Hermann Hesse - Die Morgenlandfahrt
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- Название:Die Morgenlandfahrt
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- Издательство:Suhrkamp Verlag
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- Год:1990
- Город:Frankfut am Main
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Beruhigend klopfte mir der Sprecher auf den Arm, als er meine Bestürzung und tiefe Beschämung sah.
Und schon hörte ich auch den Obersten der Obern wieder sprechen.
„Angeklagter und Selbstankläger H., Sie sind freigesprochen.
Es muß Ihnen noch mitgeteilt werden, daß der in einem solchen Prozeß freigesprochene Bruder die Pflicht hat, in die Schar der Oberen einzutreten und einen ihrer Sitze einzunehmen, sobald er ein Probestück seines Glaubens und Gehorsams abgelegt hat. Die Wahl des Probestücks ist ihm freigestellt. Antworte mir nun, Bruder H., auf meine Fragen:
Bist du bereit, zur Erprobung deines Glaubens einen wilden Hund zahm zu machen?“
Ich schauderte zurück. „Nein, ich könnte es nicht“, rief ich abwehrend.
„Bist du bereit und willens, auf unsern Befehl unverzüglich das Archiv des Bundes zu verbrennen, so wie jetzt der Sprecher einen Teil davon vor deinen Augen verbrennt?“
Es trat der Sprecher vor, griff in die wohlgeordneten Zettelkästen, langte beide Hände voll Zettel heraus, viele Hunderte von Zetteln, und verbrannte sie zu meinem Entsetzen über einem Kohlenbecken.
„Nein“, wehrte ich ab, „auch das könnte ich nicht.“
„Cave, frater“, rief der Oberste der Obern mir zu, „sei gewarnt, stürmischerBruder! Ich habe mit den leichtesten Aufgaben begonnen, zu welchen es den kleinsten Glauben braucht. Jede folgende Aufgabe wird schwerer und schwerer sein. Antworte: Bist du bereit und willens, den Bescheid unsresArchives über dich selbst zu erfragen?“
Mir wurde es kalt, und der Atem wollte mir stocken.
Aber ich hatte begriffen: Frage um Frage würde schwerer und schwerer werden, es gab kein Entrinnen als in das noch Schlimmere. Tiefatmend stand ich und sagte ja.
Der Sprecher führte mich zu den Tischen, wo die Hunderte von Zettelkästen standen, ich suchte und fand den Buchstaben H., fand meinen Namen,und zwar zuerst meinen Vorfahren Eoban, der vor vierhundert Jahren ebenfalls Mitglied des Bundes gewesen ist, dann kam mein eigener Name, mit dem Hinweise:
Chattorum r. gest. XC.
civ. Calv.infid.49
Das Blatt zitterte mir in der Hand. Indessen erhoben sich die Oberen einer um den ändern von ihren Sesseln, reichten mir die Hand, blickten mir in die Augen, danach ging jeder davon, es leerte sich der Hohe Stuhl, als letzter kam der Oberste der Obern vom Thron herab, reichte mir die Hand, blickte mir in die Augen, lächelte sein frommes dienendes Bischofslächeln und verschwand als letzter aus dem Saale. Allein blieb ich zurück, den Zettel in der Linken, an den Bescheid des Archivs verwiesen.
Ich brachte es nicht über mich, sofort den Schritt zu tun und das Archiv über mich zu befragen. Zögernd stand ich im leeren Saal und sah weithin die Kästen, Schränke, Nischen und Kabinette sich dehnen, die Aufhäufung alle s Wissenswerten, das er für mich irgend geben konnte. Aus Furcht ebensosehr vor meinem eigenen Zettel wie aus brennendem Wissensdurst erlaubte ich mir, mit meiner eigenen Angelegenheit noch ein wenig zu warten und erst noch dies oder jenes in Erfahrung zu bringen, was für mich und für meine Geschichte der Morgenlandfahrt wichtig war. Freilich wußte ich im Grunde längst, daß diese meine Geschichte schon verurteilt und begraben war und daß ich sie nie zu Ende schreiben würde. Aber neugierig war ich doch sehr.
Aus einem der Zettelkästen sah ich einen schlecht eingelegten Zettel schräg aus den ändern herausragen.
Ich ging hin, zog den Zettel heraus, er lautete:
Morbio Inferiore.
Kein anderes Schlagwort hätte den innersten Kern meiner Neugierde kürzer und genauer bezeichnen können. Mit leichtem Herzklopfen suchte ich im Archiv die Stelle auf. Es war ein Archivfach, mit ziemlich vielen Papieren angefüllt. Obenauf lag die Kopie einer Beschreibung der Schlucht von Morbio aus einem alten italienischen Buch. Dann ein Quartblatt mit kurzen Nachrichten über die Rolle, welche Morbio in der Bundesgeschichte gespielt hat. Sämtliche Nachrichten bezogen sich auf die Morgenlandfahrt, und zwar auf die Etappe und Gruppe, zu der ich gehört hatte. Unsre Gruppe, so war es hier verzeichnet, war auf ihrer Fahrt bis Morbio gekommen, dort aber einer Prüfung ausgesetzt worden, die sie nicht bestand: dem Verschwinden Leos. Obgleich uns die Bundesregeln hätten führen sollen, und obgleich sogar für den Fall, daß eine Bundesgruppe führerlos bleiben sollte, Vorschriften bestanden und uns beim Antritt der Fahrt eingeschärft worden war, hatte doch unsre ganze Gruppe vom Augenblick an, wo wir Leos Fehlen entdeckten, den Kopf und den Glauben verloren, war ins Zweifeln und unnütze Debattieren geraten, und am Ende hatte sich die ganze Gruppe, jedem Bundesgeiste zuwider, in Parteien zerspalten und war auseinander gelaufen. Diese Erklärung des Unheils von Morbio konnte mich nicht mehr so sehr überraschen. Dagegen war ich außerordentlich erstaunt über das, was ich über die Spaltung unsrer Gruppe weiter zu lesen bekam.
Es hatten nämlich nicht weniger als drei von uns Bundesbrüdern den Versuch gemach t,eineGeschichte unsrer Reise und eine Darstellung des Erlebnisses von Morbio zu geben. Einer von diesen dreien war ich, und es lag denn auch eine saubere Kopie meines Manuskriptes mit im Fache. Die beiden ändern durchlas ich mit den wunderlichsten Gefühlen. Die beiden Autoren schilderten die Vorgänge jenerTage im Grunde nicht viel anders, als ich es getan hatte, und doch, wie anders klang es für mich! Bei dem einen las ich:
„Es war das Ausbleiben des Dieners Leo, das uns plötzlich und grausam die Abgründe von Uneinigkeit und Ratlosigkeit enthüllte, welche unsern bisher anscheinend so festen Zusammenhalt zerrissen.
Einige von uns wußten oder ahnten zwar sogleich, daß Leo weder verunglückt noch davongelaufen, sondern daß er von der Bundesleitung heimlich abberufen worden sei. Wie schlecht wir aber diese Prüfung bestanden, daran kann gewiß keiner von uns ohne die tiefste Reue und Beschämung denken.
Kaum hatte Leo uns verlassen, so waren Glaube und Einmütigkeit unter uns zu Ende; es war, als liefe aus unsichtbarer Wunde das rote Blut des Lebens aus unsrer Gruppe fort. Es brachen erst Meinungsverschiedenheiten, dann offene Streitigkeiten aus um die unnützesten und lächerlichsten Fragen. Ich erinnere mich zum Beispiel, daß unser so beliebter und verdienstvoller Kapellmeister, der Violinspieler H. H., plötzlich die Behauptung aufstellte, der entlaufene Leo habe in seinem Trägersack unter ändern Wertgegenständen auch den uralten heiligen Bundesbrief, die Urhandschrift des Meisters, mitgenommen! Es wurde über diese Frage allen Ernstes tagelang gestritten. Symbolisch genommen war H.s absurde Behauptung freilich merkwürdig sinnvoll: in der Tat war es, als sei mit dem Abgang Leos unsrer kleinen Heeresgruppe der Segen des Bundes, der Zusammenhang mit dem Ganzen, völlig verlorengegangen. Ein trauriges Beispiel war ebenjener Musiker H. H. Bis zum Tag von Morbio Inferiore einer der treuesten und gläubigsten Bundesbrüder, außerdem als Künstler beliebt und trotz mancher Charakterschwächen eins unsrer lebendigsten Mitglieder, verfiel er jetzt in Grübelei, Depression und Mißtrauen, wurde in seinem Amt mehr als nachlässig, begann unverträglich, nervös, streitsüchtig zu werden. Als er schließlich eines Tages auf dem Marsche zurückblieb und sich nicht wieder einfand, kam niemand auf den Gedanken, seinetwegen haltzumachen und nach ihm zu forschen, die Fahnenflucht war evident.
Leider war er nicht der einzige, und am Ende ist von unsrer kleinen Fahrtgruppe nichts übriggeblieben…“
Bei dem ändern Historiker fand ich diese Stelle:
„Wie mit Cäsars Tode das alte Rom oder wie mit Wilsons Fahnenflucht der demokratische Weltgedanke, so brach mit dem unseligen Tag von Morbio unser Bund zusammen. Soweit hier von Schuld und Verantwortungen gesprochen werden darf, waren schuldig an diesem Zusammenbruch zwei anscheinend harmlose Mitbrüder: Der Musiker H. H. und Leo, einer der Diener. Diese beiden, bis dahin beliebte und treue Anhänger des Bundes, wennschon ohne Verständnis für dessen weltgeschichtliche Bedeutung, diese beiden waren eines Tages spurlos verschwunden, nicht ohne manche wertvolle Besitztümer und wichtige Dokumente mitlaufen zu lassen, was darauf schließen läßt, daß die beiden Elenden von mächtigen Gegnern des Bundes gekauft worden sind…“
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