Joseph Roth - Die Geschichte von der 1002. Nacht / Сказка 1002-й ночи. Книга для чтения на немецком языке

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Die Geschichte von der 1002. Nacht / Сказка 1002-й ночи. Книга для чтения на немецком языке: краткое содержание, описание и аннотация

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События «Сказки 1002-й ночи» начинаются с визита шаха Персии в Европу. На балу, устроенном императором Австро-Венгрии в его честь, шах возжелал одну из первых красавиц империи, графиню В. Как же отказать царственной особе, правителю не такой уж и далекой державы, который привык получать все, что пожелает?
Судьбы героев романа, как в сказке, переплелись по воле персидского шаха. Жизнь испытывает их на прочность, заставляя принимать неоднозначные решения и платить за них долгие годы.
Овеянный ностальгией по уютной роскоши девятнадцатого века, этот восхитительный, ироничный и полный чувств роман доставит современному читателю истинное эстетическое удовольствие.
В книге представлен неадаптированный текст на языке оригинала.
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Der Herr von Persien aber liebte in dieser Stunde ganz Wien, ganz Österreich, ganz Europa, die ganze christliche Welt. Niemals in seinem so liebes- und frauenreichen Leben hatte er diese Erregtheit gefühlt, – auch vor vielen Jahren nicht, als er, ein Knabe noch und kaum mannbargeworden, zum erstenmal die Frau erkannt hatte. Weshalb waren ihm in seinem heimischen Harem die Weiber gleichgültig und sogar lästig gewesen, und weshalb schien es ihm hier, in Wien, daß die Frauen ein wunderbares, ihm noch völlig unbekanntes Volk bildeten, ein seltsames Geschlecht, das es erst galt zu entdecken? Sein dunkelbraunes Angesicht rötete sich sachte, seine Pulse schlugen heftiger, winzige Schweißperlen standen auf seiner glatten, faltenlosen, jugendlichen, unschuldigen, bronzenen Stirn. Er führte sein seidenes, grünes Tuch flink an die Augen. Er steckte es wieder in die tiefe Tasche, die im Innern seines Ärmels angebracht war, und seine schlanken, biegsamen Finger begannen, immer schneller mit der kleinen Schnur aus großen, bläulichen Gurdi-Perlen zu spielen, die sein linkes Handgelenk umschmeichelten. Auch diese sonst so kühlen Steine, die den Fingern immer kühle Beruhigung bereitet hatten, schienen ihm heute heiß und Unrast ausströmend. Ihm waren bis jetzt nur nackte und verhüllte Frauen bekannt gewesen: Körper und Gewänder. Zum erstenmal sah er Verhüllung und Nacktheit auf einmal. Ein Kleid, das gleichsam von selbst fallen zu wollen schien und das dennoch am Körper haftenblieb: es glich einer unverschlossenen Tür, die dennoch nicht aufgeht. Wenn die Frauen den Hofknicks vollführten, erhaschte der Schah im Bruchteil einer Sekunde den Ansatz der Brust, hierauf den hellen Schimmer des Flaums über dem weißen Nacken. Und der Augenblick, in dem die Damen mit beiden Händen die Schöße hoben, bevor sie ein Knie zurückstreckten, hatte für ihn etwas unnennbar Keusches und zugleich unsagbar Sündhaftes, es war ein Versprechen, das man nicht zu halten gedachte. Lauter unverschlossene Türen, die man nicht öffnen kann, dachte der Herr von Persien, der mächtige Besitzer des Harems. Jede also halboffene und gleichzeitig abgesperrte Frau, jede einzelne, war lockender als ein ganzer Harem, angefüllt mit dreihundertfünfundsechzig rätsellosen, geheimnislosen, gleichgültigen Leibern. Wie unergründlich mußte die Liebeskunst der Abendländer sein! Welch vertrackte Raffiniertheit, die Gesichter der Frauen nicht zu verhüllen! Was gab es in der Welt, das geheimer und entblößter zugleich sein konnte als das Antlitz einer Frau! Ihre halbgesenkten Augenlider verrieten und verbargen, versprachen und verwehrten, enthüllten und verweigerten. Was war der Glanz der Diademe, die sie im Haar trugen, gegen den schwarzen, braunen, blonden Glanz dieser ihrer Haare selbst, und wieviel Farbentönungen gab es innerhalb dieser Farben! Dieses Schwarz war blau wie eine Hochsommernacht und jenes hart und matt wie Ebenholz; dieses Braun war golden wie der letzte Gruß des versinkenden Abends und jenes rötlich wie das edle Ahornblatt im späten Herbst; dieses Blond war heiter und leichtfertig wie der Goldregen im Frühlingsgarten und jenes matt und silbrig wie der erste Reif einer frühen Morgenstunde im Herbst. Und zu denken, daß jede einzelne dieser Frauen einem einzigen Mann gehörte oder bald angehören würde! Jede einzelne ein behüteter Edelstein!

Nein! Daran wollte der Schah in diesem Augenblick nicht denken. Peinliche, schädliche Einfälle! Er war nach Europa gekommen, um das Einzige zu genießen, um das Vielfältige zu vergessen, das Gehütete zu rauben, das hier herrschende Recht zu brechen, einmal nur, ein einzigesmal der Wollust des unrechtmäßigen Besitzes teilhaft zu werden und die ganz besondere, raffinierte Art der Europäer, der Christen, der Abendländischen auszukosten. Als der Tanz begann – es war zuerst eine Polka –, verwirrten sich seine Sinne vollends. Er schloß sekundenlang seine großen, schönen, goldbraunen, unschuldsvollen Rehaugen, er schämte sich selbst der Gier und der Neugier, die er in ihnen leuchten wußte. Alle gefielen ihm. Aber nicht das Geschlecht begehrte er. Er hatte Heimweh nach der Liebe, das ewige männliche Heimweh nach der Vergötterten, der Göttlichen, der Göttin, der Einzigen. Alle Freuden, die ihm das Geschlecht der Frauen gewähren konnten, hatte er ja bereits genossen. Ihm fehlte nur noch eins: der Schmerz, den nur die Einzige bereiten kann. Er schickte sich also an zu wählen. Immer mehr von den Frauen im Saal schied er aus. Bei der und jener glaubte er, mehr oder weniger verborgene Fehler entdeckt zu haben. Es blieb schließlich eine, die Einzige: es war die Gräfin W. Alle Welt kannte sie.

Blond, hell, jung und mit jenen Augen begnadet, von denen man sagen könnte, sie seien eine merkwürdige Art von Veilchen mit Vergißmeinnichtblick, war sie seit drei Jahren, seit ihrem ersten Ball, der Gesellschaft eine Augenweide, den Männern ein ebenso begehrtes wie verehrtes Wesen. Sie gehörte zu jenen Mädchen, die in den längstvergangenen Tagen ohne jedes andere Verdienst als das der Anmut Verehrung genossen und Anbetung erwarben. Man sah ein paar ihrer Bewegungen, fühlte sich reich beschenkt und war überzeugt, daß man ihr Dank schuldig sei.

Sie war ein spät gezeugtes Kind. Ihr Vater konnte schon zu den greisen Dienern der Monarchie gezählt werden. Er lebte einsam und lediglich seiner Mineraliensammlung ergeben auf seinem Gut in Parditz in Mähren. Manchmal vergaß er Frau und Tochter. In einer jener Stunden, in denen er gerade einen recht seltenen Malachit von einem Freund aus Bozen zugeschickt erhalten und seine Familie völlig vergessen hatte, ließ sich ein ihm unbekannter Sektionschef vom Finanzministerium melden. Es war der Graf W. Es war keineswegs, wie der Alte schon gehofft hatte, etwa ein Liebhaber von Mineralien, sondern lediglich der seiner Tochter. Jeden gewöhnlichen Quarzstein hätte der alte Herr von Parditz wenigstens durch die Taschenlupe betrachtet. Den jungen Mann aber, der seine Tochter begehrte, sah er nur einen Augenblick durch das Lorgnon an. »Bitte!« sagte er ohne weiteres, »werden Sie glücklich mit Helene.«

Die junge Frau liebte ihren Mann, obwohl sie eine manchmal süße, zuweilen lästige Erinnerung an den charmanten, zu besonderer Verwendung abkommandierten Baron Taittinger behalten hatte. Damals, als sie noch ein Mädchen gewesen war und obwohl sie einen durchaus gerechten Blick für all seine Vorzüge gehabt hatte – sogar, wenn er sprach, schien es, als ob er tanzte –, war er ihr in dem Maße gefährlich erschienen, daß sie eines Tages begann, ihm mit frostiger Laune zu begegnen. Der arme Taittinger hatte zwar Phantasie genug, um sich einzubilden, daß er heftig und rettungslos verliebt sei, aber nicht so viel Ausdauer, wie in jenen Tagen dazu gehört hätte, das übliche Resultat heftiger Liebesbemühungen abzuwarten. Er war ein Kavallerist, zur besonderen Verwendung abkommandiert, hochmütig auch und, besonders nach einer Stunde mit dem Mädchen, in der es ihm gesagt hatte, er möge vorläufig gehn und sie sei nicht aufgelegt, mit ihm noch weiter zu sprechen, vollkommen überzeugt, daß es viele solcher Mädchen schließlich gäbe und daß seine Ehre auch etwas wert sei und vielleicht mehr.

Es war also, wie er sich sagte, endgültig, »ein Bruch«, und dies machte ihn dermaßen »melancholisch«, daß er sich eines Tages entschloß, zu Fuß durch Sievering zu wandern. Was kümmerte ihn Sievering? Es war noch schlimmer als langweilig: es war nämlich »fad«. Einen Tag später allerdings war es »charmant« geworden. – Das kam von der Mizzi Schinagl.

VII

Leider liegen die Tage, in denen unsere Geschichte spielt, schon so weit zurück, daß wir nicht mehr mit Sicherheit festzustellen vermögen, ob der Baron Taittinger recht hatte, als er der Meinung war, die Mizzi Schinagl sehe aus wie eine Zwillingsschwester der Gräfin W.

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