Hermann Hesse - Die Morgenlandfahrt

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Die Morgenlandfahrt: краткое содержание, описание и аннотация

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Schließlich zuoberst in dem unendlichen Gebäude kamen wir in ein Dachgeschoß, wo es nach Papier und Karton roch und wo die Wände entlang, viele Hunderte von Metern, Schranktüren, Bücherrücken und Aktenbündel starrten: ein riesiges Archiv, eine gewaltige Kanzlei. Niemand kümmerte sich um uns, alles war lautlos beschäftigt; mir kam es vor, als werde von hier aus die ganze Welt samt dem Sternhimmel regiert oder doch registriert und bewacht. Lange standen wir und warteten, um uns her eilten lautlos, mit Katalogzetteln und Nummern in den Händen, viele Archiv- und Bibliotheksbeamte, Leitern wurden angelegt und bestiegen, Aufzüge und kleine Rollwagen bewegten sich zart und leise. Endlich fing Leo zu singen an.

Ergriffen hörte ich die Töne, einst waren sie mir so vertraut gewesen, es war die Melodie eines unsrer Bundeslieder.

Auf den Gesang hin kam alsbald alles in Bewegung.

Die Beamten zogen sich zurück, der Saal verlängerte sich in verdämmernde Fernen, klein und unwirklich in den riesigen Archivlandschaften der Hintergründe arbeiteten die fleißigen Menschen, die Nähe aber wurde weit und leer, feierlich dehnte sich der Saal, in seiner Mitte streng geordnet standen viele Sessel, und es kamen teils aus den Hintergründen, teils aus den zahlreichen Türen des Raumes viele Obere, welche lässig auf die Sessel zugingen und allmählich auf ihnen Platz nahmen. Eine Sesselreihe um die andere füllte sich langsam, in allmählicher Steigung erhob sich der Aufbau und gipfelte in einem hohen Throne, welcher noch nicht besetzt war. Bis zum Throne hin füllte sich das feierliche Synedrion. Leo sah mich an, mit einem Blick der Mahnung zu Geduld, zu Schweigen und Ehrfurcht, und verschwand zwischen den vielen, unversehens war er weg, und ich konnte ihn nicht mehr entdecken. Wohl aber sah ich da und dort zwischen den Oberen, die sich zum Hohen Stuhl versammelten, bekannte Gestalten ernst oder lächelnd erscheinen, sah die Gestalt des Albertus Magnus, des Fährmanns Vasudeva, des Malers Klingsor und andre.

Endlich war es still geworden, und es trat der Sprecher vor. Allein und klein stand ich dem Hohen Stuhle gegenüber, auf alles gefaßt, voll tiefer Angst, aber ebenso voll tiefen Einverständnisses mit dem, was hier geschehen und beschlossen werden würde.

Hell und ruhig klang die Stimme des Sprechers durch den Saal. „Selbstanklage eines entlaufenen Bundesbruders“, hörte ich ihn ankündigen. Mir zitterten die Knie. Es ging mir ans Leben. Aber es war gut so, es mußte nun alles in Ordnung kommen.

Der Sprecher fuhr fort.

„Sie heißen H. H.? Waren mit beim Marsch durch Oberschwaben, beim Fest in Bremgarten? Haben kurz nach Morbio Inferiore Fahnenflucht begangen?

Sind geständig, eine Geschichte der Morgenlandfahrt schreiben zu wollen? Halten sich darin für gehindert durch Ihr Gelübde des Schweigens über Bundesgeheimnisse?“

Frage um Frage beantwortete ich mit Ja, auch die mir unverständlichen und entsetzlichen.

Eine kleine Weile verständigten sich die Oberen durch Flüstern und Gebärden untereinander, dann trat aufs neue der Sprecher vor und verkündete:

„Selbstankläger wird hiermit ermächtigt, jedes ihm bekannte Bundesgesetz und Bundesgeheimnis öffentlich mitzuteilen. Es wird ihm außerdem das gesamte Bundesarchiv für seine Arbeit zur Verfügung gestellt.“

Zurück trat der Sprecher, auseinander traten die Oberen und verloren sich wieder langsam teils im tiefen Räume, teils durch die Ausgänge, ganz still wurde es in dem ungeheuren Räume. Ich blickte mich ängstlich um, da sah ich vor mir auf einem der Kanzleitische Papierblätter liegen, die erschie — nen mir bekannt, und indem ich sie anfaßte, erkannte ich in ihnen meine Arbeit, mein Sorgenkind, mein begonnenes Manuskript. „Geschichte der Morgenlandfahrt, aufgezeichnet durch H. H.“

stand auf dem blauen Umschlag. Ich stürzte mich darauf, durchlas seine spärlichen, engbeschriebenen, vielfach durchstrichenen und korrigierten Textseiten, voll Hast, voll Arbeitsgier, voll vom Gefühl, jetzt endlich, mit höherer Billigung, ja Unterstützung, meine Aufgabe beenden zu dürfen.

Wenn ich bedachte, daß kein Gelübde mir mehr die Zunge band, wenn ich bedachte, daß ich über das Archiv verfügen konnte, über diese unergründliche Schatzkammer, so schien die Aufgabe mir größer und ehrenvoller als je.

Je mehr ich jedoch in den Seiten meiner Handschrift las, desto weniger gefiel mir das Manuskript, ja es war mir auch in den verzweifeltsten Stunden bisher noch nie so unnütz und verkehrt erschienen wie jetzt. Alles schien so konfus und kopflos, die klarsten Zusammenhänge entstellt, das Selbstverständlichste vergessen, lauter Nebensächliches und Belangloses in den Vordergrund gedrängt!

Da mußte ganz von vorn begonnen werden.

Wie ich das Manuskript so durchlas, mußte ich Satz um Satz durchstreichen, und indem ich ihn durchstrich, verkrümelte er sich auf dem Papier, und die klaren spitzen Buchstaben fielen auseinander zu spielerischen Formfragmenten, zu Strichen und Punkten, zu Kreisen, Blümchen, Sternchen, und die Seiten bedeckten sich wie Tapeten mit anmutig sinnlosem Ornamentgewirke.

Bald war nichts mehr da von meinem Text, dagegen blieb viel unbeschriebenes Papier für meine Arbeit übrig. Ich nahm mich zusammen. Ich machte mir klar: Natürlich war mir früher eine unbefangene und klare Darstellung nicht möglich gewesen, weil doch alles von Geheimnissen handelte, deren Mitteilung mir durch den Bundeseid verboten war. Wohl hatte ich den Ausweg gesucht, von einer objektiven Geschichtsdarstellung abzusehen und ohne Rücksicht auf die höheren Zusammenhänge, Ziele und Absichten mich einfach auf das von mir persönlich Erlebte zu beschränken.

Aber man hatte ja gesehen, wohin das führte.

Jetzt hingegen gab es keine Schweigepflicht und keine Beschränkungen mehr, ich war ganz offiziell ermächtigt, und dazu stand das unerschöpfliche Archiv mir offen.

Es war klar: Auch wenn meine bisherige Arbeit sich nicht in Ornamentik aufgelöst hätte, mußte ich das Ganze völlig neu beginnen, neu begründen, neu aufbauen. Ich beschloß, es mit einer kurzgefaßten Geschichte des Bundes, seiner Gründung und Verfassung zu eröffnen. Die kilometerlangen, endlosen, riesigen Zettelkataloge auf allen Tischen, die sich hinten weit in Ferne und Dämmerung verloren, mußten mir ja auf jede Frage Antwort geben.

Vorerst beschloß ich, das Archiv durch einige Stichproben zu befragen, ich mußte ja mit diesem ungeheuren Apparat arbeiten lernen. Natürlich suchte ich vor allem ändern nach dem Bundesbrief.

„Bundesbrief“, sagte der Zettelkatalog, „siehe Fach Chrysostomos, Zyklus V, Strophe 39, 8.“ — Richtig, ich fand das Fach, den Zyklus, die Strophe wie von selber, das Archiv war ganz wunderbar geordnet. Und nun hielt ich den Bundesbrief in Händen! Daß ich ihn wohl nicht würde lesen können, darauf mußte ich gefaßt sein. In der Tat, ich konnte ihn nicht lesen. Er war mit griechischen Buchstaben geschrieben, wie mir schien, und Grie — chisch verstand ich einigermaßen; aber teils war es eine höchst altertümliche, fremdartige Schrift, deren Zeichen trotz scheinbarer Deutlichkeit mir großenteils unlesbar blieben, teils schien der Text in einem Dialekt oder in einer geheimen Adeptensprache abgefaßt, von der ich nur selten ein Wort wie von ferne her, nach Anklängen und Analogien, verstand. Aber noch war ich nicht entmutigt.

Blieb auch der Brief unlesbar, so stiegen mir doch aus seinen Zeichen starke Erinnerungsbilder von damals auf, namentlich sah ich wieder zum Greifen deutlich meinen Freund Longus, wie er im nächtlichen Garten griechische und hebräische Zeichen schrieb, und die Zeichen verloren sich als Vögel, Drachen und Schlangen in die Nacht.

Im Kataloge blätternd, schauerte ich vor der Fülle dessen, was hier auf mich wartete. Ich stieß auf manches vertraute Wort, auf manchen wohlbekannten Namen. Ich stie ß, zusammenzuckend, auch auf meinen eigenen Namen, aber ich wagte es nicht, über ihn das Archiv zu befragen — wer würde es ertragen, den Spruch eines allwissenden Gerichtshofes über sich selbst zu vernehmen? Dagegen fand ich zum Beispiel den Namen des Malers Paul Klee, den ich von der Fahrt her kannte und der mit Klingsor befreundet war. Ich suchte seine Nummer im Archive auf. Dort fand ich ein Plättchen emailliertes Gold, anscheinend uralt, darauf war gemalt oder eingebrannt ein Klee, von dessen drei Blättern stellte das eine ein blaues Schiffchen mit Segel dar, das zweite einen buntgeschuppten Fisch, das dritte aber sah aus wie ein Telegrammformular, darauf stand geschrieben:

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