Ben Bova - Asteroidenfeuer

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Asteroidenfeuer: краткое содержание, описание и аннотация

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Die nicht allzu ferne Zukunft: Martin Humphries, Erbe des milliardenschweren Humphries Trust, wähnt sich auf der Höhe seiner Macht. Er lebt in einer luxuriösen Idylle auf dem Mond, die er zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut hat, und ein Asteroid nach dem anderen fällt ihm zu, so dass er seine Macht und sein Monopol in der Raumfahrt immer weiter ausbauen kann. Seinen Rivalen Lars Fuchs hat er nicht nur ausgeschaltet, sondern auch gedemütigt, indem er ihm seine Frau Amanda genommen und geheiratet hat. Sie bringt den ersehnten Sohn und Erben zur Welt. Doch noch immer genügt ihm das nicht: Er will Lars Fuchs beseitigt haben und hetzt einen bezahlten Killer auf ihn, der sich im Asteroidengürtel auf die Lauer legt. Aber Humphries ahnt nicht, dass ihm längst ein viel gefährlicherer Gegner erwachsen ist …
Mit diesem Buch beendet Ben Bova die faszinierende Geschichte, die mit »Der Asteroidenkrieg« begann und in »Asteroidensturm« fortgesetzt wurde.

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»Sie wird Fuchs interviewen wollen, da gehe ich jede Wette ein.«

»Das wäre ein Garant für größte Publikumswirksamkeit: ein Interview mit dem legendären Piraten.«

»Wir werden den Eindruck einer Räuberhöhle machen.«

»Können wir sie nicht aufhalten?«

Alle acht schauten auf George.

George war von dieser Wendung überrascht. »Es wäre ein höllischer Aufwand, sie zu verscheuchen. Sie hat ein Recht auf Berichterstattung.«

»Das heißt aber noch lange nicht, dass wir ihr auch helfen müssen. Sie soll ihr Interview mit Fuchs gefälligst woanders machen.«

Humphries' Leute sind schlau genug, um sie zu beobachten und darauf zu warten, dass Fuchs auftaucht. Wo auch immer sie Fuchs interviewt, es wird verdammt gefährlich für sie beide sein.

Asteroid Vesta

Eine einzelne Nanomaschine ist wie eine einzelne Ameise: seelenlos, aber ständig aktiv. Das emsige, endlose Schaffen dient keinem ersichtlichen Zweck; selbst die unermüdlichsten Anstrengungen einer Maschine, nicht größer als ein Virus, sind praktisch unsichtbar auf der Skala menschlichen Tuns.

Während eine einzelne Ameise wenig auszurichten vermag und wegen ihres winzigen Gehirns nur zu Instinkthandlungen fähig ist, besitzt eine Ameisen-Kolonie von vielen Millionen blind umherwuselnder Wesen die Fähigkeit, einen Wald zu entlauben und eine Stadt zu errichten — mit einer Zweckmäßigkeit zu handeln, die an menschliche Intelligenz gemahnt.

So verhält sich das auch mit Nanomaschinen. Eine einzelne Einheit vermag wenig zu leisten. Doch brachte man Millionen dieser virengroßen Entitäten in einem begrenzten Bereich zum Einsatz, wurden sie in einer Dimension schöpferisch — oder zerstörerisch — tätig, die menschlichen Kapazitäten durchaus entsprach.

Der Asteroid Vesta war ein Sphäroid reich an Nickel-Eisen und durchmaß ungefähr 500 Kilometer. Der Stützpunkt von Humphries Space Systems befand sich größtenteils in mehr als zwanzig Metern Tiefe unter der narbigen, kahlen Oberfläche des Asteroiden.

Die Nanomaschinen, die über einem kleinen Abschnitt der Asteroidenoberfläche verstreut wurden, operierten unter ganz anderen dimensionalen und Umweltbedingungen. Ihre Welt war ein Universum endlos schwingender, zuckender Moleküle, wo elektromagnetische Kräfte Atome zu dichten Zusammenballungen formierten und die Brownsche Bewegung Atome, Moleküle und Nanomaschinen gleichermaßen herumstieß. In diesem Maßstab waren die Nanomaschinen riesige mechanische Vorrichtungen — großen Planierraupen oder Kränen vergleichbar —, die sich einen Weg durch die rastlos umherflitzenden Moleküle bahnten.

Jede Nanomaschine verfügte über Greifwerkzeuge mit einem Abdruck der Moleküle, aus denen vergüteter Stahl bestand. Jede Nanomaschine vermochte solche Moleküle zu greifen und in die sie konstituierenden Eisen-, Kohlenstoff-, Chrom- und Nickelatome aufzuspalten.

Die Nanomaschinen, die ihre Energie aus den unaufhörlichen Brownschen Schwingungen der Moleküle selbst bezogen, fraßen sich geduldig, blindlings und unermüdlich durch jedes Stahl-Molekül, das sie fanden, und spalteten es. Im molekularen Maßstab der Nanomaschinen war das eine simple Operation. Sie wäre dann zu Ende, wenn der in jede einzelne Nanomaschine integrierte Quantenpunkt-Zeitschalter ihnen sagte, dass sie in ihrer Tätigkeit innehalten und sich selbst zerlegen sollten.

Oder wenn den Nanos der Stahl zum Zerbeißen ausging. Je nachdem, was zuerst eintrat.

Leeza Chaptal begriff als Erste, was geschah. Als sie im Kontrollzentrum tief unter der Oberfläche stand und sah, wie die Bildschirme ausfielen, wurde ihr bewusst, dass es die Sensoren und andere Ausrüstung auf der Oberfläche sein mussten, die versagten.

Die Stimmung der Techniker, die an den Konsolen um sie herum saßen, war von Überraschung über Verärgerung in nackte Angst umgeschlagen.

»Irgendetwas legt alles an der Oberfläche lahm«, sagte einer überflüssigerweise. Alle sahen das.

»Diese Raketen«, sagte Leeza. »Sie müssen der Grund dafür sein.«

»Aber was … wie?«

»Es gab jedenfalls keine Explosion«, sagte einer der Techniker. »Nichts Seismisches wurde registriert außer der Aufprall auf die Oberfläche.«

»Und dann wurde alles dunkel.«

»Nanomaschinen«, mutmaßte Leeza. »Sie müssen Nano-maschinen freigesetzt haben, die die Oberflächen-Installationen auffressen.«

Alle Techniker drehten sich mit angstgeweiteten Augen zu ihr um. Nanomaschinen. Sie hatten schon Horrorgeschichten gehört, dass sie alles auffraßen, was Eisen enthielt — Menschen inbegriffen —, und alles auf ihrem Weg in eine tote, formlose graue Masse verwandelten.

»Jemand muss an die Oberfläche gehen und nachsehen, was dort vor sich geht.«

Niemand rührte sich.

Leeza hatte auch keine Freiwilligen erwartet. »Ich werde selbst gehen«, sagte sie.

Leezas Herz hämmerte schon, als sie im klobigen, bauchigen Hartschalen-Raumanzug zur Luke stapfte: Dann sah sie, was die Anzeige an der Luke, die sich zu dem Schacht öffnete, der an die Oberfläche führte, meldete: Auf der anderen Seite war nichts als Vakuum.

Mein Gott, stieß sie stumm hervor. Sie haben sich durch die Luke am Ausgang des Schachts gefressen.

Soll ich durchgehen? Und wenn sie den Anzug kontaminieren? Und wenn sie mich anfressen?

Aber sie musste wissen, was los war, musste sich über Art und Ausmaß des Angriffs kundig machen, dem sie ausgesetzt waren.

Sie drehte sich zu den zwei Wartungsingenieuren um, die ihr in den Anzug geholfen hatten, und sagte durch den Kugelhelm: »Gehen Sie zurück durch die Luke hinten im Gang.«

Das musste sie ihnen nicht zweimal sagen. Die beiden liefen den Gang entlang und quetschten sich durch die Luke, weil keiner dem anderen den Vortritt lassen wollte. Leeza hörte den metallischen Bums, als sie die Luke zuschlugen und verriegelten.

Okay, sagte sie sich. Nur mal kurz gucken. Eine schnelle Aufklärung. Kein heldenhafter Einsatz.

Mit behandschuhten Fingern gab sie den Code auf der Tastatur der Luke ein. Sie öffnete sich ein Stück, und Leeza sah eine körnige Staubwolke durch den Spalt quellen.

Schwer atmend stieß sie die Luke ganz auf und ging vorsichtig durch. Das Licht der auf den Raumanzug-Schultern befestigten Lampen wurde von der Stahlwand des Schachts reflektiert.

»Sieht bisher alles ganz normal aus«, sagte sie ins Helm-Mikrofon zu den Technikern im Kontrollzentrum, die ihren Einsatz mit der Überwachungskamera des Gangs beobachteten.

»Etwas Staub oder Schmutz hat sich auf der Schachtsohle angesammelt«, meldete sie und drehte sich im Kreis. Dabei wirbelte sie Staubwölkchen auf, die nur sehr langsam wieder zu Boden sanken.

Sie musste den Hals schmerzhaft verrenken, um den Schacht auf ganzer Höhe zu überblicken. Die Luke an der Oberseite war tatsächlich weg. Sie sah ein paar Sterne in der runden Öffnung. Mit jedem Herzschlag wuchs Leezas Nervosität. Sie löste die Taschenlampe vom Gürtel und leuchtete den Schacht aus. Der glänzende Schimmer der glatten Stahlverkleidung endete auf halber Höhe.

»Die Metallverkleidung des Schachts scheint korrodiert zu sein«, sagte sie. Ein Steinchen fiel ihr mit einem leisen Klacken auf den Helm. Sie wäre schier aus der Haut gefahren, wenn sie nicht im starren Anzug gesteckt hätte.

»Es frisst das Metall!«, japste sie.

»Kommen Sie wieder zurück«, sagte einer der Techniker aus dem Kontrollzentrum. »Kommen Sie zurück, bevor Sie angenagt werden!«

Leeza brauchte keine zweite Einladung.

Es gab keinen Nanotech-Experten in der HSS-Mannschaft auf der Vesta-Basis. Wegen des Ausfalls der Antennen bestand auch nicht die Möglichkeit, um Hilfe oder Informationen zu bitten. Leeza befahl die komplette Mannschaft in die Kantine — den einzigen Raum, in dem die fast zweihundert Männer und Frauen der Basis alle auf einmal Platz hatten.

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