Es ist tatsächlich eine Gestalt unter ihnen (nämlich diejenige, die das Drama "ablehnt", das sie zur Gestalt macht, der Sohn), die ihre ganze Bedeutung und ihren Wert daher bezieht, dass sie eine Gestalt nicht aus dem "Stück, das gemacht werden soll" ist, - denn als solche erscheint sie fast gar nicht - sondern aus der Darstellung, die ich davon gegeben habe. Der Sohn ist also der einzige, der nur als "Person, die den Autor sucht" lebt, so sehr, dass der Autor, den er sucht, gar kein dramatischer Autor ist. Auch das konnte nicht anders sein. Das Verhalten der Person ist in meiner Konzeption ebenso organisch, wie es logisch ist, dass sie in der Situation größere Konfusion und Verwirrung und ein weiteres Motiv romantischen Widerstreits herbeiführt.
Aber gerade dieses organische und natürliche Chaos musste ich darstellen, und ein Chaos darstellen bedeutet keineswegs, chaotisch - also romantisch - darstellen. Dass meine Darstellung im übrigen alles andere als konfus ist, sondern im Gegenteil sehr klar, einfach und geordnet, das beweist die Offensichtlichkeit, mit der in den Augen des Publikums der ganzen Welt die Handlung, die Charaktere, die phantastischen und realistischen, dramatischen und komischen Ebenen des Werkes herauskommen und dass für den, der schärfer blickt, auch die ungewohnten Werte, die darin enthalten sind, ans Licht treten.
Groß ist die Verwirrung der Sprachen bei den Menschen, wenn derartige Kritik Worte findet, um sich auszudrücken. Die Verwirrung ist ebenso groß wie das innere Gesetz der Ordnung vollkommen ist, das ich in allem befolgt habe und das mein Werk klassisch und typisch macht und jedes Wort verbietet, wenn es zur Katastrophe kommt. Wenn dann vor allem klar geworden ist, dass Leben nicht durch Tricks entsteht und dass das Drama der Sechs Personen nicht aufgeführt werden kann, da der Autor fehlt, der ihm seinen geistigen Wert verleihen könnte, und wenn nun von dem Sohn, angestiftet durch die vulgäre Neugier des Direktors, der erfahren möchte, wie das Geschehen sich wirklich zugetragen hat, dieses Geschehen rekapituliert wird, in der materiellen Abfolge seiner Momente bar jeden Sinngehaltes und daher auch ohne dass es dazu der menschlichen Stimme bedürfte 3- dann bricht mit dem Knall einer mechanischen Waffe auf der Bühne brutal und sinnlos alles zusammen und zerstört und vernichtet den unfruchtbaren Versuch der Personen und der Schauspieler, der offensichtlich nicht vom Dichter unterstützt wurde.
Der Dichter hat unterdessen, ohne ihr Wissen, während er die ganze Zeit über sozusagen aus der Ferne zuschaute, nur darauf gewartet, aus und über diesen Versuch sein Werk zu schaffen.
Luigi Pirandello
PERSONEN
DIE PERSONEN DES ST Ü CKES, DAS GEMACHT WERDEN SOLL:
Der Vater
Die Mutter
Die Stieftochter
Der Sohn
Der kleine Junge (stumm)
Das kleine Mädchen (stumm)
Madame Pace (wird später heraufbeschworen)
DIE SCHAUSPIELER DES THEATERS:
Der Direktor
1. Schauspielerin
1. Schauspieler
2. Schauspielerin
Junge Schauspielerin
Junger Schauspieler
Mehrere andere Schauspieler und Schauspielerinnen
Der Inspizient
Der Souffleur
Der Requisiteur
Der Bühnenmeister
Der Sekretär
Der Pförtner
Bühnenarbeiter
auf der Bühne eines Schauspielhauses
Dieses Stück hat keine Akte und keine Szenen.
Die Vorstellung wird zum ersten Mal unterbrochen, ohne dass der Vorhang sich senkt, wenn der Direktor und der Vater sich zurückziehen, um den Handlungsaufriss zu entwerfen und die Schauspieler die Bühne verlassen; zum zweiten Mal, wenn der Bühnenmeister irrtümlich den Vorhang herunterlässt.
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