Harro Pischon - Das Brot der Rache

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In den Jahren 1945 und 1946 zieht die Stadt Nürnberg Menschen aus ganz Europa an: In einem Internierungslager der US-Army für SS-Angehörige warten mehr als 10.000 Männer von überall her auf ihre Untersuchung. Aus Italien, aus Litauen und Polen kommen jüdische Partisanen, KZ-Häftlinge, Angehörige der Jewish Brigade Group, die zu der Gruppe NAKAM (d.h. Rache) gehören. Sie wollen die Deutschen büßen lassen für den Holocaust, für den Tod von sechs Millionen Juden. Es gibt zwei Pläne, einen Plan A (Tochnit Aleph) und Plan B (Tochnit Bet), von denen nur der letztere zur Ausführung kommt: das Vergiften des Brots für das Lager in Nürnberg-Langwasser.
Der Roman bewegt sich in fünf Erzählsträngen auf das Ereignis im April 1946 zu: Der Weg eines Kriegsheimkehrers von Kroatien nach Nürnberg, die Arbeit eines Nürnberger Kommissars, die Odysse eines Wilnaer Ghettobewohners durch deutsche Konzentrationslager, die Entwicklung eines jüdischen Partisanen bis zum Gründer und Leiter der Gruppe NAKAM und schließlich die Tätigkeit der Rächergruppe in Nürnberg.

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Es war Ende Mai, die Tage schon warm. Lebke öffnete seinen schweren Militärmantel, steckte seine Kappe in die Tasche und machte sich an den Aufstieg. Er ermüdete schnell, war geschwächt durch die letzten beiden Jahre, in denen er von Lager zu Lager getrieben wurde, bis er zuletzt in Schwaben gelandet war. Als er über den Dächern von Tarvisio angekommen war, setzte er sich an den Straßenrand und schaute übers Tal. Der Krieg war vorbei, aber nicht das unfassbare Unrecht an seinen Brüdern und Schwestern, an seinem Volk, jeder schleppte es wie eine tiefe Wunde mit sich. Sie brannte durch den Körper und wurde durch die Bilder, die sich ständig aufdrängten, immer neu aufgerissen. Wie konnten sie damit weiterleben? Was konnten sie tun?

Der Abend brach herein, Lebke stand auf, knöpfte seinen Mantel wieder zu und machte sich weiter auf den Weg. Ob er Leute aus Wilna wiedersehen würde, dem Ort, an dem seine Reise begonnen hatte? Die schlammige Hauptstraße war von tiefen Furchen der Lastwagen durchzogen. Da kam von oben eine schmale Gestalt entgegen, sie trug russische Stiefel und einen langen Ledermantel. Als sie aneinander vorbeigingen, musterte ihn der junge Mann aufmerksam. Dann leuchteten seine Augen plötzlich auf und er schrie: „Lebke, du bist es!“ Sie fielen sich in die Arme, lachten und schrien. Es war Abba, der Gründer und Kommandeur der jüdischen Partisanenorganisation in Wilna. Bei der Liquidation des Ghettos konnte er mit etlichen Kämpfern in die Wälder entkommen. Sie hatten nichts mehr voneinander gesehen oder gehört.

Lebke schluchzte: „Ich hab mich gefragt, ob ich noch jemand aus Wilna treffe – und jetzt kommst du daher!“

„Wie bist du hergekommen?“, fragte Abba.

„In Österreich hat mich ein Engländer in seinem Lastwagen mitgenommen und über die italienische Grenze geschmuggelt. Und davor – das ist eine lange Geschichte.“

„Komm mit“, sagte Abba, „ ich zeig dir erstmal einen Schlafplatz. Und dann ist noch ein gutes Dutzend Freunde von Haschomer Hazair da. Die werden staunen!“ So stiegen sie beide wieder zu den Gebäuden des Hauptquartiers hoch.

Am Abend saß Lebke mit all den Freunden und Überlebenden aus Wilna, Kovno oder Krakau in einem Hinterzimmer eines Albergos. Sie aßen, tranken Wodka und diskutierten genau über die Frage, was zu tun sei. Abba war auch der Führer dieser Gruppe, es schälten sich zwei Aufgaben heraus: Überlebende der Shoah nach Palästina zu schleusen und – Rache an den Deutschen zu nehmen. Lebke hörte, dass in der Brigade Listen kursierten von Naziverbrechern, von SS-Schergen. Etliche - nicht Abba - waren dafür, diese namentlich bekannten Mörder zu liquidieren.

„Sie sollen wissen – auch in ihrer letzten Minute – dass ihr Tun nicht ohne Sühne bleibt!“

Über weitere Pläne wurde nicht gesprochen, aber es schien Überlegungen zu geben. Lebke musste nicht nachdenken, er schloss sich der Gruppe an. Endlich war er nicht mehr ganz alleine auf sich gestellt, fühlte sich fast ein bisschen zu Hause.

Auf dem Weg ins Quartier ging er neben Joseph Harmatz aus Wilna, der sagte: „Morgen, Lebke, erzählst du deine Geschichte. Abba hat immer so viel zu tun, ich weiß nicht, ob er Zeit hat. Aber wir haben im Moment viel Zeit.

DIE RÜCKKEHR

1

Zum letzten Mal ging er das Geviert seiner Wache ab. In der Mitte wartete der Rucksack, sein Gefährte für den Weg nach Hause. Sorgfältig hatte er im Laufe von Wochen zusammengetragen, was er brauchte fürs Überleben: Ein Messer, einen Kompass – wenigstens den, denn Karten konnte er nicht entwenden – ein Fernglas, ein Sturmfeuerzeug und Streichhölzer, denn das Feuerzeugbenzin würde zur Neige gehen. Einen Aluminiumkochtopf, eine Feldflasche mit Wasser, eine Rolle Draht und eine mit Schnur. Ein Säckchen mit Salz, eins mit Zucker und natürlich Brot, Brot, Brot. Was er an Kleidung brauchte, hatte er am Leib: die Uniformjacke, den Mantel, die Mütze in der Tasche. Den Helm würde er ebenso wegwerfen wie den Karabiner. Allenfalls die Pistole würde er behalten, mindestens, solange er noch auf Partisanengebiet war. Wer gerade welches Gebiet beherrschte, war nicht vorhersehbar: die Titopartisanen, die Tschetniks, selbst die Ustaschaleute garantierten nicht mehr, sich als Verbündete zu verhalten, jetzt, nach der Niederlage. Und Wölfe oder gar Bären kümmerten sich schon gar nicht um einen Kapitulanten. Gestern Abend hatte der Zugführer die Kapitulation verkündet, am 10. Mai. „Wir werden geschlossen und ehrenhaft in britische Gefangenschaft gehen!“, war sein Appell gewesen. Aber hinunter nach Rijeka waren es 30 Kilometer. Vielleicht erwarteten sie auf dem Weg schon Partisanen. Und woher wussten sie, dass die Engländer in der Hafenstadt noch das Heft in der Hand hatten, es nicht an die Titoisten übergeben hatten? Dann würden sie eher geschlossen in den Tod gehen.

Walter dachte nicht lange darüber nach, ob er nun ein Deserteur war. Selbst wenn ihn durch Zufall eine deutsche Einheit auf seinem Weg aufgriffe, könnte er immer sagen, dass alle anderen aufgerieben worden waren. Ob ihn „seine“ Leute verfolgten? Er hatte eine Stunde Vorsprung vor dem Wachwechsel. Eher würden sie annehmen, dass ihn Partisanen gekidnappt hatten. Vielleicht sollte er seinen Helm liegen lassen, als ob er ihn bei einem Angriff verloren hätte. Er legte den Helm umgedreht hinter den Stein, wo sein Rucksack verborgen war. Den schulterte er und ging zuerst vorsichtig, dann immer rascher auf der Höhenlinie nach Nordwesten. Die Nacht war klar, er konnte die Felsen sehen, die Sträucher. Erst weiter hinten begann der Wald, den er aufsuchen würde, wann immer es ging.

Mit allen notwendigen Umwegen hatte er etwa 800 Kilometer Weg vor sich. Aber er war mit seinen 35 Jahren Entbehrungen gewohnt, war immer viel gelaufen, nicht nur in den knapp zehn Monaten, die er jetzt beim SD war. Nicht freiwillig, beileibe nicht. Er hatte gehofft, das Kriegsende zuhause zu erleben, war er doch immer wieder zurückgestellt worden, weil er kriegswichtige Arbeit leistete. Er war Konstrukteur und technischer Zeichner bei Siemens und fertigte die Produktionszeichnungen für Flak-Scheinwerfer, für Geschützlafetten und anderes militärische Gerät an. Im Frühherbst 44 aber war es so weit: Sein Chef, Manfred Wagner, rief ihn zu sich. „Grund, ich kann Sie leider nicht mehr halten. Das hier ist ein Gestellungsbefehl vom SD, dem Sicherheitsdienst des Reichsführers SS. Melden Sie sich noch heute in der Süd-Kaserne in der Frankenstraße.“ Walter Grund schluckte. Ausgerechnet in die „SS-Kaserne“, wie sie im Volksmund hieß! Am Ende landete er als Aufsicht in einem Konzentrationslager! Dann schickten sie ihn nach Jugoslawien zur Partisanenbekämpfung. Schlimm genug, musste er mit der Einsatzgruppe E und im Einsatzkommando 16 an einigen Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung teilnehmen, ganze Dörfer in Kroatien entvölkern. Vielleicht hätte er noch gegen Soldaten gekämpft, aber wehrlose Zivilisten, gar Frauen und Kinder zu erschießen, das ging ihm zu weit. Das kleine Dorf in einer Mulde tauchte vor seinen Augen auf. Er war zur Sicherung eingesetzt, musste zusehen, wie seine Kameraden, nie mehr danach hatte er diese Bezeichnung wieder verwendet, wie sie Dorfbewohner außerhalb der Häuser zusammentrieben, wie sie in die Häuser eindrangen, schossen, wie sie die Zusammengetriebenen in eine Scheune pferchten, die Türen verschlossen und die Scheune anzündeten, anzündeten wie das ganze Dorf. Die mordlüsternen Schreie der SD-Soldaten mischten sich mit den entsetzten, todesängstlichen der Bewohner. Bei einer anderen Gelegenheit musste er mit in das Dorf gehen. Er „säuberte“ allerdings kein Haus, musste aber mit seinem vorgehaltenen Gewehr schießen, unter der Aufsicht des Untersturmführers. Er schoss konsequent darüber.

Nur einmal schoss er gezielt, als das Lager von Partisanen überfallen wurde und er in Beschuss geriet. Er wusste sein Leben nicht anders zu retten, als dass er auf das Mündungsfeuer in einem Gebüsch zielte. Als der Überfall vorüber war, suchte er nach der Leiche und fand einen jungen Kerl, noch keine zwanzig, der an einem Lungensteckschuss verblutet war.

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