Paul Hermann - Könnenwollen I

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Nichts beeinflusst Schicksal tiefgreifender und nachhaltiger als Krankheit. Gelegentlich macht auch das Schicksal krank. Wie gehen Menschen damit um, und wer entscheidet, wann Gesundheit aufhört und Kranksein beginnt? Diese Frage beantwortet nicht alleine der Arzt, sondern auch der Patient selber. Der eine könnte noch, will aber nicht mehr. Sein Zipperlein weitet sich zum Leiden aus. Der andere kann nicht mehr richtig, müht sich aber redlich. Er will noch mit dazu gehören. Die hier präsentierten dreißig Episoden greifen dieses Spannungsfeld auf. Es geht um Leid und Wünsche, Geduld und Geld, um große und kleine Helden oder Schurken auf der Seite der Patienten, aber auch bei den Ärzten. Dr. K. ist ein Arzt, der den Zenit seiner beruflichen Karriere überschritten hat. Er befindet sich in einem Alter, in dem andere schon längst ihren Altersruhestand pflegen. Er hat den harten Praxisalltag hinter sich gelassen. Geblieben ist ihm der Gutachterjob. Jetzt steht ihm mehr Zeit denn je zur Verfügung, um ausführliche Anamnesen zu erheben. Dabei entdeckt er das eingehende Gespräch mit dem Patienten als Diagnoseinstrument für sich neu. Und es befallen ihn aber auch Zweifel, ob er mit seiner Einschätzung zum Könnenwollen immer ganz richtig liegt.

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Achselzucken.

„Sind Sie denn mal beim Orthopäden gewesen?“

„Nö. Mein Hausarzt hat mich behandelt.“

„Und, was hat der gemacht?“

„Spritzen, glaube ich und Tabletten.“

„Was für Spritzen?“

„Weiß ich nicht. Das ist schon so lange her.“

„Sind Bilder gemacht worden, also Röntgenaufnahmen oder CT- oder MRT-Bilder?“

Achselzucken und ein breites unplatziertes Lachen. Die verarscht mich, dachte sich K. Aber warte nur, dich kriege ich noch.

„Hier steht für das Jahr 2010 eine zweimonatige Arbeitsunfähigkeitszeit mit der Begründung somatoforme Störung . Was war denn da los?“

Schweigen und angestrengtes Grübeln. „Das ist schon so lange her.“

„Das ist gerade mal zwei Jahre her. An so etwas erinnert man sich doch.“

„Ich weiß nicht.“ Und wieder dieses unverschämte Grinsen. So dämlich ist die gar nicht. Die ist zwar ein bisschen doof, aber ein bisschen schlau ist sie auch, stellte K. fest.

Sie nahm ihr Smartphon zur Hand und öffnete den Bildspeicher. Und jetzt brach es aus ihr raus. „Das ist mein Arbeitsplatz im Bus.“ Das Bild zeigte einen einen normalen Fahrersitz. „Hier sehen Sie, wie ausgesessen der ist. Wenn man drauf saß, spürte man die Metallfedern. Und das hier, das bin ich.“ K. sah Frau Albrecht, wie sie auf der Vorderkante des Sitzes saß, ohne Kontakt zur Rückenlehne zu haben. „Der Sitz ließ sich nicht mehr verschieben. Und das ist ein verrutschter Hebel für die Verstellung des Lenkrads. Der bohrte sich in mein Knie, bis es blau war.“ Triumphierend schaute sie K. an. „Immer wieder habe ich darum gebeten, dass diese Sachen repariert werden. Aber es ist nichts passiert.“

„Und da haben Sie sich krank gemeldet?“

„Ja, mein Rücken tat mir weh. Außerdem wollte ich eine Befreiung vom Wochenenddienst haben. Die habe ich aber nicht gekriegt.“

„Warum waren Sie denn die letzten anderthalb Jahre nach Ihrer Wiedereinstellung nicht mehr wegen Ihrer Rückenbeschwerden krank?“

„Ich fahre jetzt geteilte Schicht, d. h. nach vier Stunden Fahrzeit habe ich sechs Stunden Pause. Außerdem kann ich an der Endhaltestelle den Bus für ein paar Minuten verlassen und rumlaufen.“

Als K. die Frau untersuchte, konnte er keinerlei Einschränkungen von Seiten der Wirbelsäule feststellen. Die hat niemals einen Bandscheibenvorfall gehabt. Was sein kann, ist, dass sie muskuläre Verspannungen auch wegen der unzulänglichen ergonomischen Bedingungen hatte. Die regelmäßigen mehrwöchigen Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen der Dorsalgien und Lumbalgien waren dadurch aber nicht plausibel zu machen. Es handelte sich vielmehr um ein protestbedingtes Krankfeiern, um den Arbeitgeber unter Druck zu setzen und günstigere Arbeitszeiten herauszuschlagen.

Die Beweisfrage des Landesarbeitsgerichts beantwortete K. dahingehend, dass zum Zeitpunkt der Kündigung längere Arbeitsunfähigkeitszeiten in der Zukunft nicht absehbar gewesen wären, das Urteil des Vorgerichts also sachlich begründbar sei. Dabei wurde so getan, als wenn das Stellglied für diese Einschätzung der Gesundheitszustand der Frau Albrecht wäre. Die eigentliche Ursache für die Fehlzeiten in der Vergangenheit war aber das zerrüttete Vertrauensverhältnis zwischen Frau Albrecht und ihrem Arbeitgeber. Der Arbeitgeber hatte ein schlechtes Gewissen wegen der technischen Defekte im Steuerungsbereich der Busse und Frau Albrecht hatte ihre Rückenschmerzen instrumentalisiert, assistiert durch ihren Hausarzt, um den Arbeitgeber für die Laxheit beim Reparieren und seine Rigidität bei Dienstplanänderungen zu bestrafen.

„Ich bin dabei, mir einen anderen Arbeitsplatz zu suchen“, sagte Frau Albrecht am Ende der Befragung durch K.

„Das halte ich für eine sehr kluge Entscheidung“, erwiderte K.

5. Es kam eins zum anderen

Er hatte nur Hauptschulabschluss. K. merkte aber im Gespräch, dass es auch zur Mittleren Reife oder zum Abitur gereicht hätte. Lohner, so hieß der Patient, antwortete auf Fragen K.s klar und differenziert. Sein zeitliches Erinnerungsvermögen war tadellos. Er verhielt sich der Befragungs- und Untersuchungssituation angemessen. Da schimmerte sogar so etwas wie Selbstironie durch, was K. sehr schätzte.

Lohner hatte eine Ausbildung zum Fachlandwirt absolviert und lange Zeit in einem renommierten Gestüt gearbeitet. Damit die Herrschaften ihr Pferd reiten können, ist eine aufwendige Betreuung der Tiere erforderlich, die großteils erhebliche Knochenarbeit für das Personal bedeutet. Es muss Futter und Wasser herangeschafft werden, im Winter bei zugefrorenen Leitungen viele hundert Liter auch eimerweise. Ställe sind auszumisten, Koppeln anzulegen und zu reparieren und der Fuhrpark muss technisch gewartet werden. Als ihn ein Islandpony von hinten ansprang und umriss und er sich dabei eine schwerwiegende Verrenkung der Lendenwirbelsäule zuzog, war es erst mal aus mit der schweren körperlichen Arbeit auf dem Gestüt.

Glücklicherweise kam er beruflich bei einem Freund unter, der eine Autovermietung betrieb. Dort kümmerte er sich um die technische Abnahme der Mietwagen. Und dann wagte er nach ein paar Jahren den Sprung in die Selbständigkeit. Er wurde Servicepartner eines großen Brief- und Paketversenders. Dazu musste er kräftig in seinen LKW-Fuhrpark investieren. Teilweise beschäftigte er über vierzig Leute, weil auch noch Logistik und Lagerhaltung mit hinzukamen. Er fuhr selber einen Vierzig-Tonner. Lohner war also den Großteil seiner Arbeitszeit auf der Piste. Um den Bürokram kümmerte sich seine Gattin. Es ist alles in Ordnung, sagte sie zwanzig Jahre lang, und er glaubte ihr. Er war froh, dass solche unangenehmen Sachen wie Bilanzen, Steuerbescheide, offen stehende Rechnungen usw. vermeintlich zuverlässig von der eigenen Ehefrau erledigt wurden.

Doch am Ende stand die Insolvenz, für Lohner völlig überraschend. Es würden vierhunderttausend Euro in der Kasse fehlen, sagte der Steuerberater. Jetzt war er nicht nur seinen Betrieb los, sondern auch die Ehefrau. „Sie ist mit meinem besten Freund auf und davon. Sie lebt von Hartz IV. Wo das Geld geblieben ist, weiß keiner so richtig. Ich brauchte also neue Arbeit. Da bin ich wieder bei einem Gestüt gelandet“, berichtete Lohner knapp und bündig. Doch K. merkte, wie sehr ihn diese Affäre immer noch belastete. „Die Scheidung ist seit zwei Monaten rechtlich durch.“

„Das ist bitter, sich als selbständiger Unternehmer wieder in Reih und Glied einzuordnen.“

„Ich will mich nicht beklagen. Die Arbeit im Gestüt ist zwar hart, aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man am Ende des Tages weiß, was man getan hat.“

Er zeigte K. seine Handinnenflächen. Es waren kabeldicke Verhärtungen im Mittelhandstrahl beider Ringfinger zu sehen.

„Hier, das kommt von der Knochenarbeit“, sagte er.

„Nein“, sagte K., „das kommt von Ihrer Dupuytrenschen Kontaktur. Schauen Sie nur, Sie können beide Ringfinger nicht mehr vollständig strecken. Die dicke Hornhaut, die ist allerdings auf die harte Arbeit zurückzuführen.“

„Okay. Jedenfalls habe ich mir dann eine starke Verrenkung der linken Schulter zugezogen. Mit einem Arbeitskollegen habe ich Eisenpfähle für eine Koppel in den Erdboden gestoßen. Dafür haben wir eine Ramme verwendet. Die besteht aus einem dreißig Kilogramm schweren Metallblock mit vier Griffen. Mein Kollege geriet beim Rammen aus dem Gleichgewicht. Er ließ los, und die Ramme bewegte sich über meine rechte Schulter. Weil ich sie festhielt, wurde mir der rechte Arm nach hinten gerissen. Es tat höllisch weh. Ich konnte den Arm kaum mehr bewegen. Der Orthopäde sagte, es würde sich um eine Ruptur der Rotatorenmanschette handeln. Dadurch würde die Kugel des Oberarmknochens nach oben treten und den Raum unter dem Schulterdach einengen.“

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