Marc Lindner - Flucht aus dem Morgengrauen

Здесь есть возможность читать онлайн «Marc Lindner - Flucht aus dem Morgengrauen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Flucht aus dem Morgengrauen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Flucht aus dem Morgengrauen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die dem Studenten an den Kopf geworfenen Formeln lassen ihn daran zweifeln, die Welt zu verstehen. Auch deshalb stürzt er sich in das ihm angebotene Abenteuer einer Weltreise. Seine Suche gilt jenem, das er bisher zu vermissen glaubt und so versucht er alles Andere hinter sich zu lassen.
Eine Journalistin samt Millionär verschreiben sich währenddessen der zielgerichteten Fortbewegung, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wieso sie dies wollen. Mit jedem Tag den sie mehr scheitern, verblassen die Ausreden und Selbsttäuschungen, die ihren einzigen Antrieb darstellen.
Als Begleitung drängen sich die Vorstellungen und Werte einer Gesellschaft auf, die sich aber bald schon abwendet.
Im Gepäck nichts als Illusionen, nicht erfüllbaren Erwartungen und dem Fluch ihres bisherigen Lebens. Deshalb kommt es, wie es kommen muss: Sie laufen davon – sich selbst und der Welt …

Flucht aus dem Morgengrauen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Flucht aus dem Morgengrauen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Auch wenn sie nun schwieg, ihre Blicke blieben bei mir, und wohl auch ihre Ge­danken. Sie studierte mich, so krank war ich wohl. Sie wusste nicht, nach welcher Krankheit sie suchen musste. Sie glaubte mich zu kennen, nur nicht das Virus, das mich angesteckt hatte. Sie isolierte mich mit ihrem Schweigen und wusste nicht, wie ich es genoss, wie ich die Jagd genoss, die Sabrina auf meine Krank­heit machte. Wie ein Zuschauer sah ich ihr dabei zu und wusste, dass sie eigentlich mich jagte. Auf den Moment, in welchem sie dies herausfinden würde, war ich gespannt. Wenn sie dann vor mir stand, mit dem Messer in der Hand, und bemerkte, dass sie nach mir stach. Ich zuckte kurz zusammen. Konnte für einen Augen­blick den Schmerz fühlen. Was würde ich tun, wenn sie es nicht merkte? Wenn sie einfach nur zustach? Ich wusste es nicht, hoffte aber, dass ich dieses Spiel ausreichend beherrschen würde. Es gab keine Regeln, keine Grenzen. Ich musste ihr Zeit lassen. Wir spielten gegeneinander, miteinander. Wenn sie verlieren würde, würde ich es auch, würde zugrunde gehen, wie ein krankes Wrack, das für kurze Zeit an die Oberfläche gehievt worden war.

Den Blick ließ ich durch das Flugzeug gleiten, um mich zu vergewissern, dass sie noch alle da waren. Die Erde, die so weit unten lag, die Wolken, die sich wie dichter Nebel oder gar als dicke Decke darüber legte, ließen mich alles wie in einem Traum wahrnehmen. So unendlich weit weg, so leicht und langsam war alles, dass ich nicht glauben konnte, dass dies die Wirklichkeit sein sollte. Wo war der Lärm, die Regeln, das hin und her Eilen? Alles war weg, doch ich fühlte mich nicht leer, nicht einmal fremd. Und das, obwohl ich nichts und keinen hier kannte und keiner etwas sagte. Es war aber ein angenehmes, kein ange­spanntes Schweigen. Abermals waren sie da, diese Rätsel. Oder nein, diesmal nicht, es waren Geheimnisse, jene die allem erst einen Sinn, ein Empfinden, eine Tiefe verliehen.

Im Gesicht des Dicken hinterließen zahllose Gedanken ihre Spuren, auch er war von allem weit weg.

Nicht einmal Sabrina schien etwas gegen das allgemeine Schweigen einzu­wenden zu haben. Sie ging gelegentlich auf meine Blicke ein, doch lag in ihren Zuwend­ungen keine Schärfe mehr, die einen hätte verletzen können. Ihr Körper war immer entspannter und tiefer in den Sessel gerutscht, während sie ihren Kopf nach hinten sinken gelassen hatte. Ihre Bewegungen waren ruhiger geworden. Als sehnte ihr Körper sich danach, sich von ihrem Kopf abzu­klinken und nicht mehr durch die Gegend gehetzt zu werden.

Ich hatte noch nie jemanden so verletzlich liegen gesehen wie eben diese Frau. Dabei bezweifelte ich, dass es daran lag, dass ich ihren langen dünnen Hals erblickte. Ständig musste sie schlucken, als wollte sie die vielen Wörter verdauen, die ihre Zunge ständig belasteten. Dazu noch ihr nicht hörbares, aber kräftiges Atmen. Ihre Brüste hoben sich, sie hielt ihren Atem an, bevor sie ihre Lungen erleichtert entleerte.

Ich kannte das von mir. Oft nach diesen Rennen, den Klausuren, die meinen Weg förmlich zu pflastern schienen, sehnte sich mein Körper auch nach Schlaf, aber mein Kopf ließ ihn nicht. In diesem Atem lag der Wunsch, sich sinken zu lassen und in einen traumlosen Schlaf zu gleiten.

Was auch immer die junge Frau beschäftigte, es war ein unerbittliches Rennen, denn sie fand keine Ruhe. Ihre sich blähenden Lungen flehten sie an, doch sie war zu gefangen, um sich ihrer Erschöpfung zu ergeben.

Auch das kannte ich allzu gut. Nur noch dieses eine Rennen, und dann noch eins. Immer weiter. Es würde kein Ende geben. Man kam da nicht wieder raus. Opfer des eigenen Erfolges. Und es gibt immer einen hinter dir, du kannst nicht stehen bleiben, nicht einmal Luft holen.

Und du siehst sie immer vor dir, die Zielgerade, wie eine Fata Morgana, und du kommst nie an.

Deshalb hatte ich ein neues Leben gewollt, und der Zufall war mir behilflich gewesen, allein kommt man da nicht raus. Nur noch dieses Rennen, ich musste lachen, ja, das letzte Rennen. Vielleicht hatte ich es diesmal geschafft.

Lange flogen wir und es machte mir nichts aus. Ruhig blieb ich im Sessel sitzen, ohne das Bedürfnis nach Abwechslung zu haben. Es war nicht einmal ein Warten darauf, dass wir landen würden. Mein Blick lief verspielt zwischen den Wolken hindurch. Da die Welt so weit entfernt schien, erlaubten sich meine Gedanken sich zu empfehlen und ich fühlte mich unendlich leicht. Nichts mehr was mich festhielt, kein Wiegen mehr, denn der Versuch wäre daran gescheitert, dass eine Waage nichts hätte anzeigen können, ich entzog mich allem, jedem Denken, jedem Urteilen. Es war wie ein tiefer Traum, eine Trance, aus der ich nicht aufwachen konnte, weil ich nicht schlief. Als wollte mein Verstand sortieren, was ihn überreizt hatte. Da ich kein Bett, keine Decke hatte, hüllte ich meinen Blick in die unter mir schwebenden Wolken. Die irr­sinnige Geschwindigkeit mit der wir, laut den schwärmerischen Schilderungen Konrads, den Himmel durchpflügten, konnte ich nicht spüren. Nichts ließ mich dieses Rennen wahrnehmen. Keine Zielgerade, keine jubelnde Menge. Nur unendliche Weite um mich und das unwirkliche Gefühl zu fliegen. Nicht einmal ein fassungsloses Staunen beschwerte mein Gemüt. Obwohl ich mich so darauf gefreut hatte, es fast nicht hatte erwarten können, war es nun keine fiebrige Faszination, die mich zwang es gierig aufzusaugen. Ich tauchte einfach nur ein in dieses schwerelose Gefühl und genoss es, so wie man nur Träume genieß­en kann. Immer wieder denselben Moment und doch jedes Mal schöner und reicher an Empfindungen, die sich immer weiter aufbauten, wie ein Bildnis der Gefühle, welches man Tropfen für Tropfen in sich aufnehmen musste. Jede Eile, jedes Gefühl für Zeit würde es zunichtemachen und so verabschiedete ich mich von dem Denken, welches mich nur im Kreis laufen lassen könnte. Ich befreite mich von der Zwangsjacke, die die Formeln um mich gelegt hatten, und wurde gar Teil der Wolken, und ich freute mich darauf die Welt zu umrunden, auch wenn ich in den Stunden und doch nur Augenblicken mich nicht damit abgab mir auszumalen was mich erwarten würde. Es war als würde ich, noch müde von der Nacht, die Haustür verlassen und in die letzte Wärme des Bettes gehüllt, mich auf die Straße begeben und einfach zu laufen anfangen. Ziellos und ohne das Gefühl aufzubrechen. Ohne Erwartung mich auf eine Suche begeb­en, ohne zu wissen, was ich suchen sollte. Wie die Ritter früher, die sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral begeben hatten, mit dem einzigen Unter­schied, dass ich nicht mit etwas in Händen zurückkehren wollte. Es war nichts was die Menschen hätten sehen können und nichts wofür ich Bewunderung oder gar Ruhm ernten konnte und doch war es mir weitaus mehr wert. Diesen Reich­tum, sollte ich ihn finden, könnte man nicht aufwiegen. Und wieder‚ war es für einen Moment da, dieses Gefühl gemessen zu werden. Doch als ich mich unter den mitleidigen Blicken der Anderen sah, musste ich nur kurz schmun­zeln, bevor ich mich leicht im Sessel bewegte, um meinen Blick gleich wieder in die Wolken zu hüllen. Unangenehm war mir der kalte Schauer nicht, den mir die Gesellschaft den Rücken runter laufen ließ. Es war wie eine kühle Brise am Morgen, die es nicht schaffte, einen ganz aufzuwecken und man sich wieder umdreht und einschläft.

Dennoch war ich auf einmal hellwach. Als sich die Wolken zusammenzogen und ein undurchdringliches Grau sich mir aufdrängen wollte, kehrten meine Ge­danken zurück und rieten mir davon ab noch weiter draußen zu träumen. Als ich dann noch merken musste, dass meine Beine eingeschlafen waren und sich mein Körper unangenehm verspannt anfühlte, nahm ich mir die Freiheit diesen zu bewegen. Mit einem herzhaften Gähnen stand ich mit einem befrei­enden Ruck auf und streckte mich, soweit es die etwas niedrige Decke zuließ.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Flucht aus dem Morgengrauen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Flucht aus dem Morgengrauen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Flucht aus dem Morgengrauen»

Обсуждение, отзывы о книге «Flucht aus dem Morgengrauen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x