Erhart Eller - Bodenfrost

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Der Hauptgestalt dieses Buchs, Wilfried Schaffer, widerfahren Misslichkeiten zuhauf. Woran die Verhältnisse schuldig sind. An einigen davon ist er freilich mitschuldig.
Natürlich strebt er nach Glück. Doch geht es ihm nicht nur ums Private. Er sorgt sich ums große Ganze, ist dafür, die Verhältnisse zu ändern. Klar ist ihm, dass er, der Unwichtige, in dieser Hinsicht nicht viel bewirken kann. Er ist kein Durchreißer, besitzt keine große Tatkraft, hingegen eine erhebliche Einbildungskraft, die ihn befähigt, sich Vergangenes lebendig auszumalen. Es kommt dahin, dass er aus seiner bedrückenden Gegenwart in eine vergangene Zeit springt.
Schaffer bekommt schließlich einen Zipfel Glück zu fassen.
Dies ist kein einspuriges Buch. Es ist eine gegen den Strich gebürstete «Heimat-Dichtung». Es ist ein Liebesroman unüblicher Art. Vor allem ist es ein Anti-Kriegs-Buch. Und es bietet Einblick in die Vorstellung Schaffers vom Weltganzen.
Die Handlung des Buchs ist durchweg frei erfunden. Gestalten darin, welche bedeutende Namen tragen, ähneln den betreffenden historischen, sind jedoch nicht deckungsgleich. Und selbstverständlich sind etwaige Ähnlichkeiten der vorkommenden Personen mit lebenden oder gelebt habenden rein zufällig.

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Der Alte schüttelte seinen fast kahlen Kopf. „Ihr jungen Leute habt kein Recht, euch zu beklagen. Ihr habt es doch gut getroffen, auch wenn ihr nicht in Saus und Braus lebt. Wir Alten haben das Kriegs-Elend bis zur Neige ausgekostet.“ Wilfried Schaffer verkniff sich weiteren Widerspruch. Zu seiner Erleichterung kam ein Mensch heran, ungefähr seines Alters, an dem die große Hornbrille sowie das in Wirbeln stehende Kopfhaar auffiel. Der führte den Alten hinweg.

Gedanklich noch mit dem Vorkommnis beschäftigt, bekam Schaffer neue Gesellschaft. Einen Mann, den er auf Mitte Fünfzig schätzte. Ihm schien Misstrauen angebracht, denn dieser Mensch sah nach „Besserverdiener“ aus und roch auch so. Wahrscheinlich war er vom Westen. Der Mann sprach ihn an, wollte wissen, ob er in dieser Stadt wohne. Die Frage beantwortete er einsilbig. Der Besserverdiener nickte erfreut. Er kam sogleich mit einem Anliegen, das immerhin verriet, dass er sich für keinen Besserwisser hielt: „Ich tät gern dies und jenes über meine frühere Heimatstadt und das Drum und Dran erfahren. Bin fremd geworden mittlerweile. Meine Familie ist, kurz vor dem Mauerbau, nach Westen geflüchtet.“ Schaffer erwiderte: „Da waren Sie in zahlreicher Gesellschaft.“ Der Westler nickte. Er schlug vor: „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, könnten Sie mich herumführen, bissel was zeigen, erklären. Sie schauen mir aus, als ob Sie Bescheid wüssten.“

Das konnte Lob sein oder Spott. Dass Schaffer schwieg, deutete der Westler offenbar als Geldfrage. Er kündigte an: „Es soll Ihr Schaden nicht sein.“ Schaffer, der kein Blender war, gab zu bedenken: „Ein geprüfter Fremdenführer bin ich nicht.“

Der Fremde winkte ab. „Wichtig ist nicht das Diplom, sondern der gesunde Menschenverstand. Also, wie ist es. Zeit werden Sie wohl über haben.“ Zeit über, so, so. Das war wohl Spott und hieß: „Wär ich nicht gekommen, tätst du dich den ganzen Tag in der sozialen Hängematte suhlen.“ Ein so verziertes Angebot misshagte ihm. Rundweg abschlagen wollte er es gleichwohl nicht. Argwöhnisch erkundigte er sich: „Wie viel Zeit haben Sie mitgebracht und an welches Geld dachten Sie?“ – „Würd sagen, eine halbe Stunde, zwanzig Euro – Leider bin ich etwas unter Zeitdruck.“

Das war Musik für den gebeutelten Arbeitslosen. Mit einem Nicken besiegelte er den Vertrag. Der Fremde sagte munter: „Na dann, frisch fromm fröhlich frei. Lage, Aussichten, Geschichtliches und so.“

Schaffer hielt einen kleinen Seitenhieb für nötig. Er streckte die Hand aus und sagte: „Einen Fünfer als Vorschuss bitte. Man hat seine Erfahrungen.“

Der Westler schien Misstrauen gewohnt zu sein. Er lachte: „Sie sind ein Schlitzohr“ und reichte den kleinen Schein. Der Langzeit-Arbeitslose Wilfried Schaffer stellte froh fest, dass nun also ein kleines Glück über ihn gekommen war. Er konnte mit jemand reden. Und er war ein Wichtiger geworden, wenigstens für kurze Zeit. Er setzte eine Zielvorgabe: „Machen wir also einen Rundgang entlang der einstigen Stadtmauer.“ Los ging‘s, zunächst durch den leicht ansteigenden Park, der einst Stadtgraben war, mit den Resten der Stadtmauer zur Linken, entlang dieser bog man links ab. Der Führer verwies auf die beiden Türme, die von der einstigen Befestigung übrig waren, ließ wissen, dass deren einer „Pulverturm“ hieß. Dann lotste er seinen Mann ein Stück die Zeitzer Straße aufwärts, sagte dies und jenes zum links aufragenden Schloss, auf welche Weisen man es in der Vergangenheit genutzt hatte, über den gegenwärtigen Zustand und die Pläne, es aufzuhübschen. Anschließend schritt er ums Eck, die steile Schlossgasse abwärts, das Schloss zur Linken. Der einstige Verlauf der Stadtmauer war hier gut sichtbar. Obwohl der Führer, innerlich grinsend, immerzu zügig ausschritt, hielt der Geführte Schritt, mühelos, wie es schien, jedenfalls maulte er nicht. Schaffer fühlte sich frisch, trotz seines leeren Magens. Das Gefühl, eine Aufgabe zu haben, stärkte ihn. Er breitete unentwegt Tatsachen aus, gab Erklärungen, teilte auch Strittiges mit, Ungeklärtes, das er als ernsthafter Geleitsmann auch als unklar benannte. Das Zweifelhafte gab er nicht für unbestreitbar aus. Er, der in der heimatlichen Geschichte Belesene, haspelte vieles ab, auf die Gefahr hin, dass dem Geführten der Kopf brummte, beispielsweise: „Stadtgründung beglaubigt Elfhundertfünfundachtzig, es muss das Nest gleichwohl lange vorher gegeben haben. In früherer Zeit von einiger Bedeutung, da an der wichtigen Handelsstraße Via Regia gelegen. Die gute Verkehrs-Anbindung war in Kriegszeiten ein Unglück, so beim großen Hussitenzug Vierzehnhundertdreißig, dem die Vorstädte zum Opfer fielen; laut einem Nazi-Artikel im Heimatblatt sollen die Juden den Böhmern die Tore geöffnet haben. Dürfte Hetze gewesen sein.“ Und: „Im Zweiten Weltkrieg war hier für ein paar Stunden Kriegsgebiet, April Fünfundvierzig, als der Faschisten-Spuk schon so gut wie vorbei war. Letzte Zuckungen des Lindwurms, sozusagen.“ Weiterhin: „Die Stadt war in Kriegen immer mal wieder Brennpunkt, es gab Schlachten im Umkreis, auch entscheidende, alsda: Hohenmölsen Tausendachtzig, Lützen Sechzehn Zwounddreißig, Rossbach Siebzehn Siebenundfünfzig, Jena, Auerstädt Achtzehn Null Sechs, Großgörschen sowie Leipzig Achtzehn Dreizehn.“ Auch bemerkte er: „Die Weißenfelser hätten auf die geballte Kriegsgeschichte im näheren Umkreis bestimmt gern verzichtet.“ Der Geführte, staunend, lobte: „Sie sind ja ein historisch Beschlagener.“

Die sogenannte Promenade schritt man entlang, wo sich die Bus-Haltestellen aneinander reihten. Schaffer wusste zu berichten, dass es vor der großen Krise Ende der Zwanzigerjahre des Zwanzigsten Jahrhunderts in der Stadt an hundertdreißig Schuhfabriken gegeben hatte, dass nachher, im sogenannten Realsozialismus, ein riesiges Kombinat mit Tausenden Beschäftigten die städtische Schuhfertigung vereinte, dass aber seit etlichen Jahren hier gar keine Schuhe mehr gefertigt wurden, wie denn überhaupt die Industrie der Stadt fast abgestorben war. Der Geführte, dem letztere Feststellung sichtlich unangenehm war (fühlte er sich mitschuldig?) äußerte: „Der Realsozialismus musste auf dem Schutthaufen der Geschichte landen, zwangsläufig. Gleichwohl hätte man manches vernünftiger regeln können.“

Diese Äußerung hätte Schaffer unterschreiben können, doch aus diesem Mund gefiel sie ihm nicht. Er ließ sich aber nicht darüber aus, sondern schilderte die Entwicklung der städtischen Bevölkerung. „Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts wohnten hier reichlich zweitausend Menschen, der Dreißigjährige Krieg wirkte immer noch nach, Tiefpunkt war Sechzehn Neununddreißig mit neunhundertsechzig Bewohnern, dann, mit Unterbrechung durch den Siebenjährigen Krieg, stetiger Anstieg, Zehntausender-Marke geknackt Mitte Neunzehntes Jahrhundert, Neunzehn Neunundzwanzig Vierzigtausend, Höchstmarke Neunzehn Sechsundvierzig infolge Zustroms von Ausgebombten und Vertriebenen: über Zweiundfünfzigtausend. Seitdem bevölkerungsmäßig Abwärtsbewegung, Flucht vieler Enttäuschter nach dem Westen, als es die „Mauer“ noch nicht gab. Mitte der Sechziger: Wohnungsbau eingestellt bis Mitte der Achtziger, Wegzug vieler Leute nach der „Chemie-Arbeiter-Stadt“ Ha-Neu, wo Betonblöcke aus dem Boden gestampft wurden.“ Der Geführte warf erstaunt ein: „Wie denn, Leute aus Weißenfels sind nach Vietnam gezogen?“ – Schaffer griente überlegen. „Ha-Neu war die Abkürzung für Halle-Neustadt, genannt Heimstatt der Chemie-Arbeiter, Stadt der Zukunft. Die Wohnungen waren begehrt, trotz der hellhörigen Wände und der öden Umgebung. Fernheizung und so. - Ab Neunundachtzig dann Massenflucht, dort wie hier. Inzwischen hat Weißenfels die Dreißigtausender-Marke nach unten durchbrochen. Um das zu vertuschen, sollen die Dörfer ringsum eingemeindet werden.“ Er äußerte sich über auffällige Gebäude: Das Schloss, auf unsicherem Grund gebaut, deshalb gefährdet von Anfang an, das Haus, in dem der Tonsetzer Heinrich Schütz seine letzten Jahre verbringen wollte, doch sein Herr, der sächsische Kurfürst, scheuchte ihn hoch aus der Altersruhe. Das Geleitshaus, in dem der berühmteste der Könige Schwedens ausgeweidet wurde, das Novalis-Haus, in dem der romantische Dichter sein Ende fand.

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