Grigori Bjelych - SCHKID. Die republik der strolche

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SCHKID. Die republik der strolche: краткое содержание, описание и аннотация

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Titel der Originalausgabe: Республика ШКИД.
Übersetzung aus dem Russischen von Lieselotte Remane.

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Es war ein ungewöhnlich schüchterner und wortkarger Bursche. Auf Fragen antwortete er nur „ja“ oder „nein“, oder er schüttelte bloß brummend den Kopf.

„Weswegen bist du hergekommen?“ erkundigte sich Kaufmann, als der Neue seine Privatsachen gegen die Anstaltskleidung eingetauscht hatte und nun mit finster gerunzelter Stirn über den Korridor schlenderte.

An Stelle einer Antwort sah Pantelejew den neuen Kameraden nur ärgerlich an und errötete wie ein kleines Mädchen. „Warum bist du in die Schkid gekommen?“ wiederholte Kaufmann. „Ich bin eben hier — wird schon seinen Grund haben“, brummte der Neue kaum hörbar.

Es war schwierig, ihn zum Sprechen zu bringen. Niemand versuchte es mehr. Farbloser Durchschnitt! stellten die Schkider fest. Sogar ein bißchen stur. Sie wunderten sich etwas, als der Neue nach der üblichen Prüfung sogleich in die vierte Abteilung eingeschult wurde. Doch beim Unterricht in der Klasse tat er sich ebenfalls nicht hervor. Er antwortete recht und schlecht; wenn der Lehrer ihn an die Tafel rief, errötete er verlegen, sagte lange Zeit gar nichts und gestand dann, ohne den Lehrer anzusehen: „Ich weiß nicht mehr… hab's vergessen.“ Nur in den Unterrichtsstunden für Russisch wurde er etwas lebhafter. In der Literatur kannte er sich aus.

In der Schkid war es üblich, daß die Neuen — unabhängig von ihrem Verhalten — in den ersten beiden Wochen keinen Urlaub bekamen. Aber Besuch von Verwandten durften sie empfangen. Im Sommer saßen die Jungen mit ihren Angehörigen auf dem Hofe, sonst im Weißen Saal. Am ersten Sonntag besuchte niemand den Neuen. Fast den ganzen Tag stand er geduldig auf dem Treppenabsatz an dem großen Fenster, das auf den Hof ging. Man konnte ihm ansehen, wie sehr er auf jemanden wartete. Aber niemand kam. Am nächsten Sonntag ging er nicht mehr ins Treppenhaus. Bis zum Abend saß er in der Klasse und las ein Buch, das er sich aus der Bibliothek entliehen hatte — Leonid Andrejews Erzählungen. Vor dem Abendessen, als die Urlauber bereits zurückkehrten, steckte der Diensthabende den Kopf in die Klasse: „Pantelejew, Besuch!“ Errötend sprang Pantelejew auf, ließ das Buch fallen und rannte mit unverhohlener Erregung aus dem Raum.

Im halbdunklen Flur standen an der Küchentür eine schwermütige, verweinte Dame mit einem Trauerhut und ein stupsnäsiges zehn- oder elfjähriges Mädchen. Der Diensthabende, der mit den Schlüsseln an der Haustür stand, sah, daß sich der Neue verlegen umblickte, bevor er Mutter und Schwester küßte und sie dann sogleich in den Weißen Saal zog. Dort führte er sie in die entfernteste Ecke und hieß sie auf der Bank Platz nehmen. Und nun entdeckten die Schkider zu ihrem Erstaunen, daß der Neue nicht nur reden, sondern auch lachen konnte. Zwei- oder dreimal brach er bei einem Bericht seiner Mutter in schallendes Gelächter aus. Doch nachdem Mutter und Schwester fortgegangen waren, verwandelte er sich wieder in den griesgrämigen Menschenfeind. In die Klasse zurückgekehrt, setzte er sich an seinen Platz und vertiefte sich erneut in sein Buch.

Kurz darauf trat Spatz zu ihm. Er hatte keinen Urlaub bekommen, weil er in der fünften Gruppe steckte.

„Hast du was zu futtern?“ fragte er und lächelte den Neuen etwas verkrampft an.

Pantelejew holte eine schmuddelige Kohlpastete aus seinem Fach, brach die Hälfte ab und gab sie Spatz. Dabei sagte er nichts. Er reagierte nicht einmal auf das Lächeln. Das war beleidigend. Deshalb fühlte sich Spatz nicht zu Dank verpflichtet, als er die Gabe in Empfang nahm.

Vielleicht wäre der Neue auch weiterhin unbemerkt geblieben, wenn nicht ein Ereignis die ganze Schule gegen ihn aufgebracht hätte.

Fast gleichzeitig mit Pantelejew war noch eine Person in die Schkid gekommen; sie gehörte weder zu den Zöglingen noch zu den Propheten. Es war Vikniksors Mutter, eine gebrechliche alte Frau, die — wer weiß, woher — eingetroffen war und sich in seiner Wohnung niedergelassen hatte. Sie war beinahe blind. Die Schkider, die — einzeln genommen — gutmütig, feinfühlig und teilnahmsvoll sein konnten, aber in ihrer Gesamtheit von erbarmungsloser Grausamkeit waren, hatten die alte Frau deshalb „Eule“ getauft. Sie war ein harmloses Wesen. Nur selten verließ sie Vikniksors Wohnung. Zweimal am Tag sahen die Schkider, Avie sie sich, einen Topf oder eine Pfanne in einer Hand, mit der anderen an der Wand entlang zur Küche oder wieder zurück tastete. Waren Vikniksor oder sonst ein Prophet nicht in der Nähe, dann rannten die Strolche aus der ersten Abteilung an ihr vorbei, um ihr ins Ohr zu schreien: „Da kriecht die Eule! Huhu! Die Eule!“ Aber die alte Frau schien nicht nur blind, sondern auch taub zu sein. Ohne sich um das wilde Geschrei zu kümmern, setzte sie ihrenmühseligen Weg fort, ein sanftes Lächeln auf dem grauen, zerfurchten Gesicht. Eines Tages verbreitete sich in der Schkid das Gerücht, Eule backe in der Küche prachtvolle Plätzchen. Es war am Ende der Woche, als die Jungen ihre häuslichen Vorräte bereits aufgegessen hatten und vom Heißhunger geplagt wurden. Eine besonders große Rolle spielte der Hunger bei dem mageren Japs, der in Petrograd keine Angehörigen hatte und deshalb nur auf die Anstaltskost und die freiwilligen Spenden seiner Kameraden angewiesen war.

Während die Eule mit Unterstützung der Köchin Maria am Herd herumwirtschaftete, drängten sich die Jungen an der Küchentür. Das Wasser lief ihnen im Munde zusammen. „Wie das duftet!“ seufzten sie neidisch. „Das werden aber Plätzchen!“

„Toll!“

„Vikniksor hat's gut! Der kriegt feine Sachen zu essen!“

Japs war außer Rand und Band. Er flitzte in die Küche, schnupperte gierig den appetitlichen Duft des gebackenen Butterteigs und lief händereibend in den Korridor zurück. „Leute!“ sprudelte er hervor. „Ich hält's nicht mehr aus! Mit Öl und Butter! Ohne Ersatzstoffe!“

Er rannte wieder in die Küche, kniete hinter dem Rücken der Eule nieder, hob die Arme gen Himmel und grölte: „Vikniksor! Lukull! Ich beneide dich! Ich sterbe vor Sehnsucht! Mein halbes Leben für ein Plätzchen!“

Die Jungen lachten. Wie ein Hanswurst verneigte sich Japs bis zur Erde vor der alten Frau, die nichts davon bemerkte. „Mutter des Augustus!“ schrie er. „Witwe des Porphyren! Ich bete dich an!“

Schließlich jagte Marta ihn hinaus.

Aber Japs war schon zu sehr in Fahrt, um innehalten zu können. Als die Eule zehn Minuten später mit einer Schüssel dampfender Plätzchen über den Korridor ging, sprang er lautlos auf sie zu und stiebitzte ihr ebenso lautlos ein heißes Plätzchen von der Schüssel. Das war für die Schkider ein Signal. Seinem Beispiel folgten zuerst Jankel, Zigeuner und Spatz, dann die übrigen. Der Weg der alten Frau führte über den Korridor, durch das Treppenhaus und den Weißen Saal. Überall standen graue, lautlose Schatten. Sie stützte sich mit der linken Hand gegen die glatte Alabasterwand, während sie langsam über das Parkett des Weißen Saales schlurfte, und mit jedem Schritt schmolz das Häuflein appetitanregender Plätzchen in der blauen Porzellanschüssel zusammen. Als die Eule die Wohnungstür öffnete, waren auf der blauen Schüssel nur noch Fettflecke.

Die Schkider hatten sich in ihre Klassen zerstreut. Die vierte Abteilung dröhnte vor Gelächter. Japs stopfte das fünfte oder sechste Plätzchen in den Mund, leckte sich die fettigen Finger ab und spielte seinen ausgelassenen Kameraden vor, wie die Eule mit der leeren Schüssel in die Wohnung kommt und Vikniksor sich in Erwartung eines leckeren Frühstücks genießerisch die Hände reibt. „Iß doch, mein lieber Vitja! Das habe ich für dich gebacken, Söhnchen!“ äffte Japs die alte Frau nach. Dann reckte er den mageren Hals und verdrehte die Augen — so ein Gesicht würde der erschrockene, verdutzte Vikniksor machen.

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