Anina Toskani - Braco - kleiner Bruder, großer Engel

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Anina Toskani schreibt seit der Kindheit. Mr. Bär findet ihre Texte und überredet sie zu veröffentlichen. Was mit Poesie und Kurzgeschichten begann, wird ein autobiografischer Roman. Als bei Queen Mum Deli die Alzheimer Dämonen auf der grünen Couch grassieren, beginnt ihre Suche. Da begegnet sie Braco's magischem Blick und eine Wende tritt ein.
Von Alzheimer, Burnout, Couchsurfing, Heilern, Hypnose, Jesus Christus, Pater Pio und heiligem Lachen erzählt sie mitreißend in Braco, kleiner Bruder – großer Engel.

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Das geschah im Frühjahr 2013, als ich wirklich, mit meinem Latein und meinen Nerven, völlig am Ende war und nicht wusste, wie ich die störrische Deli und ihre Bedürfnisse noch mit meiner Ganztagsarbeit inklusive der unbezahlten Überstunden und dazu unsere beiden kleinen Singlehaushalte unter einen Hut bringen sollte. Deli weigerte sich immer mehr, vor die Tür zu gehen. Sie saß nur noch mürrisch auf der grünen alten Velourcouch und grübelte über das Sterben nach. Auf vernünftige Ratschläge hörte sie schon lange nicht mehr.

An den nächsten Tagen vertiefte ich meine Braco-Forschungen und gelangte irgendwann an einen Punkt der inneren Einkehr, von dem es kein Zurück mehr gab. Ich spürte, dass etwas Besonderes am Werke war, eine Art Engel-Energie, die mein Leben intelligent neu zu organisieren und neue Prioritäten zu setzen schien. Alles, was ich in den vergangenen Jahren aufgebaut hatte, Operngesang, Bücher und meine Sehnsüchte und Träume, alles blieb auf der Strecke durch den Dschungel des Alltags mit Deli und den Dämonen. Es kam mir oft vor, als sei mein normales Dasein in einen Abgrund oder eine Bergspalte gerutscht und mir einfach so durch die Finger geglitten, in eine dunkle Ungewissheit, von der ich nicht wusste, wann sie enden würde.

Ich war schon erschöpft durch den Vollzeitjob für ein Team aus zwei Chefs und 20 Kollegen, obwohl es im Büro recht gesittet zuging. Und doch fühlte ich mich ausgelaugt, wenn ich abends heimkam. Deli saß den lieben langen Tag daheim in ihrer Droschkenkutscherhaltung, grübelnd oder an besseren Tagen in der kleinen Wohnküche am Fenster, um die Nachbarn und Vorübergehenden auf dem Innenhof zu beobachten. Von denen wusste sie so gut wie alles über ihre Beziehungen und die Kinder. Daheim kümmerte sie sich nicht mehr um die Wohnung. Sie ließ alles vergammeln, räumte kaum auf, putzte und spülte sehr nachlässig. Der Haushalt wurde mehr und mehr zum Desaster. Delis Gemütszustand und ihr oft aggressives Verhalten zehrten an meinen Nerven viel mehr als sämtliche Kollegen und der Stress im Büro. In mir entstand mit der Zeit eine große Leere, eine Art Vakuum, das nur von der sanften heiteren Energie von Bracos Blick durchbrochen wurde. Dann fühlte ich mich manchmal wie von Engelsschwingen getragen. All diese Veränderungen kamen überraschend, unbegreiflich, schleichend, dass auch der Verstand sie nicht nachvollziehen konnte. Der Alltag war wie verhext, denn, nach jedem kleinen Aufschwung bei Deli, den ich mit einem seligen Lächeln begrüßte, ging es hernach noch tiefer bergab in den Abgrund.

Wieder saß ich eines Abends vor dem Computer und starrte gebannt in Bracos Augen, da stand plötzlich die Zeit still. Ich betrat einen Raum innerer Leere, so als ob alles plötzlich verschwinden würde. Das geschah in Sekundenbruchteilen, mein Denken geriet außer Funktion. Der Verstand blieb stehen wie eine Küchenuhr, das Plappern des inneren Dialoges stoppte. Die innere Stimme fand einfach keine Worte und hatte vor Schreck, bei ihrem üblichen Gebrabbel von überflüssigen Kommentaren, den roten Faden verloren. Mir fiel einfach gar nichts mehr ein, ich war nur da und erlebte das aus der Beobachterposition. Ich lächelte und seufzte tief. Dann empfand ich eine erfrischende Ruhe und eine Art Heiterkeit im Innern. Eine unbekannte Lust, einfach drauflos zu lachen über das ganze Drama unseres Erdendaseins, blubberte wie die allererste Fontäne eines Springbrunnens aus meinem Bauch herauf. Seit Jahren hatte ich wahrhaftig mit Deli so gut wie nichts mehr zu lachen gehabt, ganz im Gegenteil. Oft hatte ich mich dann, sehnsüchtig, an die gute alte Zeit, am Mädchengymnasium in Düren, erinnert, als ich dreizehn war.

Deli auf dem Balkon an der Nähmaschine Wir wohnten in Norddüren im - фото 5

Deli auf dem Balkon an der Nähmaschine

Wir wohnten in Norddüren im Ausländerviertel. Deli hatte mit der Änderungsschneiderei alle Hände voll zu tun, da blieb oft keine Zeit zum Kochen und so machten wir mittags eine Sahnetortenschlacht, mit den Torten, die wir bei der Bäckerei in der Nachbarschaft kauften. Mit ihren geschickten Händen besserte Deli so unsere schmale Haushaltskasse auf und saß oft nächtelang, Nadel und Faden schwingend, auf dem großen alten Werktisch im Badezimmer. Unser Bad war ein langer Schlauch und der einzige Ort, wo sie ihre Nähmaschine und den Tisch hatte aufstellen können. Manchmal lag ich abends in der Badewanne, schaute ihr bei der Arbeit zu und wir lachten Tränen, wenn sie ihre kölschen Witze zum Besten gab. Mir kamen nun Tränen liebevoller Erinnerung, als ich an unsere Verschwörung vor 40 Jahren dachte. Wir hielten dicht und verrieten Vati nie, dass Deli keine Zeit hatte, mittags zu kochen und wir uns oft mit Sahnetorte den Bauch vollschlugen.

2013 war dann in München wirklich der Anfang vom Ende. Ich saß abends daheim vor dem Bildschirm: ratlos, orientierungslos, total ausgebrannt. Mit der Kraft der allerletzten Hoffnung saß ich nachts oft vor Bracos Livestream und seinen Videos auf DVD, die ich inzwischen von den Events mitgebracht hatte. Damit verdrängte ich meine Sorgen. Trotzdem wurde mir im Laufe einiger Wochen mit Braco klar, dass mein bisheriges Leben zu Ende war. Eine neue Ära musste anbrechen, aber wie, wo und wann, wusste ich nicht. Mühsam hatte ich viele Jahre in meine Operngesangsausbildung und die Stimme investiert. Am Ende waren Lehrbücher über Belcanto dabei herausgekommen. Doch, während der letzten Jahre, war auch meine Stimme, die ein Barometer für meinen Seelenzustand war, trotz meines umfangreichen Repertoires an Arien, wie ein Brunnen in der Wüste ausgetrocknet. Ich war ins Schweigen gefallen, fühlte mich fast nur noch in völliger Stille und Einsamkeit wohl. Mit Deli konnte ich oft diese Stille teilen, denn sie wurde auch von Tag zu Tag wortkarger, sprach nie mehr als nötig. Trotzdem fühlten wir uns gemeinsam wohl bei diesem Schweigen. Wir saßen oft beim Frühstück beieinander, still vertraut, schlürften Kaffee und Tee und starrten in das Flämmchen der Kerze, die ich auf den Tisch gestellt hatte. Dabei genoss Deli meine Anwesenheit sehr. Nur, wenn sie schlecht gelaunt war, aggressiv oder unruhig, musste ich mich fernhalten, Sie war dann ungenießbar und ich versank nach kleinen Auseinandersetzungen mit ihr jedesmal in Trübsal.

Da munterte mich Braco’s Blick am Wochenende wieder auf, wenn ich mich in meiner Not für einige Tage in eine Art Abstinenz von Menschen und Gedanken zurückzog, um neue Kraft zu schöpfen. Ich versuchte mich von den Sorgen zu lösen, denn ich war in den vorangegangenen drei Jahren immer stiller und einsamer geworden. Soziale Kontakte waren abgebröckelt, nach und nach ganz verschwunden; ich blieb daheim und ging tief in mich. Aus meiner lange zurückliegenden Scheidung, bei der, vor Jahren, meine Stimme zum ersten Mal zerbrochen war, wusste ich, dass meine Stimme das Barometer für mein Befinden ist. Ich verstummte und ließ es zu. Doch dabei nutzte ich meine einsamen Abende, nachzuforschen, wer Braco wirklich war: ich las und googelte alles, was ich an Details im Internet fand. Die erstaunlichen Heilungszeugnisse der Menschen, die seit 1995 zu Braco kamen, bewegten mich tief. Da war von regelrechten Wundern die Rede, von Heilung von Krebs, Diabetes, psychischen Belastungen, Nervenkrankheiten und so-gar angeborenen Anomalien. Braco hatte etwas, das spürte ich, nach dem ich tief in meinem Inneren suchte, eine Nahrung, die Kraft gab, ein Quäntchen stilles Glück, das ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Er besaß eine Leichtigkeit und Schlichtheit, ja eine Bescheidenheit, die sein Schweigen beredt machte und seine Präsenz heilend wirken ließ. Manchmal konnte sich sogar Deli dafür begeistern und saß mit mir vor dem Computer, um Braco’s Videos anzuschauen. Dann sah ich selten genug wieder ein Lächeln über ihre Züge huschen. Ja, Braco’s Blick tat ihr gut, obwohl sie irgendwie Angst vor einer Begegnung mit ihm hatte.

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