Petra Reategui - Der Grenadier und der stille Tod

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Ein sorgfältig recherchierter Roman, der die Leser ins historische Karlsruhe des 18. Jahrhunderts entführt.
Januar 1772. Halb Karlsruhe verfolgt die Hinrichtung einer Kindsmörderin. Auch Straßenfeger Ignatz ist dabei, dem das Geschehen unter die Haut geht. Kurz darauf wird ein Soldat des badischen Leibgrenadierregiments erschlagen. Für Major von Sandberg ist die Sache klar: Raubmord. Als Täter kommt niemand anderes als der Straßenfeger in Frage. Doch das Verhör endet in einem Fiasko – Ignatz scheint weder hören noch sprechen zu können. Als er flüchtet und ein weiterer Mord geschieht, gleitet dem erfolgsverwöhnten Major der Fall aus den Händen …

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Sie musste entsetzlich aussehen, völlig aufgelöst.

Er holte aus der Tasche seiner Joppe ein Sacktuch, schüttelte es, um ihr zu zeigen, dass es sauber war, gab es ihr und verschwand wortlos hinter seiner Karre, so wie er damals auf dem Markt ohne Gruß davongelaufen war. Hatte er ihr »Danke« gehört? Sie trocknete sich die Tränen, putzte die Nase. Das Kind beobachtete sie neugierig. Man konnte meinen, es habe noch nie einen erwachsenen Menschen weinen gesehen.

Ob der Kleine schon mal Honig gegessen hat?

»Komm her«, sagte sie und zwang sich zur Ruhe.

Sie setzte den Korb auf einem Mäuerchen ab, öffnete ihn, vergewisserte sich, dass der Honigbehälter noch fest verzurrt war, und nahm vorsichtig den Deckel ab. Er klebte verdächtig fest an der Öffnung des Gefäßes, aber sie hatte Glück gehabt, es war nichts ausgelaufen.

»Magst du was davon?«

Der Junge linste mit seinem einen Auge hinein, nickte begeistert. Sie füllte ihm einen der kleinen Krüge voll, die sie normalerweise gegen einen Obolus abgab, wenn Kundinnen ohne eigene Töpfchen am Stand erschienen. Zu Hause würde sie sagen, einer sei ihr zerbrochen.

»Und du, möchtest du auch?«, fragte sie Ignatz, der noch immer an seinem Wagen stand und dem Soldaten hinterherschaute. Aber der Straßenkehrer reagierte nicht.

»Er hört dich net«, erklärte der Junge, steckte seinen Zeigefinger in den Honig und leckte ihn genüsslich ab. »Er hört gar nix. Spreche kann er au net.«

»Er hört mich nicht?« Madeleine riss ungläubig die Augen auf. Der Straßenkehrer hatte sie gar nicht gehört? Deshalb also. Jetzt verstand sie, was die Buttermeierin meinte, als sie sagte: »auch wenn er net redet …«

»Und wie heißt er?«, fragte sie unnötigerweise.

»Ignatz. Sein Name kann er schreibe. Wenn du ihm ein Zettel mit seim Name drauf zeigsch …« Der Junge unterbrach sich. »Kannst du denn überhaupt schreiben?«, erkundigte er sich und versuchte, fein und ordentlich zu reden.

»Nicht gut.«

Würde das Kind begreifen, wenn sie erzählte, dass in der Palmbacher Schule Französisch unterrichtet wurde und sie Deutsch nur vom Hörensagen gelernt hatte?

»Und du? Kannst du schreiben?«, fragte sie ausweichend.

»Au nur mein Name. Chrischtoph. Die Großmutter hat’s mir gezeigt.«

Wieder tunkte der Junge seinen Finger in das Töpfle, redete aber weiter: »Sie kann den Lehrer nicht bezahlen. Auch der Ignatz war nie in einer Schule. Wer nicht hört und nicht spricht, kann net in die Schul, sagen die Leut. Sie sagen, dass so jemand net ganz richtig im Kopf isch. Aber das stimmt nicht, der Ignatz weiß alles. Er hat mir die Sterne am Himmel gezeigt und wie ich Fische in der Alb fangen kann, wie man sie ausnimmt und Feuer macht, um sie zu braten …«

Madeleine hörte nur noch mit halbem Ohr auf Christoph. Sie füllte einen zweiten kleinen Krug mit Honig, putzte die klebrigen Finger an Ignatz’ Sacktuch ab und strich sich eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Gesicht. Dann ging sie hinüber zu dem Straßenfeger und berührte ihn am Arm.

»Für dich«, sagte sie und reichte ihm Tuch und Honig. »Und du hörst wirklich gar nichts? Keinen Ton?«

Dieses Mal flüchtete er nicht. Seine Augen folgten der Bewegung ihres Mundes, ihrer Augen. Als Christoph kam und ihm zunickte, lächelte er vorsichtig, tippte mit einer Hand an sein rechtes Ohr, dann an seine Lippen, drehte die Finger kurz, als drehe er einen Schlüssel im Schloss, und zuckte die Schultern. Eine Erklärung? Noch während Madeleine überlegte, fasste Ignatz sie am Arm, zeigte die Straße hinunter, wohin der Grenadier verschwunden war, wandte sich wieder ihr zu und deutete, für sie völlig überraschend, mit der Hand eine leichte Wölbung über der Stelle ihres Kleides an, unter der sich ihr Bauch verbarg. Er berührte den Stoff nicht, seine Finger hielten Abstand, nur die Augenbrauen hatte er fragend hochgezogen.

Sie spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss und sie erneut zu schluchzen anfing.

Was fällt diesem Kerl ein? Ein Mädchen zu fragen, ob sie ein Kind im Leib trug! Sie fauchte ihn an, doch mitten im Satz brach sie ab. Er hörte sie ja nicht.

Als wolle er Abbitte leisten, reichte er ihr sein Tuch ein zweites Mal, unwillig riss sie es wieder an sich. Dann nestelte sie am Deckelverschluss, packte sich den Korb auf den Rücken und rannte davon. Die Kiepe schlenkerte hin und her.

Dort, wo das Gässchen endete, öffneten sich ein winziger Platz und dahinter der Totenacker der reformierten Kirche. Hastig, als würde sie verfolgt, suchte Madeleine die Eingangstür zum kleinen Gotteshaus und schlüpfte in den schummrigen Gebetsraum. Gegen eine Wand gelehnt, schloss sie die Augen. Sie wollte niemanden sehen, weder den vermaledeiten Sobringer noch diesen unverschämten Kehrichtbauer und auch nicht den einäugigen Bub. Obwohl – der hatte ihr ja nichts getan.

Trotzdem!

Und dann war sie auch noch so dumm gewesen und hatte den beiden Honig geschenkt! Und zwei Töpfchen dazu! Als ob sie mit Geld um sich schmeißen könnte. Sie ärgerte sich über sich selbst, spürte ihr Herz bis in die Kehle klopfen. Mei-ne Schö-ne, mei-ne Schö-ne, hämmerte es gehässig.

Sie zitterte, suchte nach einem der Stühle, die Alten und Kranken vorbehalten waren, setzte sich. Doch die Stimme in ihr hörte nicht auf: Mei-ne Schö-ne, ich hab so Sehnsucht nach dir gehabt.

Bis Madeleine plötzlich ein Gedanke durch den Kopf fuhr: Und so was kann der Straßenkehrer nicht sagen? »Meine Schöne«? Auch nicht »bitte« und »danke«, »ja« und »nein«? Wie ist das, wenn man keine Sprache hat?

Sie hatte drei, Patouà, Französisch und Deutsch, und sie redete den ganzen Tag. Mit Gott, mit der Maïre und mit Jeanne. Oder mit den Frauen auf dem Markt. Und wenn sie dachte, dachte sie in Wörtern und Sätzen.

Kann man ohne Wörter denken?

Madeleine schaute sich um, sah eine schwarz gekleidete junge Frau, die vor sich hin murmelte. »… sei seiner Seele gnädig«, verstand sie. Ein kaputtes Fenster schlug auf und zu, durch die dünnen, lehmverputzten Wände der Kirche drang der Lärm von der Langen Straße herein. Karren und Kutschen ratterten vorüber, eine Peitsche knallte. Kinder kreischten. Ein Mann pries seine Waren an. »Citronen, Canneel, Muskat«, schallte es an ihr Ohr. Die Welt war voller Geräusche, es piepste und brummte und summte, Vögel zwitscherten, Hunde bellten, Betrunkene grölten, und dann war da das Rauschen des Regens, das Säuseln das Winds, das Plätschern des Wetterbachs …

Und das alles hörte dieser Ignatz nicht?

Weiß er, dass Citronen Citronen heißen und Bäume Bäume sind? Buchen, Eichen, Birken? Kennt er die Namen der Früchte auf dem Markt? Weiß er, wie die Stadt heißt, in der er lebt? Wie kann er reagieren, wenn man ihn ruft? Christoph sagt, die Leute nennen ihn einen Idioten, einen Schwachkopf.

Aber dieser Mensch ohne Worte hat mich gefragt: Bekommst du ein Kind? Seine Augen, seine Hand, seine Miene haben gefragt. Er hört nicht und spricht nicht und hat doch sofort begriffen. Als habe er in ihr Inneres geschaut.

Gab es so etwas? Oder sah man ihr den dicken Leib schon an? Sie atmete schwer, ein unbändiger Groll packte sie.

Dieser Schuft von Sobringer, ce salaud! Zwei Kinder hat er der armen Würbsin gemacht. Zwei! Und auf so einen bin ich reingefallen. Lieber Gott, Buondìou, du musst mir verzeihen …

… sie brauchte den Lieben Gott ziemlich oft in letzter Zeit. Hoffentlich überforderte sie Ihn nicht, …

… aber diesem Hund wünsche ich die Pest an den Hals, Reißen in den Gliedern, Cholera, die Blattern und abgehackte Beine. »Ich glaub, ich bring ihn um«, wisperte sie hinter vorgehaltener Hand, damit Gott wenigstens das nicht hörte.

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