Thomas Lehr - September. Fata Morgana

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September. Fata Morgana: краткое содержание, описание и аннотация

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Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. "September" erzählt vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

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am nächsten Tag

frühstückte Sabrina schon allein mit Julia und ich erwachte in meiner Pension in der Harvard Street

plötzlich 52-jährig mit einer jähen Empörung als sei ich im Zeitraffer in ein unerträgliches Alter geworfen worden Hochzeit Promotion Alkoholsucht und Scheidung lagen schon hinter mir (Reihenfolge daher egal) man hatte mich mit dem eigenen Leben abgespeist oder gar betrogen

aber als ich gegen neun Sabrina treffe um zu sehen wie rasch sie und Julia sich in ihrem Doppelzimmer arrangiert haben kann ich mich wieder mit mir abfinden der mächtige alte Trost ein Kind zu haben befreit mich von mir und mit dem Blick auf die wackeligen Regale und kleinen Schreibtische überkommt mich auch die Erleichterung

das alles

nicht mehr nicht noch einmal

leben zu müssen

Sabrina würde vielleicht mit gespannterem Interesse und höherer Energie als es mir einmal möglich gewesen war (vor dreißig Jahren in Bremen) ihr Studium beginnen neben der fülligen witzigen fraulichen Julia wirkt sie entrückt wie eine herabgesegelte Fee die ihre Zauberkräfte mit MIT-Spezialwissen untermauern möchte es sind die Earth, Atmospheric and Planetary Sciences denen sie sich verschreiben will zu meiner Verwunderung als ein mit Literatur aufgewachsenes Kind das mit fünfeinhalb Jahren lesen konnte und noch heute Gedichte schreibt (die noch als junge Frau Gedichte schrieb) womöglich braucht die künftige Lyrik genauere Kenntnisse über die Tektonik der Erde die Physik der Ozeane die Bewegungen der Luft

womöglich braucht Sabrina auch das Profane Moderne entschieden Diesseitige des MIT mit seinen Glas- und Betonbauten seinen eingeengten Grünflächen und kalkulierten Passagen in kahlgeräumte Innenhöfe den modernisierten Backsteinbauten und rezivilisierten Exponaten der wüsten Architekturmoden der sechziger und siebziger Jahre zwischen denen manchmal noch die Erinnerung an die Barackenbauten der Vierziger aufschimmert als man hier die Funkcodes deutscher und japanischer Kriegsschiffe knackte es muss ein heilsamer Schock oder eine Art groß angelegter

Ernüchterung

sein was sie hier sucht

Kontakt mit der technologischen physikalischen subkutanen härteren Unterschicht der Realität

die sie nicht finden würde ginge sie immer nur wie jetzt neben mir

in traumhafter Unschärfe zwischen den gepflegten Vorgärten den roten und weißen blauen blassgrünen Holzhäusern frisch gestrichenen Veranden gestutzten Straßenbäumen ondulierten Büschen dezenten teuren Gemeinschaftswohnanlagen der Harvard Street zum Harvard Square der ihr immerhin gefällt von einem Caféhaustisch aus betrachtet

während sie mir nur einen Gefallen zu tun scheint als sie vorgibt auch den ehrwürdigen Campus sehen zu wollen (der reichsten Universität der Welt) und wir finden wie leicht Betrunkene oder Gleichgewichtsgestörte keinen rechten Halt auf den strahlenförmig angelegten Wegen des Innenhofs ich zeige ihr die Freshmen-Unterkünfte die den ihren am MIT ähneln aber hier wie Küken um die Glucke gelagert sind wir polieren die linke silbern glänzende Schuhspitze des bronzenen John Harvard (wie alle Glück wünschend das es nicht gäbe hätten es alle) wir sehen kurz in den fantastischen Lesesaal der Widener Library hinein und stehen vor der Gedenk-Nische den frischen Blumen dem Ölgemälde des ehemaligen Studenten dessen Mutter die Bibliothek stiftete nachdem er beim Untergang der Titanic ums Leben gekommen war

er soll

erklärt uns Judith eine sechzigjährige Kollegin die hier Germanistik lehrt und wie durch Zauberhand erscheint

verbotenerweise Bücher der Harvard-Bibliothek mit auf den Ozeanriesen genommen haben

Judith glaubt natürlich Sabrina beginne hier das Studium der Germanistik und Literaturwissenschaft in Harvard aber dann bewundert sie Sabrina ausdrücklich für die Earth Sciences am MIT und erzählt die Geschichte vom ewigen Speiseeis das es auf Anordnung der Mutter von Harry Elkins Widener in der Mensa immer geben müsse (da es sein Lieblingsdessert gewesen sei)

welcher Nachtisch für brennende Türme für die Titanic der Luft anstelle einer Bibliothek wenigstens ein Buch

neben ihrer Mutter

wirkt Sabrina nicht mehr so zerbrechlich sondern kindlich robust und auch etwas trotzig ein Reflex darauf dass Amanda in Jeans und legerer Sommerbluse ihre eigene Collegegirl-Vergangenheit zitiert (dabei ist sie auf jene irritierende Weise mager und sehnig geworden die blonden Frauen ihres Alters etwas Scharfkantiges fast Schneidendes gibt)

schweigend

neben Seymour deVries auf dem Beifahrersitz eines großen fetten dennoch irgendwie hybrid oder sonst wie energiesparend betriebenen Riesen-Rangers oder Monster-Rovers zu sitzen

während meine Ex-Frau und meine Tochter sich auf der Rückbank aufgekratzt immer vergnügter fast schon hysterisch laut unterhielten

war nicht weiter schlimm (bloßer Auftakt der Mutprobe)

wir segelten wie auf einer Yacht im Strom kleinerer Boote über die Harvard-Bridge auf die Commonwealth Avenue und wieder zurück über die Longfellow-Bridge weil Seymour auf der Suche nach einem legendären Restaurant sich verfuhr oder es genoss uns ausführlich durch seine Geburtsstadt zu chauffieren uns gleich dreimal über den Charles River schweben zu lassen so dass wir die glitzernde kühle komprimierte Business-Energie der Stadt spüren konnten ihre gemäßigte Hektik die Coolness eines bulligen athletischen aber gepflegten Bankers in kurzem weißen Hemd oder einer von ihren Buchführungstabellen nicht völlig unverführerisch aufblickenden nadelgestreiften Lady (matronenhaft aber fest) zu viele Fernsehfilme selbst in meinem Kopf es waren nur der Fluss die Parkstreifen an den Ufern die Hochhäuser der Back Bay

Sabrina (ihre kühle weiche Hand die sie auf meine Schulter legte so dass sie leicht meine Halsseite berührte so oft auf diese Weise so beiläufig) erinnerte mich daran dass wir sechs Wochen zuvor erst

von Europa her kommend

hier gelandet waren

letzte Sicht auf den Fluss dann Autobahnschleifen dieses Mal die richtige Ausfahrt und bald darauf die vornehme britische Kleinstadtwelt von Beacon Hill durch die uns Seymour zu Fuß führte (nachdem er seinen Straßenpanzer mit Hilfe piepsender Kleincomputer und denkender Minikameras hatte einparken können) das ist sterbenslangweilig hier sagte Sabrina so superenglisch was für ein Kitsch

wärst du je in ein Neu-Deutschland gezogen fragte Amanda plötzlich und ich sagte natürlich nicht schließlich seien wir doch dort gewesen als Sabrina sechs Jahre alt war am Kontrollpunkt Friedrichstraße im Tränenpalast als wir nicht wussten ob wir uns in a) Deutscher mit Green Card b) US-Bürgerin und c) Sabrina trennen mussten ob ich immer noch so sehr den Wald liebe (in den sie mich doch geführt hatte

behalt es für dich)

wie Thoreau

sagte Seymour ich habe ihn nie unsympathisch gefunden er ist kein Bostoner Brahmin und auch kein Nachfahre der irischen Einwanderer (die ehemaligen Underdogs die schon längst in der Stadt den Ton angeben) seine Eltern sind aus Rotterdam geflohen kurz bevor die deutsche Luftwaffe die Stadt bombardierte ihr das Zentrum das Herz herausriss er erinnert (blond sommersprossig blauäugig) an einen Holländer (oder Hamburger oder Stockholmer) Seymour ist unser Ölmann obwohl er etwas angenehm Trockenes an sich hat eben jene Yachthafen-Noblesse die ich immer an Amanda bewunderte es wäre leichter wenn man seinen erfolgreichen Nebenbuhler einfach nur hassen und meiden könnte es bliebe einem diese bedrückende Affinität und Nähe zu den Liebeswahlen des ehemaligen Partners erspart

man bräuchte auch solche kultivierten Mittagessen nicht wie eben dieses hier in einem Restaurant in der Chestnut Street das wir dem unauffindbaren Geheimtipp dann doch vorziehen

brauche ich

ertrage ich jetzt

das letzte gemeinsame Mittagessen bei dem ich wenig sage und noch nicht einmal gut zuhöre die im Nachhinein so unverzeihliche Geistesabwesenheit teile ich wohl mit Amanda vielleicht dachte sie wie ich an den Grenzübergang Berlin-Friedrichstraße im August 1988 diese Selbstverständlichkeit mit der ich damals Amandas Ellbogen berührte Sabrinas Kopf drückte sich Schutz suchend gegen meinen Bauch wir nahmen den Zugang für US-Bürger und wurden sehr höflich behandelt

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