László F. Földenyi - Melancholie

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Einer der brillantesten Essayisten der Gegenwart wendet sich mit seiner charakteristischen Fülle an literarischen, ästhetischen und historischen Einsichten der Melancholie zu. Sein Buch, teils Geschichte des Begriffs und teils Analyse der melancholischen Disposition, taucht weit in die Vergangen­ heit, um die Zweideutigkeiten der Melancholie zu untersuchen. Unterwegs entdeckt Földényi die Melancholie als Energie­ und Kreativitätsquelle wieder, die in der Lage wäre, uns inmitten unserer verhärteten Gegenwart in Be­wegung zu setzen.
"Das Leben heute ist ja so geplant, dass man eigentlich nicht Melancholiker sein darf. Als ich dieses Buch geschrieben habe, versuchte ich eine Art unterirdischer Geschichte von Europa aufzudecken, und ich glaube, dass der Melancholiker dadurch ausgezeichnet ist, dass er sich vor dieser Welt verstecken möchte, er will aber nicht ins Jenseits flüchten, vielmehr ist er vertraut mit einer Geschichte, die verschwiegen und verdrängt wird."

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Die Elementenlehre mit ihrer kosmischen Bedeutung und die Einheit der empirischen Säfte schlossen alles in sich ein, was in der klassischen Antike über den Menschen gesagt werden konnte. Aber parallel zum Zerbersten des Universums entfiel der Mensch langsam und unaufhaltsam dem Bund mit dem Universum: Der Kosmos und das Individuum (Körper und Seele, Geist und Praxis) erscheinen als Gegenpole. Die Beziehung bestand weiterhin fort, nur ihr Charakter hatte sich geändert: Alles hat irgendeine Entsprechung, aber nichts enthält alles in sich. Für die spätantike hellenistische Theorie der Melancholie ist die immer größeren Umfang annehmende, das Thema aber nicht erschöpfende Literatur bezeichnend (viele Abhandlungen wurden verfasst, darunter auch das berühmte, später verloren gegangene Buch des Rufus von Ephesos). Das hippokratische Melancholieverständnis verliert seinen kosmischen Hintergrund und besteht als empirische bzw. sophistische Humoraltheorie fort. Als würde das aristotelische Melancholieverständnis in Vergessenheit geraten sein: Jener Gedanke, dass die körperliche Außerordentlichkeit, das geistige Hervorragen mit einer tiefen Verzweiflung einhergehen, wirkt erschreckend, und der Zeitgeist unternimmt alles, um die Melancholie abzubremsen. Galen greift die von den vier Elementen handelnde empedokleische Theorie wieder auf, um sie dann mit der hippokratischen Humoraltheorie zu ergänzen, und fügt zu den Säften ethische Ergänzungen hinzu, als deren Ergebnis sich die Temperamentenlehre herauszubilden beginnt. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts verfasst Vindicianus, ein Freund des heiligen Augustinus, seine Typenlehre, die der klassischen Antike noch völlig unbekannt war; und Gleiches treffen wir in der Abhandlung über die Säfte des 6. Jahrhunderts an: Die vier verschiedenen Temperamente erscheinen als vier normale Zustände. Die Zähmung der Melancholie ist eingetreten: Einerseits handelt es sich bei der Melancholie, soweit sie an jene des aristotelischen Verständnisses erinnert, lediglich um eine Krankheit, andererseits aber lässt sich jeder einem Typus zuordnen. Die Auswüchse muss man beschneiden, und die Welt wird für alle Menschen heimatlich. Danach lässt sich der Kreis der einzelnen Temperamente gefahrlos erweitern, das hat keinen Einfluss auf das Grundprinzip bzw. auf die Durchschnittlichkeit, auf das Typische. Somit entspricht jedem Saft ein bestimmtes Element im Kosmos, eine bestimmte Jahreszeit, ein bestimmtes Alter, 5 eine bestimmte Tageszeit, ein bestimmtes Metall und Mineral, eine bestimmte Farbe und vom 9. Jahrhundert an sogar jeweils ein Planet. Die herauskristallisierte Temperamentenlehre entsteht dann in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts: In der Schrift De Philosophia Mundi des Wilhelm von Conches erscheinen jene vier Wörter – phlegmaticus, melancholicus, sanguinicus, cholericus – zum ersten Mal, die bis heute in der Allgemeinheit fortleben, obgleich ihre naturwissenschaftlichen Grundlagen 1628 mit der Entdeckung des Blutkreislaufs aufgehoben worden sind. Die vier verschiedenen Temperamente verbannen die Menschen in vier Kasten, und aus diesen Kasten ist kein Heraustreten mehr möglich. In dem klassischen Melancholieverständnis schlossen sich Temperament und Seinsverständnis und sogar die freie Wahl des Schicksals nicht aus – nach der Vorstellung des Hellenismus ist der seinem eigenen Temperament ausgelieferte Mensch jedoch nicht in der Lage, sich selbst zu übertreffen. (Der da ist ein Melancholiker oder ein Choleriker, sagen wir, und damit haben wir, unserem Gefühl nach, das Sein des Betreffenden ausreichend gekennzeichnet; unser Interesse wird sich nicht mehr darauf richten, aufgrund welchen Seinsverhältnisses bzw. Seelenzustands er melancholisch geworden ist, sondern bestenfalls darauf, wie sich die Melancholie als Grundgegebenheit in jeder seiner Äußerungen nachweisen lässt.) Der Mensch ist nicht mehr Herr über sich selbst, sondern Gefangener seines eigenen kreatürlichen Seins – sowohl, wenn er krank, wie wenn er gesund ist (denn in der auf die Antike folgenden Zeit bedeutet die Melancholie gleichermaßen durchschnittliche Gesundheit und von dem Durchschnitt abweichende Krankheit, aber keinesfalls von dem Durchschnitt abweichende Gesundheit). Der in seine Kreatürlichkeit eingeschlossene Mensch ist weder Herr seiner selbst noch seines Seins: Auf jeden Fall ist er niedrigeren Rangs als sein Schöpfer (oder aber nur als sein Schicksal?), und, sich dareinfindend, verzichtet er von vornherein darauf, die Grenzen des Seins zu strapazieren. Wilhelm von Conches hat in seiner Humorallehre gegen seinen Willen mit großem Einfühlungsvermögen darauf hingedeutet, als er die vier Temperamente als Defizienzformen bezeichnete ( quia corrumpitur natura 71): Die Säfte der Menschen aus der Zeit vor dem Sündenfall haben sich nach dem Sündenfall vermengt, die vier Temperamente sind viererlei Erscheinungsformen der sich auf alles erstreckenden Sünde. Es gibt keine Menschen ohne Temperament; es gibt kein Temperament ohne Sünde. Wir befinden uns im Mittelalter.

1 In den Totengesprächen (20) des Lukian hört sich das folgendermaßen an: »Menippus: Hei, mein schöner Herr mit den ehernen Füßen, aus welchem Grunde stürztest du dich in den Krater der Ätna? Empedokles: In einem Anfall von Schwermut [schwarzer Galle], Menippus.«

2 Durch die Vermittlung der Araber, die die Melancholie mit dem Epigastrium in Verbindung gebracht haben, bestand diese Vorstellung auch in der Neuzeit fort. 1651 sollte Malachias Geiger darüber unter dem Titel Microcosmos hypochondricus sive de melancholia hypochondriaca tractatu s ein ganzes Buch verfassen.

3 Die auf die Milz – splen – zurückgeführte Schwermut wird ihre Entsprechung später im Spleen der Romantiker finden.

4 Cornelius Celsus empfiehlt den Melancholikern in seinem Buch De medicina libri octo im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zum ersten Mal eine rein psychiatrische ärztliche Behandlung, Galen aber führte alle seelischen Fähigkeiten auf die gegebene Vermengung der Säfte zurück.

5 Im Vorwort zu den Erinnerungen Casanovas sollen wir dann später Folgendes zu lesen bekommen: »Ich habe nach und nach alle Temperamente gehabt: in meiner Kindheit war ich phlegmatisch, in meiner Jugend sanguinisch; später wurde ich cholerisch und endlich melancholisch, und das werde ich wahrscheinlich bleiben.«

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