David Friedrich - Poetry for Future

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Unsere Welt lebenswert zu erhalten, ist die wohl größte Herausforderung unserer Zeit. Wir steuern auf den globalen Kollaps zu. Was löst das in uns aus? 45 Autor*innen zeigen: Zwischen Apokalypse und Utopie ist viel Platz für Poesie.
Jede Krise setzt kreative Potenziale frei. Das beweist diese Anthologie mit engagierten Beiträgen aus der Poetry-Slam- und Lyrikszene Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, die sich allesamt mit der Klimakatastrophe, dem Artensterben und einer ungewissen Zukunft auseinandersetzen.
Dystopische, postapokalyptische Szenarien stehen neben optimistischen Visionen einer besseren Zukunft, präzise Analysen wechseln mit schmerzender Satire und poetischen Umdeutungen des Status Quo. So vielfältig die Texte in diesem Band sind, so energisch propagieren sie ein gemeinsames Ziel: die Rettung unserer Lebensgrundlagen.

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Und wenn’s zu weit ist fürs Auto, dann fliegt man halt und alles pickt im Flieger, pickt alles von Öl und Kohle, pickt alles. Und das Rindfleisch pickt, weil’s davor so viel gefressen hat und so viel gerülpst hat und so viel Platz gebraucht hat, pickt’s, weil’s dem Wald die Haxen rasiert haben; vor oder nach dem Duschen – komplett wurscht! Den Wald haben’s abrasiert und im Flieger pickt man auch am Ledersitz fest wegen der kurzen Hose und alles riecht, als hätte man Erdöl geschnupft.

Aber im Flieger ist es wenigstens ein bisschen kühl, so schön kühl, und frisch, fast ein bisschen zu frisch. Da kann man ja fast vergessen, dass man gerade drinsitzt nach Skandinavien, weil man’s zu Hause vor lauter Hitze nicht mehr ausgehalten hat.

Und es pickt schon wieder. Alles pickt, weil man vergessen hat, dass man den Wald vor dem Duschen abrasiert hat und dass von der g’schissenen, unnötigen, schweißtreibenden Akrobatik jetzt Australien brennt.

Es ist halt einfach viel zu heiß!

Ja, sicher ist es zu heiß, wenn man so viel pickt, am Auto und an den Supertankern voll mit Erdöl und am Fleisch, mit’m nackten Fleisch pickt man am Ledersitz vom Auto und vom Flieger und am Plastik und am Wald-Abrasieren pickt man.

Weil’s ja gar so furchtbar unbequem ist so ohne Rindfleisch. Aber in Australien ist es fast ein bisschen unbequemer, so ohne freie Sicht auf das Sydney Opera House, weil’s so viel raucht und staubt und brennt, und in Kitzbühel ist es auch fast ein bisschen unbequem, wenn man im Dezember dort nicht Ski fahren kann, außer auf einem Schneeband neben der Wiese, und neben dem Inn wird’s auch fast ein bisschen unbequem, wenn von weiter oben die Gletscher runterkommen, fast ein bisschen unbequem.

Aber im Sommer haben wir’s dann fein. Da haben wir am Gletscher oben 25 Grad, feinifein, so lässt sich’s aushalten, und in der Stadt drin picken wir an der Klima, wenn uns das Klima nicht mehr passt. So fein.

Und dann fällt die Klima aus und es pickt schon wieder. Alles pickt, weil man vergessen hat, die Haxen vor dem Duschen zu rasieren, und erst nach dem Duschen die Haxen rasiert beim Waschbecken, so mit’m Haxen aufm Waschbecken, und von der g’schissenen, unnötigen, schweißtreibenden Akrobatik pickt man schon wieder.

Es ist ja gar so fürchterlich, ganz schlimm, weih, grausig, pfui, da wird’s uns echt fast ein bisschen unbequem.

Audiolink: https://satyr-verlag.de/audio/PFF_Katrin.mp3

David Friedrich

Staub

Ich mach das Fenster auf, schweißgebadet

Es ist ein heißer Tag, wie die meisten Tage

An den Wänden zerfließt die weiße Farbe

Tropft auf das PVC, das Wellen wirft

Es ist Lebensqualität, die an allen Stellen stirbt

Man macht das Beste draus, bleibt auch vernünftig

Der Kalender sagt: Es ist viel zu heiß für Januar im Jahre 2050

Die Zivilisation ist alt geworden und verbraucht

Die Augen sind müde und die Ohren sind taub

Wir werden geboren in dem Staub

Begraben die Toten in dem Staub

Vegetation ist vergoren in dem Staub

Atemwege und alle Poren voll mit Staub

Wir sind verloren in dem Staub

Aber auch gewöhnt an den Staub

Ich vertreibe mir heute meinen Tag hier

Mit neumodischem Schnickschnack

Wie überteuertem Craft-Bier

Indian Summer Pale Ale Winter Edition

Ein sehr bitterer Hopfengeschmack, zu Beginn sehr aufdringlich, aber wenn man sich auf ihn einlässt, dann wird er auch nicht weniger .

Zum Glück ist im Kühlschrank noch Platz – für mich

Denn die Hitze hat es sich gemütlich gemacht

Doch im Laufe der Zeit ist es im Kühlschrank recht eng geworden, also bin ich in den Keller gegangen. Dort habe ich in einem Umzugskarton so ein altmodisches Tablet gefunden. Hat noch funktioniert. Darauf habe ich mir dann die Fotos angeguckt von früher, von vor dem Staub.

Und da fiel mir auf: Eigentlich hätten wir es wissen müssen.

Wir hätten es kommen sehen müssen.

Ganz ehrlich? Wir wussten es, wir haben es kommen sehen.

Ist ja nicht so, dass unser Planet uns keine Signale gegeben hätte, deutliche Signale hat der uns gegeben, wie ein nervtötender Wecker, der schrill und laut Sirenengeräusche gegen das Trommelfell schmettert. So hat unser Planet uns darauf aufmerksam gemacht, aber wir haben immer wieder Snooze gedrückt. Oh nöö, nicht jetzt schon anfangen mit erneuerbaren Energien, ich will noch eine Runde Atomstrom. Nur noch fünf Minuten.

Aber die Frühaufsteher unter uns befassten sich mit den Problemen und entwickelten Apps.

Wir hatten Apps gegen den Klimawandel, wir hatten Regenwaldtreueherzen auf Bierflaschen, wir hatten »Rettet die Polarbären«-Merchandise-Produkte und, meine Fresse, waren die plüschig!

Wir wussten, dass wir handeln müssen.

Etwas tun, nachhaltig denken, ein neues Bewusstsein entwickeln.

Denn – das ist heute so lange her und man kann sich das nicht mehr richtig vorstellen – wir sind geflogen, von Hamburg nach Mailand für 29 Euro. Mit Easyjet, da musste man auf den ein oder anderen Komfort verzichten, zum Beispiel auf Beine oder so. Aber dafür hatte man ein Drei-Gänge-Menü, bei dem jeder Gang mehrere Produkte enthielt, die alle einzeln verpackt waren, und das Besteck war auch verpackt und das Brot dazu auch und der Käse noch mal und das Getränk war auch noch mal in einer Plastiktüte und wenn man die ganze Verpackung erst mal geöffnet und beseitigt hatte, dann war man schon gelandet.

Uns war klar: Wir müssen was ändern, wir kannten ja die Bilder von den in Plastikverpackungen verfangenen Meerestieren und so. Nur war es schwierig, was zu ändern, denn neben dem anstrengenden Job in der Werbeagentur, dreimal die Woche Fitness, zweimal die Woche Sex, dann die Eltern, die immer mehr abbauen, und mindestens ein Freund pro Monat, dem man beim Umzug helfen soll, dann samstags Sportschau , dienstags und mittwochs Champions League, Facebook-Statusmeldungen, Instagram-Follower checken, bei YouTube Videos von Poetry Slammern gucken, und dann hat mich der Text auch erst mal total nachdenklich gemacht, weil das stimmt ja schon, was die sagt, und das kostet ja alles Zeit. Am Wochenende auch mal aufs Land, hier und da ein Junggesellenabschied, die Hemden von der Reinigung holen, Fenster putzen, bei der Telekom anrufen, weil das Internet so langsam ist. Entschuldigen Sie bitte, ich gucke hier gerade Game of Thrones, und mitten in der Szene mit dem bärtigen, nackten Mann, der intim wird mit einem Drachen, der wiederum seine Schwester ist, und dann BLEIBT DAS BILD EINFACH STEHEN. Jetzt lädt der schon seit drei Minuten und ich gucke die ganze Zeit auf diesen Penis! Neben Early-Bird-Festivaltickets online kaufen und Bücher über Sadomaso-Sex lesen, dann auch noch die Kinder, der Kleine muss zum Taekwondo und Charlotte hatte ihre erste Menstruation, Essen kochen, einkaufen, shoppen, Wellness, Maniküre, Pediküre, Sektempfang, ins Kino gehen, Socken stricken, Sudoku in der Mopo, und ich brauch auch mal ein bisschen Zeit für mich!!!

ALSO ’TSCHULDIGUNG, DASS ICH DA NICHT AUCH NOCH ZWISCHENDRIN MAL EBEN DIE ERDERWÄRMUNG STOPPEN KANN!

Ich mach das Fenster auf, schweißgebadet

Es ist ein heißer Tag wie die meisten Tage

Manche sagen: Die Hitze wäre nur eine Phase und von den

Chinesen erfunden

Aber wir waren schon immer gut im Scheißelabern

Jetzt stehe ich am Fenster, gucke raus gerade

Jedes Haus und die Straße unter Staublagen

Man sagte uns, dass wir unserer Zukunft voraus waren

Wie sie wirklich werden sollte, wollten wir uns nicht ausmalen

Wir haben unser Haltbarkeitsdatum deutlich aufgeschoben

Hatten alles, Haus und Boot, ernährten uns ausgewogen

Jetzt wächst nur noch wenig auf dem Boden

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