Haut der Eichel (Cutis glandis) trägt ein gering verhorntes Plattenepithel mit Talgdrüsen. Sie
besitzt zahlreiche freie Nervenendigungen, unter dem Epithel liegen Meissner-Körperchen
und spezialisierte Genitalkörperchen für die haptische Wahrnehmung. Das Epithel ist im
Normalfall (nicht beschnitten) sehr dünn (2–3 Zelllagen), so dass selbst kleinste Reize
wahrgenommen werden. Bei Beschnittenen kommt es zu einer etwas stärker ausgeprägten
Verhornung durch mechanische Reizung. Die Erregungsleitung erfolgt über den Nervus
dorsalis penis und hat unter anderem für den männlichen Orgasmus und den
Ejakulationsreflex Bedeutung. 10 % der Männer haben am Eichelrand eine Vielzahl kleiner
vorstehender Punkte, die so genannten Hornzipfel. Diese stellen keine Krankheit dar und
bedürfen auch keiner Behandlung. Typisch sind solche Hornbildungen auch bei den Katzen,
wo sie als „Penisstacheln“ bezeichnet werden.
Das Innere der Eichel wird vom Vorderabschnitt des Harnröhrenschwellkörpers (Corpus
spongiosum penis) gebildet, welcher auch als Eichelschwellkörper (Corpus cavernosum
glandis) bezeichnet wird. Dessen Ausbildung und damit auch der Grad der Vergrößerung der
Eichel bei der Erektion ist bei den Säugetieren sehr verschieden. Umfangreiche
Schwellkörper besitzen neben dem Menschen auch Hunde und Pferde. Bei Paarhufern ist
dagegen kaum Schwellkörpergewebe vorhanden und die Eichel eher bindegewebig und nur
mit unter dem Epithel liegendem, venösem Plexus versehen.
Innerhalb der Eichel verläuft die Harnröhre. Sie mündet an der Eichelspitze mit der äußeren
Harnröhrenmündung (Ostium urethrae externum). Die Harnröhre ragt dabei bei vielen
Säugetieren zipfelartig über das Eichelende hinaus, was als Processus urethrae
(„Harnröhrenfortsatz“) bezeichnet wird. Bei Pferden liegt das Ende der Harnröhre in einer
deutlichen Vertiefung, der Eichelgrube (Fossa glandis), die mehrere Blindsäcke (Recessus)
besitzt.
Das Skrotum oder der Hodensack
zählt zu den männlichen Geschlechtsorganen und ist ein Haut- und Muskelsack bei
männlichen Säugetieren, welcher die Hoden, Nebenhoden, den Anfang des Samenleiters und
das Ende des Samenstrangs enthält. Er befindet sich zwischen den Beinen, dem Penis und
dem Damm. Beim Menschen ist das Skrotum in der Regel ab der Pubertät mit Schamhaar
bewachsen.
Biologische Funktion
Funktion des Skrotums ist, die Hoden zwei bis fünf Grad Celsius kühler als den Rest des
Körpers zu halten. Diese Temperatur ist optimal für die Produktion von Spermien, ebenso für
das "Am-Leben-Halten" bereits produzierter männlicher Samen. Die Hodentemperatur wird
dadurch geregelt, dass sich der Hodensack bei Kälte zusammenzieht, wodurch die Hoden
näher an den Körper gezogen werden und sich die Abstrahlfläche für die Körperwärme
verkleinert, und bei Wärme entspannt, wodurch die Hoden weiter weg vom Körper gelangen
und die Abstrahlfläche vergrößert wird.
Erektion
Darstellung eines erigierten Penis (rechts) im Vergleich zu einem nicht erigierten (links)
Die Erektion (lat.: Aufrichtung) ist bei Tier und Mensch ein physiologischer Vorgang, der
durch das Steifwerden der Klitoris, des Penis oder auch zum Beispiel der Brustwarzen bei
beiden Geschlechtern gekennzeichnet ist.
Meist erfolgt eine Erektion bei sexueller Erregung. Beim Menschen und einigen anderen
Säugetieren wird die Erektion durch eine Anstauung des Blutes in den dazugehörigen
Schwellkörpern dieser Organe (dies allerdings nicht im Falle der Brustwarzen) ausgelöst.
Neben dem vermehrten Blutzufluss in das betreffende Organ kommt es bei der Erektion
gleichzeitig auch zu einer Drosselung des Blutrückstroms, wodurch die Schwellkörper sich
vergrößern und verhärten. Viele Säugetiere besitzen einen Penisknochen; eine Erektion wird
bei ihnen durch ein Vorschieben des Knochens erreicht.
Schambehaarung
Mit Schamhaar (Pubes) oder Intimbehaarung wird die Behaarung der männlichen und
weiblichen Geschlechtsorgane und der angrenzenden Region bezeichnet, die sich mit Beginn
der Pubertät als Teil der Körperbehaarung und somit als sekundäres Geschlechtsmerkmal
herausbildet. Bezeichnend für den Zeitpunkt der Schamhaarbildung ist auch die
etymologische Herkunft des Wortes Pubertät. Das Wort leitet sich von lat. pubes ab, was
Scham bedeutet.
Struktur
Schambehaarung eines Mannes
Die Schamhaare sind meist kräftiger und dunkler als die Kopfhaare, bei Rothaarigen, sehr
Hellblonden und Schwarzhaarigen gleichfarbig. Bei Europäern sind sie häufig gelockt oder
gekräuselt, bei Afrikanern eng gekräuselt und bei Asiaten und den amerikanischen
Ureinwohnern eher glatt und stärker anliegend. Auch die Haardichte und das Maß der
Ausbreitung sind genetisch bedingt und daher individuell verschieden. Die Haare im Bereich
des Aftereingangs werden nicht mehr zu den Schamhaaren gezählt.
Die erogenen Zonen
lassen sich in zwei Klassen einteilen: spezifische und nicht spezifische.
Nicht spezifische erogene Zonen
Die Klasse der nicht spezifischen erogenen Zonen umfasst behaarte Hautbereiche und hat eine
normale Dichte an Nervenenden und Haarfollikeln. Zu diesen Zonen gehören die Seiten des
Halses und das Genick, die Füße und vor allem die Fußsohlen, die Achselhöhlen und die
Seiten des Brustkorbs, die Arminnenseiten, Rücken und Rückgrat insbesondere im Bereich
des Kreuzbeins, die Lenden, der Bauch, das Gesäß und die Schenkel, vor allem die
Oberschenkelinnenseiten. Das Gefühl gestreichelt zu werden und die erhöhte Erwartung
weiterer Zuwendung und nahe bevorstehender Stimulation der spezifischen erogenen Zonen
sind für die erhöhte Erregung verantwortlich.
Spezifische erogene Zonen
Die Klasse der spezifischen erogenen Zonen umfasst Haut- und Schleimhautbereiche, die eine
hohe Dichte an Nervenenden besitzen, und Körperbereiche, die eine direkte Stimulation
empfänglicher innerer Organe des Beckenbereiches zulassen. In der Regel geht von ihnen ein
wesentlich stärkeres Gefühl als von den nicht spezifischen erogenen Zonen aus. Nicht jede
dieser Zonen muss bei jedem Menschen aktiv sein oder starke Erregung hervorrufen. Insofern
ist es völlig falsch und reißerisch, von „Super-Orgasmus-Punkten“ zu reden, wie es diverse
Frauen- und Männermagazine häufig tun. Es gibt gravierende individuelle Unterschiede
bezüglich der Reaktion auf die Stimulierung einzelner erogener Zonen.
Zu den spezifischen erogenen Zonen gehören bei Mann der Bereich der Augen, die
Ohrmuscheln, Nase und Mund (Lippen, Zunge, Mundwinkel und die gesamte Mundhöhle),
Augenbrauen, Innenseite der Nasenflügel, die Haargrenze im Bereich der Stirn, der Bereich
von den Fingerbeeren bis zu den Handinnenflächen, die Achselhöhlen, der Bereich des
Damms und der Anus, auch die Prostata); eher bei der Frau, seltener bei Männern die
Brusthügel mit Behaarung, die Warzenvorhöfe und die Brustwarzen; zusätzlich Penis und
Hodensack
Typisch für spezifische erogene Zonen sind die Schleimhautgrenzen (englisch mucocutaneous
boundaries), d.h. diejenigen Zonen, an denen der Übergang von Haut zu Schleimhaut
stattfindet, da hier die Nervendichte besonders hoch ist.
Erogene Zonen und die sexuelle Praxis
Nicht nur die speziellen erogenen Zonen, sondern die gesamte Körperoberfläche des
Menschen (z. B. durch Streicheln) kann erogen wirken.
Auf Grund der Individualität jedes einzelnen Menschen gibt es für die sexuelle Praxis kaum
universell geltende Gebrauchsanweisungen, sondern nur gewisse Grundregeln. Die
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