Bettina Baltschev - Hölle und Paradies

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»Amsterdam: was für eine schöne, unverwechselbare Stadt! Sie wurde zur Zuflucht, sie lässt uns arbeiten«, schwärmte Klaus Mann von einer seiner ersten Stationen im Exil. Und Amsterdam war nicht nur temporärer Wohnort, sondern verhieß schon bald auch eine ganz andere Art von Heimat: Zwischen 1933 und 1950 veröffentlichte der Querido ­Verlag viele der Autoren, die vor den Nazis aus Deutschland ­fliehen mussten, von Joseph Roth bis Irmgard Keun und Lion Feuchtwanger. Über Europa verstreut, finden die deutschen Schriftsteller in Amsterdam ihr geistiges Zentrum. Und trotzdem: »Das Exil war eine Hölle«, schreibt Hermann Kesten. Bettina Baltschev geht mit offenem Blick durch das heutige Amsterdam und spürt dem Leben der Exilschriftsteller und ihrer Verleger nach.

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Seine directrice Alice van Nahuys hatte Emanuel Querido übrigens im Warenhaus kennengelernt und abgeworben, ihr Talent fürs Geschäftliche, für Fremdsprachen und ihren jugendlichen Geist kann er gut gebrauchen. Schon das erste Programm der beiden besteht aus acht Büchern, darunter die Biografie von Jean Jaurès, jenem französischen Sozialisten, der 1914 in einem Pariser Café von einem Nationalisten ermordet worden war. Der verlegerische Durchbruch folgt jedoch erst 1918 mit Het vuur (Das Feuer), dem Kriegstagebuch des französischen Schriftstellers Henri Barbusse. Dass das Buch von der Justiz als pornografisch eingestuft wird, belebt die Nachfrage enorm.

Der Plan geht auf. Schon nach wenigen Jahren gehört Em. Querido’s Uitgevers-Maatschappij zu den erfolgreichsten Verlagen der Niederlande. Der Literaturwissenschaftler August Lammert Sötemann, der die Verlagsgeschichte von 1915 bis 1990 notiert hat, bringt es mit einem schlichten Satz auf den Punkt: »De uitgeverij was een goudmijn« – der Verlag war eine Goldmine. Eine Mine, in der Querido unermüdlich arbeitet und seine wertvollen Stücke persönlich in den Buchläden abliefert, wie sein Sohn Arie hinzufügt: »Mit der schweren und immer wieder herzlich verfluchten Tasche – ›dem Murmeltier‹ – zog er durch das ganze Land, überfiel die Buchhändler und quasselte ihnen den Laden voll.«

Und endlich, 1930, wagt sich Emanuel Querido daran, sein eigenes Werk noch einmal anzubieten. Ein Rotterdamer Verlag hatte die zehn Bände von Het geslacht der Santeljano’s bereits verlegt, nun also soll die ausufernde – und durchaus autobiografische – Familiengeschichte um die Brüder Ko und Daan eine Chance im eigenen Verlag bekommen. Doch Queridos blumige Sprache verlangt dem Leser einen langen Atem und Abstraktionsvermögen ab, um hinter der romantischen Zeichnung einer Familienchronik den Zeitgeist der Jahrhundertwende zu erkennen. Die Nachfrage nach dem Epos ist deshalb auch im zweiten Anlauf mäßig. Nur Israël Querido liest das Werk seines Bruders aufmerksam, fühlt sich von der vermeintlich realistischen Darstellung der eigenen Person diffamiert und wettert öffentlich über Emanuel. Ein Akt, der die Männer, die längst auf sehr unterschiedlichen Umlaufbahnen unterwegs sind, noch weiter auseinandertreibt. Möglicherweise hätten sie sich ja zusammengerauft, wäre ihnen klar gewesen, wie wenig Zeit ihnen bleiben sollte. Israël, der sich dem Prinzip live fast, die young verschrieben hat, stirbt im August 1932 mit 59 Jahren – zuckerkrank, herzkrank, eine nervenkranke Frau und einen geistig behinderten Sohn hinterlassend. Auch historisch betrachtet überlebt Emanuel seinen Bruder, denn während sein Name mit dem Verlagshaus überdauert, werden die Bücher von Israël heute so gut wie nicht mehr gelesen.

Dennoch, mit Emanuel, dem erfolgreichen Verleger, und Israël, dem zu Lebzeiten berühmten Schriftsteller, ist das Geschlecht der Queridos, seit Anfang des 17. Jahrhunderts in der Stadt, endgültig in den bürgerlichen Sphären von Amsterdam angekommen. Religion spielt in ihrem Leben nur noch am Rande eine Rolle, genauso wie die Herkunft ihrer Vorfahren von der iberischen Halbinsel. Sie betrachten sich als Amsterdamer und werden als solche auch akzeptiert, ein bisschen dickköpfig und vorlaut, aber mit großem Herzen, hilfsbereit und zupackend, wenn Not am Mann ist, dabei den eigenen Vorteil nie ganz aus dem Auge lassend. Nur der portugiesische Name ist ihren Landsleuten zu kompliziert, weshalb sie sich die Aussprache kurzerhand mundgerecht zurechtbiegen. Aus Emanuel wird »Maan« und aus »Kerído«, dem portugiesischen Wort für »Liebling«, wird »Kwérido«. Unter den deutschen Exilschriftstellern kursiert schließlich der Kosename »Queri«.

Der junge Verleger Fritz Landshoff kennt all diese Geschichten noch nicht, als er im April 1933 Emanuel Querido und Alice van Nahuys in die Verlagsräume in der Keizersgracht 333 folgt. Wie diese Räume aussehen, lässt sich in Bruno Franks Roman Die Tochter nachlesen, der 1943 in Mexiko erscheint. Durch eine Erbschaft zu Vermögen gekommen, eröffnet seine Protagonistin Elisabeth im galizischen Städtchen Dnestr eine Buchhandlung, wo sie auch deutsche Exilliteratur verkauft. »Aus Amsterdam gelangte die gehetzte Literatur auf Elisabeths Regale am Ringplatz. Sie setzte ihren Ehrgeiz darein, daß nichts davon fehlte.« Weil jedoch der Versand der Bücher von Holland nach Galizien umständlich ist und viel Korrespondenz erfordert, beschließt Elisabeth eines Tages, nach Amsterdam zu reisen, um den Verlag und die Verleger kennenzulernen, den Deutschen Herrn Auerbach und den Holländer van Lennep. Hier setzt die Beschreibung der Keizersgracht 333 ein: »Das Haus, ein hundertjähriger feiner Ziegelbau, blickte mit seiner hohen und schmalen Front nach der Gracht. Ulmen spiegelten ihr gezahntes Blattwerk im lautlosen Wasser. Droben das Zimmer im dritten Stock, zu dem man Elisabeth wies, schallte vor Tätigkeit. Die Arbeitenden waren beengt von Bücherstapeln und versandbereiten Paketen. Jemand diktierte. Zwei Schreibmaschinen klapperten durch die offenen Fenster in die Stille hinaus. Herr Auerbach kam aus seinem Privatkontor und streckte ihr die Hände entgegen. Dieses Kontor war ein Kämmerchen; ein Schreibtisch hätte nicht Platz gefunden. Statt dessen sah man neben dem Fenster ein altmodisches Stehpult, wirr mit Papieren bedeckt. Zwischen den Regalen und Büchertürmen blieb gerade Raum für zwei Stühle.«

Doch bevor Herr Auerbach alias Fritz Landshoff von diesem Kämmerchen aus Bücher zu verlegen beginnt, nimmt er erst einmal im weit geräumigeren Büro von Emanuel Querido Platz. Alice van Nahuys setzt sich mit Papier und Bleistift dazu, springt zwischen dem Niederländischen und Deutschen hin und her, vermittelt hier, erklärt dort und erweist sich schon beim ersten Gespräch als unersetzlich. Nach nur zwei Stunden herrscht Einigkeit, ein kurzes Schreiben wird aufgesetzt und dann ist er tatsächlich in der Welt, der Querido Verlag. Emanuel Querido reicht Fritz Landshoff zum Zeichen des Einverständnisses die Hand. Dann lädt er ihn und seine directrice zum Essen ein.

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