Thomas Lehr - September. Fata Morgana

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September. Fata Morgana: краткое содержание, описание и аннотация

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Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. "September" erzählt vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

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Ali mein Freund dein Tier hat Ruhe verdient ich nehme es mit in die

GREEN ZONE

auch wenn es gar nicht ICH sein kann (oder ich sein will) der da auf einem perlgrau bezogenen Limousinensitz dahinschwebt dein Tier Ali reist gut verborgen in meinem Kopf mitten hinein in das leuchtende von Stacheldrahtverhauen Panzersperren Betonstelen Wachtürmen MG-Nestern gegürtete Smaragdherz des Landes

hinüber

auf der wiederhergestellten Brücke des 14. Juli (imaginäre Luftballons mit den geblähten Gesichtszügen von Qasim dem Vertreiber der Engländer steigen hinauf bis in die Strahlemann-Sphäre von Tony Blair dessen Moskitonetze wenig vor seinen Bomben schützten) auf der wir an den sichersten Ort Bagdads gelangen in die

INTERNATIONAL ZONE

gleich am Eingang dürfen wir lesen

WAIT OR

YOU WILL BE SHOT!

solche Aussichten ermuntern mich stets und während die Limousine bremst stockt ihr Motor leise aufwinselt und erstirbt und alle auf den grauen Sitzen ergeben vor sich hin nicken die wie ich

oder jener mich Darstellende vielmehr

verborgene Chamäleons in den Köpfen tragen und vielleicht ebenso wenig mit dem wirklichen Durchkommen gerechnet haben obgleich sie allesamt einen Brief des Kalifen in ihren grauen Anzügen bewahren (von acht Anzügen ist nur einer dunkelblau und den trägt der Fahrer) kann ich mir einige wahnsinnige Augenblicke lang vorstellen über die Stacheldrahtwälle der Brücke über die Wüsten des Glacis über die Gebirge der Außenmauern die Fluchten der Vorhöfe durch das Labyrinth der Vorpaläste über die Treppen die zu den Treppen führen zwischen den Säulen die nur die Sockel der Säulen sind bis zu den Vorhallen der Vorhallen und der Halle der Hallen selbst vorzustoßen in das undenkbare Innere des Palastes bis vor die

riesige goldene Puppe

des KALIFEN selbst die (in meinem verrückten Kopf) plötzlich aufspringt wie eine Knospe so dass sich ein unfassbarer Blick auf den HERRSCHER auftäte würfe ich mich nicht in den Staub mit zusammengepressten Lidern aber ich höre

Stimmen ich kann nicht umhin diese Stimmen zu vernehmen die immer lauter und deutlicher werden bis ich sie endlich verstehen muss

im Inneren der Puppe (heißt es) sei nichts weiter als ein

gewöhnlicher Amerikaner

also springe ich auf greife in meine Jackettasche ziehe die Briefrolle heraus mit der kilometerlangen

KLAGE DES VOLKES

auf ägyptischem Papyrus

die ich stumm verlese während wir am

CHECKPOINT 11

zwischen den Barrieren aussteigen und grimmige amerikanische Wachsoldaten mit übellaunigen Spürhunden alles beschnuppern was wir so dabeihaben an erster Stelle natürlich unsere Geschlechtsteile und dann den BRIEF unsere Akkreditierung als

Delegierte der Irakischen Nationalkonferenz

eingeladen von der wohl nur schwer vorübergehenden Übergangsregierung IGC (Iraqi Governing Council) oder iIGC (interim Iraqi Governing Council) nebst der hoch provisorischen CPA (Coalition Provisional Authority — Children-Playing-Adults-Behörde — Can’t-Produce-Anything-Körperschaft)

daneben legen wir auch unsere faltbaren Kalaschnikows einige Mini-Handgranaten die Akkus unserer Mobiltelefone die von Bestechungsgeldern prall gefüllten Börsen den Stachel in unserem Hintern und die in schwarz-rot-grün glänzendes Bonbonpapier eingewickelten Hoden für die sich die Hunde so sehr interessierten auf den Tisch aber nicht

das Chamäleon in unserem Kopf das nicht weiß ob wir tatsächlich hier sein wollen oder sollen oder nicht Ali du siehst mich (oder eine schlechte Idee von mir) als einen von sieben älteren grauen Herren nach einem unschön aber fachkundig durchgeführten Abtastvorgang am hyperbolischen Aufschwung eines der baumstammdicken Hängebrückenkabel stehen und durch einen übermannshohen Zaun hinabschauen auf den

morgengrauen Tigris

in dem wir vor so vielen Jahren wie kleine muntere Frösche sprangen noch heute habe ich den Geruch des Wassers von damals in der Nase als wäre ich nie zu dem mürrischen Schabbut geworden der tief unter der Oberfläche in seinem trüben Untertanen-Leben in ständig wachsender Furcht vor dem Angelhaken immer näher am sumpfigen Grund dahintrudelte ändert

es sich jetzt?

wo wir oben auf der Brücke stehen mit im Morgenwind flatternden Krawatten nach der Leibesvisitation unserer Schuppenpanzer

einige Imame (sagt man) hätten Fatwas erlassen gegen den Verzehr von Tigris-Fischen da sie zu viele Leichen angefressen hätten beenden wir also unser Schlamm-Leben fühlen wir uns

delegiert

sehen wir vertrauensvoll hinüber zum Karkh-Ufer zu dieser großen grünen Beule der Macht die der Fluss mit einer kühnen Darmschlingenwindung formt auch wenn er nach Abwässern stinkt ist die Luft um sieben Uhr morgens hier oben noch frisch

ein weiterer Wachturm ragt vor uns auf als wir langsam weiterfahren zwei Soldaten schauen gemeinsam mit den Läufen ihrer Maschinenpistolen verschlafen auf uns herab ich überlege ob ich hier schon aussteigen und meine Papyrus-Rollen-Rede für den unbekannten Amerikaner verlesen soll also noch bevor ich einen Fuß auf die von einem Kranz viertel- bis halbzerbombter Ministerien eingefasste grüne Beule oder Hernie setze halten wir diesen Gedanken fest die Erektion der Macht als Nabelbruch des Volkes Ali du warst der beste Operateur den ich in den letzten Jahren gesehen habe (dein Wappentier in meinem Kopf schafft es nicht sich rote/weiße Streifen und weiße Sternchen auf blauem Grund zuzulegen)

also bleibt mir gar nichts übrig als mich vor einer der zahllosen Sperren die unser Land vor uns

schützen

auf die Kühlerhaube der Limousine der Delegierten zu springen und auszubrechen in die

Declaration of Tarik!

die ich dem Amerikaner in der Puppe des Kalifen stellvertretend für sein ganzes Volk verlesen muss das aus irgendeinem Grund 1000 Tote leichter verkraftet als wir 100 000 Märtyrer (seit ER in der Todeszelle sitzt sind wir empfindlich geworden) was wollte ich sagen ach ja:

Amerikaner!

Ihr habt die Waffen, deretwegen ihr uns angegriffen habt, nicht gefunden.

Ihr brachtet die Terroristen, vor denen ihr euer Volk schützen wolltet,

scharenweise in unser Land.

Ihr stürzt uns in Gewalt und Chaos

durch eure so arrogante wie stümperhafte Besatzungspolitik.

Ihr –

an dieser Stelle gibt die Limousine der Delegierten leider Vollgas so dass wir besser denken wir hätten gar nicht erst auf der Kühlerhaube gestanden alles (die siebzehn Paragrafen mit jeweils drei bis vier Unterparagrafen) was ich noch verkünden wollte werden wir jetzt auf der Nationalkonferenz vorbringen müssen wozu sind wir schließlich hier der Fluss ist überquert links von uns liegen die neueren Paläste zu denen wir einmal hasserfüllt hinüberstarrten in deren Swimmingpools die GIs bei Al-Dschasira in unsere Wohnzimmer plantschten (Teile des irakischen Volkes erhofften sich auch den Anblick nackter junger Negerinnen und wurden bitter enttäuscht) rechts das

Coalition Headquarter und der große alte Palast dessen Kern noch aus kolonialer englischer Wertarbeit besteht während die riesigen Seitenflügel vom EX in Auftrag gegeben wurden dessen fünfzehn Meter hohen behelmten Köpfe sich darauf erhoben und nun etwas entfernt auf dem Gesicht liegen oder im Schlamm zu ebener Erde stecken umzäunt von Stacheldraht weil die Hinweisschilder No pissing on the heads! wohl nicht recht beachtet wurden

wir (Lehrer Imame Anwälte Menschenrechtler Vorstadtpolitiker Ölschmuggler die rechtzeitig die Front gewechselt haben Ex-Kommunisten mit Gebetskettchen und Ärzte die schon laut Saddams Tote und noch leise Bushs Opfer zählen) fahren auf den Platz des 14. Juli zu mit seinen auf dem Podest kletternden Erzsoldaten vor fünfzehn Jahren vielleicht umrundete ich zum letzten Mal am Steuer eines Wagens dieses Denkmal aber zu Fuß waren wir öfter hier in der Gegend allein schon aus Neugierde und heroischem Masochismus um die unsäglichen Monumente zu bestaunen die sich in der Umgebung des Qadisiya-Expressways im Laufe der Zeit anstapelten zum ewigen Schreck der Perser jener immer noch unbekannte Soldat etwa dessen Riesenleib durch den Gasangriff einer fliegenden Untertasse aufgelöst wurde so dass uns nur noch sein Blut übrigblieb auf immer in einem haushohen Betonwürfel zirkulierend oder jene abgehackten vier Hände des Sieges unter deren sich kreuzenden Säbelklingen aus echtem deutschen Stahl jeder Koalitionstruppen-Soldat für den Wish-you-were-really-here-in-Baghdad-Schnappschuss gestanden haben muss

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