Erhart Eller - Bodenfrost

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Der Hauptgestalt dieses Buchs, Wilfried Schaffer, widerfahren Misslichkeiten zuhauf. Woran die Verhältnisse schuldig sind. An einigen davon ist er freilich mitschuldig.
Natürlich strebt er nach Glück. Doch geht es ihm nicht nur ums Private. Er sorgt sich ums große Ganze, ist dafür, die Verhältnisse zu ändern. Klar ist ihm, dass er, der Unwichtige, in dieser Hinsicht nicht viel bewirken kann. Er ist kein Durchreißer, besitzt keine große Tatkraft, hingegen eine erhebliche Einbildungskraft, die ihn befähigt, sich Vergangenes lebendig auszumalen. Es kommt dahin, dass er aus seiner bedrückenden Gegenwart in eine vergangene Zeit springt.
Schaffer bekommt schließlich einen Zipfel Glück zu fassen.
Dies ist kein einspuriges Buch. Es ist eine gegen den Strich gebürstete «Heimat-Dichtung». Es ist ein Liebesroman unüblicher Art. Vor allem ist es ein Anti-Kriegs-Buch. Und es bietet Einblick in die Vorstellung Schaffers vom Weltganzen.
Die Handlung des Buchs ist durchweg frei erfunden. Gestalten darin, welche bedeutende Namen tragen, ähneln den betreffenden historischen, sind jedoch nicht deckungsgleich. Und selbstverständlich sind etwaige Ähnlichkeiten der vorkommenden Personen mit lebenden oder gelebt habenden rein zufällig.

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Die zweihundert Stufen strengten den Ermatteten an; oben musste er tief durchatmen. Seinen Hunger nahm er kaum wahr, doch Durst plagte ihn. Während er vom nahen Aussichtspunkt Blicke auf die Dächer der inneren Stadt warf, leerte er die zweite Bierflasche.

Dabei bescheinigte er der Gebäude-Anhäufung namens Weißenfels nochmals, dass diese nicht immer grau und unbedeutend gewesen ist. In der Mitte Mitteldeutschlands gelegen, hatte das Städtchen lange Zeit etwas Geltung besessen. Immerhin war es über Jahrzehnte Residenzstadt eines nachrangigen sächsischen Herzogtums gewesen, hatte zuvor gelegentlich den Hof des sächsischen Kurfürsten beherbergt. Mit der Zeit war die Stadt aus den Nähten geplatzt; im neunzehnten Jahrhundert hatte man die Stadtmauer abgerissen, die Tore geschleift. Der wachsende Verkehr auf den wichtigen Straßen, die durch die Stadt führten, hatte deren Erweiterung erfordert. Industrie war gediehen, Menschen waren in die Stadt gezogen; wildes Bauen hatte die lieblichen Hügel des Umlands überwuchert. Im zweiten Weltkrieg hatte Weißenfels nur wenige Gebäude durch Luft-Angriffe verloren, doch ist die Stadt kurz vor dem Ende noch Kampfplatz gewesen, wusste Schaffer. Da den Soldaten der Wehrmacht längst klar war, das „tausendjährige Reich“ war unrettbar verloren, hielt sich ihr Heldenmut in Grenzen; es gab nur wenig Schießerei, ein paar Häuser fielen in Schutt. Allerdings wurden, wie in den Kriegen der Vergangenheit, die Brücken zerstört. Weil der Verlust an Wohnraum gering war, wurde die Stadt von den Oberen der „Arbeiter-und-Bauern-Macht“ als Notheimat für Tausende Entwurzelte aus dem verlorenen Osten und den zerstörten Großstädten bestimmt. Nach und nach waren, gemäß den Planvorgaben, am Stadtrand Wohngebiete aus vorgefertigten Bauteilen entstanden, wodurch die Stadt sich immer weiter ins Umland geschoben hatte, während ihr Inneres verwahrloste. Heiß begehrt sind die Wohnungen in den kantigen Blöcken gewesen, wegen der besseren Zufuhr von Licht und Luft im Vergleich mit den alten kleinfenstrigen Häusern. Wenn man Glück hatte, war der Block, in dem man nun wohnte, zentral beheizt. In der Altstadt fielen Baudenkmäler reihenweise der Abrisswut zum Opfer. In den letzten Jahren der kleinen Republik hatte, wegen der beschleunigten Entvölkerung, der Verfall auf die Vorstädte übergegriffen. Dieser hatte sich nach ihrem Untergang noch verstärkt, da die Industrie verschwand. Der Betrachter Schaffer fand, Weißenfels sei eine sterbende Stadt.

Weiter marschierte er, talwärts, stadtauswärts, unterquerte die mächtige Brücke der Umgehungsstraße. Das Dorf Burgwerben am anderen Ufer wirkte gefällig mit den roten und dunkelgrau glänzenden Dächern. Der Lärm der Fahrzeuge auf der Brücke hingegen störte ihn sehr. Als er sich so weit entfernt hatte, dass ihm der Geräusch-Anprall erträglich war, setzte er sich ins Gras, nahm einen großen Schluck aus der Rotweinflasche und schlief ein.

Als Schaffer erwachte, glaubte er zunächst an einen absonderlichen Traum. Er gewahrte lächerlich gekleidete, Grimassen schneidende, Kinder, die ihn umtanzten. Eins hatte eine goldgelbe Pappkrone auf und einen mit Goldbronze überzogenen Stock in der Hand. „Ich bin der König“ krähte es. Ein anderes trug einen mit Silberbronze gefärbten Pappharnisch, von Bindfäden zusammengehalten, dazu einen Helm aus demselben Werkstoff und einen Holzsäbel. Diese beiden Gestalten, als Wirklichkeit erkannt, belustigten ihn. Der Anblick der dritten vertrieb die Lachlust. Dieses Kind ging in einem löcherigen Kittel, wirkte, obschon dicklich, abgehärmt und schaute bekümmert drein. Das Kind mit der Krone blaffte ihn an, „unterwirf dich, Unwürdiger, ich bin der Herr der Welt.“ Schaffer tippte sich an die Stirn, worauf der kleine Frechling das Kind mit dem Pappharnisch aufforderte: „Töte den frechen Untertanen!“ Tatsächlich ging ihn der mickrige Pappkamerad mit seinem Holzsäbel an. Schaffer schlug ihm das Ding aus der Hand, setzte seinen Weg fort, wobei ihm die beiden Kinder lästig waren, denn sie hampelten vor seinen Füßen. Dazu belegten sie ihn mit nicht kindgemäßen Schimpfworten. Mit derben Schubsen räumte er sie zur Seite. Das dritte, zerlumpte, Kind, zeterte: „Das darfst du nicht machen. Man muss der Obrigkeit gehorchen.“ Schaffer, kopfschüttelnd, sagte: „Ihr seid bescheuert, alle drei.“ Er schritt aus, drehte sich nach kurzem um. Tatsächlich, das Gör mit dem Säbel schlug auf das lumpige Balg ein, weil es ohne Genehmigung des Herrschers den Mund aufgetan hatte. Das Gör mit der Krone feuerte es an. Das Lumpenkind wehrte sich nicht. Schaffer drohte: „Wenn ihr ihn nicht in Ruhe lasst, mach ich euch einen Einlauf.“ Er wurde ausgelacht. Der Kronenwicht krähte: „Wir kriegen dich, du Aufrührer. Du bist des Todes.“ Das lumpige Kind schlug dem Fass den Boden aus: „Du darfst dich nicht einmischen. Es sind meine Freunde, die dürfen mich hauen.“

Schaffer stellte fest: „Du bist von euch dreien am meisten beknackt.“ Er hinterließ eine Drohung: „Hört auf mit dem Scheißspiel, sonst geht es euch schlecht“. Er war aber sicher, das würde weitergehen, spätestens, wenn er nicht mehr zu sehen war. Ihm kam der merkwürdige Gedanke, er und das Lumpenbalg hätten eine gewisse Ähnlichkeit. Er wies sich zurecht: „Das ist glatter Unfug“.

Die Hässlichkeit der Darbietung wurde nun durch ein viertes Kind auf die Spitze getrieben. Es war in Schwarz gekleidet. Dieses unkleidsame Kleid wurde durch grellweiße Streifen noch abstoßender. Vor dem Gesicht hatte es eine Totenkopf-Maske. Er fuhr es an: „Wie kann ein ganz junger Mensch sich so verunstalten. Geh mir aus dem Weg, sonst werde ich ungemütlich. Das Kind nahm die Drohung ernst, entfernte sich ein Stück, krächzte aus sicherem Abstand: „Ich bin Gevatter Tod, Herrscher über alles Lebendige. Gib zu, aus Angst vor mir machst du dich ein!“

Er war sprachlos, setzte zum Sprung an, holte zu einer gewaltigen Backpfeife aus. Da flüchtete Gevatter Tod zu den anderen drei Gören. Das im Pappharnisch verjagte ihn, Gevatter krächzte: „Ich bin der Herr der Welt. Ich kriege euch alle.“

Die anderen drei Kinder waren dem Wanderer Schaffer verdrießlich, dieses vierte jedoch fand er abscheulich, da es ihm die Binsenweisheit in Erinnerung brachte, dass der Mensch meist früher stirbt, als ihm lieb ist. Ihn verdross sein erbärmliches Leben, dennoch fürchtete er das Ende. Er erfasste, dass diese Furcht womöglich der Hauptgrund seiner Friedfertigkeit war. Um auf andere Gedanken zu kommen, überlegte er, in welchen Verhältnissen die vier verhunzten Kinder leben mochten. Er schätzte ein: Gevatter Tods Eltern: Gruftis. Die des Kronenbürschleins: gehobener Mittelstand, Ärzte vielleicht. Erzeuger des Pappkameraden: Lkw-Kutscher, Scheuerfrau. Des Lumpenkinds: Hartzer wie er, dennoch nicht seinesgleichen. Hündisch die Alten, hündisch das Junge. Wurde denn die Sklavenseele immer weiter vererbt? Jedenfalls: die Kinder ahmten mit diesem üblen Spiel die Welt der Erwachsenen nach.

Wilfried Schaffer stieg den Hang des Tschirnhügels hinauf, von dem er wusste, dass dort einst eine Kultstätte der Sorben gewesen ist. Abergläubigen Menschen mochten hier und jetzt, an der Schwelle zur Walpurgisnacht, Schauder über den Rücken laufen. Ihm nicht. Er hatte nunmehr einen brennenden Durst. Bedächtig leerte er die Weinflasche. Er versicherte sich, dass er es nicht um des Trinkens Willen tat, sondern um seinen Geist zu beflügeln. Er war weiterhin für Wegweisendes aufgeschlossen. Klarheit hoffte er zu erlangen. Zunächst aber kam Müdigkeit. Er legte sich und fiel zweitmalig in Schlaf.

Der letzte Kaiser, der ewige Soldat, das Lumpenmännchen und der Tod

Erwacht, blickte Wilfried Schaffer zur Uhr. Es war kurz vor Mitternacht. Er fühlte sich wohlig beschwingt, grad, als ob er, wenn er seine Flügel ausbreitete, losfliegen könnte. Ein Satz kam ihm in den Sinn: „Erst das sichere Wissen von etwas macht es zur Materie.“ Der Satz war, zumal ohne Bezug zur unmittelbaren Gegenwart, unsinnig, gleichwohl gefiel er ihm. Sein Blick schweifte über die Siedlung im Vordergrund. Die Häuschen hatte man Ende der Vierzigerjahre des vorigen Jahrhunderts gebaut, für Menschen, die durch den Krieg ihre Heimat verloren hatten. Denen hatte man im Zug der Bodenreform Land zugeteilt, auf dem sie sich, notgedrungen, als Landwirte versuchten.

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