David Friedrich - Poetry for Future

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Unsere Welt lebenswert zu erhalten, ist die wohl größte Herausforderung unserer Zeit. Wir steuern auf den globalen Kollaps zu. Was löst das in uns aus? 45 Autor*innen zeigen: Zwischen Apokalypse und Utopie ist viel Platz für Poesie.
Jede Krise setzt kreative Potenziale frei. Das beweist diese Anthologie mit engagierten Beiträgen aus der Poetry-Slam- und Lyrikszene Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, die sich allesamt mit der Klimakatastrophe, dem Artensterben und einer ungewissen Zukunft auseinandersetzen.
Dystopische, postapokalyptische Szenarien stehen neben optimistischen Visionen einer besseren Zukunft, präzise Analysen wechseln mit schmerzender Satire und poetischen Umdeutungen des Status Quo. So vielfältig die Texte in diesem Band sind, so energisch propagieren sie ein gemeinsames Ziel: die Rettung unserer Lebensgrundlagen.

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und wir zerstören – stehend auf Bergen aus Toten,

ohne zu wissen, was wir nicht verstehen –,

wenn nicht mit Gewehren oder mit Schloten,

dann allerspätestens mit Polyethylen.

Wo ungeheuer krasse Wassermassen

auf angepassten Ungeheuerkörpern lasten,

unter dem Meer, das in ungefähr so schwer

wie tausend Elefanten

jenseits jeder menschlichen Konstante

wiegt,

wo es hinter schroffen Klippen noch mal steil bergab geht,

wo selbst Reinhold Messners Bart und Haare

Richtung Meeresspiegel absteh’n,

lebt dem hohen Druck zum Trotze unbeschwert

und von Räubern oder Feinden unversehrt

und ohne Schaden

auf dem Grund im Marianengraben

und gerade deshalb äußerst heiter

und dazu noch wie kein Zweiter

zum Leben in großer Tiefe befähigt

ein kleiner Fisch mit Namen Pseudoliparis swirei.

Dort, wo ihm kein Mensch auf den Keks geht,

weil er auf Schwärze und winzigen Krebs steht.

Von Gestalt eher zierlich, klein, weiß und transparent,

entgegen dem Trend in der Tiefsee nicht luminiszent,

schlängelt er sich durch ein behäbiges Leben

einem vermeintlich ewig währenden Frieden entgegen.

Wenn da nicht selbst unter dem Meer

alles voll mit Plastik wär’,

in dem er sich, und sei er auch noch so behände,

letztendlich verfängt und qualvoll verendet.

Und so bleibt kein Fleck auf diesem Planeten,

den wir nicht verseuchten,

in unserer Gier nach Moneten,

die wir gar nicht bräuchten,

und wir zerstören, stehend auf Bergen aus Toten,

ohne zu wissen, was wir nicht verstehen.

Wenn nicht mit Gewehren oder mit Schloten,

dann allerspätestens mit Polyethylen.

»Und was kann eigentlich ich dafür?«,

fragt derweil der sprichwörtliche kleine Mann,

der an all dem nicht alleine schuld sein kann,

rechts hinten in der Kneipe am Stehtisch.

Versuch’s gar nicht erst mit Verantwortungsethik.

Zwischen Aktiendepots und Börsenkursen,

zwischen Rentenniveaus und Klimakurven,

zwischen Konkurrenzdruck und Arbeitsplatzsorgen,

zwischen »Heute ein Schnitzel« und »Scheiß doch auf Morgen«,

zwischen Dürrerekorden und Artensterben.

zwischen Mindestlohn und Altersbeschwerden,

»Wie viele Flüchtlinge sollen es noch werden?«,

zwischen Polkappenschmelze und Staatsversagen,

Demokratiedefizit und Treibhausgasen,

zwischen dem neunten und dem zehnten Pils

und einer Ölkatastrophe in der Karibik

sind Leben und Arbeit längst mehr als nur schwierig,

mehr als nur hart

und werden noch schwerer,

denn die Erde wird karg

und die Meere noch leerer.

»Aber es muss doch irgendwie weitergehen«, sagt jeder

und jede, das, liebe Menschen, das ist der Fehler.

Es hat längst begonnen: das große Verschlingen.

Der Frühling ist da, nur keine Vögel, die singen.

Peter Heiniger

Zwanzig Zentimeter

Man sieht sie jetzt öfter, wie sie bedächtig über Weiden schreiten, in der Hand ein Pendel haltend oder eine Wünschelrute. Zuweilen halten sie kurz inne, als würden sie auf etwas lauschen. Prüfen, ob das Pendel ausschlägt, dann gehen sie weiter. Wasserschmöcker. Hinter ihnen drein trottet ein Bauer oder sonst ein Landbesitzer, vielleicht noch der Hund oder ein Kind.

Im Blick des Bauern schwingen Sorge und Hoffnung. Seine Aufmerksamkeit gilt ganz dem Pendel, als wolle er es beschwören, es möge doch zu schwingen beginnen, zumindest eine Regung zeigen. Nach einer Weile steckt der andere das Pendel in den Hosensack und schüttelt den Kopf. Kein Wasser. Oder zumindest nicht genug, dass es sich lohnen würde, einen Graben in die Landschaft zu reißen. Er lässt den Blick über die Weide gleiten. »Dort drüben können wir es noch versuchen.«

Ein wenig oberhalb einer unscheinbaren Senke schlägt das Pendel aus und der Wasserschmöcker sagt: »Hier kannst du es probieren.« Kurz hellt sich die sorgenschwere Miene des Bauern auf. Gleich darauf verfinstert sie sich wieder. Und hinter der gerunzelten Stirn beginnt er zu rechnen: Arbeitsstunden, Baggermiete, Leitungen … »Und wie viel können wir gewinnen? Reicht es, um unseren Brunnen wieder zum Laufen zu bringen?« Früher führte der ordentlich Wasser, mehr als genug. Jetzt ist er zu einem stricknadeldünnen Rinnsal verkümmert. *»Ich kann dir nichts versprechen. Das Wetter macht ein anderer. Und wenn es noch einmal einen solchen Sommer gibt … Die nächste Wüste, heißt es, liegt nicht in Afrika. Sie liegt zwanzig Zentimeter unter unseren Füßen.« Der andere lüftet den Hut und kratzt sich am Hinterkopf. Daheim gibt’s Kaffee mit Schnaps. Beim Verabschieden wünscht man sich einen guten, aber nicht allzu trockenen Sommer.

»Die Schweiz ist das Wasserschloss Europas und das Wasserschloss der Schweiz ist unser Napfgebiet.« So erklärte es uns der Lehrer in der Schule, nicht ohne Stolz, beinahe, als wäre es sein Verdienst. »Wie ein Schwamm kann unsere Landschaft aufgrund ihres porösen Untergrundes das Wasser speichern und damit unsere Brunnen speisen.« Aus seiner Rede schlossen wir, dies habe ewige Gültigkeit, wie ein Naturgesetz. Es war Winter, die Ölheizung lief auf Hochtouren, die Luft im Klassenzimmer war furztrocken. Eine Kreidestaubwolke stob auf, als der Lehrer den Tafelschwamm ergriff. Er nässte den Schwamm am Brünnchen, dann putzte er die Tafel. Als Nächstes hatten wir Grammatik.

Audiolink: https://satyr-verlag.de/audio/PFF_Heiniger.mp3

*Der Begriff »Brunnen« hat hier eine andere Bedeutung als im Hochdeutschen: Im quellenreichen Emmental werden Quellen üblicherweise gefasst und mittels unterirdischer Leitungen zu den Bauernhäusern geleitet, wo das Wasser über eine Röhre beständig in einen Trog fließt. Dieser Trog mit der wasserführenden Röhre wird »Brunnen« genannt. Fällt eine Quelle trocken, sucht man eine neue, leitet sie zum Brunnen und bringt diesen somit wieder zum Laufen. [Anm. d. Verlags]

Katrin ohne H

Die Haxen bitte vor dem Duschen rasieren

Der Sommer war schon immer meine am wenigsten liebe Jahreszeit: vierter Platz von vier Teilnehmenden.

Kein Foto für den Sommer.

Keine tens, tens, tens across the board .

Beim Poetry Slam 10 Punkte. Insgesamt. Kein Extrapunkt.

Schlecht!

Der Sommer ist SCHLECHT!

Fürchterlich, ganz schlimm, weih, grausig, pfui!

Der Sommer war schon immer meine am wenigsten liebe Jahreszeit, denn es ist halt einfach viel zu heiß!

Da schwitzt man. Im Sommer schwitzt man. Allein vom Sitzen schwitzt man, sitzt in der Sonne und schwitzt, beim Sitzen schwitzt man in der Sonne, obwohl man sich keinen Zentimeter bewegt, schwitzt alles in der Sonne.

Und dann pickt man. Im Sommer pickt man und man hockt da und pickt, am Ledersitz im Auto pickt man fest, wegen der kurzen Hose pickt man. Und das G’wand pickt und schweißelt, alle schweißeln, im Bus schweißeln alle oder es riecht, als hätte man gerade Deo geschnupft.

Aber dann geht man duschen und alles ist so schön frisch und kühl und sauber, zwar auch nicht trocken, aber es pickt nichts und dann steigt man aus der Dusche …

… und pickt schon wieder. Alles pickt, weil man vergessen hat, die Haxen vor dem Duschen zu rasieren, und erst nach dem Duschen die Haxen rasiert beim Waschbecken, so mit’m Haxen aufm Waschbecken, und von der g’schissenen, unnötigen, schweißtreibenden Akrobatik pickt man schon wieder.

Fürchterlich, ganz schlimm, weih, grausig, pfui!

Es ist halt einfach viel zu heiß!

Da pickt man, allein vom Sitzen pickt man am Ledersitz im Auto fest, man pickt, am Auto pickt man und muss schon wieder tanken fahren, weil man so am Auto pickt, und aus dem Auspuff pufft die Hitze raus und das stinkt, als hätte man Feinstaub geschnupft.

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