Jasmin Schneider - Sag mal, Lara
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Sie klopfte sich mit dem Finger an den Kopf. »Tock, tock!«, sang sie dabei.
Jetzt musste er wieder lachen. Ganz laut, lange und schrill. »Tock, tock! Tock, tock!«, rief er immer wieder und wippte heftig auf der Stelle bis das hellgrüne Sofa unter der roten Decke quietschte.
»Tock, tock! Tock, tock!«, gackerte sie mit, stand auf, packte den Kleinen mit beiden Armen und wirbelte mit ihm um ihre eigene Achse.
Die Türklingel unterbrach ihren wilden Tanz.
Jackie Baehr, die eigentlich Jacqueline hieß, war wie immer furchtbar in Eile und wollte nicht reinkommen. Sie zog es vor, im breiten Treppenhaus zu warten, das hier oben vor Laras Eingangstür eher wie ein externes Zimmer wirkte. Es besaß zwar keine verglaste Decke ,so wie weite Teile der ausgebauten Loft, doch auch hier war der Boden mit dem gleichen edlen Parkett ausgelegt. Und obwohl der Aufgang zu Laras Reich im dritten Hinterhof lag, versorgten zwei vierflügelige, hohe, schmale Fenster das Carree mit dem gemütlichem Licht der untergehenden Sonne. Es fehlte lediglich eine kleine Sitzecke, und der Besucher hätte das Treppenhaus nicht mehr vom Wohnbereich unterscheiden können.
In ihrem ausgeleierten, grau-schwarz verwaschenen Shirt wirkte Jacqueline dort draußen nur noch schmächtiger. Ihre weißen Arme schienen lose aus den weiten Ärmel heraus zu hängen und drohten bei jeder Bewegung ihrer sackartigen Tasche abzubrechen. Alte Vernarbungen, die meisten davon in und unter den Armbeugen, machten den Eindruck nicht besser. Die Hose, eine Blue Jeans in maximal Größe 26, schlackerte um Jacquelines Beine wie ein ausgedienter Lappen. Dabei war sie brandneu – Lara Morgenstern hatte dem Mädchen keine zwei Wochen zuvor Geld dafür geliehen.
»In deiner Größe gab es sie nicht?« Lara bemühte ihr freundlichstes Lächeln, auch wenn ihr bei Jackies Anblick die Gesichtsmuskeln erstarrten.
Jackie zuckte mit den Achseln. »Geht doch«, murmelte sie, hob das Shirt, und gab so nicht nur den Blick auf den Gürtel frei, der maßgeblich am Halten der Hose beteiligt war, sondern auch auf einen nach innen gewölbten Bauch, dessen Anblick bei Lara Ekel, aber auch Mitleid hervorrief.
»Hast du Hunger?«, fragte die unwillkürlich. Eine blöde Frage, bedachte man, dass die Blonde gerade von der Arbeit in einem türkischen Bistro kam, wie man an dem unangenehmen Geruch, der von ihr ausging, unschwer erkannte.
Das Mädchen schnalzte mit der Zunge, griff ohne hinzusehen in ihren Taschensack, aus dem sie ein in Alufolie gewickeltes rundes Etwas hervorzog, höchstwahrscheinlich einen Döner. Dann wurde sie ungeduldig. Man sah es an ihrem zuckenden Fuß. Sie warf mit einer heftigen Geste ihre wenigen, blonden Haare in den Nacken. »Jonnie!?«, rief sie schließlich mit einer kleinen Vogelstimme.
Lara hatte nicht den Eindruck, dass dieses Fiepen viel weiter als bis zum Ende des Vorraums hinter ihr reichte. Nicht zuletzt, weil sie selbst in der Tür stand und damit das meiste der Wohnung für Jackie verdeckt blieb. Dieser Gedanke war ihr noch unangenehmer, als Jackie »Jonnie!«, rufen zu hören. Also trat sie schwerfällig zur Seite, damit sie an ihr vorbei in die Wohnung blicken konnte. »Jonas, deine Mami«, rief sie, nur um etwas zu sagen.
Als keine Antwort kam, zog Jackie ein Gesicht, beugte sich so weit vor wie es ging, ohne einen Fuß in die Wohnung setzen zu müssen, und piepste ein weiteres Mal: »Jonnie!«
Währenddessen war Jonas sehr langsam durch Laras Wohnzimmer geschlichen, vorbei an dem großen Regalschrank, der bis knapp unter die Decke reichte, hinein in einen schmalen, wiederum durch hohe Regale vom daneben liegenden Lese- und Arbeitszimmer abgetrennten Gang. Hier blieb er noch einmal stehen und schaute zur verglasten Decke hinauf, freute sich über die Vögel, die darüber hinweg flogen und tat, als hätte er das Rufen seiner Mutter nicht gehört. So machte er das immer, also vier- bis fünfmal in der Woche, wenn Jackie arbeitete und er seinen Tag nach der Schule bei Lara verbringen durfte.
Erst als er Laras klare Stimme hörte, tanzte er sich immer auf einem Bein drehend ins Atelier hinüber, das dem Arbeitszimmer gegenüber auf der anderen Seite einer Wand aus bunten Glaswürfeln lag. Das Atelier nahm den größten Teil der Loft ein und war in sich noch einmal unterteilt in Kreativwerkstatt und Lager. Die Werkstatt war ein Traum an Licht und wohl der einzige Teil der gesamten Wohnung, der nicht perfekt sauber und aufgeräumt war. Überall standen Farbeimer herum, der Boden war übersät mit Flecken, mannshohe Leinwände mit halb fertigen Gemälden warteten auf Weiterverarbeitung. Hier roch es nach Öl, Harz und Terpentin und nach dem Stein, aus dem Lara eine dicke Frau schlug, wenn sie sich ärgerte.
Dieser Raum war Jonas Lieblingsplatz. Wenn er sich nicht selbst als Künstler versuchte, begutachtete er vor allem die vielen Schätze, die er über die Jahre von seiner Babysitterin bekommen hatte. Er verbarg sie alle in einem Schränkchen hinten im Lagerbereich, direkt unter seiner persönlichen Garderobe, die aus einem alten Kleiderhaken aus Holz bestand. Von dort nahm er nun seine Jacke ab und konnte nicht umhin, die oberste Schublade des Schränkchens zu öffnen. Die Jacke legte er sich achtlos über die Schultern. Mit Hingabe betrachtete er die Mendelssohn Münze, die er bei seinem letzten Besuch mit Lara im Jüdischen Museum selbst geprägt hatte. Daneben lagen die teuren Filzstifte aus dem großen Künstlerbedarf in der Marienburger Straße, mit denen eigentlich nur Designer malten.
Jackie rief nun schon wieder nach ihm. Obwohl er viel lieber noch die Bilder angeschaut hätte, die er mit den Stiften gemalt hatte, beeilte er sich, warf seinen Ranzen auf den Rücken und lief »Komme!«, kreischend zum Eingang.
Die beiden Frauen standen in der Tür, die eine drinnen, die andere draußen und schauten ihn an; die eine strahlend, die andere mit einem verkniffenen Gesicht. Jonas bemühte sich zu lächeln, doch der Knoten, zu dem seine Jacke unter dem Ranzen geworden war, störte ihn dabei. Er zupfte rechts und links, doch die dumme Jacke wollte ihm nicht gehorchen.
»Mach schon Jonnie!«, herrschte Jackie ihn an, während Lara zu ihm herüber kam und half.
»So«, sagte sie aufmunternd, als endlich alles glatt war und kniff ihn sacht in die linke Wange. »Wann kommst du denn wieder her, Jonas?«
Er schaute ein bisschen beleidigt zu Jackie hinüber. Sie hatte inzwischen eine Packung Zigaretten aus der gestaltlosen Tasche gefördert, nahm eine heraus und zündete sie an. Dabei musste sie doch wissen, wie sehr Lara das verabscheute. »Wie immer halt«, antwortete sie gelangweilt und sog den Rauch tief in die Lungen.
»Na dann bis übermorgen, kleiner Prinz!«, sagte Lara und drückte ihn noch einmal fest an sich.
Jonas verabschiedete sich mit einem raschen Kuss und rannte Fluglärm imitierend an seiner Mutter vorbei ins Treppenhaus.
»Hab übrigens die neue Arbeit Samstags jetzt fest, Probezeit ist schon um«, sagte Jackie im Gehen, »weißt schon, das Putzen bei dem Reichen.« Ihre Augen funkelten beim letzten Wort.
Lara wusste, zögerte kurz, »reicht das Geld sonst nicht?«, sie biss sich auf die Zunge, »wird es nicht zu viel, meine ich?«
Jackie rollte mit den Augen. »Will ja auch mal in Urlaub mit dem Zwerg.«
»Aber«, Lara unterbrach sich selbst, »aber natürlich.« Dazu nickte sie ein wenig zu überschwänglich. »Bring Jonas einfach weiterhin her.«
»Klar.« Sie nickte Lara kurz zu, bevor sie schweigend die Treppen hinunter rannte.
In den Türrahmen gepresst blieb Lara zurück. Sie betrachtete die großen Palmen, die sie erst letztes Jahr im Treppenhaus hatte aufstellen lassen. An Italien sollten sie sie erinnern, an die Sommer ihrer Kindheit bei ihren Großeltern, als das Leben schön, ihre Mutter ein Mensch und ihr Vater noch am Leben war. Doch stattdessen kamen die Pflanzen ihr jetzt künstlich vor. Sie standen dort gegenüber der Eingangstür, fast spöttisch, eben bloß ein Ersatz für das wahre Leben. Gleich morgen würde sie die Palmen dem Frauenhaus spenden oder sonst einer bedürftigen Organisation, die für Schönes kein Geld übrig hatte.
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