Honoré Balzac - Große und kleine Welt

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Als der Maler das Porträt der Frau Vervelle begann, nachdem das ihres Gatten nahezu vollendet war, fand die Bewunderung der Familie kein Ende. Der Notar hatte von dem Maler eine geradezu glänzende Schilderung gegeben: Pierre Grassou war in seinen Augen der ehrenwerteste Mann der Welt, einer der bestsituierten Künstler, der sich bis jetzt sechsunddreißigtausend Francs zusammengespart habe; die Tage des Elends seien für ihn vorbei, er habe eine Jahreseinnahme von zehntausend Francs; alles in allem, es sei ausgeschlossen, daß er eine Frau unglücklich machen werde. Diese Schlußbemerkung fiel entscheidend in die Wagschale. Die Vervelles unterhielten ihre Freunde nur noch mit Gesprächen über den berühmten Fougčres. An dem Tage, da Fougčres das Bild Virginiens in Angriff nahm, galt er schon als der zukünftige Schwiegersohn der Familie. Die drei Vervelles blühten und gediehen in der Atmosphäre dieses Ateliers, das sie nun schon als eine ihrer Residenzen ansahen. Eine unerklärliche Anziehungskraft ging von diesem sauberen, freundlich geordneten Raum auf sie aus. Abyssus, abyssum – der Bürger zieht den Bürger an.

Als die Sitzung zu Ende ging, erzitterte die Treppe unter heraufstürmenden schweren Schritten. Die Türe wurde aufgerissen und Josef Bridau trat ein. Er war erhitzt und aufgeregt, seine Haare wehten, sein dicker Schädel glühte. Wie Blitze flogen seine Blicke umher und er wirbelte alles im Atelier durcheinander, um sich dann plötzlich an Grassou zu wenden, während er versuchte, den über den Bauch zusammengezogenen Rock zuzuknöpfen, was nicht gelang, da von dem betreffenden Knopf nur noch der leere Stoffüberzug vorhanden war. "Das Holz ist teuer," sagte er zu Grassou.

"Ah!"

"Die Gläubiger sind hinter mir her… Aber sag, malst Du dies Zeug da?"

"So schweig doch!"

"Ach so! Ja!"

Familie Vervelle fühlte sich durch das ungewöhnliche Auftreten dieses Menschen im tiefsten verletzt. Ihre natürliche Röte steigerte sich ins Kirschfarbene und endlich zu flammendem Purpur.

"Allerdings, so etwas bringt was ein!" begann Bridau wieder. "Hast Du Geld?"

"Brauchst Du viel?"

"Fünfhundert… Ich bin einem Bluthund von Wucherer in die Finger gefallen. Wenn so eine Bestie einmal zugepackt hat, so läßt sie nicht locker, bis sie den Bissen geschluckt hat. Welche Rasse!"

"Ich werde Dir ein paar Zeilen an meinen Notar mitgeben…"

"Was, Du hast einen Notar?"

"Ja!"

"Nun, dann weiß ich doch wenigstens, warum Du die Wangen mit Rosentönen malst, die einen Parfümeur begeistern würden."

Grassou konnte es nicht verhindern, daß er errötete. Virginie verzog das Gesicht.

"Warum hältst Du Dich nicht an die Natur?" fuhr der große Maler fort. "Das Fräulein ist rot – nun also, ist denn das so schlimm? In der Kunst ist alles schön. Tu Zinnober auf Deine Palette und belebe die Wangen damit. Pinsele getrost die kleinen braunen Tüpfelchen hin und gib dem Ganzen etwas mehr Fettglanz. Willst Du mehr Geist haben als die Natur?"

"Hier…" sagte Fougčres, "Du kannst mich ja solange vertreten, während ich schreibe."

Vervelle schob seinen Kugelkörper leise an den Tisch heran und beugte sich zum Ohr des Malers herab. "Dieser Brausekopf wird aber doch alles verderben!" flüsterte der besorgte Kaufmann.

"Wenn er das Bild Ihrer Virginie malte," erwiderte Fougčres entrüstet, "so würde es tausendmal besser als meine Arbeit."

Auf diese Auskunft hin zog Vervelle sich vorsichtig wieder zurück und begab sich an die Seite seiner Frau, die über diesen Berserker einfach sprachlos war und sich nur höchst beunruhigt darüber zeigte, daß er an dem Porträt ihrer Tochter herumwerkelte.

"So – halte Dich an diese Angaben," sagte Bridau, als er die Palette gegen das Schreiben eintauschte. "Ich danke Dir nicht weiter! Nun kann ich doch nach Chateau d'Arthey zurückkehren, wo ich einen Speisesaal auszuführen habe; Leon de Lora macht die Türfüllungen. Wahre Meisterwerke! Du solltest uns einmal besuchen!" Er ging ohne Gruß; er hatte von dem Anblick Virginies genug bekommen.

"Wer ist denn dieser Mensch?" fragte Madame Vervelle. – "Ein großer Künstler," antwortete Grassou. Nach einer Minute des Schweigens fragte Virginie: "Sind Sie auch sicher, daß er an meinem Bilde nichts verdorben hat? Er hat mich erschreckt!"

"Er hat es verbessert," antwortete Grassou. – "Wenn dieser ein großer Künstler ist," sagte Madame Vervelle, "so muß ich doch sagen, daß ich die großen Künstler Ihrer Art vorziehe." – "Aber Mama, Herr Grassou ist doch ein viel größerer Maler; er malt mich in ganzer Figur," plapperte Virginie. Diese braven Leute fühlten sich durch die Allüren des Genies vor den Kopf gestoßen. —

Es war im Spätsommer, als Vervelle sich ein Herz faßte und den Maler zum nächsten Sonntag auf sein Landhaus einlud. "Ich weiß ja," sagte er bescheiden, "daß wir Bürgersleute einem Künstler nicht viel Anziehendes bieten können. Die Künstler brauchen Anregung, Schaugepränge und eine Umgebung geistvoller Personen. Bei mir werden Sie nichts finden als einen guten Wein; ich hoffe aber auch, daß meine Gemäldegalerie Ihnen hilft, die Langeweile zu verscheuchen, die einen Künstler wie Sie unter so einfachen Leuten befallen könnte."

Es entzückte den armen Pierre Grassou, der so wenig an Lobeserhebungen gewöhnt war, sich so gefeiert zu sehen. Dieser gütige Mensch, dieser kaum mittelmäßige Künstler, dies goldene Herz, diese treue Seele, dieser miserable Zeichner und brave Junge, den der königliche Orden der Ehrenlegion zierte, warf sich in Gala, um die letzten schönen Tage des Jahres in Ville d'Avray zu genießen. Er fuhr bescheiden im Omnibus. Das Schlößchen des ehemaligen Flaschenhändlers, das auf der Höhe von Ville d'Avray, dem schönsten Punkt der Ortschaft, mitten in einem fünf Morgen großen Park lag, erregte Grassous höchste Bewunderung. Virginie heiraten, hieß also, eines Tages Besitzer dieser schönen Villa werden!

Von den Vervelles wurde er mit so begeisterter Freude, Liebenswürdigkeit und ungeschickter Herzlichkeit aufgenommen, daß er sich beschämt fühlte. Es war ein Tag des Triumphes für ihn. In den zu Ehren des hohen Besuches sorgfältig geharkten Wegen führte man seine Zukunftspläne spazieren.

Sogar die Bäume sahen aus, als ob sie gekämmt worden wären. Die Rasenplätze waren frisch gemäht. Durch die reine Landluft schwebten verheißungsvoll wunderbare Küchengerüche herüber. Alles im Hause schien sich zuzuflüstern: "Wir haben einen großen Künstler zu Gast!" Papa Vervelle kugelte wie ein Apfel durch seinen Park, die Tochter schlängelte sich wie ein Aal daher, und die Mutter folgte mit wichtigtuerischer Miene hinterdrein.

Unermüdlich beschäftigten die drei Leute sich ohne Unterbrechung sieben Stunden lang um ihren Gast. Auf das Diner, das sich in seiner köstlichen Reichhaltigkeit sehr in die Länge zog, folgte der große Coup des Tages, die Besichtigung der Galerie. Drei Nachbarn, ehemalige Kaufleute, ein Erbonkel, den man zu Ehren des großen Künstlers eingeladen hatte, ein altes Fräulein Vervelle und die Gastgeber selbst folgten dem Maler in die Galerie. Sie waren alle begierig, sein Urteil über die berühmte Sammlung des kleinen Papa Vervelle zu hören und über den fabelhaften Wert der Bilder Gewißheit zu erlangen. Es schien, daß der Flaschenhändler mit König Louis Philipp und den Galerien von Versailles hatte wetteifern wollen. An den kostbaren Rahmen waren kleine Täfelchen angebracht, die auf goldenem Grund schwarze Aufschriften trugen. Sie lauteten: "Rubens, Tanz der Faune und Nymphen." – "Rembrandt, Inneres eines Anatomiesaales. – Dr. Tromp mit seinen Schülern." Die Galerie wurde durch Lampen erhellt, die besondere Beleuchtungseffekte erzielen sollten. Sie enthielt hundertfünfzig alte, verstaubte Gemälde. Vor einigen hingen grüne Vorhänge, die man in Gegenwart der jungen Leute geschlossen ließ. Der Künstler stand da, die Arme verschränkt und mit offenem Munde; er war sprachlos: in dieser Galerie fand er die Hälfte seiner eigenen Bilder wieder. Rubens, Paul Potter, Mieris, Gerard Dou, – zwanzig der größten Meister waren Werke seiner Hand.

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