Erich Remarque - Drei Kameraden

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Köster stieß mich an. Lenz war nicht da. Er winkte mit dem Kopf nach dem Ausgang. Ich nickte, und wir gingen.

Die Saalwachen sahen uns finster und argwöhnisch nach. Im Vorraum stand eine Kapelle, fertig zum Einmarsch in den Saal. Ein Wald von Fahnen und Abzeichen dahinter.

»Gut gemacht, was?« fragte Köster draußen.

»Erstklassig. Das kann ich als alter Propagandachef beurteilen.«

Wir fuhren ein paar Straßen weiter. Dort war die zweite politische Versammlung. Andere Fahnen, andere Uniformen, ein anderer Saal; aber sonst alles ähnlich. Auf den Gesichtern der gleiche Ausdruck von Ungewisser Hoffnung und gläubiger Leere. Ein weißgedeckter Vorstandstisch, quer vor den Stuhlreihen. Daran die Parteisekretäre, der Vorstand, ein paar eifrige alte Jungfern. Der Redner, ein Beamtentyp, war schwächer als der vorige. Er redete Papierdeutsch, er brachte Zahlen, Beweise, es stimmte alles, was er sagte, aber trotzdem überzeugte er weniger als der andere, der überhaupt nichts bewies, sondern nur behauptete. Müde dösten die Parteisekretäre am Vorstandstisch vor sich hin; sie hatten Hunderte solcher Versammlungen hinter sich.

»Komm«, sagte Köster nach einer Weile. »Hier ist er auch nicht. Habe ich übrigens auch nicht erwartet.«

Wir fuhren weiter. Die Luft war kalt und frisch nach dem verbrauchten Dunst in den überfüllten Sälen. Der Wagen schoß durch die Straßen. Wir kamen am Kanal vorbei. Die Laternen warfen öliggelbe Reflexe auf das dunkle Wasser, das leise an die betonierten Ufer klatschte. Eine Zille zog schwarz und langsam vorüber. Der Schleppdampfer hatte rote und grüne Signallichter gesetzt. Ein Hund bellte herüber, dann ging ein Mann vor dem Licht her und verschwand in einer Luke, die einen Augenblick golden aufschimmerte. Jenseits des Kanals lagen hell angestrahlt die Häuser des Westens. Ein Brückenbogen schwang sich von ihnen zur anderen Seite hinüber. Ruhelos schoben sich Autos, Omnibusse und elektrische Bahnen darauf hin und her. Er sah aus wie eine funkelnde bunte Schlange über dem trägen schwarzen Wasser.

»Ich denke, wir lassen den Wagen hier stehen und gehen das letzte Stück zu Fuß«, sagte Köster nach einer Weile. »Ist unauffälliger.«

Wir hielten Karl unter einer Laterne vor einer Kneipe an. Eine weiße Katze huschte weg, als wir ausstiegen. Ein paar Huren mit Schürzen standen etwas weiter unter einem Torbogen und verstummten, als wir vorübergingen. In einer Hausecke lehnte ein Drehorgelspieler und schlief. Eine alte Frau wühlte in den Abfällen am Straßenrand.

Wir kamen an eine riesige, schmutzige Mietskaserne mit mehreren Hinterhäusern, Höfen und Durchgängen. Im untersten Stock befanden sich Läden, eine Bäckerei und eine Annahmestelle für Lumpen und altes Eisen. Auf der Straße vor dem ersten Durchgang standen zwei Lastwagen mit Schupos.

Im ersten Hof war in einer Ecke aus Holzlatten ein Stand aufgebaut, an dem ein paar große Sternkarten hingen. Vor einem Tisch mit Papieren stand auf einem kleinen Podium ein Mann mit einem Turban. Über seinem Kopf hing ein Schild: Astrologie, Handlesekunst, Zukunftsdeutung – Ihr Horoskop für 50 Pfennig. Ein Schwarm Menschen umdrängte ihn. Das grelle Licht einer Karbidlampe fiel auf sein gelbes, faltiges Gesicht. Er redete auf die Zuschauer ein, die schweigend zu ihm aufschauten – mit dem gleichen verlorenen, abwesenden, wundersüchtigen Blick wie vorher die Zuhörer in den Versammlungen mit den Fahnen und den Musikkapellen.

»Otto«, sagte ich zu Köster, der vor mir her ging,»jetzt weiß ich, was die Leute wollen. Sie wollen gar keine Politik. Sie wollen Religionsersatz.«

Er sah sich um. »Natürlich. Sie wollen an irgend etwas wieder glauben. An was, ist ganz egal. Deshalb sind sie auch so fanatisch.«

Wir kamen auf den zweiten Hof, an dem das Versammlungslokal lag. Alle Fenster waren erleuchtet. Plötzlich hörten wir Lärm von drinnen. Im selben Moment stürzte aus einem dunklen Seiteneingang eine Anzahl junger Leute in Windjacken, wie auf ein verabredetes Zeichen über den Hof, dicht unter den Fenstern entlang, auf die Tür des Lokals los. Der vorderste riß sie auf, und sie stürmten hinein.

»Ein Stoßtrupp«, sagte Köster. »Komm hier an die Wand hinter die Bierfässer.«

Ein Brüllen und Toben begann im Saal. In der nächsten Sekunde splitterte ein Fenster und jemand flog heraus. Gleich darauf brach die Tür auf, ein Haufen Menschen wälzte sich heraus, die ersten stürzten, die andern fielen darüber hinweg. Eine Frau schrie gellend um Hilfe und rannte durch den Torbogen hinaus. Ein zweiter Schub folgte mit Stuhlbeinen und Biergläsern, wütend ineinander verfilzt. Ein riesiger Zimmermann sprang heraus, stellte sich etwas außerhalb auf, und jedesmal, wenn er den Kopf eines Gegners vor sich sah, fegte sein langer Arm im Kreise herum und schlug ihn in das Gewühl zurück. Er machte das völlig ruhig, als ob er Holz hackte.

Ein neuer Knäuel stürzte heran, und plötzlich sahen wir, drei Meter vor uns, den gelben Schöpf Gottfrieds in den Händen eines tobenden Schnauzbartes.

Köster duckte sich und verschwand in dem Haufen. Ein paar Sekunden später ließ der Schnauzbart Gottfried los, warf mit einer Miene äußersten Erstaunens die Arme hoch und fiel wie ein entwurzelter Baum in die Menge zurück. Gleich darauf entdeckte ich Köster, der Lenz am Kragen hinter sich herschleppte.

Lenz wehrte sich. »Laß mich nur noch einen Augenblick hin, Otto«, keuchte er.

»Unsinn«, rief Köster,»die Schupo kommt sofort! Los, da hinten 'rauf.«

Wir liefen über den Hof, dem dunklen Seiteneingang zu. Es war keinen Augenblick zu früh. Im gleichen Moment schrillte jähes Pfeifen über den Hof, die schwarzen Tschakos der Schupo blitzten auf, und die Polizei riegelte den Hof ab. Wir rannten die Treppen hinauf, um nicht mit zur Wache geschleppt zu werden. Von einem Flurfenster aus sahen wir, wie es weiterging. Die Schupo arbeitete glänzend. Sie sperrte ab, trieb einen Keil in den Knäuel, riß die Haufen auseinander, löste sie auf und begann sofort abzutransportieren. Als ersten den verblüfften Zimmermann, der vergeblich etwas zu erklären suchte. Hinter uns schnappte eine Tür. Eine Frau im Hemd, mit bloßen, dünnen Beinen, eine Kerze in der Hand, steckte den Kopf heraus. »Bist du das?« fragte sie mürrisch.

»Nein«, sagte Lenz, der sich erholt hatte. Die Frau warf die Tür zu. Lenz leuchtete mit seiner Taschenlampe die Tür ab. Es war der Maurerpolier Gerhard Peschke, der hier erwartet wurde.

Unten wurde es still. Die Schupo zog ab, und der Hof wurde leer. Wir warteten noch etwas, dann gingen wir die Treppen hinunter. Hinter einer Tür weinte ein Kind. Es weinte leise und klagend im Dunkel.

Wir gingen durch den vorderen Hof. Der Astrologe stand verlassen vor seinen Sternkarten. »Ein Horoskop, die Herrschaften?« rief er. »Oder die Zukunft aus der Hand?«

»Immer los«, sagte Gottfried und hielt ihm die Hand hin.

Der Mann studierte eine Zeitlang. »Sie haben einen Herzfehler«, sagte er dann kategorisch. »Ihr Gefühl ist stark entwickelt, Ihre Verstandeslinie sehr kurz, dafür sind Sie musikalisch begabt. Sie träumen viel, aber Sie taugen nicht als Ehemann. Trotzdem sehe ich hier drei Kinder. Sie sind eine diplomatische Natur, neigen zur Verschlossenheit und werden etwa achtzig Jahre alt.«

»Stimmt«, erklärte Gottfried. »Das hat mein Fräulein Mutter auch schon immer gesagt: Wer böse ist, wird alt. Moral ist eine Erfindung der Menschen; nicht eine Konsequenz des Lebens.«

Er gab dem Mann sein Geld, und wir gingen weiter. Die Straße war leer. Eine schwarze Katze huschte vor uns her. Lenz zeigte hin. »Jetzt müßten wir eigentlich umkehren.«

»Laß man«, sagte ich,»wir haben vorhin eine weiße gesehen; das hebt sich auf.«

Wir gingen die Straße entlang. Ein paar Leute kamen uns auf der anderen Seite entgegen. Es waren vier junge Burschen. Einer trug hellgelbe, neue Ledergamaschen, die andern eine Art von Militärstiefeln. Sie blieben stehen und sahen zu uns herüber. »Da ist er!« rief plötzlich der mit den Gamaschen und lief schräg über die Straße auf uns zu. Im nächsten Augenblick krachten zwei Schüsse, der Bursche sprang weg, und alle vier rissen aus, so schnell sie konnten.

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