Harro Pischon - Das Brot der Rache

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In den Jahren 1945 und 1946 zieht die Stadt Nürnberg Menschen aus ganz Europa an: In einem Internierungslager der US-Army für SS-Angehörige warten mehr als 10.000 Männer von überall her auf ihre Untersuchung. Aus Italien, aus Litauen und Polen kommen jüdische Partisanen, KZ-Häftlinge, Angehörige der Jewish Brigade Group, die zu der Gruppe NAKAM (d.h. Rache) gehören. Sie wollen die Deutschen büßen lassen für den Holocaust, für den Tod von sechs Millionen Juden. Es gibt zwei Pläne, einen Plan A (Tochnit Aleph) und Plan B (Tochnit Bet), von denen nur der letztere zur Ausführung kommt: das Vergiften des Brots für das Lager in Nürnberg-Langwasser.
Der Roman bewegt sich in fünf Erzählsträngen auf das Ereignis im April 1946 zu: Der Weg eines Kriegsheimkehrers von Kroatien nach Nürnberg, die Arbeit eines Nürnberger Kommissars, die Odysse eines Wilnaer Ghettobewohners durch deutsche Konzentrationslager, die Entwicklung eines jüdischen Partisanen bis zum Gründer und Leiter der Gruppe NAKAM und schließlich die Tätigkeit der Rächergruppe in Nürnberg.

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Erzählen ist Erinnern. Manès Sperber wollte „nur ein Erinnerer sein“. Wie Siegfried Lenz in seiner Laudatio für Sperber sagte, ist Erinnern immer auch Auflehnung gegen das Vergessen, gegen die Gleichmütigkeit der Geschichte, die über alles hinweggeht. Erinnern ist auch eine besondere Form der Liebe zu denen, deren Opfer vergeblich war, die stimmlos geblieben sind. Erinnern ist dazu das Bewahren von mutigen Menschen in schwierigen Zeiten, von solchen, denen die Menschlichkeit oft sogar mehr galt als das eigene Leben. Und Erinnern ist der Schmerz beim Erkennen von Irrtümern, der heilsame Schmerz.

Außer Joseph Harmatz hat keiner der Rächer etwas veröffentlicht über seine oder ihre Erlebnisse, Motive, Zweifel. Selbst die mündlich mitgeteilten Erinnerungen sind nicht verlässlich. Alles, was wir haben, sind Geschichten - so wie diese.

ABBAS BERICHT

1

Wilna, du friedliche Insel inmitten des Krieges, zwischen Russen und Deutschen, du „Jerusalem Litauens“, wie dich Napoleon 1815 genannt hat. 200 000 Menschen leben 1939 in deinen Mauern, ein Drittel davon Juden. Es gibt viele Fraktionen: die Zionisten, die Kommunisten, die Bundisten, die Orthodoxen und die Assilmilierten, die Litauer oder Polen sein wollten. Alle misstrauen sich gegenseitig, haben ihre eigenen Regeln und Rituale. Am 15. Juni 1940 marschieren die Russen in Wilna ein. Sie brauchen nur einzumarschieren, niemand wehrt sich. Sie lösen die Regierung auf, besetzen die Rundfunkstationen und – sie verbieten die zionistischen Jugendorganisationen, meine „Junge Garde“ und die „Betar“. Wir tauchen unter und treffen uns in Kellern. Es gibt heftige Diskussionen: Stalin befiehlt allen Flüchtlingen, die sowjetische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Wenn Juden sowjetische Staatsbürger werden, sind sie keine Flüchtlinge mehr, haben auch keinen Anspruch auf Ausreisepapiere nach Palästina. Sind sie keine Staatsbürger, können sie jederzeit vom NKWD verhaftet werden. Die meisten von uns lehnen die Staatsbürgerschaft ab und vertrauen auf ihr Glück. Danach werden Dutzende von Juden verhaftet, verurteilt und nach Sibirien abgeschoben, so auch der Betar-Führer Menachem Begin.

Im Juni 1941 greifen die Deutschen die Sowjetunion an, noch mehr Flüchtlinge suchen in der Stadt Zuflucht, verstopfen die Straßen nach Osten. Die Wehrmacht besetzt kurz darauf Wilna.

Anfang September 1941 räumen die Deutschen das alte Ghetto, verhaften jeden Juden, den sie erwischen und bringen sie in den nahe gelegenen Wald nach Ponar. Das Ghetto wird für seine neuen Bewohner vorbereitet, für dreißigtausend Juden statt tausend.

Verantwortlicher für das Ghetto ist ein SS-Offizier, der Standartenführer Franz Murer, ein fanatischer Antisemit. Er lässt die jüdischen Ghettobewohner arbeiten, sie sollen Munition oder auch Kleidungsstücke herstellen, Mützen, Mäntel, Stiefel. Der Winter steht bevor. Am Eingang zum Ghetto gibt es strenge Kontrollen, damit keine Lebensmittel oder andere Gegenstände ins Ghetto gebracht werden. Oft übernimmt Murer selbst die Durchsuchung und beteiligt sich an den Prügelstrafen, wird etwas gefunden. Seine Befehle werden von der litauischen Polizei, von der SS und den Einsatzgruppen ausgeführt.

Murer ernennt einen Judenrat, die für Ordnung sorgen soll und eine Art Selbstverwaltung darstellt. Außerdem gründet er auch eine jüdische Polizei und macht Jakob Gens zum Polizeichef. Gens diente in der litauischen Armee und verkehrte in den höchsten Kreisen. Er hätte nicht ins Ghetto gehen müssen, hätte nur seinen Namen ändern müssen, aber er ging freiwillig. Etliche junge Juden meldeten sich zum Polizeidienst, darunter auch eine Reihe von Mitgliedern der Jungen Garde. Sie sahen ihre Aufgabe darin, das Überleben der Juden durch Kleidung und Nahrung zu gewährleisten, bis der Krieg vorbei war. Ich glaubte nie an diese Form des gewaltlosen Widerstands, so wie sich die Deutschen gebärdeten.

Am 23. Oktober 1941 gehen die Arbeiter wie immer außerhalb des Ghettos arbeiten. Die zurückgebliebenen Familien sollen sich im Hof des Judenrats einfinden. Dann stürmen litauische Soldaten das Ghetto, schleifen jeden aus den Häusern, den sie erwischen. Am Ende des Tages werden sie viertausend Juden getötet oder verschleppt haben. Es war eine durchsichtige Aktion mit dem Ziel, Unfrieden zu stiften zwischen den Privilegierten mit Arbeitsscheinen und denen, die keine hatten.

Diese Aktionen wiederholen sich in der kommenden Zeit mehrfach, immer werden neue Arbeitsscheine verteilt, immer werden die Straßen und Häuser gestürmt und untersucht. Angeblich wurden die Bewohner „in den Osten umgesiedelt“. Es tauchen sogar Briefe mit estnischen oder weißrussischen Marken auf, die kurze beruhigende Botschaften enthalten. Wir sehen das als Fälschungen an. Einige von der Jungen Garde, die sich dafür eignen, sind auch Kuriere außerhalb des Ghettos, wie Lebke, der zufällig über das Aussehen eines blonden, kräftigen Deutschen verfügt und, wie er uns grinsend offenbart, noch nicht einmal beschnitten ist, weil er als Frühgeburt zu schwach war.

Ich bin seit November in einem Kloster außerhalb der Stadt untergetaucht, zusammen mit sieben weiteren Zionisten. Wenn wir draußen auf den Feldern arbeiten, tragen wir Nonnentracht.

Eine junge Jüdin besucht mich im Kloster und erzählt von einem Mädchen, das Massenerschießungen im Wald außerhalb von Wilna beobachtet und erlebt hat. Gens hat sie zum Schweigen verdonnert. Wir gehen ins Ghetto zum Krankenhaus und bitten das Mädchen Sara zu

erzählen.Lastwagen haben sie in den Wald gebracht. Auf einer Lichtung standen etwa 100 Menschen, sie wurden in Zehnergruppen aufgeteilt. Soldaten holten jeweils eine Gruppe, führten sie in den Wald, dann hörte man Schüsse. Als Saras Gruppe an der Reihe war, mussten sie ihre Kleider ausziehen und auf einen Haufen legen. Dann standen sie vor einer Grube mit leblosen Körpern. Die Russen hatten diese Gruben für Treibstofftanks ausgehoben. Dann kam der Befehl: „Auf die Knie!“, und es wurde geschossen. Sara wurde am Arm getroffen und wachte später auf, zwischen lauter Leichen. Sie wartete noch stundenlang, bis das Gegröle der litauischen und deutschen Soldaten aufhörte. Dann kroch sie über Gesichter, Arme und Körper von Leichen, zog sich aus der Grube, versteckte sich im Wald und schleppte sich endlich nach Wilna.

Exkurs über Franz Murer

1947 wird Franz Murer, der ehemalige stellvertretende Gebietskommissar von Wilna, auf seinem Hof in Admont in der Steiermark von den Engländern verhaftet. Sie liefern ihn an die Russen aus, auf deren Gebiet Wilna liegt. In der Sowjetunion wird er 1949 wegen „Mordes an sowjetischen Bürgern“ zu 25 Jahren Kerker verurteilt.

1955 verpflichtet sich die UdSSR im Rahmen des Staatsvertrages, alle Kriegsgefangenen nach Hause zu schicken. Dazu gehören auch Strafgefangene wie Franz Murer, wobei die Republik Österreich allerdings zugesagt hatte, solche Personen vor österreichische Gerichte zu stellen.

Der Heimkehrer zog sich auf seinen Hof zurück und wurde ein angesehenes Mitglied der ÖVP.

Simon Wiesenthal war der Meinung, es sei unerträglich, dass ein Mörder nach nur sieben Jahren Haft wieder in Freiheit sei. Die Justizbehörden erklärten Wiesenthal, russische Gefängnisse seien dreimal so hart wie österreichische, mithin habe Murer schon 21 Jahre abgebüßt. Neu verhandelt würde gegen Murer nur, wenn neue Tatbestände zutage kämen. Wiesenthal bot in der Folge siebzehn Zeugen für persönliche Morde Murers auf. Das Justizministerium reagierte nicht, Jahre hindurch, auch nicht auf zahlreiche in- und ausländische Eingaben. Wiesenthal tat das, was ihm immer wieder als „Nestbeschmutzung“ ausgelegt worden ist: Er ging an die Öffentlichkeit.

1963 geruhte die Justiz, einen Prozess gegen Franz Murer vor dem Grazer Geschworenengericht anzusetzen. Am vierten Prozesstag saßen Wiesenthal und der Zeuge Jakob Brodi zusammen im Grazer Hotel Sonne. Brodi war Zeuge für den Mord Murers an seinem Sohn David. In Wilna hatte die SS vor den Toren des Ghettos zwei Gruppen gebildet. In einer waren die Arbeitsfähigen, darunter Josef Brodi, in der anderen sein Sohn David. Sie waren für den Transport nach Ponary bestimmt. Während die beiden Gruppen noch warteten, versuchte der siebenjährige David zu seinem Vater hinüberzuschleichen. Ein Deutscher entdeckt und erschießt den Jungen. Auf Bildern hatte Jakob Brodi zweifelsfrei Franz Murer als Schützen erkannt.

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