So, nun aber wieder zu dir und mir, denn wir haben uns hier zusammengefunden, um ein wenig über die kommende Zeit zu plaudern, oder etwa nicht? Wenn nicht, dann tut es mir sehr leid, weil du ein Buch von mir lesen musst, dass dich bereits so früh enttäuscht hat. Aber keine Sorge, es kann ja auch noch besser werden,, und du entwickelst Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben.
Mein Standpunkt ist weiterhin, dass wir von den Medien mit Angst gefüttert werden, weil wir darauf reflektieren und daher konsumieren. Ich versuche meine Quellen, die mich mit Angst überhäufen, stark zu begrenzen und lese ein echtes Printmedium, sowie online Zeitungsseiten, von denen ich glaube, dass sie etwas mehr Journalismus enthalten als meine gehasste Bildzeitung, die ich nicht lese, weder Print noch Online.
Da ich nun auf den Zug der Angst aufgesprungen bin, möchte ich mit dir über diese schreiben und so damit ein wenig loswerden, aber auch nutzen, um weitere Gedanken und Fragen aufzuwerfen.
Natürlich ist es vom Grundsatz her immer ein Problem, wem man, was glauben soll. Welches Motiv steckt bei einer Nachricht dahin. Wir sind alle Menschen, die wahrscheinlich, wenn wir etwas beruflich machen, dem ein oder anderen Zwang unterliegen und daher nicht immer das von uns geben, was wir wirklich meinen, bzw. sogar die Tatsachen, die wir recherchiert haben.
Heutzutage ist es bei der Flut an Informationen tatsächlich das Problem, wie damit umzugehen ist. Wenn ich zudem auch noch am Rande mitbekommen, wie Herr Trump oder gewisse politische oder anders verwirrte Strömungen ihre Fake-News oder Verschwörungstheorien verbreiten, stellt sich das Ganze für die Leserschaft noch schwieriger da. Es fließen heutzutage einfach zu viele Dinge auf den „normalen“ Menschen ein, der aufgrund der wenigen Zeit, die er zu haben meint, nicht mehr wirklich filtern und unterscheiden kann. Jedoch glaube ich, dass unsere Spezies nicht nur „dumm“ sein kann, aber sich die wenigsten die Mühe machen, nicht dem einen Strom zu folgen, sondern über den berühmten Tellerrand blicken sollten oder es sogar versuchen.
Die Schreibkultur und vor allem, wie wir mit den Äußerungen anderer Menschen umgehen, ist dermaßen schwierig und zum Teil verroht, dass es Mühe kostet, sich „aufzulehnen“ und selbst zu hinterfragen.
Ich selbst bin natürlich nicht ganz frei davon und durfte bereits erleben, was ein Versuch auslöste, eine sachlich formulierte Frage auf einer öffentlichen Plattform zu schreiben. Die Kommentare waren derart blöde, dass ich sie gelöscht habe. Darüber ärgere ich mich wirklich, aber die Angst von den Flachnasen beschimpft zu werden, schwimmt mit. Beschleicht mich doch das Gefühl, dass es mittlerweile wirklich „Die Diktatur der Dummen“ (Witzer, Brigitte, Heyne Verlag, 29.04.2014, ISBN-13 978-3453200548) gibt? Es gibt ein tolles Buch mit diesem Titel, das mich sehr gefesselt hat.
Wie ich bereits erwähnte, möchte ich aber nicht daran glauben, dass es nur noch so ist, dass auf den, der am lautesten schreit, gehört wird, denn die stillen Töne sind meist die unüberlegten. Doch wie lange es noch so gehen wird, bis die stillen Menschen aufgeben, ist eine berechtigte Frage.
Dabei geht es nicht um Angst, sondern um Verzweiflung, weil einen das Gefühl beschleicht, dass es doch mehr oder weniger sinnlos zu sein scheint.
Aber in Bezug auf unsere Geschichte sollten gerade wir begreifen, dass es sehr wichtig ist, in einigen Fällen dagegen zu sein und unsere Stimme zu erheben und Fragen zu stellen. Leise oder laut ist in diesem Falle unwichtig, denn wie heißt es so schön? „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ oder so!
Nur wer völlig aufgibt, hat verloren und gehört damit zum Establishment, so oder so ähnlich! Wenn wir uns umschauen, sehen wir vielfach, wie viele der 68er, die noch auf die Straße gegangen sind, von den Rattenfängern in den Jahren danach eingefangen wurden und sich der totalen Anpassung unterworfen haben. Aber zum Glück für uns alle sind einige von ihnen anders geblieben! Diese Kultur der Andersartigkeit gilt es für uns weiterzuführen und sich einer breiten verwirrten Masse entgegenzustellen. Diese Form von Protest ist in einer Demokratie wichtig, denn zeigt es uns, dass wir in der Lage sind, gegen den Strom zu schwimmen, eine Minderheit zu bilden und deren Rechte zu vertreten. Wir dürfen nie vergessen, dass wir als eben diese Minderheit auch Rechte haben und diese vertreten dürfen.
Du merkst, dass es hier um die stillen Worte in diesem Kapitel geht und ich gerne mit Zitaten um mich werfe! Daher möchte ich diesen Text mit einem, in meinen Augen wundervollen, Satz ergänzen.
„Andere Wege haben auch schöne Steine!“
Wir erlauben in unseren Zeiten den anderen vielleicht zuviel und lassen es uns gefallen, weil wir der Meinung sind, dass es doch eh nichts bringen wird. Aber bitte vergesse nicht, dass alleine du und ich bereits eine Gruppe sind, die vielleicht ähnlich tickt und etwas verändern kann. Daher kann ich es dir nicht oft genug sagen, falls du meine anderen Texte gelesen haben solltest, weißt du, was nun kommt!
„Wenn du etwas ändern willst, dann kannst du es nur ändern, wenn du dich selbst änderst!“
Wir können unsere Kinder vielleicht „erziehen“, indem wir versuchen, unsere Werte und Ethik in ihren Köpfen pflanzen, aber stellen wir doch häufig genug fest, dass es unmöglich zu sein scheint, ihnen unsere Sichtweise aufzuerlegen. Wir können nicht einfach andere Menschen erziehen, also bleibt uns nur die andere Möglichkeit der Selbstveränderung. Veränderung ist immer eine Form von Entwicklung, bei der wir später sehen, wohin sie uns gebracht hat.
Aber zum Glück ist es niemals zu spät, uns dann erneut zu ändern und einen anderen Weg einzuschlagen.
Denk mal:
„Nichts ist so beständig, wie der Wandel!“
(Zitat: Heraklit)
So wie ich die Welt derzeit wieder einmal wahrnehme, frage ich mich, warum wir es nicht schaffen, einmal etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen? Wenn wir uns alle entschieden haben, keine Wale mehr zu jagen, zu töten und zu verspeisen, dann muss doch nicht ein Land wieder ausscheren! Das ist genau wie mit dem Atomwaffenabkommen aus dem Jahr 1987, das nun auf der Kippe steht, weil zwei Präsidenten meinen, dass sie im Recht sind. Das dabei alle Menschen betroffen sein können, scheint sie nicht wirklich zu kratzen. Auch so eine Situation hatten wir bereits auf diesem Planeten, wenn ich an die Könige, Kaiser und Zaren vor dem Ersten Weltkrieg denke. Da mussten Millionen von Menschen verstümmelt oder getötet werden, weil die Herren meinten, sie müssen nun aber endlich ihre Meinung durchsetzen.
Diese Verantwortungslosigkeit will mir nicht einleuchten. Wenn ich eine Entscheidung treffen, dann muss ich dafür die Verantwortung tragen, und zwar mit allen Konsequenzen. Dass es aber auf diesem Planeten Menschen gibt, die so viel Macht innehaben, dass sich Katastrophen auslösen können und sie augenscheinlich niemand bremsen kann, ist doch ein dermaßen erschreckender Gedanke. Oder siehst du es anders?
Vor allem, weil es immer wieder vorkommt, dass wir Menschen an die Spitze eines Landes wählen, oder sich Putschen lassen, die so ticken. Wir lernen demnach nicht und daher will Japan sich auch wieder dem Walfang widmen. Das Meer und dessen Bewohner gehören uns allen, wenn man von Besitz sprechen kann, da es um Lebewesen geht. Warum züchten die Japaner nicht einfach in riesigen Aquarien Nutzwale, die sie dann verspeisen können? Das machen wir alle doch bereits mit diversen Lebewesen. Aber dann würde der Rest der noch vorhandenen Natur geschont werden.
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