Даниэль Глаттауэр - Gut gegen Nordwind

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Gibt es in einer vom Alltag besetzten Wirklichkeit einen besser geschützten Raum für gelebte Sehnsüchte als den virtuellen?
Bei Leo Leike landen irrtümlich E-Mails einer ihm unbekannten Emmi Rothner. Aus Höflichkeit antwortet er ihr. Und weil sich Emmi von ihm angezogen fühlt, schreibt sie zurück.
Bald gibt Leo zu: »Ich interessiere mich wahnsinnig für Sie, liebe Emmi! Ich weiß aber auch, wie absurd dieses Interesse ist.« Und wenig später gesteht Emmi: »Es sind Ihre Zeilen und meine Reime darauf: die ergeben so in etwa einen Mann, wie ich mir plötzlich vorstelle, dass es sein kann, dass es so jemanden wirklich gibt.« Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann es zum ersten persönlichen Treffen kommt, aber diese Frage wühlt beide so sehr auf, dass sie die Antwort lieber noch eine Weile hinauszögern. Außerdem ist Emmi glücklich verheiratet. Und Leo verdaut gerade eine gescheiterte Beziehung. Und überhaupt: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn  ja: Lohnt es sich, alles auf eine Karte zu setzen - für eine Liebe, die aus nichts als einem Zufall entstanden ist?

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15 Minuten später

AW:

Wissen Sie, liebe Emmi, ich finde es schon sensationell, mit welcher Selbstverständlichkeit und Hartnäckigkeit Sie mir Erklärungen abringen wollen, in privaten Angelegenheiten, die kilometerweit davon entfernt sind, Sie etwas anzugehen. Und mit welcher Treffsicherheit Sie zum unglücklichsten aller Zeitpunkte Ihre Geschmacklosigkeiten von sich geben, mit denen Sie andere Menschen darauf zu reduzieren trachten, was Ihnen selbst offenbar immer gleich als Erstes einfällt: Sex. Sex. Sex. Da frage ich mich auch schön langsam, warum das bei Ihnen so ist.

Acht Minuten später

RE:

Lieber Leo, bei allem Respekt vor Ihrer Trauer: Wer hat damit geprahlt, dass er mit wem »um ein Haar« geschlafen hätte? Sie oder ich? Leo, es tut mir Leid, ich habe solche Ums-Haar-Schlaf-Szenen plastisch vor mir. Ich habe so etwas früher zu oft selbst erlebt, und ich habe zu viele Freundinnen, die es noch immer ständig erleben - und darunter leiden. Sollte bei Ihnen und Marlene alles ganz anders gewesen sein, so verzeihen Sie mir bitte. Im Übrigen sollte ein Mann mit Ihrer Sensibilität schon wissen, dass sich eine Frau mit meiner Sensibilität bei einer derartigen »Exfreundinmotivierten« Absage in letzter Minute empfindlich zurückgewiesen fühlen muss. Ja, Leo, ich fühle mich von Ihnen derb zurückgewiesen. Ich bin einfach nicht irgendwer, auch nicht für Sie. Hochachtungsvoll, Emmi.

Am nächsten Tag

Betreff: Emmi

Nein, Emmi Sie sind nicht irgendwer. Wenn irgendwer nicht irgendwer ist, dann sind es Sie. Schon gar nicht für mich. Sie sind wie eine zweite Stimme in mir, die mich durch den Alltag begleitet. Sie haben aus meinem inneren Monolog einen Dialog gemacht. Sie bereichern mein Innenleben. Sie hinterfragen, insistieren, parodieren, Sie treten in Widerstreit zu mir. Ich bin Ihnen so dankbar für Ihren Witz, für Ihren Charme, für Ihre Lebendigkeit, ja selbst für Ihre »Geschmacklosigkeiten«.

Aber Emmi, Sie dürfen nicht mein Gewissen werden wollen! Um bei einem Ihrer Lieblingsthemen zu bleiben: Es muss Ihnen egal sein, wann ich mit wem wie oft und auf welche Art Sex habe. Ich frage Sie ja auch nicht danach, wie das mit Ihnen und Ihrem Bernhard im Bett so funktioniert. Ehrlich gesagt: Es interessiert mich auch überhaupt nicht. Das bedeutet nicht, dass ich niemals erotische Vorstellungen habe, wenn ich an Sie denke. Aber die halte ich behutsam von Ihnen fern, die will ich Ihnen nicht zumuten. Die sind allein in mir und dort bleiben sie auch. Wir dürfen nicht beginnen, in die Privatsphäre des anderen einzudringen. Das kann zu nichts führen.

Emmi, diese paar scheinbar belanglosen Worte mit Ihnen über den Tod meiner Mutter, die haben mir wahnsinnig gut getan. Da war wieder diese zweite Stimme in mir, die mir »meine« fehlenden Fragen stellt, die mir »meine« ausstehenden Antworten gibt, die permanent meine Einsamkeit durchbricht und unterwandert. Ich hatte sofort den dringenden Wunsch, Sie noch näher an mich heranzulassen, Sie ganz nahe bei mir zu haben. Hätten Sie noch am selben Abend Zeit gehabt, wäre das auch geschehen. Es wäre heute alles anders zwischen uns. Alle Geheimnisse wären fort, alle Rätsel aufgelöst. Ich hätte Ihnen gleich nach der Begrüßung einen schweren Rucksack mit familiärem Ballast umgehängt, wir wären beide damit in die Knie gegangen. Kein Zauber mehr, keine Illusionen. Wir hätten geredet, geredet und geredet, bis wir uns »ausgeredet« hätten, und dann? - Ernüchterung, was sonst. Wie meistert man die Unmittelbarkeit der Begegnung, wenn man sie nie trainiert hat? Wie hätten wir uns angesehen? Was hätten wir in dem anderen plötzlich gesehen? Wie würden wir einander heute schreiben? Was würden wir schreiben? Würden wir einander noch schreiben?

Emmi, ich habe einfach Angst, meine »zweite Stimme« zu verlieren, die Stimme Emmi. Ich will sie behalten. Ich will behutsam mit ihr umgehen. Sie ist unentbehrlich für mich geworden. Ihr Leo.

Drei Stunden später

RE:

Um an eines meiner Lieblingsthemen anzuknüpfen: Tut mir Leid - ES IST MIR ABER NICHT EGAL, WANN SIE MIT WEM WIE OFT UND AUF WELCHE ART SEX HABEN! Wenn ich schon die auserwählte »zweite Stimme« von jemandem bin, dann habe ich auch Stimmrecht, wenn es darum geht, zu beurteilen, ob es angemessen ist, wann dieser jemand mit wem wie oft und auf welche Art Sex hat. (Wobei ich zugeben muss, dass ich mich mit dem Passus »Auf welche Art« bisher noch relativ wenig ausführlich beschäftigt habe, lieber Leo. Aber das lässt sich ja nachholen.) So, jetzt lasse ich Sie mit Ihrer Solostimme allein. Fortsetzung folgt morgen. Küsschen, Emmi.

Eineinhalb Stunden später

AW:

Darf ich auch einmal zynisch sein, geschätzte Emmi? Angenommen, ich wäre das »Zottelmonster« aus dem Messecafé Huber: Wäre Ihnen dann auch nicht egal, wann ich mit wem wie oft und auf welche Art Sex habe? Oder anders: Ist es Ihnen nicht nur deshalb nicht egal, wann ich ... und so weiter, weil Sie in Ihren E-Mails an mich einem Männerideal nachjagen, bei dem es Ihnen - trotz ehelichem Liebesglück mit Bernhard - einfach nicht egal sein kann, wann er mit wem ... und so weiter? Das würde nämlich meine Theorie bestätigen, dass wir beide wechselweise die jeweilige Stimme unserer Fantasie sind. Ist das nicht schön und wertvoll genug, um es dabei zu belassen?

Am nächsten Tag

Betreff: Erste Antwort

Lieber Leo, wissen Sie, was ich an Ihnen wirklich verabscheue? - Ihre Formulierungen, wenn es um meinen Mann geht. »Trotz ehelichem Liebesglück mit Bernhard« - bitte was soll der Scheiß? »Eheliches Liebesglück«, das klingt (und zwar absichtlich!) nach: »Durchführung der ehelichen Pflichten des partnerschaftlichen Beischlafs«. Oder: »Durch einen Standesbeamten abgesegneter regelmäßiger Vollzug des Geschlechtsverkehrs mit entsprechendem Austausch von Körperflüssigkeiten.« Lieber Leo, Sie spotten über meine Ehe! Da bin ich sehr empfindlich. Hören Sie auf damit!

45 Minuten später

AW:

Emmi, Sie reden andauernd nur über Sex. Das ist schon pathologisch!

Eine Stunde später

RE:

Ich habe noch gar nicht richtig angefangen, über Sex zu reden, lieber Freund. Da waren ja gestern ein paar beachtliche Würfe von Ihnen dabei. Zum Beispiel die Sache mit den »erotischen Vorstellungen«, wo sie zwei Verneinungen brauchen, um mir zu sagen, dass es nicht so ist, dass Sie mir gegenüber niemals welche gehabt hätten. So macht das der Leo! Ein anderer hätte gesagt: »Emmi, manchmal denke ich erotisch an Sie!« Leo Leike sagt: »Emmi, es ist nicht so, dass ich niemals erotisch an Sie denke.« Und da wundern Sie sich, dass ich von dem Thema nicht wegkomme? Nicht ich bin pathologisch, sondern Sie benehmen sich verbalerotisch verhaltensoriginell, lieber Leo! Kurzum: Ich nehme Ihnen Ihre abgehobenen pastoralgeistigen Sexualbetrachtungen nicht ab. Denn was macht der gute Leo mit seinen doppelt verneinten erotischen Vorstellungen? Zitat: »Die halte ich behutsam von Ihnen fern, die will ich Ihnen nicht zumuten.« Will er mir nicht zumuten? Da fragt sich die Emmi schon, was das wohl für unzumutbare Vorstellungen sein mögen. Erzähle er mir ruhig mehr davon.

20 Minuten später

RE:

Ach ja, noch etwas, Meister Leo. Sie schrieben gestern: »Wir dürfen nicht beginnen, in die Privatsphäre des anderen einzudringen.« Ich sage Ihnen etwas: Was wir hier tun, worüber wir hier reden, ist Privatsphäre, Privatsphäre und nichts als Privatsphäre, von den ersten E-Mails an in steter Steigerung bis heute. Wir schreiben nichts über unsere Jobs, wir verraten keine Interessen, nennen nicht einmal Hobbys, tun so, als gäbe es keine Kultur, verheimlichen die Politik, ja wir kommen sogar weitgehend ohne Wetterstimmungsberichte aus. Das Einzige, was wir tun und was uns alles andere vergessen macht: Wir dringen in unsere Privatsphären ein, Sie in meine, ich in Ihre. Privatsphärisch eingedrungener geht es gar nicht mehr. Sie sollten sich langsam dazu bekennen, mit mir »privatsphärisch intim« zu sein, und zwar ausnahmsweise in einer völlig anderen Bedeutung, als es meinem vermeintlichen Lieblingsthema entsprechen möge. Ich würde sogar sagen: weit darüber hinausgehend. Schönen Abend, Emmi.

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