Jonathan Franzen - Die Korrekturen

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Nach fast fünfzig Ehejahren hat Enid Lambert nur ein Ziel: ihre Familie zu einem letzten Weihnachtsfest um sich zu scharen. Alles könnte so schön sein, gemütlich, harmonisch. Doch Parkinson hat ihren Mann Alfred immer fester im Griff, und die drei erwachsenen Kinder durchleben eigene tragikomischen Malaisen. Gary steckt in einer Ehekrise. Chip versucht sich als Autor. Und Denise ist zwar eine Meisterköchin, hat aber in der Liebe kein Glück…
Franzen verbindet einzigartig Familien- und Gesellschaftsgeschichte.

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Schon möglich, dass die erste und zweite Mahnung irgendwo vergraben waren, aber angesichts der widrigen Bedingungen, unter denen Enid ihren Feldzug unternahm, hatte sie kaum mehr als eine schemenhafte Vorstellung davon, wo sich die anderen Mahnungen an einem bestimmten Abend befanden. Vielleicht in dem Schrank, der im Familienzimmer stand, das war denkbar, aber dann schaute sich die regierende Macht in Person Alfreds dort gerade eine Nachrichtensendung an und ließ den Fernseher in einer Lautstärke laufen, die dröhnend genug war, ihn wach zu halten, ja hatte zudem alle Lichter eingeschaltet, und es war nicht gänzlich auszuschließen, dass beim Öffnen der Schranktür, einem Wasserfall gleich, diverse Kataloge und House Beautiful- Hefte und Merrill-Lynch-Rechenschaftsberichte heraus¬geschossen und — gerutscht kämen und Alfreds Zorn entfachen würden. Ebenso wenig war auszuschließen, dass die Mahnungen gar nicht dort waren, immerhin führte die regierende Macht willkürliche Razzien ihrer Depots durch und drohte, «den ganzen Krempel wegzuwerfen», falls Enid dort nicht endlich einmal aufräumte. Aber da Enid zu sehr damit beschäftigt war, besagte Razzien zu hintertreiben, um je richtig zum Aufräumen zu kommen, ging infolge erzwungener Standortwechsel und Deportationen jeglicher Anschein von Ordnung verloren, auch das allerletzte bisschen, und so konnte es passieren, dass irgendeine Nordstrom-Einkaufstüte mit halb abgerissenem Plastikgriff, die vorübergehend hinter einem Staubwedel verstaut gewesen war, das ganze vielgestaltige Elend einer Flüchtlingsexistenz enthielt: vereinzelte Good Housekeeping-Ausgaben, Schwarz-weiß-Schnappschüsse von Enid aus den vierziger Jahren, an welken Salat erinnernde Rezepte auf stark säurehaltigem, braunstichigem Papier, die Telefon- und Gasrechnungen des laufenden Monats, eine detaillierte erste Mahnung des medizinischen Labors, in der alle Selbstzahler angewiesen wurden, künftige Buchungen von unter 50 Cent zu ignorieren, ein Gratisfoto von ihrer Kreuzfahrt — Enid und Alfred mit Blumenkränzen auf dem Kopf, aus hohlen Kokosnüssen irgendein Getränk schlürfend — sowie die letzten noch vorhandenen Kopien der Geburtsurkunden von zweien ihrer Kinder.

Enids scheinbarer Feind war Alfred, doch zur Guerillera machte sie das Haus. Es nahm sie beide in die Pflicht. Die Einrichtung war von der Art, die kein Durcheinander duldete. Stühle und Tische von Ethan Allen. Blümchengeschirr und Kristall hinter gläsernen Schranktüren. Unvermeidliche Ficusbäume, unvermeidliche Norfolkkiefern. Hefte von Architectural Digest, auf der Glasplatte des Wohnzimmertischs aufgefächert. Touristischer Krimskrams: Porzellan aus China, eine Wiener Spieluhr, die Enid aus Pflichtgefühl und Erbarmen von Zeit zu Zeit aufzog und öffnete. Sie spielte «Strangers in the Night».

Unglücklicherweise fehlte Enid das nötige Temperament und Alfred das neurologische Rüstzeug, um ein solches Haus zu führen. Das wütende Geschrei, in das Alfred ausbrach, sooft er Hinweise auf Guerilla-Aktionen entdeckte — eine bei helllichtem Tag auf der Kellertreppe überraschte Nordstrom-Tüte zum Beispiel, die ihn beinahe zu Fall gebracht hätte — , war das Geschrei einer Regierung, die regierungsunfähig geworden war. Neuerdings hatte er eine Vorliebe dafür entwickelt, seine Rechenmaschine Kolonnen sinnloser achtstelliger Zahlen ausspucken zu lassen. Nachdem er den größten Teil eines Nachmittags damit zugebracht hatte, fünfmal hintereinander die Sozialversicherungsbeiträge der Putzfrau auszurechnen, wobei er vier verschiedene Ergebnisse ermittelt und sich schließlich für die einzige Zahl ($ 635,78) entschieden hatte, die am Ende zweimal dastand (das richtige Ergebnis lautete $ 70,00), hatte sich Enid ihrerseits zu einer nächtlichen Razzia in seinem Aktenschrank entschlossen und sämtliche dort deponierten Steuerunterlagen beschlagnahmt, was die Wirtschaftlichkeit des Haushalts durchaus hätte steigern können, wären die Unterlagen nicht zusammen mit einigen irreführend alten Good Housekeeping-Heften, die die einschlägigeren Dokumente unter sich begruben, in einer Nordstrom-Tüte gelandet, eine strategische Schlappe, die zur Folge hatte, dass die Putzfrau die Formulare selber ausfüllte, Enid nur noch die Schecks ausstellte und Alfred den Kopf schüttelte, weil das Ganze so verworren war.

Es ist das Schicksal der meisten Tischtennisplatten in privaten Kellerräumen, dass sie am Ende für andere, hoffnungslosere Spiele herhalten müssen. Seit seiner Pensionierung beanspruchte Alfred das östliche Ende der Platte für Bankangelegenheiten und Korrespondenz. Am westlichen Ende stand der tragbare Farbfernseher, denn ursprünglich hatte Alfred vorgehabt, sich hier unten, in seinem großen blauen Sessel sitzend, die täglichen Lokalnachrichten anzuschauen, aber mittlerweile verschwand der Apparat fast völlig zwischen Stapeln von Good Housekeeping-Heften, Weihnachtsplätzchendosen und barocken, doch stümperhaft gemachten Kerzenhaltern, die Enid aus purem Zeitmangel noch immer nicht zum Trödel gebracht hatte. Die Tischtennisplatte war das einzige Feld, auf dem der Bürgerkrieg in aller Offenheit tobte. Am östlichen Ende wurde Alfreds Rechenmaschine aus dem Hinterhalt von Topflappen mit Blumendruck, Souvenir-Untersetzern vom Epcot-Center und einem Kirschentkerner angegriffen, den Enid seit dreißig Jahren besaß und nie benutzte, während Alfred am westlichen Ende aus keinem für Enid auch nur entfernt begreiflichen Grund einen aus Kiefernzapfen und farbig besprühten Hasel- und Paranüssen geklebten Kranz in seine Einzelteile zerlegte.

Östlich der Tischtennisplatte befand sich die Werkstatt, die Alfreds metallurgisches Labor beherbergte. Sie war inzwischen zur Heimstatt einer Kolonie stummer, staubfarbener Grillen geworden, die sich, sobald man sie aufschreckte, wie eine Handvoll fallen gelassener Murmeln über den ganzen Raum verteilten, wobei manche kreuz und quer durcheinander schossen, andere wiederum, beschwert vom Gewicht ihres üppigen Protoplasmas, ins Schwanken kamen und zu Boden stürzten. Sie zerplatzten allzu leicht, und zum Aufwischen war mehr als ein Kleenex nötig. Enid und Alfred waren mit zahllosen Unbilden geschlagen, die sie für außergewöhnlich, übergroß, ja für beschämend hielten, und die Grillen gehörten dazu.

Der graue Staub böser Flüche und die Spinnweben der Zauberei bildeten eine dicke Schicht auf dem alten elektrischen Lichtbogenofen, den Gefäßen mit exotischem Rhodium, finsterem Kadmium und kräftigem Wismut, den handbedruckten, von Dämpfen, die aus einer Glasstöpselflasche voll aqua regia entwichen, braun gewordenen Etiketten und dem Notizblock mit kleinen Karos, dessen jüngster Eintrag in Alfreds Handschrift fünfzehn Jahre zurücklag, also aus der Zeit stammte, bevor allenthalben der Verrat begonnen hatte. Ein so alltägliches und freundliches Ding wie ein Bleistift befand sich noch immer an jener Stelle der Werkbank, an der Alfred es in einem anderen Jahrzehnt zufällig abgelegt hatte; die vielen Jahre, die seither vergangen waren, erfüllten ihn nun mit einer Art Feindseligkeit. Asbesthandschuhe hingen an einem Nagel zwischen den Urkunden zweier US-amerikanischer Patente, deren Rahmen durch die Feuchtigkeit verzogen und gesprungen waren. Auf der Abdeckhaube des Binokularmikroskops lagen große Stücke abgeplatzter Farbe. Die einzigen staubfreien Gegenstände im Raum waren das Korbsofa, eine Büchse Rost-Oleum mit ein paar Pinseln darin sowie mehrere Yuban-Kaffeedosen, die sich, wie Enid trotz immer stärkerer Geruchsindizien zu glauben beschlossen hatte, gewiss nicht mit dem Urin ihres Mannes füllten, denn was um alles in der Welt sollte ihn, dem keine zehn Schritt entfernt ein hübsches kleines Badezimmer zur Verfügung stand, dazu bringen, in eine Yuban-Dose zu pinkeln?

Westlich der Tischtennisplatte stand Alfreds großer blauer Sessel. Der Sessel wirkte, überpolstert, wie er war, ein wenig gouverneurshaft. Er war aus Leder, roch aber wie der Innenraum eines Honda der Luxusklasse. Wie etwas Modernes und Medizinisches und Undurchlässiges, von dem man den Geruch des Todes mit einem feuchten Tuch mühelos abwischen konnte, bevor der Nächste Platz nahm, um darin zu sterben.

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