Fabio Andina - Tage mit Felice

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Ein Bergdorf im Tessin. Das frisch gestrichene Gemeindehaus, die Bar, wo der Alkohol fließt, der Schulbus aus Acquarossa, der Bauer Sosto, der letzte, der Kühe hat. Das Dorf von Felice. Vor dem ersten Hahnenschrei bricht er auf, der alte Kauz, der meistens barfuß läuft, um in einer Gumpe weit oben hinter dem Kiefernwald zu baden. Auch bei Regen, auch bei Schnee. Danach hackt er Holz, pflückt im Garten Kakis, und wenn er im Wald Pilze findet, kommt er mit Käse zurück. Der junge Mann aus der Stadt, der mit ihm geht, entdeckt eine nie gesehene Dunkelheit, eine Stille, die hörbar, eine Kälte, die Hitze wird – und so manches Geheimnis um den neunzig Jahre alten Mann. Ihm wird klar: Wir dürfen uns Felice als glücklichen Menschen vorstellen.
Tage mit Felice ist ein minimalistisch erzählter Roman über die Kunst des einfachen Lebens und zugleich das Porträt eines Dorfs im Bleniotal. Dort oben, den Härten der Jahreszeiten ausgesetzt, wo niemand ein leichtes Auskommen hat, sind die Menschen rau und wortkarg und lieber mit den Tieren zusammen. Und doch ist da eine starke Gemeinschaft, die Leben und Tod und den Einbruch des technischen Zeitalters ganz selbstverständlich teilt. Eine ergreifende, entschleunigende Lektüre.

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Ich gehe barfuß, die Bergschuhe in der Hand. Meine Füße sind taub vor Kälte. Wieder muss ich den Suzuki anschieben, der beim ersten Versuch nicht anspringt, dann fahren wir los. Ich habe noch nie mit einem Neunzigjährigen am Steuer im Auto gesessen. Er fährt vorsichtig und hupt vor jeder Kurve.

Wohin jetzt?

Er sieht mich kurz an. Was essen, sagt er.

Wo gehst du denn essen? Im Passo? Im Valle del Sole?

Ach, das kommt sich gleich. Wenn man Hunger hat, kommt sich das gleich. Außerdem sind die von den Restaurants auch alles Schlitzohren, wenn mans recht bedenkt. Alles berufsmäßige Halsabschneider, reden wir nicht drumrum.

Wir erreichen Prugiasco und parken am Hang vor der Trattoria del Passo. Ein schöner brennender Kamin mit zwei Holzbänken an den Seiten empfängt uns. Auf einem Stuhl stehend fegt Signora Gigliola, eine Kusine unseres Tito aus Leontica, die Spinnweben aus einer Ecke der Holzbalkendecke und sagt, dass sie gleich zu uns kommt. Mit einem Satz ist sie da. Neuigkeiten, Felice?

Gute oder schlechte?

Gibts was dazwischen?

Leider nein, liebe Gigliola. Neuigkeiten sind entweder gut oder schlecht.

Dann erzähl mir eine gute.

Eine gute? Die machen immer den Eindruck, als wären sie nicht wahr, als wären sie so was wie Träume, und deshalb redet man fast nie darüber, über die schönen Dinge. Über die hässlichen redet man dagegen dauernd, wenn du mal drauf achtest, die Leute reden immer nur über hässliche Sachen, wie in den Nachrichten … Eine gute? Es gibt einen Neuzugang in Leontica, und das ist eine gute Nachricht, wenn du mich fragst. Ansonsten nichts Neues.

Paolina gehts gut?

Das musst du sie selbst fragen, aber ich glaube schon. Auch wenn sie es bestimmt satt hat, diesen Bauch mit sich herumzuschleppen …

Gigliola lächelt und führt uns zu einem Tisch, wo sie das Tagesmenü aufzählt, die zwei oder drei Varianten der Saison. Ihr Dialekt ist eine Mischung aus dem des Bleniotals und dem von Bellinzona, der Geburtsstadt ihres Mannes Mattia, den ich drüben in der Küche mit Töpfen klappern höre. Dabei kommt ein manchmal unverständlicher Singsang heraus. Weshalb Gigliola sich angewöhnt hat, einen Großteil von dem, was sie sagt, ins Italienische zu übersetzen. Ich kenne sie von klein auf, denn früher hat sie den Gallo Cedrone in Leontica geführt.

Kartoffelstock. Mit Ossobuco für mich und mit zwei Spiegeleiern für Felice. Felice ist Vegetarier. Das habe ich vor Jahren bei einem Geburtstagsessen seiner Schwester Evelina erfahren, als sie noch geistig klar war. Später hat sie Alzheimer bekommen, und jetzt erinnert sie sich nicht einmal mehr daran, einen Bruder zu haben, obwohl es zuweilen den Anschein hat, als erinnerte sie sich doch, vielleicht tut sie aber auch nur so. Ich weiß es nicht. Niemand kann es sagen. Sie erzählte damals, wie oft Felice sich mit den seligen Eltern gestritten hat, als er noch ein kleiner Bub war, weil er absolut kein Fleisch essen wollte, und dass sie ihn zu Hause Querkopf nannten.

Die Tür geht auf, und eine Wolke von Mistgestank kommt mit zwei Bauern in Arbeitskleidung herein. Sie husten laut, räuspern sich und grüßen Felice, während sie sich an den Tisch nebenan setzen. Gigliola bringt ihnen zwei Bier. Und, wie gehts?, fragt sie die beiden.

Wie solls schon gehen, meine liebe Gigliola. Die Krume ist tief unten, antwortet einer. Er sieht zu uns herüber und sagt, stimmts, Felice?

Moment, antwortet Felice mit Blick auf seinen Teller, den er mit einem Stück Brot blank putzt. Er steckt es in den Mund und mustert dann die beiden, kaut dabei in aller Ruhe. Moment, sagt er noch mal, nachdem er geschluckt hat. Ich weiß nicht genau, ob sie immer noch so tief unten ist wie zu meiner Zeit. Wie ich es sehe, hat sie sich für euch ein klein wenig gehoben, frei heraus gesagt.

Die beiden Bauern nicken ernst, kippen ihr Bier herunter, einer rülpst, der andere kratzt sich, und dann verschwinden sie wieder.

Nach dem Essen holt Felice ein Bündel Scheine aus der Hosentasche und legt zwei zu zehn Franken auf den Tisch.

Er löst die Handbremse, wir nehmen Fahrt auf, er schaltet in den zweiten Gang und lässt die Kupplung los, der Motor springt an, und wir fahren zurück, hinauf nach Leontica. Wir stellen den Suzuki im Schuppen ab, schließen die Tür und gehen ins Haus.

Mach die Sarina an, ich geh aufs Klo, sagt er und steigt die schmale und steile Treppe hinauf.

Die Sarina … Mach die Sarina an, murmle ich. Ich sehe mich um. Knipse das Licht an und wieder aus. Suche nach einem anderen Schalter. Nichts. Das Einzige, was man anmachen kann, ist das Licht, aber man sieht eigentlich genug. Die Sarina … Ich öffne die beiden Türen des Küchenschranks, ein paar Gläser mit Gewürzen oder gemahlenen Kräutern. Die beiden Schubladen, ein Buch und eine Zeitung in der ersten und Schokoladentafeln und Besteck in der zweiten. Sarina … Dann fällt mir das angeschraubte Blechschildchen an der Klappe des Sparherds ins Auge. Sarina. Im Nu wird es warm in der Stube, und ich lasse mich auf den Stuhl fallen.

Der Topf mit dem Sud aus Rosmarin und Salz beginnt zu brodeln, er füllt zwei Tassen, und wir gehen hinaus und setzen uns auf die Granitbänke. Das dampfende Gebräu ist grünlich und kochend heiß. Ich schnuppere daran und schiele zu Felice hin, der es bereits trinkt, dabei geräuschvoll schlürft. Das ist Medizin, das hier, sagt er. Trink. Ich puste und trinke.

Hohe Sonne. Milde Luft. Kaum zu glauben, dass der Dezember vor der Tür steht. Felice streckt die Hand aus und pflückt eine Kaki, während Vittorina aus ihrem Haus geflattert kommt und in ihren Gemüsegarten geht. Sie ist die Witwe des seligen Osvaldo, der früh am Morgen des vierundzwanzigsten Juni neunzehnhundertneunzig von einem Walnussbaum fiel. Er wollte Nüsse ernten, um Nusslikör zu machen. Es war nicht das erste Mal, dass er von einem Baum fiel, nur dass er sich diesmal, statt sich den Knöchel zu verstauchen, das Genick brach. Er war gerade mit dem Kühemelken fertig und hätte wenig später die Uniform der Historischen Garde von Leontica anlegen sollen.

Am vierundzwanzigsten Juni jeden Jahres, zum Fest Johannes des Täufers, Schutzpatron von Leontica, marschiert die Historische Garde traditionell durchs Dorf, um an das Gelübde der Bleneser Vorfahren zu erinnern, die achtzehnhundertzwölf, während Napoleons Russlandfeldzug, in der Schlacht an der Beresina kämpften. Die Garde ist sogar als immaterielles Kulturerbe der UNESCO eingetragen.

An jenem Unglückstag jedoch schwiegen die Gardetrommeln, und die Statue des Täufers blieb unter dem weißen Laken, das sie vor Staub schützen soll. Kinder hatten sie keine, Osvaldo und Vittorina. Das sei wegen ihr, tönten die Männer des Dorfs, zu klein und zu mager. Seine Schuld, tuschelten dagegen die Frauen, weil er sein Pulver unten im Tal verschoss.

Felice sieht Vittorina zu, beißt in die Kaki und kleckert sich das Hemd voll. Vittorina tut, als sähe sie uns nicht, sie kehrt uns den Rücken zu und fängt an, mit beiden Händen Unkraut auszureißen, einmal links, einmal rechts. Langer schön geflochtener Zopf aus braungrauen Haaren, zweiundachtzig ist sie und zierlich wie ein Zaunkönig.

Hinten in der Gasse, bei der Kurve vor meinem Haus, taucht Floro auf. Fast ein Meter neunzig, Bart und Haare blond, lang und ungepflegt. Spindeldürr und ganz in Schwarz gekleidet, wie immer alles zwei oder drei Nummern zu klein. Eine Arbeitshose, die ihm nur bis zu den Knöcheln reicht, und ein Flanellhemd mit aufgekrempelten Ärmeln, das ein wenig zu eng um die Hüften ist, aber eine richtige Arbeit hat Floro nicht. Sie nennen ihn Kaminfeger wegen der wenigen Kleider, die er immer anhat und die seinem seligen Vater gehört haben, der wirklich ein Kaminfeger war. Man könnte Floro für sechzig halten, er ist aber erst vierzig. Man täuscht sich, weil er aussieht wie das dem Pinsel eines betrunkenen Malers entsprungene Leiden Christi, so jedenfalls beschreiben ihn manche Alte im Dorf. Oder wie eine Vogelscheuche mit einem Wischmopp auf dem Kopf, sagen andere. Wenn er durchs Dorf geht, scheint er immer zwei Säcke Zement auf den Schultern zu tragen, so mühsam schleppt er sich voran.

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