Pauline Wengeroff - Memoiren einer Grossmutter, Band I

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Memoiren einer Grossmutter, Band I: краткое содержание, описание и аннотация

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Erst nach dem Ablesen der M'gilla, das oft bis acht oder neun Uhr abends dauerte, begab man sich ins Eßzimmer, und ließ sich die appetitlichen Speisen, die in reicher Fülle auf dem Tisch standen, gut schmecken. Jeder bediente sich, so rasch er konnte, um den laut protestierenden Magen, der doch mehr als 20 Stunden keine Nahrung erhalten hatte, zu befriedigen.

Am frühen Morgen des darauffolgenden Tages konnten wir Kinder vor Aufregung nicht mehr schlafen und riefen einander noch in den Betten zu: »Was ist heute?« – »Purim!« lautete die frohlockende Antwort. Und nun kleidete man sich so rasch wie möglich an. Die freudige Erwartung verwandelte sich in Ungeduld. Wir wünschten, der Morgen möge doch endlich schon zum Nachmittag werden, da wurden ja die Scholachmones abgeschickt und empfangen.

Mein Vater und die jungen Leute kamen aus dem Bethause, wo ein Halbfeiertagsgottesdienst abgehalten und wieder die M'gilla vorgelesen worden war. Das Mittagmahl wurde zu früher Stunde genommen (es bestand aus den vier traditionellen Gängen: Fische, Suppe mit den unvermeidlichen Haman-Ohren, d. h. dreieckige Kreppchen, Truthahn und Gemüse), um die zweite Mahlzeit, die Sude (Festmahl), die eigentlich am Purimfest die Hauptrolle spielte, noch vor Abend beginnen zu können. Dabei gibt sich der Jude, – so will es der Gebrauch – der wahren oder der vermeintlichen Freude hin und darf sich einen kleinen Rausch antrinken. So viel ich mich zu erinnern weiß, ist jeder Jude an diesem Tage munter und fröhlich, er gönnt sich gutes Essen und Trinken und bemüht sich schon Tage vorher, für den Schmaus viel Geld aufzutreiben.

Uns Kinder beschäftigte nur der Gedanke an das Abschicken und Empfangen des Scholachmones. Endlich kam die wichtige Stunde, da alle fertigen Geschenke auf ein Teebrett gelegt wurden. Dem Dienstmädchen wurde eingeschärft, welches Geschenk für den und jenen bestimmt sei. Mit besorgter, vor Aufregung bebender Stimme wurde ihr verboten, sich unterwegs aufzuhalten oder mit jemand zu sprechen, nicht einmal im Vorübergehen. Sie sollte direkt zu unseren Tanten gehen. Selbst die Art, wie sie das Teebrett mit den Geschenken auf den Tisch setzen müsse, und wie sie jedem sein Geschenk auszuhändigen habe, wurde ihr genau angegeben. Dabei stellten wir uns lebhaft die Ausrufe des Entzückens vor, die unsere Arbeiten hervorlocken würden. Und wir zeigten wiederholt dem Mädchen jedes Stück. Endlich ging das Mädchen fort und gelangte glücklich an Ort und Stelle.

»Bist du von den Kindern der Muhme geschickt?« eilten dem Mädchen dort die Kinder, hastig fragend, entgegen – denn ebenso wie bei uns, war man auch dort aufgeregt und ungeduldig gewesen.

»Ja!« stammelte das bestürmte Mädchen, das kaum die Wohnstube erreichen konnte, da ihr alle lärmend und fragend folgten. Sie bemächtigten sich endlich des Tablettes, stürzten sich auf die Geschenke, um alles zu besichtigen, zu beurteilen und zu bewundern. Das unbeholfene Mädchen tat nicht so, wie wir befohlen hatten, da sich die Beschenkten die Sachen, ohne zu fragen, selber nahmen. Dann machten sich die Kinder daran, die für uns bestimmten Geschenke abzusenden. Das geschah in der nächsten Viertelstunde. Die arme Botin aber, welche mit solchem Jubel empfangen worden war, ging fast unbemerkt, ganz still fort und wurde von uns dann mit der gleichen Ungeduld und Spannung ausgefragt, ob man drüben sehr erstaunt gewesen, und welche Meinung über unsere Geschenke geäußert worden sei. Nun empfingen wir von unseren Cousinen die Gegengeschenke, welche unsere Erwartungen weit übertrafen oder – auch nicht. Bei ihrer Entgegennahme mußten wir an uns halten, ruhig zu bleiben. Wir durften uns vor der Botin nicht so ungeduldig und so neugierig zeigen, wie wir es tatsächlich waren; denn die Mutter hatte uns streng befohlen, ein ruhiges, würdiges Benehmen an den Tag zu legen.

Inzwischen wurden allerhand Purimspiele (Szenen aus der biblischen Geschichte, hauptsächlich aber mit einem Motiv aus dem Buch Esther) vorgeführt. Die erste Szene brachte das Achaschweros (König Artaxerxes)-Spiel nach der Migilla, diejenige, in der der König, Haman, Mardechai und die Königin Esther die Hauptrollen hatten. Gewöhnlich gab ein junger Bursche in Damenkleidern die Königin Esther, die von uns mit neugierig erregten Augen verfolgt und angestaunt wurde. Die Kleidung der anderen Darsteller zeichnete sich nicht durch besondere Reinlichkeit und Eleganz aus. Der dreieckige Hut mit dem Federbusch, die Epauletten und das Portepee waren aus dunkelblauem und weißgelbem Pappendeckel verfertigt. Die Aufführung dauerte länger als eine Stunde, und wir folgten ihr mit dem größten Interesse. Dann kam das Josefsspiel, dessen interessanteste Szenen der Bibel entlehnt sind. Bei allen Stücken wurde viel gesungen. Ich erinnere mich genau der Melodieen – und des komischen Tanzes, den Zirele Waans, eine Frau aus dem Volke, und ein armer Mann, Lemele Futt, aufführten. Sie tanzten und sangen dazu im Jargon. Wir kicherten heimlich über die grotesken Gestalten und ihre eckigen Bewegungen.

Am amüsantesten für uns Kinder war das sogenannte Lied von der Kose (Ziege). Ein Fell mit einem Ziegenkopf wurde von einem Mann, der darin stak, auf zwei Stöcken gehalten. Der Ziegenhals war mit allerlei bunten Glasperlen und Korallen, Silber- und Messingmünzen, Schellen und noch vielem anderen schimmernden, blinkenden Zeug behangen. Auf den beiden Hörnern waren zwei größere Glöckchen befestigt, die bei jeder Kopfwendung schrill erklangen und sich mit dem anderen bimmelnden Tand zu einer seltsamen »Musik« vereinigten. Der gute Mann im Ziegenfell machte allerhand Bewegungen, er tanzte, sprang hoch und nieder. Das Singen besorgte mit lustiger, heiserer Stimme der Führer der Kose (Ziege).

Das Liedchen lautet:

Afen hoichen Barg, afen grünem grus, ( gras )
Stehn a por Deutschen mit die lange Beitschen.
Hoiche manen seinen mir
Kürze kleider gehen mir.
Owinu Meilach ( Unser Vater, König )
Dus Harz is üns freilach. ( fröhlich )
Freilach wellen mir sein
Trinken wellen mir Wein.
Wein wellen mir trinken
Kreplach wellen mir essen
Un Gott wellen mir nit vergessen.

Der Sänger war ein hagerer, langer, blonder Bursche, der das ganze Jahr in unserer Ziegelfabrik Lehm transportierte und den Spitznamen die »Kose« trug. Für uns kleine Kinder war das Schauspiel voller Ergötzlichkeiten. Aber wir konnten uns dennoch eines gewissen Angstgefühles nicht ganz erwehren und flüchteten uns auch bald, nachdem sie erschienen, auf den Ofen im Eßzimmer, von dem aus wir die Vorgänge mit mehr Sicherheit überschauen konnten. Und da sahen wir mit Interesse, wie »die Kose« ein Glas Branntwein hinuntergoß, das unsere Mutter ihr an den Mund gebracht hatte, dann steckte die Mutter ihr einen großen Purim-Mohnkuchen in den Mund, welchen die Kose, wie uns schien, im Nu verschluckte. Zu einer festen Ansicht, ob es denn wirklich eine Ziege war, oder ob ein Mensch darin stak, kamen wir nicht. Die Sache erschien uns durchaus rätselhaft....

Der Scherz wurde laut belacht, und der Lehmführer wurde mit einem guten Trinkgelde verabschiedet, wofür er mit komischen Gebärden dankte und alle segnete. Die vorgeführten Szenen fanden im Speisezimmer statt und wurden durch die vielen Boten, die Scholachmones brachten, oft unterbrochen. Die Boten harrten der Aufträge meiner Mutter, welche für die Abschickung der Gegengeschenke Anordnungen traf. Auf dem langen Tisch befanden sich verschiedene Sorten teuren Weines, englisches Porter, die besten Liköre, Rum, Kognak, Bonbons, Apfelsinen, Zitronen, marinierter Lachs. Diese edlen Dinge verteilte meine Mutter und meine älteren Schwestern unaufhörlich auf Teller, Schüsseln und Tablette. Es gab kein bestimmtes Maß, keine bestimmte Zahl. Eine Sendung bestand gewöhnlich aus einer Flasche Wein oder englischem Porter und einem Stück Lachs, aus Fischen und einigen Apfelsinen oder Zitronen. Ein so zusammengestelltes Geschenk war zumeist einem Herrn zugedacht. Die Geschenke für Frauen bildeten Kuchen, Früchte und Bonbons. Die Leute niederen Standes erhielten Honigkuchen, Nüsse, Äpfel auf einem Teller, der mit einem roten Taschentuch überdeckt war, dessen Enden nach unten zusammengeknotet wurden. Ich erinnere mich lebhaft eines aufregenden Vorfalles am Purim. Meine Mutter hatte vergessen, einem Hausfreunde Scholachmones zurückzuschicken. 3 3 Die damaligen Sittenregeln forderten, dass der jüngere Mann oder die jüngere Frau den älteren zuerst Scholachmones schicken musste. Das fiel ihr erst spät nachts ein, und sie konnte vor Ärger darüber nicht einschlafen. Am frühen Morgen kleidete sie sich rasch an und begab sich zu dem Freunde, um ihn um Verzeihung zu bitten und zu beteuern, daß der Irrtum nicht aus Geringschätzung, sondern aus Vergeßlichkeit geschehen wäre. Die Versicherung war nötig, denn der Freund hatte sich tatsächlich zurückgesetzt und verletzt gefühlt. Von solcher Wichtigkeit und Bedeutung war damals jeder jüdische Gebrauch!

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