Erhart Eller - Bodenfrost

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Der Hauptgestalt dieses Buchs, Wilfried Schaffer, widerfahren Misslichkeiten zuhauf. Woran die Verhältnisse schuldig sind. An einigen davon ist er freilich mitschuldig.
Natürlich strebt er nach Glück. Doch geht es ihm nicht nur ums Private. Er sorgt sich ums große Ganze, ist dafür, die Verhältnisse zu ändern. Klar ist ihm, dass er, der Unwichtige, in dieser Hinsicht nicht viel bewirken kann. Er ist kein Durchreißer, besitzt keine große Tatkraft, hingegen eine erhebliche Einbildungskraft, die ihn befähigt, sich Vergangenes lebendig auszumalen. Es kommt dahin, dass er aus seiner bedrückenden Gegenwart in eine vergangene Zeit springt.
Schaffer bekommt schließlich einen Zipfel Glück zu fassen.
Dies ist kein einspuriges Buch. Es ist eine gegen den Strich gebürstete «Heimat-Dichtung». Es ist ein Liebesroman unüblicher Art. Vor allem ist es ein Anti-Kriegs-Buch. Und es bietet Einblick in die Vorstellung Schaffers vom Weltganzen.
Die Handlung des Buchs ist durchweg frei erfunden. Gestalten darin, welche bedeutende Namen tragen, ähneln den betreffenden historischen, sind jedoch nicht deckungsgleich. Und selbstverständlich sind etwaige Ähnlichkeiten der vorkommenden Personen mit lebenden oder gelebt habenden rein zufällig.

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Hinter der nächsten Bresche befand sich nunmehr eine Kaufhalle, zur Erleichterung Wilfried Schaffers, wie überhaupt der armen Leute der Umgebung, die, gleich ihm nicht motorisiert, Mühe hatten, zu den riesigen Einkaufsflächen am Stadtrand zu gelangen. In dieser Halle wollte er die Kleinigkeit an Lebensmitteln kaufen, die er sich leisten konnte. Er querte die Straße und bekam etwas zu sehen, das er zur Genüge kannte, das ihn gleichwohl eben jetzt sehr ärgerte: Vor der Halle standen zweifelhafte Gestalten beisammen, die sich nicht um das Schild scherten, welches den Alkoholgenuss auf dem Gelände untersagte. Sie standen als eine geklumpte Masse, gossen Flaschenbier in sich, bliesen Zigarettenqualm in die Umgebung, schwatzten lautstark, so, als ob es sich um lauter Schwerhörige handelte.

Er sollte, meinte er, diese da links links liegen lassen, den Einkauf erledigen, verschwinden. Doch er blieb zögernd stehen. Denn eben jetzt schmerzte ihn die Tatsache ganz besonders, dass der anrüchige Berufsstand der Blatt- und Sendungsmacher ihn und seinesgleichen mit diesen verkommenen Menschen in einen Topf warf. Nahezu einstimmig wurden er und seinesgleichen gleich denen da als Schmarotzer verlästert. Die gut geschmierte Volksverdummungs-Maschine trötete unablässig: „Ihr, die ihr hart arbeitet, sollt mit Fug und Recht das Geschmeiß verachten, das sich faul in der sozialen Hängematte wälzt und alle Fleißigen auslacht. Leicht könnte sich dieses schlaffe Pack am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen (Wer Arbeit ernsthaft sucht, wird sie finden). Doch lieber ergibt sich das Pack dem Trunke und anderen Lastern und lässt sich durchfüttern.“

Ja, man verdummte die Masse erfolgreich und besonders schlimm war, fand Wilfried Schaffer, dass so manche Schreibtischtäter in den Ämtern, ganz besonders die in der Arge, der für ihn zuständigen Unterdrückungs-Dienststelle, diese Sichtweise blindlings teilten. Das alles erfüllte ihn seit langem mit Groll, riss ihn, den Umgänglichen, jedoch nicht zu Zornes-Ausbruch hin.

Doch just in dieser Minute, da er unschlüssig stand, ging durch den Langzeit-Arbeitslosen Wilfried Schaffer ein Ruck. Klar erkannte er: übel war seine Lebenslage, übel war die Lage derer da. Er sollte sie nicht verachten, sondern brüderlich sein. Er sollte nicht Duckmäuser, sondern Aufsteher sein. Es war doch, zum Teufel, an der Zeit, die Verhältnisse zu ändern. Die Volksverdummer verunglimpften die gesamte Unterschicht als eine formlose, gärende, zerstörungswillige Masse, die niedergehalten werden müsse, sollte das Abendland nicht untergehen… Schlussfolgerung zog er. Ja, zu zerstören galt es einiges. Allerdings nicht blindwütig, sondern gezielt. Dazu war nötig, fand er, dass sich die Unteren, die Enterbten, die Ausgestoßenen, zu einem mächtigen Marschblock formten. Die Verachtung der Verachteten untereinander, das war ihm nun glasklar, nutzte nur den herrschenden Herrschaften. Die war das Schmiermittel, welches die Höllenmaschine am Laufen hielt…

So dachte plötzlich der von Wesen friedsame Wilfried Schaffer. Und er warf seine Abneigung seitwärts, wollte jetzt und hier zur Einigkeit den ersten Schritt tun, indem er den Graben, der ihn von denen da trennte, übersprang. Er schritt voran und ihm kam ihm ein kühner Gedanke, der nämlich, dass er mit der Tat, die er vorhatte eine Initialzündung auslösen könne, aus welcher bald eine mächtige Bewegung erwüchse, die durch ihre schiere Größe die herrschenden Herrschaften und deren willige Gehilfen niederwalzte…

Er steuerte die verkommene Truppe an, summte dabei eine Melodie, die aus tiefsten Tiefen seines Gedächtnisses emportauchte, jenen einst in Frankreich entstandenen Kampfgesang: „Auf, auf, Verdammte dieser Erde...“

Sein Vormarsch stockte. Diese Geruchswolke! Dieses Geschwafel! Dieses feindselige Glotzen! Der fröhliche Gruß, mit dem er hinzu treten wollte, kam nicht über seine Lippen. Denn er wurde prompt angebrüllt: „Glotz nicht so blöd, Brettermaul! Hol ne Bierrunde, zackig, sonst gibt’s auf die Fresse!“

Die Ernüchterung hätte nicht größer sein können. Um den drohenden Zusammenstoß zu vermeiden, setzte er, der Verträgliche, sich eilig ab. Beleidigungen aus schmutzigen Mündern flogen ihm hinterher. Der Funke der revolutionären Begeisterung verglimmte. Er stand wieder auf dem Boden der Tatsachen. Mit diesen Tagedieben war keine Verständigung möglich. Bitter war ihm die Erkenntnis: Eine festgefügte Unterklasse, die vereint mit der ganzen arbeitenden Bevölkerung, die unguten Verhältnisse umstürzte, lag in nebliger Ferne… Seine erste Maßnahme an diesem Tag war, da gab es nichts zu beschönigen, bevor sie stattfand, gründlich gescheitert.

Er ließ sich nicht beirren. Nichts und niemand sollte ihm den hoffnungsvollen Tag verderben. Er marschierte drauflos, stadteinwärts. Ein bestimmtes Ziel hatte er nicht vor Augen. Die großen Menschheitsfragen waren ihm jetzt und bis auf weiteres nicht wichtig. Das eigene Glück hatte Vorrang. Ob ihm dieses winken würde? Wenn nicht, durfte er doch wenigstens auf erfreulichere Begegnungen hoffen als die grad eben. Den Einkauf wollte er irgendwann irgendwo nebenbei erledigen. Träfe er Bekannte, mit denen sich gute Gespräche führen ließen, wäre das schon einmal ein kleines Glück. Denn die Einsamkeit drückte ihm augenblicklich schwer aufs Gemüt.

Er beschritt die ebenso verkehrsreiche wie menschenarme Friedrichstraße, die vormals nach Rudolf Breitscheid, einem Opfer des Faschismus, geheißen hatte. Dann nahm er die Jüdenstraße unter die Füße. Deren voriger Name, Friedrich-Engels-Straße, ist den nach Neunzehnhundertneunundachtzig maßgebenden Leuten ebenfalls unleidlich gewesen. Diese Straße, eigentlich den Fußgängern vorbehalten, von Radfahrern unberechtigt und gefahrbringend genutzt, war von Geschäften gesäumt; neben einigen Bäcker-, Fleischer-, Gemüse- Blumenläden, war die Abteilung Ramsch stark vertreten. Außerdem gab es viel Leerstand. Der Kleinhandel erlebte ja eine Dauerkrise. Schaffer fand es beklemmend, dass er auf dieser Straße so viele Rentner und so wenige Jüngere erblickte. Die Floskel vom „sterbenden Land“ kam ihm ein. Grüppchen von bejahrten Menschen standen schwatzend beisammen, saßen vor den Bäckerläden auf Klappstühlen an Klapptischen in der Sonne, bei Kaffee und Kuchen, Flachsinniges redend, so den Lebensabend genießend. Den Langzeit-Arbeitslosen beschlich ein kleiner hässlicher Neid. Weil er einschätzte, dass diese Alten den Geldmangel nicht kannten, jedenfalls nicht solch heftigen, mit dem er ständig zu kämpfen hatte. Er rief sich zur Ordnung. Er sollte diesen Leutchen ihren kleinen Wohlstand gönnen. Ihnen war schließlich nicht anzulasten, dass ein Großteil der Jüngeren zur Untätigkeit verdammt war, dass die Löhne derer, die ihre Haut zum Arbeitsmarkt tragen durften, sanken und sanken, sodass die Arbeitsfähigen, wenn sie beweglich genug waren, ihr Heil in weniger unwirtlichen Landstrichen oder gleich im Ausland suchten. Die Rentner waren nicht schuld, dass Ihresgleichen das Bild dieser Straße bestimmte. Was Schaffer an jüngeren Menschen erblickte, taugte als Futter für die Meinungsmach-Maschine. Alsda: verkommene Mannspersonen, schlampige Frauen mit verwahrlosten Kindern, gehüllt in Alkoholdunst und Tabakrauch. An zotenreißenden Schwaflern schritt er verdrossen vorüber. Schaffer war es unbegreiflich, wie man so leben konnte, vor allem, wieso diese Leute sich ein solches Lotterleben leisten konnten. Er trank auch gern einen Schluck, doch da ihm nicht einkam, zu stehlen, zu rauben, waren ihm in dieser Hinsicht Grenzen gesetzt. Die wichtigste Grenze war allerdings der gefestigte Charakter, den er sich zubilligte. Er versicherte sich, seine Rechtschaffenheit sei der Grund, dass er nicht süchtig werden könne. Was Wunder, dass er diese schmuddeligen Zeitgenossen, welche die Gesamtheit der Langzeit-Arbeitslosen in Verruf brachten, verwünschte. Er tat es still; laut zu werden, kam ihm nicht ein. Schaffer war einer, der ganz selten aus der Haut fuhr. Und übrigens kam ihm die kürzlich getroffene Feststellung wiederum ein, dass die Feindschaft der Unterklassigen untereinander nur den Herrschenden nützte. Es wäre doch Unfug, sich an diesen armseligen Nichtstuern festzubeißen. Der Schaden für die Gesellschaft, den sie stifteten, ging gegen Null. Der war verkraftbar. Es waren Schädlinge von anderem Kaliber, welche die Erde verwüsteten. Das sollte er sich stets vor Augen halten.

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