Kai Kistenbruegger - Schattenseiten

Здесь есть возможность читать онлайн «Kai Kistenbruegger - Schattenseiten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Schattenseiten: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Schattenseiten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Ein Unbekannter ermordet systematisch Straftäter, die für ihr Verbrechen vor Gericht freigesprochen worden sind.
In ihren Ermittlungen stolpern die Kommissare Erik Bachmann und Robert Bukowski auf Hinweise, dass in diesen Fällen Bestechungsgelder geflossen sind. Sowohl Richter, als auch Rechtsanwälte scheinen die Hand aufgehalten zu haben. Der Mörder scheint als «Stiller Rächer» die Urteile zu sprechen, von denen sich die Angeklagten freigekauft haben.
Doch bevor sie dem Mörder auf die Spur gekommen sind, nimmt der Fall eine schreckliche Wendung: Eriks Frau wird ermordet. Erik und Robert müssen sich die Frage stellen: Wer ist in diesem Spiel Jäger und wer ist Gejagter?

Schattenseiten — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Schattenseiten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Am späten Abend jedoch, kurz vor Einbruch der Nacht, zeigt der Hauptbahnhof sein wahres Gesicht. Abends verkommt der Bahnhof zum Revier derjenigen, die sich die kalten Gänge zu ihrem Zuhause auserkoren haben. Zwischen den zahlreichen Putzkolonnen und den regelmäßigen Patrouillen der Bahnhofssicherheit suchen sie nach einem Plätzchen in der Welt, an dem sie ungestört für ein paar Minuten ihren kalten Frieden finden können. Dieses Leben ist ein Leben am Rande der Gesellschaft, ein Leben in einer rechtlichen Grauzone. Wenn sie nicht aus der Not heraus bereits straffällig geworden sind, finden sie sich immer öfter vor Gericht wieder, weil die Bahn sie wegen Hausfriedensbruch vor den Kadi schleift. Vielen von ihnen ist bereits ein Hausverbot erteilt worden, das sie jedoch weder abschreckt, noch daran hindert, wiederzukommen. Als würde der graue Klotz sie magisch anziehen, treibt es sie immer wieder zurück, weil der Bahnhof ihr einziger Zufluchtsort in einer Stadt voll von einsamen Menschen ist.

Als ich an jenem Tag den Bahnhof erreichte, war die große Welle der Pendler bereits zu einem schwachen Strom abgeebbt. Zu dieser Tageszeit versteckten sich die Obdachlosen noch außerhalb der großen Bahnhofshalle vor dem unerbittlichen Sicherheitsdienst, der in den vergangenen Jahren immer weniger Kulanz mit den verlorenen Existenzen der menschlichen Zivilisation walten ließ. Die Deutsche Bahn hatte inzwischen eine beeindruckende Wandlung vom Staatskonzern zu einem kundenorientierten Unternehmen vollzogen, dessen Kunden sich in ihrer heilen Welt zunehmend gestört fühlten, wenn sie auf dem Weg zu ihren Zügen wegen ein paar Euros angebettelt wurden.

Ich hatte am Anfang meiner Karriere in diesem Umfeld einige Jahre als Streifenpolizist Dienst geschoben. Diese wenige Jahre hatten bei mir ihre Spuren hinterlassen. Ich hatte die Stadt auf eine Art und Weise kennen gelernt, die selbst Alteingesessene in ihrem behüteten Leben nur selten zu Gesicht bekamen. Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollten; Düsseldorf hatte eine dunkle Seite, und sie zeigte sich vornehmlich in den düsteren Ecken zwischen den zahlreichen, glänzenden Fassaden der Königsallee und all der anderen Straßen, die Anzugspunkt so vieler Menschen und Touristen waren. Es war die Schattenseite der Stadt und die dunkle Seite von uns allen, die wir bevorzugt ignorierten, oder uns sogar einredeten, sie würde nicht existieren.

Viele der Obdachlosen kannte ich noch aus meiner Zeit als Streifenpolizist. Aus den zahlreichen Teenagern, deren Jugend auf den Düsseldorfer Straßen unsanft ihr Ende gefunden hatte, waren inzwischen Erwachsene geworden, deren Leben um keinen Deut besser war als zu der Zeit, zu der ich sie noch jeden zweiten Abend in die Ausnüchterungszelle steckte, um nicht nur die Bevölkerung vor ihnen, sondern auch sie vor sich selbst zu schützen.

Es war deprimierend, ein hoffnungsloser Kampf gegen den zunehmenden Verfall gesellschaftlicher Werte, vor dem der Rest der Bevölkerung die Augen verschloss.

Ich hatte mich in Jeans und Lederjacke geworfen, aber ich gab mich keinen Illusionen hin: Der Beigeschmack nach Polizei klebte an mir wie der stechende Geruch an einem reifen Käse. Ich hätte mir genauso gut ein Schild um den Hals hängen können, das mit Großbuchstaben ‚Polizist’ buchstabierte, und ich wäre vergleichbar auffällig herumgelaufen. Es ist der Alltag eines Polizisten, der sich nicht nur in deinem Verstand, sondern auch in Deiner Körperhaltung niederschlägt. Irgendwann, wenn dir all das Leid über den Kopf gewachsen ist, siehst du keine anderen Menschen mehr, sondern nur noch potenzielle Straftäter und die Abgründe, vor denen sie stehen. Wäre Sandra nicht in mein Leben getreten, hätte ich wahrscheinlich schon längst wie Bobby meinen Weltschmerz im Alkohol ertränkt.

Als ich mich einer Gruppe von Obdachlosen und ihren Hunden näherte, die sich auf dem Boden rund um eine Bank versammelt hatten, waren es die Menschen, die mich zuerst bemerkten. Die Vierbeiner fühlten sich noch nicht einmal dazu genötigt, ihren Kopf zu heben. Zu viele Menschen kamen an ihnen vorbei, ohne ihnen Beachtung zu schenken, und wurden ihrerseits von den Tieren mit Missachtung gestraft.

„Was willst du? Wir haben nichts gemacht!“, verteidigte sich einer der heruntergekommenen Männer prophylaktisch, bevor ich überhaupt den Mund geöffnet hatte. Obwohl sein Gesicht hinter einem struppigen, dreckigen Bart verborgen lag und seine verfilzten Haare tief in sein schmutziges Gesicht hingen, erkannte ich ihn sofort. Er war genau einer der Männer, die ich gesucht hatte, auch wenn er sich seit unserem letzten Treffen vom Straßenkind mit bescheidenen Zukunftsaussichten zum Penner ohne Zukunft heruntergearbeitet hatte. Bereits seit acht Jahren füllte sein bedauernswertes Leben unsere Akten. Ferdinand Müller – Ferdi – war mit 12 das erste Mal von zu Hause ausgerissen. Obwohl er von der Polizei einige Male aufgegriffen und zu seinen Eltern zurückgebracht worden war, hatte er es nie länger als zwei Wochen am Stück mit seinen Erzeugern ausgehalten. Ehrlich gesagt, verwunderte es mich auch nicht. Sein Vater war schwerer Alkoholiker, und seine Mutter hatte nie die Stärke aufgebracht, sich oder ihre Kinder vor ihrem brutalen Mann zu schützen. Als Ferdi endlich zu seinem Schutz ins Heim gekommen war, war sein Leben bereits verpfuscht gewesen. Die Schule hatte er abgebrochen, seine Chancen auf eine Lehrstelle tendierten damals gegen Null. Seine Freunde hatten ebenfalls auf der Straße gelebt, boten ihm also kein sicheres soziales Gefüge, das einen Neuanfang ermöglicht oder gar versprochen hätte. Sein bester Freund war, zumindest damals, Thomas Becher gewesen. Insofern hoffte ich, mit Ferdi den richtigen Ansprechpartner gefunden zu haben.

„Hi, Ferdi“, begrüßte ich ihn jovial, als würde ich einen alten Freund treffen. „Ich könnte deine Hilfe gebrauchen.“

„Warum sollte ich einem Bullen helfen?“, fragte er provokativ und erntete das zustimmende Gelächter seiner Saufkumpane. Eine Ekel erregende Alkoholfahne schlug mir entgegen.

„Ach, Ferdi“, seufzte ich. „Du kennst mich doch. Eine Hand wäscht die andere. Du hilfst mir und ich übersehe großzügig, dass Ihr hier zusammen mit Minderjährigen Alkohol konsumiert.”

Ich nickte übertrieben freundlich in Richtung der beiden jungen Kerle, die ihr 18. Lebensjahr in naher Zukunft definitiv nicht vollenden würden.

„Du kannst mich mal, Scheißbulle!“, krächzte Ferdi und baute sich, befeuert durch die Anwesenheit seiner Freunde, drohend vor mir auf. „Steck mich doch in den Knast! In 24 Stunden bin ich sowieso wieder draußen!” Er lachte vorlaut und entblößte eine Reihe schwarzer Zähne. „Außerdem…“, höhnte er angestachelt, „…könnte ich eine Nacht in einem richtigen Bett mal wieder vertragen!”

Ein lautes Johlen seiner Kumpel trieb ihm ein fettes Grinsen ins Gesicht.

Ich rollte mit den Augen. Diese Sprüche waren nichts Neues für mich. Offensichtlich war es für Ferdi notwendig, mir die Stirn zu bieten, um sich innerhalb seines sozialen Gefüges als Held verkaufen zu können. Ich versuchte es erneut, beschwichtigend: „Ferdi, bitte! Ich habe nur eine Frage, dann bin ich wieder weg. Ein, zwei Minuten, und du bist mich wieder los.“

Ich kam allerdings nicht mehr dazu, meine Frage zu stellen. In diesem Moment beging Ferdi einen folgenschweren wie unverzeihlichen Fehler. Ich weiß nicht, was ihm durch den Kopf ging, als er mir mit seinen dreckigen Griffeln provozierend vor die Schulter schlug. Vielleicht war er etwas übermütig geworden, weil ich seiner kleinen Armee von mindestens sechs Männern plus drei Hunden alleine gegenüberstand, oder er spürte den Kasper in sich aufwallen, doch das war mir in diesem Moment egal. Der Schlag fiel nicht sonderlich stark aus, sondern sollte mir wahrscheinlich nur so etwas wie Respekt einbläuen oder eine simple Drohgebärde sein, doch so etwas ließ ich mir nicht gefallen. Erstens hatte ich lange genug die Annäherungsversuche unseres Gerichtsmediziners stillschweigend erdulden müssen, so dass meine Nerven sowieso etwas dünner als gewöhnlich ausfielen; zweitens hatte so ein Punk nicht das Recht, mich anzufassen. In dem Moment, als ich durch seinen kleinen Schubs erzwungenermaßen einen kurzen Ausfallschritt nach hinten machen musste, schaltete sich irgendetwas in meinem Kopf aus und überließ der plötzlich aufwallenden Wut die Oberhand.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Schattenseiten»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Schattenseiten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Schattenseiten»

Обсуждение, отзывы о книге «Schattenseiten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.