Inklusive Provision eine gute halbe Million weniger, als angesetzt. Das war eigentlich nicht verhandelbar. Trotzdem nickte der Makler wie unter einem inneren Zwang. Zögernd schlug er in die ausgestreckte Hand des Rothaarigen ein. Dessen diabolisches Grinsen erzielte eine ähnliche Wirkung auf ihn, als blicke er in den Lauf einer auf sich gerichteten Waffe.
»Sehr vernünftig, mein Bester«, lächelte Damian und wandte sich an Julian.
»Ich denke, du und dein kleiner Betthase, ihr solltet schon mal einen Abstecher zur nächsten Bankfiliale unternehmen, um das mit dem Finanziellen zu klären. Inzwischen werden Francesco, Herr Hansen und meine Wenigkeit sich um den elenden Papierkram kümmern. Nicht wahr, Matthias? … Du möchtest doch auch das Ganze so schnell wie möglich über die Bühne bringen? Hab ich recht?«
Erneut nickte dieser wie unter Zwang und spürte deutlich die vorherrschende Kälte, die urplötzlich im Inneren des Gemäuers aufgetreten war. Nervös rieb er sich über die Arme. Hiernach ließ er sich willenlos von dem Rothaarigen und dem feixenden Blonden in die Mitte nehmen. Gemeinsam traten sie nach draußen, um zu seinem Wagen zu gehen, in dem sich die benötigten Unterlagen befanden. …
»Hast du schon eine Idee, wie du deinen Club nennen könntest?«, fragte Galimar, bevor er hungrig in einen Apfel biss.
»Als Besitzer ist es ja wohl dein gutes Recht, den Namen zu bestimmen?«, setzte er kauend hinzu.
Jeemahl schnaubte und knurrte: »Stätte der bluthungrigen Bastarde! Metzgerei des Grauens! Welcome to hell! Fuck you, Angel! … Was weiß ich, such dir was aus! Ich für meinen Teil bin nicht scharf darauf, einer Hinrichtungsstätte die angebrachte Betitelung zu verpassen!«
Galimar hielt mit Kauen inne und schielte Jeemahl von der Seite her an: »Ähm, ich dachte eher, ihr wolltet den Club eröffnen, um neben Berlin noch einen weiteren festen Standort zu haben. Einen, wo ihr leben könnt, während ihr euch auf die Suche nach diesem Dreizehnten macht? Sozusagen als Tarnung.«
Jeemahl warf ihm kurz einen Seitenblick zu, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorn richtete: »Bist du so naiv Gali, oder tust du nur so? Nach den letzten Wochen solltest du allmählich wissen, dass du dich nicht inmitten eines Pfadfinderlagers, oder Ähnlichem befindest, sondern es mit eiskalten Killern zu tun hast. Die, zugegebenermaßen, brauchbare Ideen haben. Denn was bitte ist besser geeignet, wenn nicht ein erfolgreicher Club, um unbekümmert nach Opfern Ausschau zu halten? Oder weswegen glaubst du, ist Shandaar sonst so scharf auf die Balustrade, von der aus man einen allumfassenden Blick über den Dancefloor hat? Von dort oben haben er und seine Kumpel die optimale Entscheidungsfreiheit, was ihre nächste Zwischenmahlzeit angeht. In etwa, als würden sie im Restaurant die Speisekarte begutachten!«
Galimar kurbelte das Seitenfenster herunter und warf den halbgegessenen Apfel in den Straßengraben. Ihm war der Appetit vergangen. Klar, hätte er selbst darauf kommen können. Aber noch immer weigerte sein Verstand sich, vollständig zu akzeptieren, mit was für Monstern er sich derzeit herumtrieb.
Erneut streifte sein Blick das Profil seines Gefährten.
Es gab durchaus auch Monster, die man zähmen konnte.
Weil er in Wirklichkeit kein richtiges Monster ist! Sondern genauso an diese Höllenhunde gebunden, wie ich selbst. Wenn auch aus anderen Gründen!, entschied Galimar grimmig.
Laut stieß er von sich: »Luziveron sprach doch von einem getöteten Vorbesitzer? Du hast nicht zufällig eine Ahnung, ob das auf das Konto unserer liebenswürdigen Mitstreiter geht?«
»Was denkst du?«, Jeemahls Tonfall ließ keine Zweifel offen.
»Wer von denen war es?«
»Jesebell!«, war die trockene Antwort. »Ich hätte übrigens doch einen Namen für den Club. Zwar nicht ganz so passend, aber mir würde er gefallen!«
Galimar blickte ihn neugierig an: »Na los, sag schon?«
»The Dragon Curse! Der Fluch des Drachen. Schließlich beherbergt der Laden in Zukunft auch Luziveron. Und wird der Teufel nicht in der Heiligen Schrift als Drache beschrieben?« Aus Jeemahls Worten triefte die Ironie, wie Wasser aus einem prall gefüllten Schwamm.
»Ich mag Drachen«, wisperte Galimar. »Daher würde ich sie niemals mit diesem sadistischen Psychopathen gleichsetzen. Aber der Name gefällt mir. Der hat was. Obwohl … Curse? Was hältst du von Spell? Ich meine, immerhin verzaubern Dämonen ihre Opfer doch, bevor sie sie töten. Und Fluch klingt irgendwie nicht so nett wie Zauber, oder?«
Jeemahl überlegte kurz, bevor er zustimmend nickte. »The Dragon Spell! … Du hast recht, klingt besser. Irgendwie runder. … Nun gut, dann hat das Baby ab heute einen Namen«, entschied er und zum ersten Mal an diesem Tag lächelte er.
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