Bereits im 3. Jahrhundert nach Christus begann man Teebäume als Kulturpflanze anzubauen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem ursprünglichen Teebau ein Teebusch, den wir heute als die Teepflanze kennen. Im 18. Jahrhundert existierten in China mehr als 100 verschiedener Teesorten. Etwa zu dieser Zeit begann Tee immer beliebter zu werden. In diesem Zeitraum (17.-18. Jh.) begann der aktive Teehandel zwischen China und Europa. Durch die voranschreitende und sich immer weiter entwickelnde Produktion, gelangte Tee in immer weitere Teile der Welt.
Im Laufe der Zeit etablierte sich die Teepflanze immer mehr als fester Bestandteil der chinesischen Kultur. Was zu der Entstehung der Teephilosophie in China führte. Demnach soll Tee dem Menschen helfen, sein inneres Gleichgewicht und seine innere Welt zu finden. Das Wichtigste dabei ist die Selbstfindung, die erst durch den Teegenuss möglich wird. Nicht umsonst wünschen Chinesen ihren Gästen bei gemeinsamen Teetrinken: „Beim Kosten des richtigen Teegeschmacks, kosten Sie den Geschmack des richtigen Lebens.“
Doch zu Beginn der Teeverwendung diente Tee nicht als Genussgetränk, sondern wurde einzig zu medizinischen Zwecken ingesetzt. Vor allem Grüntee diente hier als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten. Später wurden Teeblätter als Mittel für religiöse Rituale verwendet, bis sie im 7. Jahrhundert vor Christus als Getränk wichtigen Persönlichkeiten am Hof des Imperators gereicht wurden. Nach und nach lernte auch das gewöhnliche chinesische Volk Tee zu schätzen. Schenkt man den schriftlichen Quellen Glauben, so führten ihn buddhistische Mönche auf ihren Reisen mit sich, den sie während der Gespräche mit ihren Schülern genossen. Schriftliche Quellen berichten genauso, dass bereits im 5. Jahrhundert Tauschgeschäfte an den Grenzen Chinas mit Tee betrieben wurden. Seine Reise in die restliche Welt begann der Tee allerdings auf der Seidenstraße, die ihn in erster Linie in die Mongolei und nach Tibet führte. Der Teegenuss führte soweit, dass im 8. Jahrhundert Gesetze eingeführt wurden, die genau vorschrieben, wie Tee getrunken werden sollte. Demnach mussten getrocknete Teeblätter erst zu Pulver verarbeitet werden. Anschießend sollte die Pulvermasse 1:1 mit heißem Wasser vermischt und mit einem Schneebesen aus Bambus verquirlt werden. Als letzter Schritt sollte die zubereitete Mischung mit heißem Wasser aufgebrüht werden.
Kurz darauf begann man in China Porzellangeschirr herzustellen. Denn erst in solchen Bechern konnte die Farbe des zubereiteten Getränks bestimmt werden. Denn das Aroma und der Geschmack hängen stark vom Stärkegrad der Farbe ab.
Im Laufe der Zeit bemerkte man, dass die Farbe des zubereiteten Teegetränks von der Pflückzeit abhängt. Je jünger die Blätter geerntet werden, desto besser schmeckt das Getränk. Zur Zeit der Herrscherdynastie Tan (7-10. Jh.) erfreute sich vor allem Teepulver einer großen Beliebtheit. Allerdings wurde bei der Zubereitung Salz beigegeben, so dass der Geschmack sich deutlich von dem Geschmack aufgebrühter Teeblätter unterschied. Häufig wurden in China Teewettbewerbe organisiert. Die Teilnehmer des Turniers sollten verschiedene Teesorten herausschmecken und diese gleichzeitig bewerten.
Im 13. - 14. Jahrhundert erlebte die Teekultur Chinas einen Rückgang. Die sich unter dem mongolische Joch befundenen Chinesen, konnten keinen Teeanbau betreiben, denn die meisten Anbaufelder waren zerstört. Bekannt ist, dass Marco Polo während seines Aufenthalts in China keinen Tee probiert hatte. In wissenschaftlichen Kreisen wird allerdings in den letzten Jahren Marco Polos Aufenthalt in China immer wieder in Frage gestellt.
Noch vor Ende des 14. Jahrhunderts begann man wieder mit dem Teepflanzenanbau. Doch die Zubereitungsart hatte sich geändert: Nun wurden ganze Teeblätter mit heißem Wasser aufgebrüht. Genaue Gründe für die veränderte Zubereitung sind unbekannt.
Kapitel 3

Teekultur in Japan
„Über den Nutzen des Teetrinkens für die Gesundheit“ hieß das Buch welches der japanische Mönch Esaj im 12. Jahrhundert verfasste. Der Mönch betont das wunderbare und hervorragende Mittel, welches der Lebensverlängerung und Unterstützung der Gesundheit gereicht.
Mit buddhistischen Mönchen aus China, Indien und Korea sowie japanischen Reisenden gelangte Grüntee erst im 9. Jahrhundert nach Japan. Tee galt hier als kostbares Getränk. Aus diesem Grund entwarfen buddhistische Mönche ein religiöses Ritual, welches mit einem massenhaften Teetrinken beschlossen wurde. 200 Jahre sollten vergehen bis in Japan die erste Teepflanze von Mönchen angepflanzt wurde. Das Getränk galt in erster Linie als heilig und fand eine Verwendung bei religiösen Ritualen und bei der Heilung vieler Krankheiten.
Die japanische Zubereitung unterschied sich deutlich von der chinesischen. Da in Japan nicht der Geschmack, sondern das Aroma im Vordergrund steht, wurden Teeblätter zuerst in einem Porzellanmörser zerrieben, in ein bereits warmes Gefäß gegeben und anschließend mit heißem aber nicht kochendem Wasser aufgebrüht.
Im Zusammenhang mit der verstärkten Ausbreitung des Buddhismus erlangte Tee immer mehr Beliebtheit unter Mönchen und der Bevölkerung. Die spezielle buddhistische Teezeremonie wurde bereits im Jahr 1484 offiziell als staatliche Zeremonie am königlichen Hof aufgenommen.
Kapitel 4

Großbritannien
In Indien hielt man Tee lange Zeit für eine Droge. Denn Tee übt eine starke Wirkung auf den Körper aus.
China betrieb seit dem 5. Jahrhundert einen aktiven Teehandel. So gelangte die Teepflanze über die Seidenstraße in viele Regionen Asiens bis in den nahen Osten. Afghanistan, Persien, Indien, Sri- Lanka, Indonesien und Korea, sogar bis nach Rom soll die Pflanze ihren Weg gefunden haben. Allerdings ist nicht bewiesen, ob die Pflanze tatsächlich ihren Weg von China nach Indien gefunden hat oder dort bereits existierte. Es ist nicht auszuschließen, dass Teebäume auch in Indien als wildwachsende Pflanzen vorkommen.
Nach Europa gelangte Tee erst mit portugiesischen Seeleuten im 16. Jahrhundert; Nach England erst im Jahr 1662. Wie es der Zufall wollte, etablierte sich der Tee in Großbritannien nachdem der englische König Charles II. diesen probiert hatte. Kaufleute der Ostindischen Kompanie überbrachten den Tee an den König zu Ehren seiner Heirat mit der portugiesischen Prinzessin Katharina Braganza. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Beliebtheit des Tees in ganz England um ein Vielfaches an. Viele Städte begannen mit der Errichtung spezieller Teegärten, die zur Entspannung dienten. Hier konnten Bürger Spaziergänge unternehmen, sich musikalisch unterhalten lassen und gleichzeitig eine Tasse Tee genießen. Auch spezielle Teestuben erblickten hier das Licht der Welt. Doch nicht nur das. Mit der „Einbürgerung“ des Tees in Großbritannien veränderte sich sogar die Einteilung der Mahlzeiten. Üblich wurde nun das berühmte Brunch - also das zweite Frühstück. Entstanden war diese Mahlzeit aus den Bezeichnungen br eakfast (Frühstück) und dem l unch (Mittagessen). Tee war hier unentbehrlich. Nachmittags etablierte sich die sogenannte „tea time“. Die früher um 18 Uhr abends abgehaltene Mahlzeit, also das Mittagessen, fand nun um 20 Uhr statt. Das Abendessen wurde abgeschafft.
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