Linda Mohr - Wenn der Selbstschutz fehlt

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Mein Werk handelt von einer starken Frau, die mit tiefen Gefühlen durch das Leben geht und letztendlich daran scheitert, dass sie sich eben zu tief auf ihr Umfeld einlässt und somit zu wenig an sich denkt. Durch ihre Offenherzigkeit gerät sie immer wieder in die Gefahr von anderen Menschen erkannt und manipuliert zu werden, sogar von ihrer eigenen Familie.
Als sie auch noch ihre eigene Tochter zu verlieren droht, begibt sie sich in einen Kampf um sie, der die wirklichen Ursachen, die tiefgründig in ihrer eigenen Familie zu suchen sind, nicht erkennen lässt. Beschwerend kommt hinzu, dass dies alles in der Zeit der politischen Wende zwischen Ost und West geschieht, in der sich die Probleme der Menschen vorwiegend in Ostdeutschland stark zuspitzten. Vor allem drohende Arbeitslosigkeit und Drogenkonsum war etwas, das die Menschen im Osten vorher nicht kannten. Aber gerade mit diesen zwei größten Problemen hatte die Erzählerin zu tun. Und das Schlimmste für sie war, gegen den Drogenkonsum ihrer eigenen Tochter kämpfen zu müssen, woran sie fast zerbrochen ist. Die Begebenheiten, die dieser Frau widerfahren sind, spiegeln die Gesellschaft in dieser neuen Zeit wider, was auch sehr stark gefühlsmäßig zum Ausdruck kommt. Einen großen Anteil dabei nimmt die Zeit ein, die die Erzählerin im Westen des Landes erlebt hat, eine für sie damals neue und von Kälte gekennzeichnete Welt. Diese Frau empfand die Unterschiede der Menschen zwischen Ost und West nach der politischen Wende als gravierend und wusste es auf einmal sehr zu schätzen, dass sie im Osten unseres Landes aufgewachsen ist. Sie wusste, dass sie so eine unbeschwerte Kindheit und Jugend, die sie dort hatte, im Westen nie gehabt hätte. Deshalb kehrte sie nach ihrem Scheitern auch wieder in ihre Heimat zurück um dort wieder Kraft zu schöpfen.
Doch der Kampf um ihre geliebte Tochter wollte einfach nicht enden.

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Um mich abzulenken ging ich zu der Zeit mit meiner Arbeitskollegin Bonny viel weg, denn auch sie war gerade allein, weil ihr Freund bei der Armee war. Bonny war schon verlobt, denn sie hatte ihren Freund schon sehr jung kennengelernt. Und was Bonny noch war, sie war sehr belesen. Sie wälzte mit Leidenschaft die dicksten Bücher. Und vor allem hatte sie viele Bücher von Karl Marx und Friedrich Engels gelesen und war von deren Philosophie über den Sozialismus und Kommunismus vollkommen überzeugt. Bonny wusste alles, was in diesen Büchern stand und hatte die treffendsten Argumente, wenn jemand Nachteile und Ungereimtheiten unseres Staates vor ihr aussprach. Keiner war so redegewandt und aussagekräftig wie sie. Und deshalb war sie auch gesellschaftlich sehr engagiert, führte Versammlungen durch und war innerhalb der Jugendarbeit in unserem Betrieb stark eingebunden.

Eines Tages hieß es deshalb von der Leitung unseres Betriebes, sie sollte noch mehr ideologisch geschult und gefördert werden und aus diesem Grund die Kreisparteischule besuchen. Diese Schule war in einem anderen Ort etwas weiter weg und sie sollte dort ein viertel Jahr lang ganztags am politischen Unterricht teilnehmen. Für diese Zeit musste sie natürlich aus dem Arbeitsprozess ausscheiden und auch dort vor Ort wohnen. Bonny und ich sahen uns deshalb in dieser Zeit gar nicht. Aber was danach kam, hätte ich kaum zu glauben vermocht.

Als Bonny nämlich nach den drei Monaten wieder auf Arbeit war, war sie nicht mehr wie früher, um nicht zu sagen sie war völlig verändert in ihrem Verhalten. Ihr war auf einmal irgendwie alles egal geworden. Sie fing plötzlich an öfter krank zu machen und wurde dann während ihrer Krankheit abends in Discotheken gesehen, so dass sie mächtigen Ärger bekam. Und die Jugendarbeit ließ sie total schleifen und war völlig unzuverlässig. Mit der Zeit fing sie dann sogar an die Arbeit gänzlich zu schwänzen. Und als sie dann einmal längere Zeit nicht mehr auf Arbeit war, wurde ich als ihre Freundin von unserer Kaufhausleiterin zu ihr nach Hause geschickt. Ich sollte ihr letztmalig ins Gewissen reden und sie fragen, wie es mit ihr weitergehen soll. Ich traf sie dann an diesem Vormittag tatsächlich zu Hause an und sie öffnete mir auch die Tür. Endlich bekam ich die Gelegenheit sie persönlich zu fragen, wieso sie sich auf einmal so verhielt. Sie erzählte mir dann alles, was sie in letzter Zeit bewegte. Es ging um die Parteischule, die sie besucht hatte. Bonny sagte zu mir, dass sie noch nie so enttäuscht gewesen ist in ihrem Leben. Die ganze Philosophie von Marx und Engels, alles würde überhaupt nicht zutreffen im wahren Leben, denn es würde sich eh niemand daran halten. Bonny war auf dieser Schule mit allen Schichten von Menschen zusammen in einer Klasse. Sowohl sie als einfache Verkäuferin, als auch hoch angebundene Direktoren und Parteisekretäre aus allen möglichen Betrieben trafen dort aufeinander und haben gemeinsam an den Lehrstunden teilgenommen. Aber das war es ja nicht, was sie störte. Nach dem Unterricht und vor allem abends trafen man sich dann auch in den Bars und Kneipen. Und die Worte, die dort vor allem nach reichlich Alkoholgenuss geäußert wurden, waren politisch nicht tragbar und von Linientreue der hochgradig angebundenen Funktionäre war auf einmal keine Spur mehr. Ganz im Gegenteil, gerade diese Leute waren mit den Worten von Bonny die größten Hurenböcke und waren nur auf dieser Schule um von zu Hause raus zu kommen und sich zu amüsieren. Von Moral war da keine Spur und es stellte sich heraus, dass keiner am eigentlichen Unterricht Interesse hatte oder diesen politischen Kram überhaupt für voll nahm. Aber alle taten natürlich so als ob. Und geklaut haben diese Leute, sagte Bonny, alles das, was man so gebrauchen konnte. So erzählte sie mir, dass einmal nach so einem gemeinsamen Abend der eine Parteisekretär volltrunken aus der Kneipe stolperte und hin fiel und ihm doch dabei tatsächlich ein paar Silberbestecke, die er aus der Kneipe hat mitgehen lassen, aus der Innentasche seines Jacketts fielen, wie peinlich! Aber ihm war es überhaupt nicht peinlich. Denn da es bereits draußen vor der Tür geschah, steckte er alles wieder ein. Alles das und noch mehr hatte Bonny nun mit ihrer strengen Erziehung und den hohen Anforderungen von zu Hause aus und mit ihrem Glauben an diese Gesellschaft, so wie es in ihren Büchern stand, nicht verkraftet. Hier wurde ihr doch tatsächlich das krasse Gegenteil von dem, was Ihr immer gelehrt wurde, vorgeführt. Und dazu noch von Personen in führenden Positionen. Außerdem erzählte mir Bonny damals noch eine ganz komische Begebenheit. Sie erzählte mir, dass auch sie sich an einem Abend auf dieser Schule einmal politisch so staatsfeindlich ausgelassen hätte, um auch einmal wichtig zu sein und mit den anderen mithalten zu können. Und angeblich wurde dieses Gespräch, welches in ihrem Zimmer stattfand, von Jemanden auf ein Band aufgenommen. Zumindest behauptete das dieser Mann, der in seiner Funktion als Parteisekretär an dieser Schule war und Bonny mit diesem Band wohl einige Zeit später erpresste. Sie erzählte mir, dass dieser Mann von ihr immer wieder Geld haben wolle, ansonsten würde er dieses Band der Polizei übergeben, so sagte er. Wenn das stimmte, dann musste sie davor wirklich mächtige Angst gehabt haben, denn sie wusste ja, was politischen Gegnern in unserem Staat für eine Strafe erwartete. Ich selber konnte das ganze damals nicht so recht glauben, denn irgendwie klang das für mich so abenteuerlich, so wie in einem Film. Aber sie sagte mir einmal, dass dieser Mann sie genau an dem Tag im Geschäft besuchen käme, damit sie ihm mitteilt, wo sie sich nach Geschäftsschluss treffen könnten, um ihm wieder Geld zu übergeben. Und sie fragte mich, ob ich ihr etwas Geld borgen könnte, weil sie gerade nicht so viel hatte und ich tat das dann auch. Einen Mann sah ich dann tatsächlich im Geschäft auf sie zukommen und mit ihr ernst sprechen. Und ich glaube im Nachhinein, vom Typ her hätte alles genau auf ihn zutreffen können, denn für mich sind es meist diese nichtssagenden Personen, die betrügen, weil sie anderweitig nichts zustande bringen. Aber das klang trotzdem damals alles so abenteuerlich für mich! Ich wusste ja zu der Zeit gar nicht, was alles so passierte und ob es solche Machenschaften tatsächlich schon in unserem Umfeld gab. Deshalb wollte ich auch so richtig nichts davon wissen und sprach sie nicht mehr darauf an. Aber eins wusste ich! Wie sollte die alte Bonny nach all den Geschehnissen und ihren zerstörten Idealen wieder auf Arbeit erscheinen und alles so weiter machen, als wenn nichts gewesen wäre? Wie sollte sie jetzt ihre Jugendarbeit weiter gestalten? Sollte sie alles auf Lügen aufbauen? Außerdem sollte sie ja nach dieser Schulung eigentlich als Lehrkörper arbeiten und unsere Lehrlinge unterrichten und politisch ausbilden. Aber dazu war sie doch jetzt gar nicht mehr in der Lage! In ihr war eine Weltanschauung zerbrochen! Und keiner fragte sie danach, wie es in ihrem Inneren aussah. Denn sie wurde für ihr Fehlverhalten jetzt natürlich nicht mehr als Lehrkörper eingesetzt, sondern mit einer Abmahnung bestraft und in ihrem Beruf als Verkäuferin in ein anderes Kaufhaus versetzt. Und die gesellschaftliche Arbeit war für sie natürlich für immer tabu.

In ihrer Arbeit als Verkäuferin aber hatte sich Bonny dann nach einiger Zeit wieder beruhigt. Sie ging wieder regelmäßig dem Arbeitsalltag nach und traf sich sogar wieder ab und zu mit mir zu gemeinsamen Unternehmungen. Doch so ganz „die alte Bonny“ war sie seit diesen Vorfällen glaub ich nicht mehr, auch wenn sie sich nach außen hin immer so gab.

An einem Freitag dann wollte Bonny mit mir gleich nach der Arbeit zum Tanz fahren. Wir mussten bis dorthin mit der Straßenbahn fahren und Bonny machte in ihrer lustigen Art mal wieder die Leute an. Sie hatte sich eine ganz lange Zigarettenspitze gekauft und tat sich damit ein bisschen wichtig. Und in der Straßenbahn saß gleich vorn an der Eingangstür ein junger Mann, den sie richtig anbaggerte und der auch zu der gleichen Tanzveranstaltung wollte wie wir, wie sich dann herausstellte. Ich war davon gar nicht begeistert, dass Bonny sich so mit diesem jungen Mann befasste, weil ich ihn wegen seiner altmodischen Kleidung nicht so toll fand. Aber als wir dann beim Tanz angekommen waren, verloren wir ihn eh wieder aus den Augen und wir amüsierten uns anderweitig. Bis mich dieser Typ dann fast am Schluss vom Abend zum Tanz aufforderte. Ich fragte ihn, wo er auf einmal hergekommen ist, weil ich ihn überhaupt nicht mehr gesehen hatte. Und er sagte zu mir, dass er mich schon den ganzen Abend nicht mehr aus den Augen gelassen hätte. So tanzten wir noch bis zum Schluss zusammen und unterhielten uns angeregt dabei. Dann fragte er mich noch, ob ich ihn am darauffolgenden Tag zu einer Feier begleiten würde. Er erzählte mir, dass er bei Dynamo Fußball spielte und dass dort die Abschlussfeier von seinem Fußballverein war, an der alle mit seiner Partnerin erscheinen sollten. Und da Rudolf, so hieß er, zu der Zeit keine Freundin hatte, fragte er jetzt mich. Ich willigte ein, ihn am nächsten Tag zu dieser Feier zu begleiten, da ich ja zu der Zeit ohnehin nichts Besseres zu tun hatte. Obwohl es mir auf der anderen Seite eigentlich gar nicht so recht passte, dass es schon wieder jemand war, der bei Dynamo, dem Sportverein der Staatssicherheit, war. Aber als ich Rudolf daraufhin ansprach, erzählte er mir, dass er ja nur seine Armeezeit bei Dynamo verbringt, weil er danach eh studieren will. Damit gab ich mich dann zufrieden und ich dachte mir noch, warum sollte ich diese Einladung eigentlich abschlagen, es handelte sich ja eh nur um diesen einen Abend.

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