Maria von Hall - Aus der Sicht der Fremden
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***
In diesem Dorf, an dessen Name ich mich nicht mehr erinnere, erlebten wir schließlich auch das Ende des Krieges. Mein Vater hatte zu dieser Zeit alle Hände voll zu tun. Er reparierte im Dorf und in der Umgebung Feldmaschinen, Traktoren und sogar Uhren. Dafür entlohnte man ihn mit Lebensmitteln.
Am 09. Mai 1945, nach der Friedensproklamation, fuhr der Bürgermeister unseres Dorfes mit dem Auto und einer weißen Fahne an die Dorfgrenze und übergab das Dorf den Amerikanern.
Damit hat er vernünftigerweise ein unnötiges Blutvergießen vermieden, und nach der Übergabe kamen die Amerikaner ins Dorf. Ihre riesigen, schweren Panzer schoben sich sehr langsam vor unsere Augen. Wir Kinder standen vor dem Haus und schauten erstaunt und mit großer Neugier zu. Die Panzer waren so breit, dass sie die ganze Straße in Anspruch nahmen. Die Soldaten waren nicht zu sehen, sondern nur ihre Schuhe – wahrscheinlich steckten sie die schmerzenden Beine in die Klappe oben. Sie haben uns aber gesehen und warfen uns Kaugummi zu. Das war etwas, was wir auch noch nicht kannten.
Am 01. Juni 1945 haben die Amerikaner ein Fest für alle Dorfkinder veranstaltet. Sie bauten auf dem Flugplatz am Rande des Dorfes viele Zelte auf und in jedem gab es etwas für die Kinder. Es wurden Orangen, Schokolade, Kekse und Kaugummi verteilt und die Mutter bezahlte die Präsente mit einer Bonuskarte, die sie vom Bürgermeister für jedes Kind bekommen hatte. Die Überraschung und Freude der Kinder war groß und die Stimmung auf dem überfüllten Flugplatz war heiter, die Menschen haben gejubelt und sich gefreut, dass der Krieg endlich vorbei war, und die Jugendlichen durften noch eine zusätzliche Attraktion erleben. Die amerikanischen Soldaten, unter denen auch Farbige waren, haben die Buben in ihren Jeeps um den Flugplatz herum gefahren, dabei gesungen und Spaß gemacht. Ich staunte sehr, als ich erfahren habe, dass es auch Menschen gibt, die eine dunkle Hautfarbe haben. Es war für mich ein einmaliges Erlebnis, die Farbigen zum ersten Mal zu sehen, und auf meine Frage, wer sie sind, hörte ich, dass es Neger seien. Heute bezeichnet man sie als Afroamerikaner.
Nach der Friedensproklamation fand unser Vater gleich eine Beschäftigung bei der Firma Stehle in Memmingen. Wir wohnten vorerst direkt bei der Fabrik in einer Baracke, in der während des Krieges die Zwangsarbeiter untergebracht waren. Nach einiger Zeit wurde uns eine große Wohnung in einem Zweifamilienhaus zugeteilt. Diese war voll möbliert und sah so aus, als hätten die Leute, die hier gewohnt hatten, das Haus gestern erst verlassen –
vielleicht waren sie Juden gewesen.
Eines Tages, meine Geschwister waren schon in der Schule und Vater in der Arbeit, ist eine Frau zu uns nach Hause gekommen. Sie war eine Beamtin aus dem Rathaus und hat ein großes Buch mit Bildern von Häusern mitgebracht, das sie auf den Küchentisch legte. Die Frau machte meinen Eltern ein Angebot. Sie konnten ein Haus aus dem Buch aussuchen, der Staat würde dieses bauen und die Eltern würden es dann mit der Miete abzahlen können. Ich hörte neugierig zu. Meine Eltern waren über das Angebot verblüfft. Mein Vater meinte am Abend: „So früh nach dem Krieg? Ist das überhaupt schon möglich?“ Anscheinend war es möglich, sonst hätten meine Eltern das Angebot nicht bekommen.
***
Mein Vater war ein Familienmensch. Er dachte ständig an seine Eltern, die in Bielitz geblieben waren, und als er in Bayern einen Bielitzer traf, der unsere Familie gut kannte, lud er ihn nach Hause ein. Er durfte sogar bei uns übernachten. Von diesem Mann haben meine Eltern viel erfahren. Er erzählte, was sich nach unserer Flucht alles in unserer Heimatstadt zugetragen hatte. Die Russen haben sich wie ein wildes Volk aufgeführt! Sie waren ständig betrunken und klauten alles, was sie mitnehmen konnten. Erst haben sie alle Häuser in der Stadt durchsucht und alle Deutschen, die sich in den Kellern und Dachböden versteckt hatten, auf die Straße gejagt. Dort war schon eine Menschenkolonne, der sie sich anschließen mussten und die unter Bewachung Richtung Bahnhof gelenkt wurde. Dort wurden sie in die Viehwagons gedrängt und nach Sibirien abtransportiert. Die dicht zusammengedrängten Menschen waren in Dunkelheit, ohne Wasser und Essen tagelang unterwegs. Die Schwachen, die die Fahrt ohne Wasser und Essen nicht überlebten, sind bei der Öffnung des Wagons tot herausgefallen.
In einem Keller hatte sich unter den erwachsenen Männern auch ein 15-jähriger Junge versteckt. Er wurde auch mitgenommen. Er hat die Fahrt nach Sibirien und die niedrigen Temperaturen dort überlebt. Nach vier Jahren Gefangenschaft ist er zu seiner Mutter in Bielitz zurückgekommen. Sein Vater war nicht mehr da, er war von den Russen erschossen worden. Der junge Mann war mein zukünftiger Schwager, Tonis Mann.
Die Russen haben nicht nur die Dachböden und Keller durchsucht, sondern auch die Gärten und die Gartenhäuschen. Sie haben die Mädchen, die dort versteckt wurden, gefunden und vergewaltigt, sogar eines, das sich in einer Tonne versteckt hatte, und dieses haben sie beinahe umgebracht. Die Russen waren betrunken mit den Gewehrkolben und mit Gebrüll in jede Wohnung eingedrungen! Mein Großvater hatte sich dabei so erschrocken, dass er am ganzen Körper zu zittern begann. Er hat bis zu seinem Tod nicht zu zittern aufgehört. Die russischen Soldaten haben alle Betagten aus der Stadt, auch meine Großeltern, in das Hotel „Präsident“ in Bielitz gebracht und in den Keller gesperrt. Sie haben wenig Wasser und kaum etwas zu essen bekommen und mussten auf dem nackten Betonboden schlafen. Sechs Monate lang hat meine Großmutter, die Mutter meines Vaters, den zitternden Kopf ihres Mannes auf ihrem Schoß gehalten. Mein Großvater hat das Kriegsende nicht erlebt.
Nachdem der Krieg vorbei war, hat man die Menschen aus dem Keller freigelassen. Meine Großmutter hat Opa auf dem Friedhof gesucht, aber nicht gefunden. Er war mit anderen Verstorbenen dieser Zeit in einem gemeinsamen, namenlosen Grab beerdigt worden.
Die schrecklichen Nachrichten aus der Heimat haben meine Eltern erschüttert. Vater machte sich jetzt große Sorgen um seine Mutter, und meine Mutter sich um ihren Vater. Sie haben angefangen zu überlegen, ob sie in die Heimat zurückkehren sollten oder nicht. Das Schicksal der beiden Elternteile hatte meinen Eltern ab diesem Zeitpunkt keine Ruhe mehr gelassen und sie sprachen jeden Tag darüber. Nach reiflicher Überlegung entschlossen sie sich dazu, zurück nach Schlesien zu gehen, obwohl mein Vater schon eine gute Arbeit und auch ein Haus in Aussicht hatte.
Wir sind dann im Frühjahr mit einem großen Transport von Flüchtlingen in einem mit Stroh ausgelegten Güterzug nach Schlesien gefahren und in der Stadt Czechowice-Dziedzice angekommen. Der ganze Transport wurde unterwegs von einer amerikanischen Eskorte überwacht und alle Flüchtlinge wurden für den langen Weg mit UNRA-Paketen versorgt. Wir waren stundenlang mit dem Güterzug unterwegs und er hat selten angehalten. Während jedes Halts konnten die Menschen frische Luft schnappen und ihre Bedürfnisse erledigen. Nach einem Halt im Wald und Weiterfahrt des Zuges merkte eine junge Mutter in unserem Wagon, dass ihr Kind fehlte! Man sah sich im Wagon um, ob es sich versteckt hatte, aber es war nicht da. Es gab keine telefonische Verbindung mit dem Lokführer und man konnte niemanden benachrichtigen, somit ist das Kind auf der Strecke geblieben! Das Mädchen war in meinem Alter.
***
In der Heimat angekommen, merkte ich sofort, dass plötzlich alles anders als in Bayern war. Schon mit dem Wetter fing es an. Es war kalt, es hat geregnet und gleichzeitig geschneit, während wir in Bayern schon viele sonnige Tage erlebt hatten und der Frühling in der Luft gelegen hatte. Die nächste Enttäuschung war die Tatsache, dass es in unserer Heimatstadt schwer war, Lebensmittel zu bekommen, und das stimmte uns nicht gerade froh. Zum Mittagessen haben wir ständig das Gleiche bekommen, entweder waren es Karotten mit Kartoffeln oder Kartoffeln mit Sauerkraut, und fast bis 1950 hat sich kaum etwas daran geändert. Pflanzenöl zum Beispiel war eine Rarität. Erst als unsere Mutter 1950 in der nahe gelegenen Raffinerie eine Stelle in der Buchhaltung und zusätzlich zu ihrem Lohn einen Liter Sonnenblumenöl bekam, wurde das Essen schmackhafter. In Bayern dagegen hatte meine Mutter unmittelbar nach dem Krieg schon eine volle Einkauftasche mit Gemüse nach Hause gebracht, sogar Orangen hatte sie irgendwo bekommen. Einmal lief ich ihr entgegen, als ich sie vom Einkaufen zurückkommen sah, da zeigte sie mir eine volle Tasche mit Rosenkohl. Ich kannte das Gemüse damals nicht und staunte, dass das Kraut so kleine Köpfe hatte. Sie sagte mir, sie hätte es bei den Zwergen gekauft, deswegen hätte es diese Größe. Ich war so irritiert, dass die Mutter dann lachend zugab, dass das ein Witz war.
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