Ron Müller - Das Zwillingsparadoxon

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Doktor Geiger verabreicht einem Mann eine Überdosis Morphin und zeichnet mit Präzisionswaagen das Gewicht des Sterbenden auf. Nachdem er weitere Patienten tötet, wird kurze Zeit später auch die Leiche des Mediziners gefunden.
Henning, sein älterer Sohn, zeigt sich vom ungeklärten Tod des Vaters wenig beeindruckt. Die Beerdigung empfindet er als Farce, die trauernde Familie geht ihm auf die Nerven. Am liebsten würde er mit dem Thema abschließen, wären da nicht die Mitteilungen in der Presse, für deren Erscheinen sein Vater noch zu Lebzeiten gesorgt hatte.
Immer mehr Augen richten sich auf die Geigers Hinterlassenschaft. Ständig kommen neue Informationen zutage. Bis Henning keine andere Wahl bleibt, als gemeinsam mit der jungen Ärztin Ewa und dem Journalisten Martin den Hinweisen auf den Grund zu gehen. Je mehr sie über die Todesursache herausfinden, umso deutlicher werden die Anzeichen für eine Verschwörung. Das Leben seines Vaters, wie Henning es kannte, war eine Fassade. Und je weiter sie dahinter blicken, umso besser erkennen sie die Gefahr für jeden, der dem Vermächtnis des Doktors zu nahe kommt.

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»Ihr Narren, als ob es für das Leben nur das Atmen bräuchte. Verzweifelt quälte sich die Lunge, um sich am Tag eurer Entbindung mit mehr als nur mit Sauerstoff zu füllen. Denn Luft allein reicht nicht, um ein so junges Leben von der ersten zur nächsten Minute zu retten – brüllend, weil Lungen brennen, wenn sie versuchen, etwas von dem in sich hineinzuziehen, das den Ort einer Geburt umgibt, und von dem ihr noch nicht mal wisst, dass es existiert.«

Er stach die zweite Spritze in den Arm des ausgemergelten Alten. Die Folgen bekam der Arzt nicht mit. Zu heftig riss es ihn für einen Augenblick aus dem Bewusstsein.

Eher tot als lebendig nahm Doktor Geiger die letzten Momente wahr. Der ausstrahlende Schmerz in der linken Brusthälfte verließ ihn nicht mehr. Die Beine und eine Körperhälfte versagten. Nur der Wahn funkelte nach wie vor aus seinen Augen. Mit den Zähnen zog er die Kappe von der Spritze, um den übrig gebliebenen Patienten in den Tod zu reißen. Er vermochte sich nur noch mit dem Oberkörper vom Boden aufzustemmen, langte mit dem Arm auf das Bett, um die Kanüle in den Bauch des Opfers zu rammen.

»Ihr habt keine Vorstellung davon, was ich der Nachwelt mitgebe!«

Als die Tür aufgestoßen wurde, fand man Doktor Geiger beinahe tot auf. Sein Kopf war auf dem Boden aufgeschlagen und lag in einer Blutlache.

Steiner würde später bei der Befragung den Zweck des Versuches zu Protokoll geben. Seine Antwort sollte sich von seinem tatsächlichen Kenntnisstand weit entfernen. Den Ermittlern musste es so vorkommen, als sei es völlig unerheblich, welche Heimbewohner an diesem Tag durch die Hand des Arztes starben.

Dieser Eindruck war unbestreitbar richtig.

2

Die Temperatur im Kühlbereich lag einige Grad über null. Der Angestellte hatte den zuvor gelieferten Leichnam entkleidet und auf die Metallbahre von Fach acht gehievt. Mit einem Tuch bedeckte er notdürftig dessen Schritt. Auseinandergefaltet hätte der Stoff auch für den gesamten Körper gereicht, aber die Mühe machte er sich nicht.

Meist ließen sich vom Gesichtsausdruck eines Toten Rückschlüsse auf die Umstände ziehen, unter denen dieser ums Leben gekommen war – in diesem Fall nicht. Doktor Geigers Miene war keineswegs schmerzverzerrt, nicht einmal angsterfüllt. Wüsste man nicht, dass der Tod ausnahmslos etwas Furchtbares sei, müsste man glauben, er habe sich seiner in einem glücklichen Augenblick angenommen.

Mit immenser Kraftanstrengung schob der Angestellte die fünfundachtzig Kilo in Position und legte die Arme eng an das Becken, damit sie in das Fach passten. Bei der acht und der drei waren die Führungsschienen ausgeleiert und hatten so viel Spiel, dass die Bahre nicht mehr in der Waagerechten war. Dort mussten die Verstorbenen somit etwas aufwärts bis in die Arretierung gewuchtet werden. Hielt man dabei nur einen Zentimeter zu früh an, rollte die Bahre wieder heraus und das Ganze begann von vorn. Bis siebzig Kilo mochte es gehen – alles darüber war eine elende Plackerei.

Beim dritten Versuch rastete die Halterung ein. Geschafft warf der Mitarbeiter der Pathologie die Tür des Fachs zu. Der Schwung reichte nicht aus. Einen kleinen Spalt blieb sie offen. Er bemerkte es nicht. Nur noch kurz den Geruch der Verstorbenen von sich abwaschen, der nur Einbildung war, weil nicht mehr als das allgegenwärtige Formalin in die Nase steigen konnte. Danach den Computer herunterfahren und umziehen. Dann wäre er im Wochenende.

Ein dünn geschnittener Teil Tageslicht fiel auf Doktor Oswald Geiger. Sein Körper fing an, die Temperatur des Kühlraumes anzunehmen, langsam, vorerst äußerlich, doch bis zum folgenden Morgen hätte er der Kälte wenig entgegenzusetzen.

Zu Lebzeiten hatte er mehr als ein Mal daran gedacht, notariell zu verfügen, dass ihm nach Feststellung des Todes ein Arzt eine Spritze setzen muss. Ein Giftcocktail, der ihn spätestens dann endgültig aus dem Leben nähme – eine letzte Versicherung.

Es gab nie einen konkreten Anlass, aber die Furcht irgendwann in einem Sarg unter der Erde aufzuwachen, wurde alle paar Jahre durch zweifelhafte Geschichten belebt.

3

Es war an einem Dienstag, einem frühen Nachmittag, als Henning bewusst wurde, dass jemand fehlte. Die vergangenen Tage über hatte er Zeit gehabt, die Tatsache anzunehmen. Doch er war meist zu betrunken oder auf eine andere Weise abgelenkt. Also entschied sich sein Innerstes, damit bis zu diesem Zeitpunkt zu warten, als er allmählich ausnüchterte.

Henning war nicht der Typ, den man in einem Café fand. Aber er war verkatert, ausgehungert und brauchte endlich einen anständigen Kaffee – nicht so einen maschinengefilterten.

Café Central. Der Name ließ Großes vermuten, einen Ort, der das Leben einer Stadt zu bündeln in der Lage war. Mehr noch, da die Zeiten Generationen zurücklagen, in denen man Central mit »C« schrieb.

Man könnte Henning als herablassend beschreiben, aber so abseits – zwar innerhalb der Altstadt, aber doch eine entscheidende Nebenstraße vom Strom der Touristen und damit von allem entfernt – fehlte ihm für den Namen des Ortes jegliches Verständnis, der zu allem Übel keine Geschichte vorzuweisen, sondern erst im vergangenen Jahr eröffnet hatte.

Dennoch befand er sich an ebendiesem, getrieben von dem, was ihm passierte, aber noch nicht in ihm angekommen war. Um dies zu ändern, bedurfte es lediglich eines Kaffees. Richtigerweise bedurfte es nur eines bestimmten Augenblicks, in dem er rein zufällig Kaffee trank.

»Eine kenianische oder brasilianische Mischung? Neu ist der Arabica«, fragte ihn eine Frau Anfang zwanzig nach knapper Begrüßung.

»Wenn ich von Ihnen wissen wollte, ob sie lieber französischen oder südafrikanischen Wein bevorzugen, wäre die Frage nicht ebenso unsinnig?«, maulte Henning. »Als ob es in bestimmten Ländern nur Gutes und anderswo ausschließlich Schlechtes gäbe. Wie viele brasilianische Kaffees gibt es. Hunderte? Und schmecken die nicht alle unterschiedlich?«, brabbelte er in seinen Bart, der zwischen Kinn und Oberlippe exakt in schmaler Linie geschnitten war. Er lenkte vom Doppelkinn ab, das sich nicht mehr leugnen ließ.

Sie brachte ihm die Tagesempfehlung in einer Miniaturausgabe eines Kaffeebereiters. Ein Glasgefäß mit einem Stempel, den sie langsam nach unten drückte. Henning bekam es nicht mit. Er starrte aus der leicht bronzefarben getönten Scheibe auf das gegenüberliegende Geschäft. Minutenlang.

Ist noch alles in Ordnung bei Ihnen?«

Henning schreckte auf. Da war sie wieder, die oberflächliche Bedienung.

»Sicher«, winkte er die Nachfrage ab – sie galt nicht seinem Wohl, sie sollte nur sicherstellen, dass er nicht länger als nötig einen der guten Fenstertische blockierte, ohne etwas zu sich zu nehmen.

Er schenkte sich ein.

Heiß war der Kaffee und dunkel. Es fiel ihm auf, wie gut die kleine Kanne die Temperatur behielt. Als hätte man eben erst aufgegossen.

Vorsichtig hob er die Tasse, berührte sie mit der Unterlippe. Er atmete nicht durch die Nase – der Duft interessierte nicht. Auch kein Tropfen sollte vorerst seinen Mund treffen, dafür neigte er das Geschirr zu wenig. Die Lunge zog lediglich in tiefen Zügen den aufsteigenden Dampf in den Rachen und versuchte ihn zu schmecken. Etwas bitter , empfand er, doch wahrscheinlich war das nur Einbildung.

In diesem Moment erreichte Henning schlagartig das, was die meisten seiner Verwandten seit Tagen Schwarz tragen ließ. Es hatte in seinem speziellen Fall einen fahlen Beigeschmack und nichts mit Trauer zu tun, aber von einer Sekunde auf die nächste wurde deutlich, dass es etwas zu ersetzen galt, auf dem seine gesamte Vergangenheit aufbaute.

Henning Geiger hatte keinen Respekt vor seinem Vater. Schließlich distanzierte er sich zu Lebzeiten so weit von ihm, wie es nur möglich war. Dennoch fehlte er.

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