Fabio Andina - Tage mit Felice

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Ein Bergdorf im Tessin. Das frisch gestrichene Gemeindehaus, die Bar, wo der Alkohol fließt, der Schulbus aus Acquarossa, der Bauer Sosto, der letzte, der Kühe hat. Das Dorf von Felice. Vor dem ersten Hahnenschrei bricht er auf, der alte Kauz, der meistens barfuß läuft, um in einer Gumpe weit oben hinter dem Kiefernwald zu baden. Auch bei Regen, auch bei Schnee. Danach hackt er Holz, pflückt im Garten Kakis, und wenn er im Wald Pilze findet, kommt er mit Käse zurück. Der junge Mann aus der Stadt, der mit ihm geht, entdeckt eine nie gesehene Dunkelheit, eine Stille, die hörbar, eine Kälte, die Hitze wird – und so manches Geheimnis um den neunzig Jahre alten Mann. Ihm wird klar: Wir dürfen uns Felice als glücklichen Menschen vorstellen.
Tage mit Felice ist ein minimalistisch erzählter Roman über die Kunst des einfachen Lebens und zugleich das Porträt eines Dorfs im Bleniotal. Dort oben, den Härten der Jahreszeiten ausgesetzt, wo niemand ein leichtes Auskommen hat, sind die Menschen rau und wortkarg und lieber mit den Tieren zusammen. Und doch ist da eine starke Gemeinschaft, die Leben und Tod und den Einbruch des technischen Zeitalters ganz selbstverständlich teilt. Eine ergreifende, entschleunigende Lektüre.

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Vorn kommt der andere Steg, der über den Gurundin führt. Wir überqueren ihn. Hier endet der Schotterweg in einem Wendeplatz, und das trübe Licht der letzten Straßenlaterne spiegelt sich in den schwarzen, zitternden Pfützen. Vor uns der dunkle Kiefernwald.

Felice klappt den Schirm zusammen, schwenkt nach rechts und verschwindet, verschluckt von der Finsternis. Ich will ihn einholen, aber nach ein paar Schritten bleibe ich erschrocken stehen. Ich sehe nichts mehr. Warte darauf, dass meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnen. Fehlanzeige. Ich halte den Atem an und spitze die Ohren. Höre ihn einige Meter weiter vorn. Wenigstens bin ich hier vorm Regen geschützt.

In langsamem Tempo steigen wir einen steilen und rutschigen Weg hinauf, von dem ich nichts erkennen kann. Ich versuche, ihn mir vorzustellen. Ich trete auf den Absatzkanten auf und hebe die Knie an, um nicht über einen Stein oder eine Tannenwurzel oder sonst was zu stolpern, und halte die Hände vors Gesicht aus Angst, dass ein Zweig sich mir ins Auge bohrt. Felice, rufe ich.

Ho, ertönt seine Antwort aus dem Schwarz.

Nichts, ich wollte nur wissen, wo du bist. Es sind die ersten Worte, die wir miteinander wechseln. Nach einer langen Weile sagt er, pass gut auf, dass du nicht auf den Arsch fällst, jedoch leise, vielleicht aus Achtung vor der Stille, die im Wald herrscht.

Wie fast alle Bewohner von Leontica spricht Felice nur den Dialekt des Bleniotals, das auch Valle del Sole genannt wird.

Felice, rufe ich wieder, ebenfalls gedämpft.

Ho.

Hast du keine Taschenlampe?

Taschenlampe? Hm, kann sein, dass ich eine hab, irgendwo.

Wir sind vielleicht eine Viertelstunde bergauf gegangen, als es plötzlich ein lautes Krachen gibt, wie vom Brechen eines Asts, gefolgt von einem Getrappel, das sich schnell entfernt. Überrascht bleibe ich stehen. Hirsch?, frage ich.

Aé. Wird schon ein Hirsch gewesen sein. Ist voll von Hirschen hier. Seine Stimme klingt beruhigend. Wir gehen weiter. Es gelingt mir, dicht hinter ihm zu bleiben, indem ich auf seinen Atem und das schwache Geräusch seiner Schritte höre.

Minuten später erkenne ich allmählich seine Waden, grau, zwei oder drei Meter vor mir. Und die schwarzen Baumstämme ringsherum. Der dichte Kiefernwald über unseren Köpfen beginnt, sich zu lichten. Wie viel Uhr es wohl ist. Es wird langsam Tag, sage ich mir. Dann ist ein ferner Glockenschlag zu hören, dann noch einer und noch einer. Das Ave-Maria-Läuten der Glocken von Leontica um halb sieben. Eine klare, fröhliche Melodie. Er bleibt stehen, wendet sich dem Talgrund zu und verharrt so, ganz versunken, bis die letzten nachhallenden Töne verklungen sind.

Nach dem Kiefernwald wird die Steigung etwas sanfter, und Felice beschleunigt seine Schritte. Wir gehen durch eine Fülle von Heidelbeersträuchern und Alpenrosen und vielleicht auch Alpenazaleen hindurch. Im Dunkeln sehen sie alle gleich aus. Hier und da sind die schwarzen niedrigen Umrisse von Latschenkiefern zu erkennen und die hohen schlanken einzeln stehender Tannen. Es regnet immer noch, und der fast unerträglich raue Wind peitscht mir ins Gesicht. Meine Nase läuft, und ich wische sie mit dem nassen, kalten Ärmel meines Wollpullovers ab. Mein übriger Körper ist erhitzt.

Inzwischen ist der Pfad unter meinen Füßen halbwegs sichtbar. Eine Furche von einer Handbreit Tiefe und dreimal so breit. Wie sie die Kühe auf den Alpen treten. Rechts von mir höre ich den Gurundin raunen, kann ihn aber nicht sehen. Grob geschätzt müssten wir jetzt etwa auf fünfzehnhundert Metern Höhe sein. Sicher bin ich allerdings nicht, weil ich mich immer noch nicht orientieren kann und das Zeitgefühl verloren habe. Ich trage keine Uhr, und das Handy habe ich zu Hause gelassen. Wer soll mich um diese Zeit schon anrufen? Felice hat auch keine Uhr. Federnd und barfuß geht er vor mir, trägt nur die Shorts aus einer abgeschnittenen Jeans, das kurzärmelige, offene Flanellhemd und hält den aufgespannten Schirm über dem Kopf.

Letzten September ist Felice neunzig Jahre alt geworden.

Das Gurgeln des Gurundin begleitet uns, während ich mit jedem Schritt die Formen wie auch die Distanzen besser unterscheiden kann. Wolken steigen auf, und die Berge zeichnen sich schemenhaft vor dem ganz allmählich heller werdenden Himmel ab.

Schließlich, nach endlosem Schweigen, sagt Felice bòn und bleibt stehen. Auch ich bleibe stehen und verschnaufe, und dann sehe ich sie.

Ein bleigrauer Fleck zwischen den schwarzen Felsen.

Die Gumpe.

Er zieht sich aus. Seine Haut scheint im Kontrast zu der Dunkelheit ringsum zu leuchten. Keine Unterhose. Die Shorts und das Hemd hängt er an einen nahen Tannenzweig, und dann steigt er ohne Zögern in das Becken, ganz hinein, ganz nackt, genau wie man es sich erzählt. Ich stehe reglos da und halte den Atem an aus Furcht, dass selbst die kleinste Bewegung mich von diesem Moment ablenken könnte.

Er ist vollständig ins Wasser eingetaucht, nur die Nase schaut heraus. Die Dampfwölkchen auspustet. Ich stelle mich unter die Tanne, obwohl ich inzwischen schon fast durchnässt bin. Und warte erst mal. Meine Schultern werden kalt, Frostschauer überlaufen mich. Ich schlage mit den Armen, reibe mir die Hände, stampfe mit den Schuhen auf. Warte.

Felice richtet sich auf, steigt aus dem Becken, spannt den Schirm auf und stellt sich auf einen Felsen, um die weißen Punkte der Straßenlampen unten im Tal zu betrachten. Er kehrt mir den Rücken zu. Ich mustere das düstere Becken. Wer zwingt mich denn dazu, sage ich mir, ich friere, es regnet, es ist dunkel. Aber ich habe es selbst gewollt. Ich ziehe mich aus und tauche mit einer Art Sprung hinein, schreie auch irgendwas. Und schramme mir die Knie an dem steinigen Grund auf.

Wie er würde ich gern nur die Nase herausschauen lassen, aber ich schaffe es nicht, es ist zu kalt. Mit einem Satz bin ich neben ihm. Er hebt den Schirm ein wenig an und hält ihn auch über mich. So stehen wir da, nackt und schweigend, um uns vom Wind trocknen zu lassen.

Der jetzt den Himmel aufreißt, sodass es aufhört zu regnen, während es hinter dem Simano immer heller wird. Als wir trocken sind, ziehen wir uns wieder an und gehen in den jungen Tag hinein.

Nebelstreifen steigen rasch vom Talgrund auf und lassen sich herumschwebend von den Spitzen der Tannen den Bauch kraulen. Dann erreichen sie uns und hüllen uns sanft ein, kalt und feucht, bis ich höchstens noch drei oder vier Meter weit sehe. Hier oben auf dem Berg könnte man sich verirren bei einem solchen Nebel, oder man könnte sich noch einsamer fühlen.

Felice zupft die zarte Spitze vom Zweig einer wie aus dem Nichts aufgetauchten Latschenkiefer ab und kaut darauf herum, jedoch ohne sie zu schlucken. Er kaut sie wie Kaugummi. Der Nebel verzieht sich, die Wolken lösen sich auf, und ein Sonnenstrahl trifft uns, das Tal fängt Feuer.

Ab dem Wendeplatz gehen wir leichtfüßig und gleichmäßig über die ungepflasterte Straße, die zwischen Reihen von kahlen Kastanien und Eschen verläuft. Eschen mit sichtbaren Narben auf der Höhe der Mäuler von Hirschen, die in vergangenen Wintern aus Hunger die Rinde angenagt haben. Wir vermeiden die von den Traktoren hinterlassenen schlammigen Furchen. Unsere Fußabdrücke von vor einer knappen Stunde sind zum Teil noch sichtbar und zum Teil vom Schlamm aufgesogen. Ringsherum vom Regen gewaschene Viehweiden und ein frischer Geruch in der Luft.

Ehe er den Stall betritt, spuckt Felice einen grünen Brei aus. Die Latsche. Mittlerweile melkt die Melkmaschine auf vollen Touren, und Sosto steht da und kontrolliert die Höhe der Milch in einer Kanne.

Fleißig, fleißig, ruft Felice ihm zu, worauf der Bauer mit Jo antwortet, den Blick fest auf die Literzahlen gerichtet.

Sosto, begrüße auch ich ihn. Er dreht sich um und taxiert mich mit seinen Äuglein. Ich will ihm sagen, dass es die Gumpe wirklich gibt, dass sie oben hinter dem Selvaccia-Wald liegt, im Gurundin, aber Felice wirft mir einen strengen Seitenblick zu. Bòn, sagt er. Auf.

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