Anhand von Beispielfällen wird das Ganze noch verdeutlicht und verständlicher.
Mein Begleiter durchs Leben und der Weg zu mir selbst!
In der Kindheit war es unser ständiger Weggefährte.
Sei es ein Teddy von der Großmutter genäht, ein gekauftes Tier oder sogar eine Filmfigur.
Unser Wegbegleiter gab uns Halt und Mut in fast allen Situationen.
Manchmal sprachen wir mit unserem Kuscheltier, wenn uns etwas auf dem Herzen lag, um uns besser zu fühlen. Es war sozusagen unser Freund fürs Leben und wir entwickelten eine starke Bindung, da es zu einem gewissen Grad unsere Persönlichkeit wiederspiegelte.
Im Laufe unseres fortschreitenden Alters versuchten wir die gleiche Offenheit und Vertrauen bei anderen Personen aus der Familie oder Freundeskreis zu finden.
Manche Dinge konnten wir trotzdem nicht mit diesen Personen teilen, da sie sehr intim waren.
Dies verdrängten wir und versuchten verzweifelt es durch “Grübeln“ zu lösen.
Zu Beginn hat es vielleicht noch funktioniert, jedoch sammelten sich diese Gedanken immer mehr in unserem Kopf.
Das Grübeln über uns selbst führte letztendlich zu der Frage, wer wir eigentlich sind.
Dieser Selbstzweifel und Selbstkritik führte letztendlich dazu, dass wir uns unbewusst veränderten und von gewissen Personen immer mehr distanzierten.
Auch wenn es von uns nicht beabsichtigt war, blieb unsere Veränderung vom Umfeld nicht unbemerkt.
Nicht selten stellte uns das Umfeld dazu Fragen, welche zur Irritation führten und im schlimmsten Fall die Distanzierung verstärkt wurde.
Hatte diese Isolation einen gewissen Grad erreicht, konnte das unser ganzes Leben beeinflussen.
Man könnte hier von der Vorstufe einer depressiven Verstimmung sprechen.
Nun stellt sich die Frage, wie man ein solches Szenario verhindern kann.
Auch wenn man es nicht glauben mag, sind es vor allem Dinge aus unserer Kindheit, welche uns helfen, sich selbst zu erkennen und uns weiter zu entwickeln.
Allem voran ist es das Kuscheltier, bzw. der Wegbegleiter aus der Kindheit, welcher am meisten hilft.
Die Bindung zu unserem Wegbegleiter aus der Kindheit spielt dabei eine maßgebliche Rolle, da wir uns ihm gegenüber offener äußern können als gegenüber realen Personen.
Vor allem aber ist es das Gefühl einen urteilsfreien Zuhörer bei uns zu haben, der zu jeder Zeit ein offenes Ohr für uns hat.
Auch in der Psychologie hat man früh erkannt, dass nichts hilfreicher ist, als ein offenes Gespräch.
Daher bildet dies die Grundlage für jede Form der Analyse und Therapie.
Das Kuscheltier dient in der Therapie lediglich als Ergänzung. Es kann jedoch keineswegs eine Therapie oder Gespräch mit realen Personen ersetzen.
Wir nutzen es vorwiegend außerhalb der Therapie, um im Anschluss die Resultate in und außerhalb einer Therapie zu analysieren.
Durch das laute Erzählen von Gedanken wird unser Kopf nicht nur entlastet, sondern wir analysieren uns damit selbst.
Da dies jedoch oft nicht zur vollständigen Lösung führt, kann man es mit weiteren Hilfsmitteln kombinieren.
Der größte Vorteil eines Kuscheltiers ist die Möglichkeit der freien Äußerung, ohne über deren Formulierungen nachzudenken. Dieses Problem tritt vor allem bei einer Konversation mit einer realen Person, oder auch einem schriftlichen Tagebucheintrag auf.
Dies bedeutet nicht, ein Tagebuch außer Acht zu lassen, da wir es als Hilfsmittel in Kombination mit einem Haustier und besonders unserem Kuscheltier sehr gut einsetzen können.
Haben wir uns selbst erkannt, stellen wir uns oft die Frage, wie man seine Situation, bzw. sich selbst verändern kann.
Je nach Äußerungen gegenüber dem Kuscheltier ergeben sich bereits beim Erzählen erste Erkenntnisse, welche im Anschluss den Weg zu einer eigenen kreativen Lösung offenbaren können. Führt dies nicht zu einer Lösung, kann man (so schizophren) es klingen mag, sein Kuscheltier für sich antworten lassen.
Dies sorgt dafür, dass wir uns in Bezug zum Umfeld setzen.
Hierdurch lassen sich die Gründe der Reaktion des Umfeldes in einer bestimmten Situation herausfinden.
Man darf dabei nie vergessen, dass es sich in diesem Fall um eine eigene Interpretation handelt. Ob die daraus gewonnenen Erkenntnisse tatsächlich in der Realität funktionieren, gilt es auszuprobieren, was vielen nicht leicht fällt.
Grund dafür ist die Furcht vor Konsequenzen, welche das Umfeld äußern könnte.
Dies ist jedoch ebenfalls nur ein theoretisches Konstrukt, welches es durch eigene Motivation zu überwinden gilt.
Als Vorstufe zur Kommunikation mit Personen können trotz eingeschränktem Feedback auch Haustiere von großem Nutzen sein.
Je nach Resultat und vielleicht sogar Feedback des Umfeldes können wir die Erkenntnisse erneut als Grundlage für eine Weiterentwicklung nutzen.
Zusätzlich kann es theoretisch auch als Hilfsmittel zur Bewältigung zukünftiger Vorhaben und auch zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung verwendet werden!
Wie wir sehen sind es vor allem die kleinen Dinge, die aus uns einen neuen Menschen machen und uns zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen.
Dies sollte für uns eine Bestätigung des Nutzens eines Kuscheltiers und anderer Wegbegleiter sein.
Für wen ist das Kuscheltier besonders geeignet?
Das Casting
Personen mit psychischen Störungen neigen aufgrund ihrer negativen Interpretationen von eigenen Erlebnissen oder mit dem Umfeld zur Isolation.
Besonders betroffen sind Einzelkinder, Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Personen, die aufgrund von Arbeits- oder Alltagsstress sich selbst vernachlässigen oder sich darin gestört fühlen. Im schlimmsten Fall kann auch eine Kombination mehrerer Faktoren vorliegen.
Es ist vor allem die Erkenntnis des “Andersseins“, welche die Isolation maßgeblich fördert. Dabei kommt es zu einer Fokussierung auf die Problematik.
Diese Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit in Bezug auf das Umfeld führt oftmals zu Vergleichen mit negativen Schlussfolgerungen.
Die Folge ist eine zunehmende Herabsetzung der eigenen Wertschätzung und des Selbst-bewusstseins.
Im Verlauf kommt es zu einer Abnahme der Motivation mit dem Umfeld zu agieren und letztendlich zur Isolation.
Personen mit größeren Familien oder Haustieren wachsen mit einer anderen sozialen Struktur auf.
Aufgrund von vermehrtem Feedback und Interaktionen mit ihrem Umfeld werden sie früh auf verschiedene Situationen vorbereitet und lernen entsprechend damit umzugehen.
Vor allem prägt und stärkt die Erkenntnis über Sinn und Zweck des jeweiligen Umgangs mit verschiedenen Situationen die eigene Persönlichkeit und macht sie selbstbewusster.
Daraus resultiert eine höhere Motivation mit dem Umfeld zu agieren und darüber zu reden.
Es wirkt sich im Verlauf positiv auf die eigene Kreativität aus eigene Lösungsstrategien für den Alltag und die Arbeit zu entwickeln.
Personen mit Haustieren kennen bereits die Grundzüge der Arbeit mit Kuscheltieren. Bei einem Haustier handelt es sich ebenfalls um einen Wegbegleiter, jedoch um einen nicht ganz so neutralen wie das Kuscheltier. Der Grund liegt darin, dass ein Haustier lebendig ist und je nach unserem Verhalten Feedback in Form von Ab- oder Zuneigung gibt.
Dies bezieht sich nicht nur auf unsere verbale Kommunikation, sondern auch nonverbale Dinge wie Füttern, schlagen oder ähnliches.
Hier sammeln diese Personen Erfahrungen ohne dabei ein Gespräch in gleicher Sprache zu führen.
Diese Erfahrungen lassen sich teilweise auch auf reale Personen des Umfeldes beziehen.
Mit der Kommunikation entlasten sich diese Personen psychisch und sind motivierter mit dem Haustier zu agieren und es auch in Situationen mit realen Personen anzuwenden.
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