Thomas Lehr - September. Fata Morgana

Здесь есть возможность читать онлайн «Thomas Lehr - September. Fata Morgana» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Год выпуска: 2010, Издательство: Hanser, Жанр: Современная проза, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

September. Fata Morgana: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «September. Fata Morgana»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. "September" erzählt vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

September. Fata Morgana — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «September. Fata Morgana», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

sollte hier nicht sein wenn ich den Gefühlen folge die in mir aufkommen angesichts der vor TV-Kameras und Pressefotografen posierenden Exil-Landsleute die nach dreißig Jahren Paris London Washington nun ganz genau wissen dass man ein Kind per Fernsteuerung durchs linke Ohr zur Welt bringt

aber es nützt nichts es ist sonnenklar (bei Samasch) dass das Exil zurückkehren muss auch wenn uns die Nasen nicht passen die beim großen

HORSE RACE wie unsere amerikanischen Freunde und Gönner es nennen

als Erste über die Ziellinie gehen (Trickbetrüger CIA-Agenten machtsüchtige Stammesfürsten die sich eigentlich einen Teufel um das ganze Land scheren)

es werden andere zurückkehren und zurückkehren müssen vor allem die Tausende von Ärzten Ingenieuren Lehrern Wissenschaftlern die wir über so lange Zeit hin verloren haben und ebenso kommt es nicht so sehr auf diese ersten und ganz gewiss verunstalteten Wahlen an sondern auf die nächsten und die übernächsten (etc)

so

wie es nicht mehr auf die Toten ankommt es ist wie in der schiitischen Gelehrtenwelt in der sie keine Stimme mehr haben

wir müssen mit den Lebenden sprechen Ali

vor mir

taucht plötzlich zwischen einer Gruppe von Stammesführern und einer kurdischen Abordnung unser gemeinsamer Freund Samir auf der vom Gesundheitsministerium in eine Praxis in Neu-Bagdad herabstieg und

noch bevor die Klingel ertönt die uns in den größten Versammlungssaal ruft und noch bevor der frischgebackene Präsident von einem großen Tag spricht und der (vorübergehende) Premierminister von einem ersten Schritt zur Öffnung der Horizonte des Dialogs (Drei-Schleier-Satz) muss ich dem (wie ich) ungewohnt geschäftsmäßig und erregt wirkenden schnurrbärtigen Kollegen Samir von jenem Abend vor vier Wochen berichten an dem ich in den Trümmern meiner Praxis saß und wartete an dem ich medizinischen Alkohol trank bis ich das Chamäleon sah und Alis Phantom für die wirkliche Gestalt meines Freundes hielt in dessen Operationssaal vier Milizmänner eindrangen einer davon mit einer Streifschusswunde am Oberschenkel deren sofortige Behandlung sie verlangten aber Ali hatte einen schwer verletzten Jungen auf den Tisch bekommen (kurz bevor er zu mir aufbrechen wollte) und als sie ihn bedrängten und drohten ihn zu zwingen beging er den Fehler zu sagen er kümmere sich zuerst um diejenigen die nicht auf andere schießen würden

im Konferenzsaal den ich gemeinsam mit Samir betrete warten die leeren Plätze auf uns lange Reihen von malvenfarben bespannten Klappstühlen vor schmalen Pultflächen auf denen kleine Plastikflaschen mit Mineralwasser angeordnet sind alle mit demselben blauen Deckel und demselben blauen Etikett batterieartig fließbandartig wie auf einer Montagestraße in einer Autofabrik es ist eine vollkommene Demokratie der Leere solange sich nur kein Mensch dort niederlässt es ist

ein Bild des Todes

und wir nehmen (so scheint es mir) nur Platz um

ihm zu widersprechen mit unserer lästigen Verschiedenheit auch wenn ich beim Niedersitzen nur an Ali denken muss

Auch ich werde sterben, und werde nicht auch ich wie Enkidu sein? —

Trübsal ist eingekehrt in meinen Leib.

Ich begann den Tod zu fürchten, und so laufe ich in der Steppe umher.

Bis vor Uta-napischti, den Sohn Ubar-Tutus,

werde ich, am Wege mich haltend, eilig gehen! —

Zu den Durchgängen der Berge gelangte ich eines Nachts.

Löwen sah ich. Da geriet ich in Angst.

Gilgamesch erschlug die Löwen

trotz oder wegen seiner Angst wir haben kaum begonnen uns zu streiten

1300 Iraker

nicht-repräsentativ wie Al-Dschasira wie der Oberste Rat der Islamischen Schriftgelehrten wie die rechte Hälfte meines Gehirns finden

ebenso wenig (nein: doch etwas mehr) repräsentativ wie der wild hetzende Muqtada as-Sadr der die Definitionsmacht über die Schiiten an sich zu reißen versucht mit seinen Revolvermännern vor Wochen schon die Imam-Ali-Moschee in Nadschaf besetzt hat und nun

die gerade anspringende Konferenz sprengt

weil die erneut aufflackernden Gefechte von denen die Medien berichten den Verdacht unter den Delegierten schüren der anwesende Ministerpräsident wolle gemeinsam mit den Amerikanern alle Löwen erschlagen

Dutzende schreien

Dutzende verlassen den Saal

man macht eine Pause stellt Fernseher auf versucht durch ihre flackernden Okulare bis nach Nadschaf zu sehen was kann man tun man muss sich erregen und diskutieren man wird eine Vermittlungsdelegation zusammenstellen oder alle Rebellen dort niederkartätschen (solche Gedanken fahren dir wie ein Blitz ins Hirn wenn eben solche armseligen abgerissenen Löwen deinen besten Freund ermordet haben) ich

verlasse ebenfalls den Saal ich

muss atmen ich brauche mehr

Grün in der grünen Zone und eine Kugel in der Kugel sei es nur für einige Minuten um mein Adrenalin abzubauen ich bin ein alternder Mann und ich fürchte mich (auch davor wie so viele andere zu werden) ich bin Arzt und ich habe einen Eid geschworen Wer einen Menschen tötet, tötet alle Menschen. wer aber einen Mensch heilt der heilt allenfalls noch sich selbst das ist die Asymmetrie des Hippokrates mit der wir leben müssen

ein paar (bewachte) Büsche dazwischen ein Gartenweg ein paar Bäume es wird mir schon leichter ums Herz man muss nur genügend

grünes Blut durch die Adern pumpen

beruhige dich oder

diesen Organismus hier der du zu sein vorgibt ich habe meinen eigenen Ali-Schrein in mir er wollte nur noch zu seiner Familie nach London wo gerade al-Sistani in einer Herzklinik liegt der Ayatollah wird zurückkehren und den Streit um den Schrein schlichten müssen er hat die wirkliche Autorität bei den gläubigen Schiiten und wir müssen vermutlich lernen mit den Religiösen zusammenzuarbeiten die Moschee von Ali Ibn Abi Talib mit ihrer goldenen Kuppel und der goldenen Fassade haftet lange im Gedächtnis aber viel mehr noch das schier unendliche Grau der Myriaden von kleinen Grabkuppeln und Grabsteinen auf dem Friedhof auf dem vier oder fünf Millionen Tote liegen sollen

hinter den Gräbern dort schimmert das

Meer von Nadschaf

eine spiegelnde flimmernde mit dem Himmel wie flüssiges strömendes vibrierendes Glas verschmelzende Wüstenebene die

alle Konturen löst

denn der Toten werden mehr sein als der Lebenden

wie viele Tote sind wohl seit Gilgameschs Tagen in die Erde des Irak gelegt worden

verschwommen

setze ich mich auf eine Bank in der grünen Zone es ist ein Jahr nach dem Krieg und doch nur ein Jahr in einem Krieg und plötzlich bemerke ich dass

der Amerikaner

zu dem ich die ganz Zeit sprechen wollte jener in der Goldpuppe des Kalifen verborgene Mensch direkt neben mir auf der Bank sitzt so dass ich endlich fortfahren kann mit meiner Deklaration und also ausrufen kann dass infolge ihrer Überheblichkeit ihrer Verachtung unserer Kultur ihrer mangelnden Planung und erschreckenden Gleichgültigkeit der Friede den sie angerichtet haben noch schlimmer ist als der Krieg vor dem wir uns fürchteten

aber als ich den Blick wende

sehe ich nur eine junge Frau ein Mädchen fast noch sehr schlank zierlich es trägt flache Lederschuhe Jeans eine glatt gebügelte braune Bluse es hat streng gescheiteltes dunkles Haar und kluge beinahe schwarze Augen kurz fährt sie sich mit einer Hand über die Stirn und mir fällt auf dass ihr Daumennagel von einer senkrechten Linie in der Mitte gezeichnet ist

wir haben hier alles falsch gemacht nicht wahr (sie sagt das unerwartet heftig mit einer Stimme die zu einer älteren oder reiferen Frau gehört)

wer sind Sie? was machen Sie hier?

übersetzen ich bin Dolmetscherin

Ihr Arabisch ist sehr gut sage ich eigenartig gelähmt und obwohl sie noch kaum etwas gesagt hat vielleicht ist es noch das Nachflimmern der Erinnerung an die spiegelnde Wüste die mich so friedlich oder nachgiebig stimmt oder

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «September. Fata Morgana»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «September. Fata Morgana» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «September. Fata Morgana»

Обсуждение, отзывы о книге «September. Fata Morgana» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x