David Friedrich - Poetry for Future

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Unsere Welt lebenswert zu erhalten, ist die wohl größte Herausforderung unserer Zeit. Wir steuern auf den globalen Kollaps zu. Was löst das in uns aus? 45 Autor*innen zeigen: Zwischen Apokalypse und Utopie ist viel Platz für Poesie.
Jede Krise setzt kreative Potenziale frei. Das beweist diese Anthologie mit engagierten Beiträgen aus der Poetry-Slam- und Lyrikszene Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, die sich allesamt mit der Klimakatastrophe, dem Artensterben und einer ungewissen Zukunft auseinandersetzen.
Dystopische, postapokalyptische Szenarien stehen neben optimistischen Visionen einer besseren Zukunft, präzise Analysen wechseln mit schmerzender Satire und poetischen Umdeutungen des Status Quo. So vielfältig die Texte in diesem Band sind, so energisch propagieren sie ein gemeinsames Ziel: die Rettung unserer Lebensgrundlagen.

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Mein Vermieter hat vom Biotop in meinem Keller gehört und kassiert nun Eintritt für die Touristenattraktion. Schaulustige trampeln durch die Tümpel der Frösche und überfüttern die Enten mit Brot, das aufgeweicht und flockig den Pflanzen im Wasser ihr Licht nimmt.

Anna startet eine Kampagne zum bewussten Umgang mit der Umwelt.

Mai.

Das Wasser steht uns bis zur Brust. Mein Vermieter verpachtet mein Biotop an einen großen Tourismuskonzern. Sie befahren das Gebiet mit Motorbooten, die das Wasser durchpflügen, als sei es ihr Eigentum. Eines Tages findet Jan ein totes Entenküken, das in den Antrieb eines Bootes gekommen sein muss.

Auch er beschließt, vegetarisch zu leben.

Juni.

Der Wasserspiegel ist höher, als wir es für möglich gehalten haben. Auch große Tanker und Kreuzfahrtschiffe mit Urlaubern befahren nun das Wasser in meinem Keller. Mein Vermieter kauft sich einen Porsche. Die seltenen Wasserpflanzen beginnen wieder auszusterben. Erik muss dreißig Seiten seiner Masterarbeit verwerfen und ein anderes Thema wählen.

Noch in derselben Woche laufen wir uns auf einer Demonstration über den Weg.

Juli.

Mein Vermieter investiert seinen Gewinn aus dem »Erlebnis Kellerkreuzfahrt« in weitere Stockwerke für unser Haus. Mit jedem weiteren Stockwerk, das geflutet wird, baut er ein neues Stockwerk für seine Bewohner.

Maike erkundet die Unterwasserwelt in einem Tauchgang. Sie entdeckt mehrere verendete Fische in Netzen aus Plastikverpackungen, wie sie auf dem Kreuzfahrtschiff verwendet werden. Andere Fische schnappen nach den durchsichtigen Folien in der Annahme, es sei Nahrung.

Maike beginnt, plastikfrei zu leben.

August.

Niklas nutzt meinen Keller für sein Schwimmtraining. Eines Tages erleidet ein Öltanker ein Schiffsunglück. Niklas lernt unfreiwillig schwimmen in Öl und stinkt noch wochenlang nach Frachter.

Er gründet eine Gruppe von Umweltaktivisten.

September.

Der Sommer ist vorbei, aber das Wasser in meinem Keller hört nicht auf zu steigen. Alle Bewohner leben nun hoch über meinem Biotop, um nicht die Schiffshörner zu hören und dem Wellengang zu entgehen, der das Fundament erschüttert.

Unsere Gruppe von Aktivisten besteht aus acht Freunden. Zwei von uns sind Vegetarier. Zwei von uns leben plastikfrei. Zwei von uns gehen regelmäßig auf Demonstrationen und zwei von uns sind nah an klimaneutral.

Oktober.

Ich bin ausgezogen. Weg von meinem reichen Vermieter mit seinem wasserunterlaufenen Haus – sein Porsche wird ihm auch nicht helfen, wenn Mutter Natur die tragenden Wände verwittert hat und jedes noch so neue Stockwerk von hoch oben ins Wasser fällt.

Meine Freunde und ich wohnen in einem Plusenergiehaus. Wir sitzen in der Küche über Rettungsplänen, großen Plänen, die hoffentlich groß genug sind. In zwei Monaten ist schon wieder ein Jahr vorbei, denke ich, als ich auf die Wanduhr schaue. Tick. Tock.

Temye Tesfu

polkappenrequiem

am ende verklebte schwarzer schlamm der hände linien

furchen rillen vom frenetischen wühlen im erdgrund

man saugte den geschürzten mund auf den boden gepresst

bis es sprudelte und schlürfte und soff bis zum spuckschluck

die erde war aufgeräumt und hingestellt – halogenstrahler

suchten die tiefe ab; was zu holen war ist geholt worden

verstummt sind die sonare seismografen stehen still

nichts ist wahr nichts ist falsch nichts ist zeit

jetzt/hier: ein gekreuzigter himmel stiert in schillernde augen

auf den wassern – ausgelaufene irides

säulen aus feuer und rauch und methan auf den halden

die peitschen in andacht solange sie luft haben

wirbel aus wind und aus ramsch durchstreifen die landschaft

zu tode gelangweilt wie erwerbslose trödler

und die stubenreinen gebirgszüge? und die gesattelten

cumuluswolken? die gestriegelten sicheldünen und die

pünktlichen stromschnellen? der salutierende kies, die

sedierten geysire, und ja: selbst die

dressierten coltan-stollen wissen einfach nichts mehr

anzufangen mit sich

wem noch apportieren, fragen im flüsterton die stalaktiten

doch niemand ist da eine antwort zu geben

wer sagt uns wo es langgeht, fragen die wasserfälle

doch niemand ist da um feststellungen zu machen

im gestaubsaugten schlick liegen grinsende schädel.

fossilien erzähln sich alte wetterberichte als wären es witze

Wo ist da der Joke , fragt der coltan-stollen.

wo da der joke sei, fragt sein echo.

doch auch den anderen (den gebirgen wie den wolken

den dünen wie den stromschnellen, den kieseln, den

geysiren, den wasserfällen und stalaktiten)

bleibt die punchline unbegreiflich

nur die brandung erträgt mit geduld das tamtam

erklärt sie uns vielleicht die pointe?nein.

sie ist neuerdings buddhistin und intoniert ein mantra:

Niemand friert.Niemand stirbt.Niemand weint .

in einem anderen szenario würde die brandung feststellen

dass es keinen mehr gibt um feststellungen zu machen

aber wir befinden uns bereits in einem szenario

in dem es keinen mehr gibt um feststellungen zu machen

Stimmt , sagt die brandung. Stimmt – stimmt – stimmt , sagen

berg und wolke und düne und geiser und

fluss und fossil und kiesel und tropfstein und wasserfall

alle nacheinander und halten schließlich ein

alles ruht alles lauscht alles schweigt

nur der coltan-stollen lacht noch kurz

(mit leichter verspätung)

über den witz

Christofer mit f

Das große Verschlingen

Im Süden der Welt,

wo türkise Wellen samtig sanfte weiße Strände streicheln,

wo das Sonnenlicht der Armut und dem Elend schmeichelt,

wo’s das ganze Jahr hindurch, im Gegensatz zur Arktis,

für das Tragen jeder Kleidung arg zu warm ist,

wo Eroberer auf Insulaner trafen

und heute Touris unter Palmen schlafen,

trog einst die Lethargie …

Denn schon ein paar Kilometer vor der Küste

eines Landes, das sich seiner Schönheit brüstet,

direkt unter dem Spiegel

zwischen den Riffen und unter den Flügeln

der Rochen, die durch gebrochenes

Sonnenlicht schwebten, brodelte Leben,

konnten Korallen unentdeckt von Besuchern

bunt und bizarr bis ins Endlose wuchern.

Wohin selbst die langen Arme

der Instagram-Promis nicht reichen,

konnten Polypen und seltene Fischarten laichen.

Konnten Oktopoden hinter Tintenwolken toben,

Kalmare und Kraken einander mit Tentakeln bekakeln.

Konnten Seepferdchenmänner,

jenseits tradierter Geschlechterrollenbilder,

eifrig den Nachwuchs behüten

und die Eier der Weibchen ausbrüten.

Konnten sich Haie in Herden vermehren

und zahllose Junge gleich lebend gebären.

Konnten Schollen und Quallen, Langusten und Schwämme,

konnten Barsche, Makrelen und Fische mit Kämmen

wild durcheinander einander bejagen,

sich miteinander symbiotisch vertragen

und schwimmen und treiben und kraxeln

und dabei wie die Wildschweine schnackseln!

Noch vor Jahrzehnten war die Welt hier in Ordnung,

bis aber plötzlich die Schwärme verschwanden

und sich die Krabben auf dem Rückzug befanden.

Als mit einem Mal alle Korallen erblichen

oder den Heeren von Urlaubern wichen,

weil auch das, was Äonen andauert,

ganz einfach endet, wenn die Meere versauern

und die Landschaft verschandeln,

weil sich jede Oase in einen Friedhof verwandelt.

Und so bleibt kein Fleck auf diesem Planeten,

den wir nicht verseuchten,

in unserer Gier nach Moneten,

die wir gar nicht bräuchten,

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