Es ist nämlich hauptsächlich für Mädchen aus dem Gewerbe gedacht, die vor haben, in ihrem Job erfolgreicher zu werden und für solche, die einen Einstieg in dieses Metier in Erwägung ziehen. Aber auch für einfach nur Interessierte und Neugierige, egal ob Männlein oder Weiblein, mag es einen tiefer gehenden Blick hinter die Kulissen des „Geschäftes mit der Illusion“ geben. Vielleicht trägt es sogar dazu bei, einige Vorurteile abzubauen oder aufgrund seiner nüchternen Schreibweise diesen Beruf als das zu zeigen, was er ist, nämlich ein Job wie jeder andere auch.
Aber vielleicht bin ich da mit meiner Einschätzung etwas zu optimistisch. Die moralischen Aspekte werden an anderer Stelle bereits zur Genüge diskutiert, so dass wir diese Themen größtenteils außer Acht lassen und höchstens einmal anschneiden. Das auch nur an den Punkten, wo ich sie für die Mädchen als nötig erachte. Ich werde mich in diesem Buch nicht an die Kritiker der Prostitution wenden, sondern an diese Mädchen, die hier eine lang- oder kurzfristige Zukunft sehen. Das Buch ist in mehrere Teile gesplittet. Das ist natürlich fast jedes Buch und besonders jedes Lehrbuch. Das vorliegende allerdings unterteilt sich in recht viele Kapitel und zwei separate Praxisteile. Dies hat einen besonderen Grund.
Mein Buch soll keines der Werke werden, die man durchliest, in den Schrank stellt und vergisst, sondern als ständiger Ratgeber und Nachschlagewerk fungieren. Auch soll man sich leicht darin zurecht finden können. Der theoretische Teil und der erste Praxisteil sind entscheidend für die Anfängerinnen und interessierten Mädels. Der zweite Teil ist für den Berufsanfang nicht zw ingend erforderlich.
Da ich aus eigener Erfahrung eine gewisse „Lernfaulheit“ unterstellen darf, habe ich mich bemüht, die Kapitel kurz zu halten. Es ist weitaus sinnvoller, konzentriert und stückweise zu lesen und jedes Unterkapitel einzeln zu verinnerlichen, als diesem Buch eine ganze Nacht zu widmen, in der man es sicher auch überfliegen kann. Derjenige, der hier nur aus reiner Neugierde liest, dem sei das natürlich freigestellt.
Ich hoffe sehr, dass es dem einen oder anderen Mädchen ein guter Ratgeber sein mag und natürlich auch zum geldwerten Vorteil gereicht. Denn wenn ich das so sagen darf, ist dieses Buch zumindest eine gute Geldanlage. Wer mit den Tipps hier praktisch arbeitet, kann bereits am ersten Tag sein investiertes Geld doppelt und dreifach zurückholen. Welche Geld- oder Wertanlage kann das von sich behaupten? Also Daseinsberechtigung darf ich m ei nem Buch definitiv unterstellen. Ich kleines, arrogantes ... ^^
Grundsätzliche Überlegungen
Soll ich oder soll ich nicht?
Grundsätzlich muss diese Frage jeder für sich selbst beantworten. Aber eines ist natürlich zu sagen: Genau wissen kann man es nur durch bloßes Ausprobieren. Fast alle Mädchen, die ich in meiner Zeit als Bordellbetreiber kennen lernen durfte, begannen den Job durch Erzählungen von Freundinnen. Natürlich auch teilweise angelockt von deren dicken Brieftaschen, Neid oder Neugierde. Das ist irgendwo menschlich, und ich möchte niemanden kritisieren. Aber ein paar Grundsatzüberlegungen sollte man sich schon machen. Wir sind uns sicher alle einig, dass ein Vegetarier kein guter Metzger sein kann, ein Holzstauballergiker kein guter Schreiner, und jemand, der nicht gern mit Zahlen umgeht, der sollte auch nicht bei der Bank arbeiten. Worauf will ich also hinaus? Es macht sicher überhaupt keinen Sinn, diesen Job auch nur in Betracht zu ziehen, wenn man grundsätzlich nicht sonderlich viel Spaß am Sex hat. Das erklärt sich, denke ich, von selber und braucht auch nicht weiter erläutert zu werden.
Ich jedenfalls habe mich als Kind schon anders als meine Klassenkameraden nicht für Autos, Flugzeuge oder Technik usw. interessiert. Ich fand ganz einfach Frauen interessant. Und das nicht nur auf der sexuell-körperlichen Ebene, sondern in allem, was sie von Männern unterscheidet. Ich fand ihre Andersartigkeit faszinierend. Ich mochte es, sie zu entdecken und alles über sie zu wissen. Von ihren Interessen angefangen bis hin zu ihren Abneigungen, über ihre Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen. Deshalb unter anderem meine Berufswahl. Und am Rande bemerkt: Nein, ich bin nicht schwul! Und ich will auch nicht in Abrede stellen, dass mich die sexuelle Seite am meisten angezogen hat. Denn nirgendwo wird der Unterschied zwischen Mann und Frau deutlicher als dort. In meinem Beruf habe ich die Möglichkeit, immer wieder neue Sachen über euch Mädels zu lernen. Mal schöne, mal weniger schöne Dinge. Dafür bin ich sehr dankbar. Und Gleiches gilt in eurem Job, was die Männerwelt angeht. Diese Seite der sexuellen Dienstleistung ist mithin die interessanteste und findet leider kaum Erwähnung. Denn nirgendwo lernt man Menschen besser kennen, als nackt und auf dem Rücken liegend. Ihr hört deren innerste Geheimnisse, Dinge, die sie weder ihrer Frau noch ihren Eltern oder Freunden und Verwandten erzählen. Eine Hure ist nämlich immer auch Zuhörerin und vielleicht sogar später mal eine Art Psychologin. Natürlich kommt nun die Frage: „Welches Mädchen hat schon Spaß daran, mit ätzenden und hässlichen Männern zu ficken?“ Dies ist aber hier nicht Thema. Denn zum einen sind, man glaubt es kaum, nicht alle Gäste in dieser Branche hässliche alte Männer, und zum anderen spreche ich hier lediglich von einer Grundeinstellung.
Ich habe das mal einem branchenfremden Mädchen in einer Moraldiskussion über unseren Beruf folgendermaßen erklärt: Man stelle sich jemanden vor, der von Kindheit an gern am Computer sitzt. Dieses Beispiel passte recht gut aufgrund meiner und ihrer Generationszugehörigkeit. In jungen Jahren wird er sich mit dem Spielen beschäftigen, so wie jedes Kind. Später beginnt er, sich für das Internet zu interessieren. Ihm gefallen die Grafiken auf diversen Webseiten, und er möchte so etwas selber mal machen können. Also beschäftigt er sich mit der Programmiersprache und fängt eventuell ein Studium der Informatik an. Im Berufsleben macht er das Ganze schließlich zu seinem täglichen Brot. Er arbeitet in einer Firma, die Webseiten erstellt. Natürlich macht er von nun an seltener irgendwelche Grafiksequenzen mit Raumschiffen, Aliens oder Monstern. Meistens sind es relativ langweilige Internetauftritte von der Bäckerei Lüdenscheid oder eines Zulieferbetriebes von Duschvorhangringen. Ab und an aber hat er einen Autohändler als Kunden und darf diesem einen stylischen Wagen als Firmenlogo basteln, mit Flammen aus dem Auspuff und einem Sternenhimmel im Hintergrund. Natürlich ist es nicht genau das, was er sich als Kind erträumt hat. Kaum ein Beruf dieser Welt ist genau so. Das gesamte Leben ist leider nicht genau so, wie wir es als Kind uns einmal ausmalten.
Dennoch kommt sein Beruf oftmals ganz nah an das heran, was er immer schon wollte und was ihn zu begeistern vermag. Das lässt ihn immer wieder spüren, dass er den richtigen Job hat. Die Bäckerei Lüdenscheid und der Zulieferer von Duschvorhangringen in unserem Beispiel entsprechen dem ätzenden und hässlichen Sack. Der Flammen sprühende Wagen im Nachthimmel jedoch einem interessanten netten Gast, von dem man irgendetwas mitnimmt, oder in dessen Persönlichkeit man etwas Neues entdeckt hat, was einen zum Nachdenken bringt. Kein Job ist immer angenehm, und man muss sich manchmal echt selbst in den Arsch treten.
Die Hure und ihre Stellung in der Gesellschaft
In unserer ach so fortschrittlichen Welt existiert noch immer eine gewisse Doppelmoral in Bezug auf Bordelle, Huren und alles, was damit zusammenhängt. Die Gründe dafür sind verschiedener Natur. Zum einen hat der deutsche Staat erst vor wenigen Jahren begonnen, diesen Beruf offiziell als solchen zu akzeptieren. Zum anderen haben diverse Fernsehkrimis und Bücher ein gewisses Bild gezeichnet. Auch betrachten viele Menschen solche Frauen, die offen Sexualität ausleben, noch immer als minderwertig. Sie brauchen nicht einmal Huren zu sein.
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