Jasmin Schneider - Sag mal, Lara
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Jackie machte sich gerne vor, das Überqueren der Danziger als eine Art Erlösung zu erleben. Schließlich hatte sie drüben ihre halbe Kindheit verbracht. Zumindest bis zu dem Tag, an dem ihr Säufervater Jackie und ihre Mutter halb tot geschlagen hatte. Es war so schlimm, dass er dafür sogar verurteilt worden war und für fünf Jahre in den Bau wanderte. Als sie wieder auf den Beinen war, kündigte ihre Mutter die Wohnung in der Scher-Straße, die nur wenige Häuserblocks von Jackies jetziger Unterkunft entfernt lag. Die Tussi von der Fürsorge hatte ihnen was in Mitte organisiert. Nach sechs Monaten ist die Alte abgehauen. Jackie hat sie da gelassen.
Eins wusste Jackie genau, ihre Sache würde sie besser machen, auch wenn es manchmal schwer fiel. Gerade heute, wo Jonnie wieder einmal ganz besonders trödelte. Er hüpfte wie ein hirnamputierter Hase hinter ihr her, in den Händen irgendwelches Mädchenzeug, das er – wo auch sonst – bei der Dicken gebastelt oder gemalt, ausgeschnitten oder sonstwie zusammengefriemelt hatte.
»Sag mal, kannst du auch mal Sachen machen, die Jungs in deinem Alter machen?«, Jackies kleine Stimme überschlug sich gleich zu Anfang.
»Was machen denn Jungs in meinem Alter, Mama?«, fragte er debil.
Sie hatten endlich die Danziger Straße erreicht und Jackie stapfte viel zu schnell für Jonas über die breite Straße. Auf dem Mittelstreifen wartete sie ungeduldig. Als er endlich an ihrer Seite war, war die Ampel zur anderen Straßenseite wieder auf rot gesprungen. »Nenn mich nicht Mama!«, blaffte sie, »wie oft soll ich dir das noch sagen?«
Jonas antwortete nicht. Er sah nur bockig zu Boden.
Das regte Jackie so auf, dass sie hinzufügte: »Die Dicke wird erst Ruhe geben, wenn du schwul geworden bist.«
Jonas hatte nicht die geringste Ahnung, was das jetzt nun wieder heißen sollte. Er zog die Mundwinkel noch weiter nach unten und studierte angestrengt den Boden vor seinen Füßen, wo jemand eine Hummel tot getreten hatte. Der Junge versuchte sich ganz auf die feuchte Stelle um den Insektenkadaver herum zu konzentrieren, wo sich die Strahlen der tief stehenden Nachmittagssonne brachen. So viel Flüssigkeit speicherte also eine Hummel… so viel…
Er wurde unsanft am Arm gepackt und gerüttelt. »Hast du gehört, Jonnie?«, Jackies Stimmchen glich dem Klagelaut eines Spatzes.
Jonas war jetzt ganz schön wütend geworden. Nicht nur, dass Jackie Lara schon wieder die Dicke nannte, obwohl er sie doch gebeten hatte, das zu lassen, nein, jetzt tat sie ihm auch schon wieder weh und kam mit ihrem Gesicht so bedrohlich nah an seines! Jonas mochte seine Mutter, aber er fand auch, ihr Mund rieche nach Aschenbecher, vor allem, wenn sie ihn so anschrie.
Jetzt wusste er jedenfalls gar nicht genau, ob er weinen oder schreien sollte. Mit einem heftigen Ruck befreite er seinen Arm, kreischte: »Nenn mich nicht Jonnie!«, und nahm die Beine in die Hand.
Bremsen quietschten, Autofenster wurden heruntergelassen, Schimpfwörter gebrüllt und um ein Haar wäre ein Kleinlaster in ein Cabrio mit Hamburger Kennzeichen gebrettert. Jonas erreichte unbeschadet die gegenüberliegende Seite. Er hörte wie jemand »Ey, du Schlampe, kannst du nicht auf dein scheiß Balg aufpassen?«, rief.
»Ach fick dich doch!«, entgegnete die Stimme seiner Mutter. Dann hörte er ihre kurzen, schnellen Schritte hinter sich und lief nach Hause.
Laras älteste Freundin, Renate Schrödermann, stand etwa sechs oder sieben Schritte vor einer riesigen Leinwand. Auf den ersten Blick zeigte sie nichts weiter als in unzähligen Schichten aufgetragene Ölfarbe in Braun- und Orangetönen. Erst aus einiger Entfernung erschloss sich dem aufmerksamen Betrachter ein Gebilde, das sich konzentrisch von innen nach außen wiederholte. Typisch für einen Morgenstern, von denen es außerhalb des Ateliers der Künstlerin nur wenige gab.
Eine der Begünstigten war Renate, eine gut fünfzigjährige, hochgewachsene Frau, deren langes rotes Haar inzwischen gefärbt war. Es unterstrich ihre ganzjährig dürftig gebräunte Haut mit den Abermillionen Sommersprossen, die sich in beliebiger Abfolge über ihren gesamten Körper ausschütteten. Das Gesicht war spitz und kantig, die schrägen Augen bernsteinfarben und wie die Blätter einer Taglilie über eine nicht ganz unerhebliche Nase gemalt, deren Spitze den Amorbogen ihrer üppigen Oberlippe bedeckte. Ihren Mund hatte Renate in diesem Moment ebenso wie die meiste Zeit ihres Lebens zu einem breiten Lächeln verzogen. Es war ein Lächeln, das Laras Mutter als eine in die Haut gebrannte Banane beschrieb, die Renates gut verdienender Schönheitschirurg mit Silikonlippen versäubert habe. Lara liebte dieses Lächeln, wenn auch die Geschichte mit der Banane nicht ganz von der Hand zu weisen war. Woran Renates Schönheitschirurg definitiv gut verdient hatte, war ihre Oberweite. In ihrer Jugend eher flach geraten, hatte sie inzwischen ein opulentes Dekolletee zu bieten, das sich auch heute wieder üppig unter der cremefarbenen Chanelbluse wölbte. Die Art wie Renate dieses Schmuckstück über einer schmal geschnittenen schwarzen Designerjeans trug, würde wohl so mancher jüngeren Frau Tränen des Neides in die Augen treiben.
»Das hätte deiner Großmutter gefallen!«, stellte die Rothaarige schließlich theatralisch fest und stöckelte noch ein paar weitere Schritte nach hinten. Zur Betonung ihres Satzes vollführte sie dort eine große Geste, indem sie die Arme so weit ausbreitete, dass ihre Bluse spannte.
Lara lächelte und schaute Renate zu, wie die sich mit einem Taschentuch die Augen tupfte.
»Wirklich Süße, sie hätte es geliebt!«
Es kam nicht häufig vor, dass jemand Laras Werke in Zusammenhang mit ihrer Person sah. Die Situation war ihr etwas peinlich. »Möchtest du was trinken?«, fragte sie und bewegte sich ohne eine Antwort abzuwarten Richtung Wohnzimmer.
Renate folgte ihr. »Wenn du es nicht tust, dann werde ich für dich bei Carolina anrufen, hörst du?«
»Bei deiner Lieblingsgaleristin?«, fragte Lara lächelnd und goss ihrer Freundin Wodka über Eis. »Zitrone?«
Renate rollte die Augen. »Ich meine es ernst!«. Sie nahm den Wodka ohne Zitrone und brachte ihn auf die Terrasse hinaus.
Lara folgte ihr mit Martini und einer Schüssel Oliven. »Warm für September findest du nicht?«
»Die Königin der Ablenkung!« Renate lachte zu laut und ließ sich in einen der beiden Liegestühle fallen. Du hast abgenommen, hat dir das schon mal jemand gesagt?«
Lara stellte Oliven und Martini ab und zupfte nervös an ihrem Kleid. Sie hatte es erst letzte Woche neu gekauft und gehofft, jemandem würden die zehn verlorenen Kilos auffallen, wenn sie es trug. »Nur Robert«, antwortete sie leise.
»Aha, Robert also!«. Auf Robert reagierte Renate ambivalent. »Apropos, wie läuft es eigentlich mit deinen Babyplänen?«
Ein breites Lächeln verschönerte Laras Miene. Sie ließ sich auf dem zweiten Stuhl nieder. »Dass du das gerade erwähnst… stell dir vor, gestern habe ich meine offizielle Adoptionserlaubnis bekommen!«
»Liebes Kind, wenn du Sex hast, musst du doch nicht adoptieren!« Sie schüttelte ihre rote Mähne.
Lara spürte wie ihr Gesicht sich in der gleichen Farbe färbte. »Robert möchte keine Kinder«, erklärte sie knapp. Zum hundertsten Mal ärgerte sie sich über die Leichtsinnigkeit, ausgerechnet Renate von Robert erzählt zu haben. Am liebsten würde sie ihr sagen, sie habe sich den Mann nur ausgedacht, damit dieses Thema endlich vom Tisch war.
Wie vermutet ließ ihre Freundin nicht locker. »Muss er ja nicht, er soll nur spenden und auf Wiedersehen!«. Mit dem Glas in der Hand machte sie eine wegwerfende Bewegung.
Renate wartete eine Weile auf Antwort. Als keine mehr zu erwarten war, stand sie seufzend auf und stöckelte mit ihrem Wodka ins Atelier zurück. Dort zog Renate sich einen Stuhl heran, um das Gemälde noch eingehender zu betrachten.
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