Gustav Freytag - Soll und Haben
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»Ich bin sein Liebling«, sagte das Fräulein beistimmend, »er folgt mir aufs Wort.« Anton fand die Anhänglichkeit des Pony natürlich, setzte dieselbe Empfindung beim Papagei voraus und war geneigt zu behaupten, daß alle übrige Kreatur der Erde eine ähnliche Stimmung gegen seine Führerin haben müsse.
»Ich denke, Sie sind von Familie«, fragte die junge Dame plötzlich, stemmte ihren Schirm gegen einen Baumast und sah Anton mit altklugem Blick an.
»Nein«, sagte der Sohn des Kalkulators traurig, »mein Vater starb vor vier Wochen, es ist ein Jahr, daß meine gute Mutter tot ist, ich bin allein, ich gehe nach der Hauptstadt.« Seine Lippen zuckten bei der Erinnerung an den jüngsten Verlust.
Erschrocken sah das Fräulein den Schmerz im Gesicht des Fremden. »Sie armer, armer Herr!« rief sie gerührt und verlegen. »Kommen Sie schnell, ich will Ihnen noch etwas zeigen. Hier sind die Frühbeete; hier ist das Beet mit Erdbeeren, es sind noch einige darin. – Franz, bringen Sie den Teller mit Beeren«, rief sie dem Gärtner zu. Franz eilte damit herbei. Eifrig ergriff das Fräulein den Teller und bot die Beeren unserm Helden mit gütigem Lächeln: »Hier, mein Herr! Haben Sie die Güte, dies von mir anzunehmen. Vom Hause meines Vaters darf kein Gast scheiden, ohne von dem Besten zu kosten, das uns die Jahreszeit gibt. Bitte, nehmen Sie«, bat sie dringend.
Anton hielt den Teller in der Hand und sah aus feuchten Augen herzlich nach der jungen Dame.
»Ich esse mit Ihnen«, sagte das Fräulein und faßte zwei Beeren. Darauf leerte Anton gehorsam den Teller.
»Jetzt führe ich Sie noch aus dem Garten«, sprach die Dame. Der Gärtner öffnete respektvoll eine kleine Seitentür, und das Fräulein geleitete den Reisenden bis an einen Teich, auf dem alte und junge Schwäne schwammen.
»Sie kommen heran«, rief Anton freudig.
»Sie wissen, daß ich etwas für sie in der Tasche habe«, sagte seine Begleiterin und löste die Kette eines Kahns. »Steigen Sie ein, mein Herr, ich fahre Sie hinüber, dort drüben ist Ihr Weg.«
»Ich darf Sie nicht so bemühen«, sagte Anton und zauderte einzutreten.
»Ohne Widerspruch«, befahl das Fräulein, »es geschieht gern.« Sie setzte sich auf die Steuerbank und drückte das Wasser mit dem leichten Ruder geschickt hinter den Kahn. So fuhr sie langsam über den Teich, die Schwäne zogen ihr nach, sie hielt von Zeit zu Zeit an und warf ihnen Bissen zu.
Anton saß ihr selig gegenüber. Er war wie verzaubert. Im Hintergrund das dunkle Grün der Bäume, um ihn die klare Flut, welche leise an dem Schnabel des Kahns rauschte, ihm gegenüber die schlanke Gestalt der Schifferin, gerötet durch ein liebliches Lächeln, und hinter ihnen her das Volk der Schwäne, das weiße Gefolge der Herrin dieser Flut. Es war ein Traum, so lieblich, wie ihn nur die Jugend träumt.
Der Kahn stieß an das Ufer, Anton stieg heraus und rief: »Leben Sie wohl!«, und unwillkürlich streckte er ihr die Hand entgegen. »Leben Sie wohl«, sagte die Kleine und berührte seine Hand mit den Fingerspitzen. Sie wandte den Kahn und fuhr langsam zurück. Anton sprang über den Rasen bis auf den erhöhten Weg und sah von dort auf das Wasser. Der Kahn landete an einer Baumgruppe, das Fräulein wandte sich noch einmal nach ihm um, dann verschwand sie hinter den Bäumen. Durch eine Öffnung des Parkes sah Anton das Schloß vor sich liegen, hoch und vornehm ragte es über die Ebene. Lustig flatterte die Fahne auf dem Türmchen, und kräftig glänzte im Sonnenschein das Grün der Schlingpflanzen, welche den braunen Stein der Mauern überzogen.
»So fest, so edel!« sagte Anton vor sich hin.
»Wenn du diesem Baron aufzählst hunderttausend Talerstücke, wird er dir doch nicht geben sein Gut, was er geerbt von seinem Vater«, sprach eine scharfe Stimme hinter Antons Rücken. Dieser wandte sich zornig um, das Zauberbild verschwand, er stand in dem Staube der großen Landstraße. Neben ihm lehnte an einem Weidenstamm ein junger Bursche in ärmlichem Aufzuge, welcher ein kleines Bündel unter dem Arme hielt und mit ruhiger Unverschämtheit unsern Helden anstarrte.
»Bist du’s, Veitel Itzig!« rief Anton, ohne große Freude über die Zusammenkunft zu verraten. Junker Itzig war keine auffallend schöne Erscheinung; hager, bleich, mit rötlichem krausem Haar, in einer alten Jacke und defekten Beinkleidern sah er so aus, daß er einem Gendarmen ungleich interessanter sein mußte als andern Reisenden. Er war aus Ostrau, ein Kamerad Antons von der Bürgerschule her. Anton hatte in früherer Zeit Gelegenheit gehabt, durch tapfern Gebrauch seiner Zunge und seiner kleinen Fäuste den Judenknaben vor Mißhandlungen mutwilliger Schüler zu bewahren und sich das Selbstgefühl eines Beschützers der unterdrückten Unschuld zu verschaffen. Namentlich einmal in einer düstern Schulszene, in welcher ein Knackwürstchen benutzt wurde, um verzweifelte Empfindungen in Itzig hervorzurufen, hatte Anton so wacker für Itzig plädiert, daß er selbst ein Loch im Kopfe davontrug, während seine Gegner weinend und blutrünstig hinter die Kirche rannten und selbst die Knackwurst aufaßen. Seit diesem Tage hatte Itzig eine gewisse Anhänglichkeit an Anton gezeigt, welche er dadurch bewies, daß er sich bei schweren Aufgaben von seinem Beschützer helfen ließ und gelegentlich ein Stück von Antons Buttersemmel zu erobern wußte; Anton aber hatte den unliebenswürdigen Burschen gern geduldet, weil ihm wohltat, einen Schützling zu haben, wenn dieser auch im Verdacht stand, Schreibfedern zu mausen und später an Begüterte wieder zu verkaufen. In den letzten Jahren hatten die jungen Leute einander wenig gesehen, gerade so oft, daß Itzig Gelegenheit erhielt, die vertraulichen Formen des Schulverkehrs durch gelegentliche Anreden und kleine Spöttereien aufzufrischen.
»Die Leute sagen, daß du gehst nach der großen Stadt, um zu lernen das Geschäft«, fuhr Veitel fort. »Du wirst lernen, wie man Tüten dreht und Sirup verkauft an die alten Weiber; ich gehe auch nach der Stadt, ich will machen mein Glück.«
Anton antwortete, unwillig über die freche Rede und über das vertrauliche Du, das der Kamerad aus der Elementarschule immer noch gegen ihn wagte: »So gehe deinem Glück nach und halte dich nicht bei mir auf.«
»Es hat keine Eil’«, entgegnete Veitel nachlässig, »ich will warten, bis auch du gehst, wenn dir meine Kleider nicht sind zu schlecht.« Diese Berufung auf Antons Humanität hatte die Folge, daß Anton sich schweigend die Gegenwart des unwillkommenen Gefährten gefallen ließ. Er warf noch einen Blick nach dem Schlosse und schritt dann stumm auf der Landstraße fort, Itzig immer einen halben Schritt hinter ihm. Endlich wandte sich Anton um und fragte nach dem Eigentümer des Schlosses.
Wenn Veitel Itzig nicht ein Hausfreund des Gutsbesitzers war, so mußte er doch zum wenigsten ein vertrauter Freund seines Pferdejungen sein; denn er war bekannt mit vielen Verhältnissen des Freiherrn, der in dem Schlosse wohnte. Er berichtete, daß der Baron nur zwei Kinder habe, dagegen eine ausgezeichnete Schafherde auf einem großen schuldenfreien Gut. Der Sohn sei auswärts auf einer Schule. Als Anton mit lebhaftem Interesse zuhörte und dies durch seine Fragen verriet, sagte Itzig endlich: »Wenn du willst haben das Gut von diesem Baron, ich will dir’s kaufen.«
»Ich danke«, antwortete Anton kalt. »Er würde es nicht verkaufen, hast du mir eben gesagt.«
»Wenn einer nicht will verkaufen, muß man ihn dazu zwingen«, rief Itzig.
»Du bist der Mann dazu«, sprach Anton.
»Ob ich bin der Mann oder ob es ist ein anderer: es ist doch zu machen, daß man kauft von jedem Menschen, was er hat. Es gibt ein Rezept, durch das man kann zwingen einen jeden, von dem man etwas will, auch wenn er nicht will.«
»Muß man ihm einen Trank eingeben«, fragte Anton mit Verachtung, »oder ein Zauberkraut?«
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