Die sich so ergebende Patchworkmobilität bietet ein hohes Maß an Flexibilität und kann von den Bürgern in beliebiger Weise spontan genutzt werden. Erfolgt mittels IKT eine benutzerfreundliche Vernetzung und Vertaktung aller Verkehrsmittel, inklusive intelligenter Miet- bzw. Abrechnungssysteme, entsteht ein wirksames und effizientes Verkehrsmanagementsystem, das für eine optimale Lenkung und Auslastung der Verkehrsmittel sorgt und Engpässe vorhersieht. Einen benutzerfreundlichen Zugang erlauben u. a. durch Smartphone-Apps bereitgestellte nutzerindividuelle Routen, die unterschiedliche Verkehrsmittel auch in Kombination miteinander berücksichtigen, Parkraummanagement-Systeme oder Informationen über die Verkehrssituation. 109
Ein erhöhter Einsatz von Elektrofahrzeugen in Städten könnte zudem – in Abhängigkeit von ihren Ladebedürfnissen und ihrer Speicherverfügbarkeit – einen Beitrag zum Lastenmanagement im lokalen Stromnetz leisten (siehe Smart Grid). 110
Auf die Logistik können die für die Personenbeförderung aufgezeigten Maßnahmen grundsätzlich übertragen werden. In ihrer Ausgestaltung beziehen sich diese im Bereich Logistik z.B. auf Kooperationsmodelle zur Stadtbelieferung, Zeitzonen- und Lieferzonenmanagement, stadtnahe Konsolidierungszentren, Packstationen sowie innovative Transport‐ und Behältersysteme (ggf. durch eine Verknüpfung des ÖPNV mit logistischen Prozessen). Die größten CO 2-Einsparpotentiale können dabei durch den Einsatz von Logistikapplikationen, die Beeinflussung des Fahrverhaltens, intelligente Navigation, eine Städtemaut und eine sinnvolle Verkehrsflusssteuerung realisiert werden. 111
Die Verbesserung und Steuerung des urbanen Verkehrs bedürfen einer informatorischen Grundlage. Dabei werden Daten durch Sensoren in der Infrastruktur erhoben oder/und durch Nutzer und die Sensoren in ihren mobilen Geräten oder Fahrzeugen bereitgestellt. Im Wesentlichen werden Echtzeitdaten benötigt, welche die moderne IKT liefern kann. Die hier generierten Informationen schaffen eine Grundlage, die in der Zukunft auch für autonomes Fahren genutzt werden könnte. Mit Konzepten dieser Art werden ebenfalls positive Effekte verbunden, wie die Verringerung von Staus und der Emissionsbelastung. Entsprechende Technologien werden derzeit in der Praxis erprobt, z.B. in der Stadt Somerville in den USA. 112
2.5.5 Weitere Beispiele und Elemente
Im öffentlichen Raum gibt es bereits Lösungen, durch die eine städtische Infrastruktur modular um smarte Services erweitert werden kann. So hat beispielsweise die EnBW Energie für Baden-Württemberg eine Innovation für den öffentlichen Raum hervorgebracht. SM!GHT ist die Straßenlaterne für Smart Cities. Sie vereint unterschiedliche Funktionen, um die Bedürfnisse einer Smart City maßgeschneidert zu erfüllen. Das alle verfügbaren Funktionen umfassende Komplettsystem SM!GHT Base leistet Straßenbeleuchtung, Public WLAN, Umweltsensorik (die verschiedenste Messdaten liefert, die für die Verbesserung der Ökobilanz einer Stadt genutzt werden können), einen Notrufschalter zur direkten Verbindung mit der Notrufzentrale sowie eine integrierte Ladestation als Bestandteil einer E-Mobility-Infrastruktur zum schnellen und komfortablen Aufladen von E-Fahrzeugen. 113
Für Regionen der Welt, in denen Wasser eine knappe Ressource ist, könnte Smart City-Technologie eingesetzt werden, um mit Hilfe von Sensoren den Wasserverbrauch zu verwalten und wichtige Informationen über die Wasserspeicherung zu liefern. In z.B. Santander (Spanien) können Sensoren zur Messung der Bodenfeuchtigkeit erkennen, wann eine Bewässerung von Agrarflächen tatsächlich erforderlich ist und somit die Wassernutzung nachhaltiger gestalten. 114
Ein wesentliches Element der Smart City ist weiterhin der Umgang mit negativen Entwicklungen und Risiken. Als negative Entwicklungen können u. a. sogenannte Rebound-Effekte bezeichnet werden. Das sind mit der Realisierung von Smart Cities einhergehende negative Entwicklungen, die den positiven Effekten von Maßnahmen entgegenstehen und diese teilweise wieder aufheben. Das Phänomen, dass Effizienzsteigerungen mit einem verschwenderischeren Nutzerverhalten einhergehen, wird ebenfalls darunter gefasst. 115Mit der hohen Durchdringung aller Lebensbereiche durch IKT werden Städte verwundbarer und anfällig für Cyberangriffe und Sabotage. Es sind effektive Schutzsysteme erforderlich. 116Unter dem Stichwort „Resilienz“, mit dem die Widerstandsfähigkeit, die Funktionsfähigkeit und der Schutz verbunden werden, sind die oben genannten Aspekte im Konzept Smart City als übergeordnetes Ziel enthalten. Bereits jetzt besteht eine Verpflichtung zu einem angemessenen Risikomanagement für sogenannte kritische Infrastrukturen, deren Beeinträchtigung dramatische Folgen für das Gemeinwohl haben kann. 117Auch wenn ein 100-prozentiger Schutz weder durch den Staat noch andere Akteure gewährleistet werden kann, so ist ein hohes Maß der Absicherung durch ein konsequentes Risikomanagement für diese Infrastrukturen unerlässlich. 118
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