Erhart Eller - Bodenfrost

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Der Hauptgestalt dieses Buchs, Wilfried Schaffer, widerfahren Misslichkeiten zuhauf. Woran die Verhältnisse schuldig sind. An einigen davon ist er freilich mitschuldig.
Natürlich strebt er nach Glück. Doch geht es ihm nicht nur ums Private. Er sorgt sich ums große Ganze, ist dafür, die Verhältnisse zu ändern. Klar ist ihm, dass er, der Unwichtige, in dieser Hinsicht nicht viel bewirken kann. Er ist kein Durchreißer, besitzt keine große Tatkraft, hingegen eine erhebliche Einbildungskraft, die ihn befähigt, sich Vergangenes lebendig auszumalen. Es kommt dahin, dass er aus seiner bedrückenden Gegenwart in eine vergangene Zeit springt.
Schaffer bekommt schließlich einen Zipfel Glück zu fassen.
Dies ist kein einspuriges Buch. Es ist eine gegen den Strich gebürstete «Heimat-Dichtung». Es ist ein Liebesroman unüblicher Art. Vor allem ist es ein Anti-Kriegs-Buch. Und es bietet Einblick in die Vorstellung Schaffers vom Weltganzen.
Die Handlung des Buchs ist durchweg frei erfunden. Gestalten darin, welche bedeutende Namen tragen, ähneln den betreffenden historischen, sind jedoch nicht deckungsgleich. Und selbstverständlich sind etwaige Ähnlichkeiten der vorkommenden Personen mit lebenden oder gelebt habenden rein zufällig.

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Am späten Abend saß der Geschäftsmann Erwin Plattner im „Café Centra“ am Markt. Er, kein Kirchgänger, doch christlich erzogen, spürte kein Gelüst, die sogenannte Walpurgisnacht gespenstisch zu begehen. Besser war, sich nach dem guten Essen bei gutem Getränk gedanklich zu sammeln. Er war fast fünfzig Jahre nicht in seiner Geburtsstadt gewesen. Als die kleine Ostrepublik noch bestanden hatte, war ihm grässliches über die Grenzkontrollen zu Ohren gekommen. In diesen Polizeistaat hatte er nicht einreisen wollen. Als die Grenze wegfiel, hatte er, in sein Unternehmen eingespannt, keine Zeit für Reisen in die einstige Heimat gehabt. Nun lief die Firma reibungslos auch ohne seine Anwesenheit, sodass er sich einen solchen Abstecher erlauben konnte.

Verändert hatte sich die Stadt durch und durch. Damals hatten alte Häuser dicht bei dicht gestanden, Bombenschäden aus dem zweiten Weltkrieg hatte es so gut wie keine gegeben. Eng war es damals zugegangen; es war, jedenfalls in seiner Erinnerung, stets dichtes Gedränge und Lärm gewesen. Massen von Kindern hatten die Straßen und Spielplätze bevölkert. Gemessen an der früheren erschien ihm die heutige Stadt menschenleer. Viele der damaligen Häuser waren nicht mehr vorhanden. Es gab hässliche Brachgebiete. Zudem verschandelten immer noch Ruinen das Stadtbild. Immerhin, man hatte einige alte Prachtbauten aufwändig instand gesetzt. Ungesund sei das Ganze, fand er, einfach ungesund. Dabei war die Stadt, verkehrstechnisch gesehen, günstig gelegen. In der Mitte der Gegend, die Mitteldeutschland noch immer hieß, obschon sie seit dem zweiten Weltkrieg an den Rand gerückt war, geografisch wie politisch, lag sie an wichtigen Verbindungs-Strecken. Touristisch gesehen, war die Stadt, soweit er das einschätzen konnte, auch Brache, obwohl die Landschaft ansehnlich war, wenn auch nicht Spitzenlage. Obwohl Weißenfels gleichsam Mittelpunkt einstiger Kriegs-Ereignisse war, welche die Geschichte Deutschlands, ja Europas, geprägt haben. Das war ihm klar vorhin aufgeleuchtet, auf dem Stadtrundgang, für den er einen etwas herunter gekommenen Arbeitslosen angeheuert hatte, der untypisch, nämlich weder träge noch dumm, war und in der örtlichen Geschichte beschlagen. Erwin Plattner glaubte zu wissen, dass jeder, der Arbeit wollte, auch Arbeit fand. Wieso dieser gescheite Mensch also nicht? Es war müßig, darüber zu rätseln, was für eine Leiche der Merkwürdige im Keller haben mochte. Er kam auf für einen Geschäftsmann näher Liegendes. Es war nicht alles schlecht hier herum, es gab Vorzüge, die man nur ins Licht rücken musste. Man konnte ein Hotel bauen, nicht erstklassig, nicht schäbig, gediegene untere Mittelklasse, um Kurzurlauber unterzubringen, die gewillt waren, für historische Bildung Geld locker zu machen. Von diesem Hotel aus konnten Sternfahrten zu den Schlachtfeldern des Umkreises, Lützen, Roßbach, Großgörschen, Leipzig, Jena, Auerstädt, Hohenmölsen, unternommen werden. Man konnte Arbeitslose vom Schlag seines Stadtführers, wie hieß er doch gleich, ach ja, Schaffer, zu Fremdenführern umschulen. Kundige Fremdenführer, die gescheite Vorträge hielten, gewürzt mit Anekdoten, wären das A und O. Verkauf von Andenken verspräche Ertrag. Und, natürlich, Ereignis-Abende im Hotel... „Ich würd’s machen, wenn ich nicht ausgelastet wäre...“

Das ging Herrn Plattner durch den Kopf, obwohl er ja nicht auf Geschäftsfahrt war, sondern auf Erinnerungs-Reise, mit dem Hauptziel, sich zu entspannen. Nachher kam er gedanklich auf den stadtgeschichtlichen Abriss, den er, einem Augenblicks-Einfall folgend, bei diesem, äh, Schaffer, in Auftrag gegeben hatte. Mal sehen, ob, dieser Spross der Unterklasse Brauchbares zu gestalten in der Lage war. Wenn ja, würde sich Erwin Plattner nicht lumpen lassen. Er hatte guten Draht zu Leuten vom Werbefach. Wenn so welche das Ding anschoben, sollten abertausende gedruckte Hefte zu verkaufen sein…

Erwin Plattner war rechtschaffen müde und freute sich auf sein Hotelbett. Doch verschob er seinen Abgang, denn ein Mensch betrat den Raum, den er kannte, wenn auch nicht besonders gut. Der rief sogleich raumfüllend: „Plattner, jo mei, du hier, alter Freund. Eine echte Überraschung.“

Als Freund dieses Menschen betrachtete Plattner sich nicht. Obwohl der Ankömmling gleichfalls Geschäftsmann war, fand er auch die Bezeichnung „Kollege“ nicht passend, denn man beackerte ganz verschiedene Felder. Er, der Mann aus dem Rheinischen, hatte jenen, am Ufer der Isar heimisch, gelegentlich getroffen, das war alles. Einmal hatte der Bayer nebenbei erwähnt, in den rückständigen Ostländern wolle er nicht einmal begraben sein. Wieso befand er sich also an diesem Ort?

„Grüß Gott“ bellte der Bayer, dessen Namen Plattner entfallen war und gesellte sich zu ihm. Neugierig war er. „Sie in diesem Kaff, Plattner, warum, wie lange?“ Plattner, dem die Aufdringlichkeit missfiel, war gleichwohl froh, mit jemandem reden zu können und erklärte: „Anhänglichkeit an den Ort der Kindheit, Neugier, was ist beim alten, was ist anders.“ Worauf der andere, ein wenig von oben herab, erklärte, Rührseligkeit kenne er nicht, er habe die Fahrt von A nach B für einen Abstecher in dieses gottverlassene Nest unterbrochen, weil ihm seine Geschäftsnase sagte, hier könnte etwas zu holen sein.

Plattner dachte: „Es scheint, dass der Pleitegeier über ihm kreist. Dieses gezwungene Sieger-Grinsen…“ Er kam auf den Namen: Schwertfeger. Und ihm fiel ein, er hatte raunen gehört, dieser Mensch sei in Ungesetzliches verstrickt. Also Vorsicht, kein Wort über Geschäfte! Stattdessen stellte er, nun auch etwas von oben herab, seine Geburtsstadt in günstiges Licht: bemerkenswerte Gebäude, eine Umgebung, die, wenn auch nicht mit weißen Stränden, klaren Bergseen, rauschenden Wäldern gesegnet, immerhin anmutige Hügel-Landschaft und ein liebliches Flusstal aufwies. Schlösser und Burgen, teils zwar verfallen, gab es so einige im Umkreis. Über Pläne und Vorhaben mochte Plattner nicht reden; die sollten Geschäftsgeheimnis bleiben. Doch, von den genossenen Getränken angeregt, drängte es ihn, über Unverfängliches zu schwatzen. Lehrerhaft wiederholte er einiges, das er bei der Stadtführung gehört hatte. Für besonders bemerkenswert hielt er die stattliche Anzahl von Schlachten, die hier herum geschlagen worden waren. Hohenmölsen… und so weiter. Damit traf er einen Nerv. Schwertfeger horchte auf. Er kippte sein Getränk, Weinbrand und Kaffee, eilig hinter, bestellte Nachschub, verlangte außerdem eine Gebietskarte und einen Zirkel. Die Kellnerin, von seinem barschen Ton verunsichert, teilte weinerlich mit, diese Dinge seien leider nicht im Angebot. Worauf Schwertfeger sie anfuhr: „Ich will das Zeug nicht verschlingen, sondern mal kurz leihen. Sie können mir ja eine Gebühr berechnen, wenn es Ihnen Spaß macht.“

Eingeschüchtert zog sich die Bedienerin zur Theke zurück, wo nun eine kurze Beratung stattfand. Im Ergebnis kam der Thekenmann an den Tisch, erklärte, man wolle dem Wunsch des verehrten Gasts gern entsprechen, doch müsse man um etwas Geduld bitten.

Schwertfeger knurrte, dass seine Geduld nicht endlos sei, bestellte aber neue Getränke, für sich und Plattner. „Als Dank für den hilfreichen Hinweis“, ließ er wissen. Plattner fragte sich, was es bedeuten sollte. Die verlangten Dinge kamen, Schwertfeger faltete die Karte auf und maß mit dem Zirkel. Seine Miene hellte sich auf. Er sagte leise: Rossbach, knapp zehn Kilometer Luftlinie, Hohenmölsen reichlich zehn, Großgörschen fünfzehn, Jena 30, Auerstedt knapp 40, und, Knall-Effekt: 25 Kilometer bis zum Leipziger Rand. Wo ist der Macher, der diese Schlachten ausschlachten wird? Er sitzt vor Ihnen, Plattner. Und Sie dürfen mitmachen.“ Er legte eine bedeutungsvolle Pause ein, nur das Glucksen seiner Kehle war hörbar. Dann verkündete er: „Ich habe eine Geschäftsnase, Plattner. Immer. Der kleine Umweg nach hier wird sich lohnen. Infrastrukturmäßig gibts nichts zu maulen. Vierspurige Umgehungsstraße, zwei Autobahnen, drei Bundesstraßen...“ Na Plattner, wie schaut‘s aus. Mit, ich sag mal, hunderttausend, bist du dabei.“

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