzw. Spermien enthalten ist/sind.
Eine Ejakulation steht nach dieser Definition mit der deutschen Bedeutung „Erguss“ im
Gegensatz zum trockenem Orgasmus ganz allgemein für einen feuchten Orgasmus und ist
auch dann möglich, wenn eine Spermienproduktion noch nicht begonnen hat und bei einem
Orgasmus nur eine mehr oder minder geringe Menge Sekret ohne Spermien an der
Penisöffnung erscheint. Allerdings kommt diese Definitionsvariante der ursprünglichen
lateinischen Wortbedeutung im Grunde nicht sehr nahe, da bei einem derartigen Erguss
zumindest zum Zeitpunkt des Übergangs von einem trockenen - zu einem feuchten Orgasmus
in der Regel nicht von ausstoßen oder gar herausschleudern die Rede sein kann.
In diesem Definitionsrahmen werden dann in der Sexualwissenschaft auch „Leerlaufstadium“
(Ejakulation ohne Sperma = samenloser Erguss) und „Funktionsstadium“ (Ejakulation mit
Sperma = Samenerguss) unterschieden.[ Den Beginn des Leerlaufstadium bezeichnen manche
Wissenschaftler als Prostatarche , da man ursprünglich davon ausging, dass erste Ergüsse
allein aus Sekreten der Prostata und nicht auch aus denen anderer akzessorischer
Geschlechtsdrüsen bestehen können.
Auch aus neurophysiologischer Sicht ist eine Ejakulation selbst beim geschlechtsreifen Mann
nicht zwangsläufig an das Vorhandensein von Spermien geknüpft, da beispielsweise bei
Vorliegen einer Azoospermie nach Degeneration der Hodenkanälchen (Tubuli seminiferi) der
physiologisch nach wie vor ungestörte Vorgang eines Ergusses von Seminalplasma beim
Erreichen eines Ogasmus von Medizinern auch als Ejakulation bezeichnet wird.
„Samenerguss“
Andererseits schreibt dann Haeberle im selben Buch wenig später: "… Das einfachste Beispiel
ist der Orgasmus eines Jungen vor der Pubertät: Ihre inneren Organe sind noch nicht
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