Sharon Bala - Boat People

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Aufwühlendes Porträt einer der großen humanitären Krisen unserer Zeit
Als ein verrostetes Frachtschiff mit 500 tamilischen Flüchtlingen die Küstengewässer der Vancouver Island erreicht, glaubt Mahindan, dass er und sein sechsjähriger Sohn Sellian ein neues Leben beginnen können. Stattdessen wird Sellian den Armen seines Vaters entrissen, und Mahindan wird zusammen mit den anderen Flüchtlingen ins Gefängnis geworfen. In Regierungskreisen und den Medien kursieren Gerüchte, dass sich unter den Boat-­People Mitglieder einer gefürchteten Terrormiliz eingeschlichen haben. Angesichts zunehmender Verdächtigung und endloser Verhöre muss Mahindan befürchten, dass das, was er notgedrungen und in letzter Verzweiflung tun musste, um zu überleben und aus Sri Lanka zu flüchten, ihm und seinem Sohn jetzt die Aussicht auf Asyl versperrt …
Mit ihrem Roman »Boat People« ist der Autorin ein großartiges und spannendes moralisches Drama gelungen, einfühlsam und tief berührend erzählt. Sie wirft die Frage auf, welchen Preis ein Land zu zahlen bereit ist, wenn es im Namen der öffentlichen Sicherheit das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzt, und was es heute bedeutet, Mensch zu sein.

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Die Zahl der Flüchtlinge war überwältigend. Die Schlangen, die von jedem Zelt, jedem Tisch ausgingen, die sich umeinanderwanden und gegenseitig überkreuzten, machten es unmöglich zu erkennen, wo eine Schlange aufhörte und eine andere anfing. Männer, Frauen, Kinder, Menschen jeden Alters, heruntergekommen und abgezehrt, frierend in Decken gehüllt, obwohl es Sommer war.

In dieser Menschenmenge bemerkte Priya eine Frau mit einem verbundenen Auge, ein Kind, das gestützt auf einen kleinen Stock daher humpelte. Sie war verwundert, wie wenige Verletzte es gab, aber dann ging ihr auf, dass hier ja die Überlebenden waren. Ankunft der Stärksten.

Menschen strömten nach allen Seiten. Ein uniformierter Beamter hielt Gigovaz und Priya an, um zwei Frauen in Krankenhausbekleidung vorbei zu lassen. Freiwillige Helfer in roten Hemden transportierten Kisten mit der Aufschrift H2O . Fast alle trugen Mund- und Nasenschutz. Über dem Gewimmel hing eine Aura von Chaos und Bürokratie. Priya entzifferte die Akronyme: Canada Border Services Agency, Canadian Forces, Victoria General Hospital, Royal Canadian Mounted Police – Grenzschutz, Militär, Krankenhaus, Polizei.

Gigovaz bearbeitete im Gehen sein BlackBerry mit beiden Daumen. Halten Sie Ausschau nach Sam, sagte er.

Mensch, Ort oder Sache?, hätte sie gern gefragt.

Sie kamen vorbei an einem Zelt mit einem seitlich aufgedruckten Roten Kreuz. Ein handgeschriebenes Schild verkündete: Zutritt nur mit Schutzmaske. Die Eingangsklappe war hochgeschlagen und Priya sah braune Glieder, Blutdruckmanschetten und Turnschuhe. Eine Krankenschwester kam mit vorgebeugtem Kopf herausgerannt, so als suchte sie einen verlorenen Ohrring. Sie war von Kopf bis Fuß in einen durchsichtigen gelben Plastikumhang gehüllt. Ein Mann in kurzärmeliger Arztbekleidung folgte ihr. Er trug eine Chirurgenkappe, Latexhandschuhe und Schutzbrille. Über die Schultern baumelte ein Stethoskop. Tief durchatmen, sagte er und legte der Schwester eine Hand auf den Rücken.

Priya versuchte, aus dem Stimmengewirr Tamil herauszuhören, hier und da vielleicht ein Wort aufzufangen. Aber die Akzente waren durchdringend spitz, und sie hatte bei ihren Eltern nur die weichere Version der Sprache gehört.

Ein Mann im Rollstuhl hielt einen Plastikbeutel fest im Schoß, ein Bein war nur noch ein Stumpf. Hinter ihm eine Frau mit zwei Mädchen an der Hand. Die eine hatte lange Zöpfe, die andere kurzgeschnittenes struppiges Haar, als hätte sie selber Messer angelegt. In der Wolke von Chili-Pulver, Körpergeruch und Urin, die die drei vor sich her schoben, musste Priya den Atem anhalten. Das geschorene Mädchen starrte sie im Vorbeigehen über die Schulter an. Getroffen von der Anklage in ihrem Blick, wäre Priya beinahe nach hinten umgekippt. Da fiel ihr Gigovaz ein, und dem wollte sie nicht in die Arme fallen; sie drehte sich um, aber er war schon weg. Als sie ihn am Eingang eines der größeren Zelte erblickte, drängte sie sich, erleichtert wegzukommen, so schnell es ging durch die Menge.

Wir können fünf Erwachsene mit minderjährigem Anhang übernehmen, sagte Gigovaz zu einem dunkelhäutigen Mann mit schwungvollem Schnurrbart.

Der Schnurrbärtige hielt ein Klemmheft und einen dicken gelben Ordner in den Händen.

Sam Nadarajah, stellte er sich Priya vor. Ich komme vom Tamilischen Bund.

Gigovaz sagte, auf Priya weisend: Meine Jurastudentin.

Priya Rajasekaran, warf sie schnell ein, damit Gigovaz ihren Namen nicht wieder verstümmelte. Der Ton, mit dem er meine Jurastudentin gesagt hatte, gefiel ihr gar nicht.

Ein Beamter kam mit einer Gruppe sri-lankischer Männer aus dem Zelt und trieb sie vor sich her. Gigovaz, Sam und Priya traten schnell beiseite.

Das können doch nicht nur dreihundert Leute sein, sagte Gigovaz.

Sam klemmte das Schreibbrett zwischen die Beine und versuchte, den Ordner aufzumachen. Sein Schreibstift fiel zu Boden. Er sagte: Es sind mehr, als wir erwartet hatten.

Priya hob den Stift auf.

Romba nandri, dankte Sam ihr auf Tamil, und Priya hörte seinen weichen Akzent.

Gerne, sagte sie auf Englisch.

Wie es im Augenblick aussieht, sind es fast vierhundert, erklärte er Gigovaz. Vielleicht fünfhundert. Wir wussten, wie groß das Schiff ist, aber wir dachten, es wären höchstens dreihundert. Keiner hatte mit so vielen gerechnet.

Haben Sie meine Klienten ausgewählt?, sagte Gigovaz. Hat die Einwanderungsbehörde ihre Aussagen schon entgegengenommen?

Ärztliche Untersuchungen, Auswertung und Verfahren, Aussagen und Berichte, alles ist in Gang. Wir wissen aber nicht … das kann eine Weile dauern. Sam sah Priya an und fügte hinzu: Wir haben nicht genug Dolmetscher, und das macht alles so langsam. Können Sie, vielleicht …

Gigovaz scrollte schon durch seine Texte. Das ist in Ordnung, sagte er. In der Zwischenzeit kann ich noch einiges erledigen. Wo brauchen Sie sie?

Im großen Krankenzelt, sagte Sam. Da ist nur eine Schwester, die Tamil spricht.

Priya wollte etwas sagen.

Es wird Stunden dauern, bis wir unsere Klienten sehen, sagte Gigovaz und blickte nicht von seinem BlackBerry auf. Sie können sich schon noch nützlich machen.

Das Blut schoss Priya ins Gesicht. Aber ich …

Kommen Sie, sagte Sam, ich werde Sie vorstellen. Das wird eine große Erleichterung für die Leute sein.

Moment mal! Priyas Stimme kam schrill und wie abgewürgt heraus. Ich kann nicht, sagte sie. Ich spreche kein Tamil.

Gigovaz sah auf: Was?

Tut mir leid.

Ich dachte, Sie wären Tamilin.

Ich verstehe hier und da ein paar Sätze. Aber ich kann nicht übersetzen. Ich kann kein Gespräch führen.

Beide Männer starrten sie an.

Sie haben nie danach gefragt, sagte sie und erschrak über ihre weinerliche Stimme.

Gigovaz schnaubte frustriert. Wie sollen wir uns mit unseren Klienten verständigen?

Ich bin davon ausgegangen, dass wir einen Dolmetscher bekommen, sagte Priya. Das ist nicht meine Schuld, dachte sie.

Sam sagte: Okay. Kein Problem. Wir holen gerade ein paar Leute vom Tamilischen Bund. Ich werde Ihnen jemanden zuteilen.

Sam wurde gerufen, und er verabschiedete sich mit hastigem Händedruck. Ich schreibe Ihnen dann, sagte er zu Gigovaz. Schön, Sie kennengelernt zu haben, Priya.

Ich freue mich, dass wir zusammenarbeiten, sagte sie auf Tamil. Die ungewohnten Laute verhedderten sich auf ihrer Zunge, das war ihr peinlich. Sie hätte einfach auf Englisch goodbye sagen sollen.

Während Priya noch mit Sam sprach, war Gigovaz schon gegangen, und sie musste ihm wieder mal nachlaufen.

EIN GUTES LAND

Sie kamen an einen hohen, oben mit Stacheldraht verstärkten Maschendrahtzaun. Zwei Wachtposten schoben das Tor auf und gaben den Blick frei auf ein weitläufiges Gefängnisgelände, das von einem achtstöckigen Gebäude mit blaugetönten Fenstern beherrscht wurde. Mahindan war erleichtert, als sie zurückfuhren und vor einem kleineren, freundlicher aussehenden Haus anhielten.

Er stieg mit den anderen mühsam aus dem Bus und wartete, bis ihnen die Fesseln von Händen und Füßen abgenommen wurden. Der Mann mit den Schlüsseln vermied jeden Augenkontakt. Das Gebäude, in das man sie führte, sah aus wie aufgeblasen, ein Riesenballon, der der Erde entstiegen war. Im Innern herrschten rechteckige, präzise Geometrie und blendend weiße Helligkeit. Alles war auf Hochglanz poliert, auch der Fußboden.

Das erinnerte ihn an eine Raumstation in einem alten Stanley-Kubrick-Film, den er zusammen mit Chithra im Kino gesehen hatte, als sie noch nicht verheiratet waren. Voller Spannung hatten sie in der Dunkelheit verfolgt, wie der teuflische Computer auf dem Raumschiff lebendig wurde. Im entscheidenden Augenblick, als er einen der Astronauten in den Raum stieß, schlug ein Mann, der hinter ihnen saß, mit den Beinen aus, so dass Chithra in ihrem Sitz nach vorn flog und vor Schreck laut aufschrie. Mit Schaum vor dem Mund schlug der Mann um sich, der Film musste unterbrochen werden, bis man ihm ein Schlüsselbund zwischen die Zähne gestopft hatte. Mahindan und Chithra waren mit dem Bus nach Hause gefahren, ohne das Ende gesehen zu haben.

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